Hallo caniko,
ich habe den Film noch nicht gesehen.
Die Frage...
Darf ich Menschen töten um die Natur zu retten?
Gibt es ein Recht auf Selbstverteidigung?
Zunächst muß man fragen, was ist Natur?
Um es gleich auf den Punkt zu bringen:
Wenn Erde inklusive Mensch weg sind, ist dann die Natur weg?
(oder anders gefragt: sind Sonne und Milchstraße künstlich/unnatürlich?)
Gut, definieren wir "Natur" im engeren Sinne als das, was jetzt hier
irdisch/unterirdisch/oberirdisch existiert, inklusive Sonneneinstrahlung und Mondeinflüssen.
Dieses etwas spezielle Lebewesen Homo sapiens recens ist in eine spezielle Wechselwirkung
mit der Natur geraten. Es handelt sich dabei um Stoff-/Energie- und Informationsaustausch, der
die für Lebewesen normalen Dimensionen vielfach und in großer Vielfalt überschreitet.
(es gibt auch andere Lebewesen, die punktuelle Verwüstungen anrichten können - zum Beispiel
Heuschreckenschwärme, Schafe, Wildschweine

).
Darf man Menschen töten, um die Natur zu retten?
Prinzipiell hat sich im Laufe der Geschichte der allgemeine moralische Grundsatz herausgebildet,
daß kein Mensch einen anderen töten darf. Ich denke, dieser Grundsatz ist vernünftig.
Das (menschliche) Leben wäre zu unsicher. Wann würde wer wen warum umbringen? Vielleicht
auch einfach vorbeugend ???
Die Natur retten?
Der Mensch ist natürlich die Bedrohung und der Exekutor gleichzeitig.
Allerdings, was ist die Hauptsache des Ganzen?
Es sind
die Ideen, die hinter den Menschen stehen und sich in ihnen
und mit ihnen verwirklichen. Und die Frage ist, was mehrheitsfähig ist und bleibt
oder wird. Wie will/soll man die Ideen aus der Welt bzw. in die Welt bekommen?
Durch Tötung (von Menschen)? Wenn das
tatsächlich funktionieren sollte,
dann müßte man wahrscheinlich
alle Menschen bis auf den allerletzten töten.
Aber dann werden die Ideen sicher auch nicht völlig weg sein aus der Welt ... - was
wissen wir denn, was Bakterium XY morgen denken (und machen) wird?
Ich denke, es geht bei allem um eine
"Verhältnismäßigkeit".
Das ist ein interessantes Wort, das viel mehr aussagt, als es auf den ersten Blick scheint.
Man müßte und könnte sich natürlich das gesamte Spektrum der Wechselwirkungen
Mensch/Natur anschauen.
Zum Beispiel:
Wenn Wilderer (seltene) Tiere jagen und zum Aussterben bringen (und es ja auch schon
bewerkstelligt haben), kann man die Tiere unter Schutz stellen und die Wilderer quasi
polizeimäßig verfolgen. Kommt es zu einer Auseinandersetzung, kann möglicherweise
auch ein Wilderer zu Tode kommen.
Es sind Gesetze erlassen worden zum Schutz der Natur in vielen Teilbereichen
(Wasser, Luft, Bergbau, Atomkraft). Die Einhaltung von Gesetzen muß kontrolliert
und durchgesetzt werden. Und auch das möglichst ohne Tote.
Aber am Ende steht das Grundsätzliche der menschlichen Wechselwirkung (Verhältnismäßigkeit!).
Welche Idee setzt sich durch - die der rücksichtslosen Einwirkung, oder die der bedachten
(heute oft leicht nebulös vielleicht als "nachhaltig" bezeichnet)?
Die Dimensionen spielen ja, wie gesagt, eine große Rolle und eine viel größere als
zu früheren Zeiten.
Wann gab es die erste menschlich verursachte Umweltkatastrophe?
Vor 30 Jahren hörte ich, daß es in Europa die Abholzung von Wäldern gewesen sein soll.
Konkret gemeint war das sächsische Erzgebirge. Dort wurde der Laubwald komplett abgeholzt,
um die Erze zu verhütten. Abholzung von Wäldern - das gab es sicher auch an anderen Stellen,
zum Beispiel für den Schiffbau (die Libanon-Zeder soll wohl auch stark in Mitleidenschaft
gezogen worden sein).
Aber, um zurückzukommen zur Moral.
Ideen kann man nicht töten, indem man Menschen tötet.
Weder die guten, noch die schlechten Ideen.
Das ist ja wie mit dem Drachen, dem immer wieder neue Köpfe nachwachsen.
Die Ideen, die sich durchsetzen, die mehrheitsfähig und das "Übliche" werden -
das ist das Wesentliche und moralisch Anzustrebende.
Viele Grüße - miljas :t252: :t252: