Beiträge auf Themen/Fragen in der PL-Community
Verfasst: 26.07.2009, 12:32
Heute:
zu Marxens 11. Feuerbachthese ( Thema von mojorisin, 17.7.2009, 14.20 Uhr, gefunden über google )
Marx sagte:
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern."
Wozu sollte eine Interpretation gut sein, wenn sie keine Veränderung bewirkt?
Natürlich könnte eine Interpretation zu der Festellung führen, daß alles unabänderlich ist, ja daß sogar alles hervorragend gut ist und deshalb auf keine Fall geändert werden sollte. Nur hat es immer wieder Entwicklungen gegeben, und gibt es offenbar immer wieder Entwicklungen, die einflußreich sind. Und die kamen und kommen einfach bisher:
Eine Atomrakete ist nun einmal doch etwas ganz anderes als ein Bogen und ein Pfeil.
Und ob ich den ganzen Tag (theoretisch) hier am Computer sitzen und tippen kann, oder ob ich täglich 16 Stunden - oder sogar noch mehr - bei sengender Sonne auf einem Feld arbeiten muß - auch das ist etwas ganz anderes.
Und was haben obige Entwicklungen mit innerer Einstellung zu tun ? - zunächst einmal: nichts.
Die Waffen wurden zu Angriff und Verteidigung entwickelt. Ein uralter Mechanismus aus der belebten Natur - genau dort zu finden: Angriff und Verteidigung.
Die Arbeitsteilung entstand und wurde perfektioniert, um besser überleben und leben zu können.
Das ist, wenn man so will - auch nichts weiter als ein weiterentwickelter Naturinstinkt.
Pilze und Bakterien müssen auch nicht viel schuften, um sich zu ernähren.
Das für uns Neue ist, das wir mitbekommen können, was da alles mit und durch uns geschieht. Und daß wir alle die vielen Wechselwirkungen sehen können. Es wird doch wohl nicht ernsthaft ein Philosoph, ein Denker oder sonstwer behaupten wollen, daß die Auswirkungen eines Elendsviertels in Südamerika, Afrika oder Asien durch die innere Entwicklung seiner Bewohner beseitigt werden können. In gewissen Grenzen vielleicht, aber zunächst muß ein solcher Mißstand einfach grundsätzlich verändert werden, nicht die darin lebenden Menschen.
Und um eine solche Veränderung herbeizuführen, kann es verschiedene Kräfte und Konstellationen geben. Die Geschichte ist komplexer als nur eine Summe der individuellen inneren Einstellungen und Haltungen, oder nennen wir dabei auch: die herrschenden und einflußreichen Philosophien. Wenn die Zeit reif ist für Veränderungen, werden sie kommen. Wenn die einen im Mercedes fahren und die anderen sich täglich durchschlagen und Obacht geben müssen, daß sie nicht im nächsten Moment in einen Kugelhagel rivalisierender Krimineller geraten - das sind zu krasse Unterschiede.
Und solange die Welt (die Menschheit) immer noch so geteilt ist, solange hat Marx' These nichts an Akutalität verloren. Und daran ändern auch nichts die Irrwege, die sich in der Geschichte ergaben, weil - vielleicht zufällig - in wirtschaftlich und in der Tradition der Demokratie unterentwickelten Ländern der Erde (wozu ich übrigens auch Deutschland zähle - also als ein in der Tradition der Demokratie damals vor der Machtergreifung der Nazis unterentwickeltes Land), drastische Veränderungen einsetzten und in zentralistische Deformationen hineinführten.
Ich denke, es kommt insgesamt auf alles zusammen an - Interpretation/Veränderung der Welt und eigene innere Veränderung. Das sind alles Wechselwirkungen, und was dann jeweils Voraussetzung und Folge ist - das ergibt sich im Laufe der Prozesse und der Entwicklungen.
Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
zu Marxens 11. Feuerbachthese ( Thema von mojorisin, 17.7.2009, 14.20 Uhr, gefunden über google )
Marx sagte:
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern."
Wozu sollte eine Interpretation gut sein, wenn sie keine Veränderung bewirkt?
Natürlich könnte eine Interpretation zu der Festellung führen, daß alles unabänderlich ist, ja daß sogar alles hervorragend gut ist und deshalb auf keine Fall geändert werden sollte. Nur hat es immer wieder Entwicklungen gegeben, und gibt es offenbar immer wieder Entwicklungen, die einflußreich sind. Und die kamen und kommen einfach bisher:
Eine Atomrakete ist nun einmal doch etwas ganz anderes als ein Bogen und ein Pfeil.
Und ob ich den ganzen Tag (theoretisch) hier am Computer sitzen und tippen kann, oder ob ich täglich 16 Stunden - oder sogar noch mehr - bei sengender Sonne auf einem Feld arbeiten muß - auch das ist etwas ganz anderes.
Und was haben obige Entwicklungen mit innerer Einstellung zu tun ? - zunächst einmal: nichts.
Die Waffen wurden zu Angriff und Verteidigung entwickelt. Ein uralter Mechanismus aus der belebten Natur - genau dort zu finden: Angriff und Verteidigung.
Die Arbeitsteilung entstand und wurde perfektioniert, um besser überleben und leben zu können.
Das ist, wenn man so will - auch nichts weiter als ein weiterentwickelter Naturinstinkt.
Pilze und Bakterien müssen auch nicht viel schuften, um sich zu ernähren.
Das für uns Neue ist, das wir mitbekommen können, was da alles mit und durch uns geschieht. Und daß wir alle die vielen Wechselwirkungen sehen können. Es wird doch wohl nicht ernsthaft ein Philosoph, ein Denker oder sonstwer behaupten wollen, daß die Auswirkungen eines Elendsviertels in Südamerika, Afrika oder Asien durch die innere Entwicklung seiner Bewohner beseitigt werden können. In gewissen Grenzen vielleicht, aber zunächst muß ein solcher Mißstand einfach grundsätzlich verändert werden, nicht die darin lebenden Menschen.
Und um eine solche Veränderung herbeizuführen, kann es verschiedene Kräfte und Konstellationen geben. Die Geschichte ist komplexer als nur eine Summe der individuellen inneren Einstellungen und Haltungen, oder nennen wir dabei auch: die herrschenden und einflußreichen Philosophien. Wenn die Zeit reif ist für Veränderungen, werden sie kommen. Wenn die einen im Mercedes fahren und die anderen sich täglich durchschlagen und Obacht geben müssen, daß sie nicht im nächsten Moment in einen Kugelhagel rivalisierender Krimineller geraten - das sind zu krasse Unterschiede.
Und solange die Welt (die Menschheit) immer noch so geteilt ist, solange hat Marx' These nichts an Akutalität verloren. Und daran ändern auch nichts die Irrwege, die sich in der Geschichte ergaben, weil - vielleicht zufällig - in wirtschaftlich und in der Tradition der Demokratie unterentwickelten Ländern der Erde (wozu ich übrigens auch Deutschland zähle - also als ein in der Tradition der Demokratie damals vor der Machtergreifung der Nazis unterentwickeltes Land), drastische Veränderungen einsetzten und in zentralistische Deformationen hineinführten.
Ich denke, es kommt insgesamt auf alles zusammen an - Interpretation/Veränderung der Welt und eigene innere Veränderung. Das sind alles Wechselwirkungen, und was dann jeweils Voraussetzung und Folge ist - das ergibt sich im Laufe der Prozesse und der Entwicklungen.
Viele Grüße - miljas :t252: :t252: