Unerklärlich und trotzdem da - haben wir eine Seele?




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Beitragvon La Donna mobile » 28.11.2008, 23:44

Harlekin hat geschrieben:Peter? schwarz? und lässt sich ernten?
Wusst ich gar nicht!
__________

Nee, was anderes, mir ist im Prinzip grad nicht zum Scherzen.
Wollte eigentlich nix sagen, aber jetzt hat es mich doch noch mal aus dem Bett getrieben sonst ich nix Heija.

(auf Donner folgt Blitz - ist wohl so ne Art Naturgesetz, glaub ich)

Also WOW. Du, tut mir leid, aber dein Text kommt bei mir recht negativ und sehr, sehr, sehr kritisch, fast ungehalten rüber - irgendwie so als wolltest du mir unter Umständen sagen ich bin ein bissle abgehoben, weltfremd und hab was an der Waffel. (Ist nicht so, aber das behaupten ja auch die in der Anstalt von sich, gelle)
Mei, das hättste mir aber auch in einem Satz sagen können, oder? Hätt ich nicht so lang drüber nachdenken müssen.

Naja, vielleicht liegt es am Thema und vielleicht kann ich dir wenigstens DIESE Frage aus MIR raus beantworten.
Aus MEINER Sicht heißt das sowieso nicht, wie in der Grundfrage:
...haben wir.....
Ich sag einfach mal: Ich BIN Körper, Geist und Seele

SEELE - ich sag JA, es gibt sie, aber ich hab sie nicht erfunden, genausowenig wie das Rad........aber ebenso wie ich über ein Rad schreiben kann, weil es eins gibt (selbst wenn ich es für viereckig halte), kann ich auch über die Seele schreiben, WEIL es sie gibt (immerhin hat sie einen NAMEN) - und ich schreib so wie ich es empfinde, denke und für mich nachvollziehen kann
...........
(vielleicht knüpf ich hier noch mal an?!?!?)

BiBa
Harlekin


Dich, liebe(r) Harlekin, verstehe ich am allerwenigsten! Wieso in Dreiteufelsnamen fühlst du dich angegriffen oder gibst dich zumindest so? Ich bin immer kritisch, das weißt du doch, so gut kennst du mich doch und ich werde mich für den Rest der Welt auch nicht verbiegen, - warum auch? Deine Aussagen, die für mich immer einen etwas scherzhaften Touch enthalten, haben mich am wenigsten "beeindruckt"! Versteh' mich richtig! Will sagen: Dich verstehe ich! Warum? Weil du mir irgendwie vertraut erscheinst. Weil du das, was du von dir gibst, u.U. auch mit dem "realen", dem ganz "normalen" Verstand begründen könntest und weil du mittendrin im Leben stehst, stehen musst, ob nun gewollt oder ungewollt - so glaube ich zumindest.

Ich habe keinen Anstoß im eigentlichen Sinn an den Aussagen irgendjemandes genommen (nicht wirklich), am allerwenigsten an deinen, aber es sei mir doch schon auch gestattet meine eigene Sichtweise darzustellen, und zwar die, die die eure in meinem Licht erscheinen lässt (merkwürdiger Satz).

Und im Vertrauen: Ich weiß genau so gut (oder doch nicht?!?!?) wie jeder andere hier um den "Tat"-Bestand der Seele! Für mich hatten gewisse Aussagen ganz einfach nur den Bezug verloren. Weißt du (mal ganz geil ausgedrückt), ich kann z. B. ja auch ein Thema mit Kuchenbacken beginnen und mit A...backen beenden. So einfach ist das.

Alla - mach dir keinen Koppe und hechte nicht wieder aus dem Bett, weil dir die liebe "Seel'" koa Ruh mehr lässt. Du solltest mich eigentlich gut genug kennen! :-) Und überhaupt... wer ist denn schon ein Herdentier...? ;-)

Die Donna :t029:
La Donna mobile
 

von Anzeige » 28.11.2008, 23:44

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Beitragvon La Donna mobile » 29.11.2008, 00:06

Starlight hat geschrieben:Hallo Donna, Harlekin, Meer, Narr und alle anderen.....


.....also nun eine ausführlichere Antwort.

Dass ich eine Seele habe, davon bin ich überzeugt. Interessant ist die Unterscheidung zwischen haben und bin. Ich hab es bisher immer so gesehen. Ich habe Körper, Geist und Seele. Also diese Dreieinigkeit, obwohl die sich bei mir seltenst einig sind.

Also den Körper habe ich. Den kann ich „beweisen“. Sehe ihn und kann ihn anfassen.
Geist habe ich auch (soll jetzt bloß keiner was anderes sagen, lach).
Immerhin kann ich hier mit Euch diskutieren, das ist der Beweis und 1+1 kann ich auch zusammenzählen (na, vielleicht auch noch etwas mehr).
Die Seele habe ich auch, die kann ich zwar so nicht beweisen, aber ich bin trotzdem überzeugt, dass ich sie habe.
Und alles drei zusammen, nun das BIN dann ich!! OK, einverstanden.


Geborgenheit/Sicherheit ist etwas sehr wichtiges, schönes und vertrautes. Und da kann ich mitreden, weil ich die nämlich lange nicht hatte. Dann gibt es da aber noch die seelisch/spirituelle Seite. Falls ich nun so einen Menschen treffe bei dem alles zusammentrifft und mit ihm zusammen sein kann, dann ist es wohl „die Erfüllung“. Und wohl ist es schon so, dass ein Mensch allein das gar nicht „erfüllen“ kann, dass ich dann wieder suche (Sehnsucht) bis ich diese Seele gefunden habe die mit mir ein Ganzes gibt.
Ob ich meiner Seele trauen kann?? Nun ich denke schon, aber trotzdem ist die Realität außen rum oft anders, als es meine Seele spürt, sehnt, erhofft, Erfüllung findet. Und dann nützt es mir auch nichts, wenn meine Seele "weiß" was sie will, es aber doch nicht bekommen kann.

Wir sind aus Sternenstaub, das klingt schön. Wie in dem Lied, wir alle sind aus Sternenstaub....lala, ich glaube von ICH und ICH. Ah ja, ich hab’s.......

http://ca.youtube.com/watch?v=njv6b3Wg7Pk
Schade, dass du jetzt auch noch mit diesem Zirkus (youtube) anfängst, ohne den die Welt offenbar nicht mehr zu existieren glaubt :-( . Marcel R.-R. hatte wohl doch nicht ganz unrecht, leider. So sorry.

Liebe leben, also nicht nur die partnerschaftliche, sondern auch die soziale. Sprich Nachbarn helfen und anderen bedürftigen Menschen, das ist ein sehr schöner Zug. Für die geholfenen Menschen kommt das u.U. dann schon Engeln gleich. Engeln auf Erden. So kann man die Welt auch zum Himmel machen.

Loslassen uiih, den Schalter hab ich auch noch nicht gefunden. Wohl dem, der ihn hat. Ich kann dir mindestens zwei Adressen nennen, die dir, liebe Starlight, weiterhelfen könnten... ;-)

Und nun diese allumfassende Liebe. Tja, da hab ich so meine Schwierigkeiten damit. Bei manchen ist sie da, mit und um sie. Aber sagt mir mal, was ein Kind, das taub, krank oder sonst was auf die Welt kommt von der allumfassenden Liebe halten soll, wenn sie ausgerechnet „ihm“ enthalten wird. Gibt davon genug Beispiele auf der Welt. Kinder die in der Mülltonne landen, weil die Mutter nicht fähig ist es anzunehmen. Kranke Menschen. Menschen die in Kriegsgebieten wohnen. Hier die allumfassende Liebe zu sehen, dass Gott das so gewollt hat, das fällt mir ziemlich schwer. Tja, da hilft wohl nur der Glaube und letztendlich die Gewissheit, dass wir nicht körperliche, sondern spirituelle Wesen sind. Diese können doch in der Mülltonne nix empfinden und da ist das Ganze dann doch nicht gar so schlimm, - - - oder etwa doch??? :-(

Nee, beibringen kann man sie dem Bettler auch nicht, aber wie soll er selbst dran glauben, wenn er im Dreck sitzt, sich abfriert und nichts zu essen hat? Vielleicht ja doch - wer kann das schon sagen? ;-) Möglicherweise findet er es geiler zu frieren und zu hungern, als in allumfassender Liebe in einer warmen Stube zu sitzen - - - ooooh Gottttt !!!
Naja, das sind alles so Dinge, bei denen ich mit meiner Weisheit am Ende bin und dann eben keinen übergeordneten Plan oder einen Sinn darin erkennen kann.

In manchen Büchern steht, das man nur mit den „Gesetzen des Lebens“ im Einklang sein muss. Nur frage ich mich, wenn ein neugeborenes, unschuldiges, unbeschriebenes Kind die Welt erblickt, wie dieses schon gegen die Gesetze des Lebens verstoßen hat, wenn es krank auf die Welt kommt oder von seiner Mutter gleich wieder umgebracht wird, weil sie es nicht annehmen kann??

Hallo Ihr, Donner und Blitze hatten wir schon, darf ich dann der Regenbogen sein??? Du darfst alles sein: Der Regenbogen, der Tau im Morgenrot und die Sterne in der Nacht! :-)

Die Donna :-)




Liebe Grüße

Starlight :t291:


Uii Toggele, da hast Du ja ein Thema gestartet, hättest Du gedacht dass wir damit den Forenrekord brechen????
La Donna mobile
 

Beitragvon La Donna mobile » 29.11.2008, 00:10

toggle hat geschrieben:Ok, Du lieber Regenbogen;-) Du! Was, Forenrekord? Klasse!
Kriegst auch gleich das entsprechende Bild, © by toggle:
Bild
Wie ein Philosoph, dessen Name mir gerade nicht einfällt, gesagt haben soll, ist es wichtig, nicht in Stillstand zu verfallen. Oder, anders ausgedrückt, hinfallen darf man, so oft man will, nur nicht liegenbleiben. Daß ich selbst manchen Stillstand in meiner eigenen persönlichen Geschichte zu verzeichnen habe, das zuzugeben habe ich kein Problem. Ich hatte großes Glück, immer wieder Menschen gefunden zu haben, die mir im Zweifel aufhalfen, oder ich fand, wie dieser Tage wieder einmal, selbst einen neuen Weg.

Liebe Starlight, wir haben uns oft schon über die Art einer selbstlosen Liebe ausgetauscht - sie ist mir in den Fällen, in denen sie mir eigen ist, auch nicht einfach so zugeflogen, und der Weg dorthin war mit manchen Enttäuschungen und Rückschlägen gepflastert. Drum verliere nicht den Mut!

Diese selbstlose Liebe kann aber nicht beliebig anderen Menschen gegenüber sein, sie ist demnach auch nicht allumfassend, und kann es m.E. auch nicht sein in einem Sinn, daß ich den gesamten Weltschmerz, den des Bettlers am Eingang des Parkhauses (wohl plaziert neben der Parkscheinkasse) oder am Einkaufswagenabstellplatz des Supermarkts wie den der Millionen hungernen Menschen, der gepeinigten und gequälten auf mich nehme. Im Sinn, daß mich dieses Elend dauert, allerdings schon. Aber auch nicht in dem Sinn, daß ich den Menschen, die mir übel wollen, nach dem Schlag auf die linke auch noch die rechte Backe hinhalte - jedoch, daß ich zumindest noch Mitgefühl für letztere zeigen kann, nachdem ich mich erfolgreich von ihnen abgegrenzt habe. Bei aller Liebe zur Welt darf ich nicht vergessen, daß ich mich zuerst um mich selbst kümmern muß, wenn ich etwas für andere übrighaben möchte. Die Unterstützung, die ich gebe, muß sich den eigenen Ressourcen anpassen.

Ein ganz spezielles Thema ist natürlich die Liebe zwischen Mann und Frau - doch davon fange ich jetzt besser gar nicht erst an *grins*, das wäre abendfüllend - oder auch nur ganz kurz und knackig, je nachdem. So wie ich mich kenne (blaablaa gutt?), wohl eher das erstere. Das, wovon ich Dir mal erzählt habe, liebe Starlight, dieses eine Beispiel (was ich hier im Offenen nicht weiter ausführen will und werde), das ist mir ja auch nicht von heut auf morgen zugewachsen, sondern stand am Ende eines längeren Prozesses.

Tja, und die Seelendiskussion, mit der werden wir wohl noch lange nicht am Ende sein: ich habe da noch ein wenig in der Schublade, von dem ich jetzt schon androhe, es bei Gelegenheit loswerden zu möchten ;-)

Euch allen einen wunderschönen Abend!
toggle


Ach, du lieber Guter :-)! Fehlt jetzt nur noch die Signatur "Wenn Sie noch Fragen haben, scheuen Sie sich nicht mich anzusprechen!"

...und ganz doll....ja wen eigentlich....dich oder mich?!?!?!?

die Donna :t029:
La Donna mobile
 

Beitragvon Starlight » 29.11.2008, 12:04

http://ca.youtube.com/watch?v=njv6b3Wg7Pk
Schade, dass du jetzt auch noch mit diesem Zirkus (youtube) anfängst, ohne den die Welt offenbar nicht mehr zu existieren glaubt Sad . Marcel R.-R. hatte wohl doch nicht ganz unrecht, leider. So sorry.


Hallo Donna,

ich nutze Youtube nur für die schönen Musikvideos. An anderen Sachen bin ich nicht so intressiert. Kennst Du noch eine andere Plattform, bei der man solche Musikvideos anschauen kann?? Ich kenn halt nur diese.
Da hab ich jetzt doch tatsächlich mal gegoogelt :t316: nach M.R.R. und was kam raus? Das hier:

http://stohl.de/wordpress/?p=9430

Leider doch auch wieder von youtube. Uff.

LG Starlight :t291:
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Beitragvon miljas » 29.11.2008, 12:40

Hallo,

"Seele" ist ja ein sehr gut klingendes Wort - sozusagen für jeden Dichter ein "gefundenes Fressen".
Aber die Unbestimmtheit des Begriffes macht auch seine Gefährlichkeit aus. Ich lasse lieber die Finger davon, weil ja die Kirche doch immer noch ein Monopol darauf erhebt und viele Menschen dann auch sofort in kirchliches Gedankengut und Interpretationshilfen abdriften. Wenn ich den Begriff "Seelsorger" höre, dann ist mir auch nicht so wohl, wenn ich zum Beispiel daran denke, daß diese auch Soldaten vor und nach dem Schießen behilflich sind, und sich um deren Seelen "sorgen". Wie machen sie das? - Die einzige und richtige und beste (vor allem Vor)SeelSorge wäre es doch, die soldatischen Seelen aus den Spannungsgebieten und von den Waffen zu entfernen, also sie dazu zu bringen, davon Abstand zu nehmen...

Daß jeder Mensch sowohl denken, als auch fühlen kann, und in der speziellen Ausprägung und Form dieser Möglichkeiten ein abgegrenztes und einmaliges Individuum ist - ich denke, daß ist eine allgemein unbestrittene Erkenntnis. Daß man für das Denken das Gehirn als zuständig erkannt hat, war eine wichtige Erkenntnis. Ich habe irgendwann einmal gelesen, daß man schon im Altertum (Ägypten?) Gehirnoperationen vornahm. Also wird man sich damals auch schon gefragt haben, wozu das Ding überhaupt da ist. Die Funktion der Verdauung ist ja nun doch abwegig, als Muskel kann man es auch nicht verwenden. Daß da etwas mit dem Denken passiert, hat vielleicht auch mancher Forscher mitbekommen, wenn er ganz intensiv darüber nachdachte, wozu das Gehirn da sei, und dann davon Kopfschmerzen bekam...

Gefühle sind keine Gedanken. Gefühle sind etwas anderes. Das muß der nächste Schritt der Erkenntnis gewesen sein. Da man Gefühle aber haupsächlich im Brustbereich in der Herzgegend spürt, vermutete man dort den Entstehungsort (Bauchgefühle? - gibt es sicher auch, aber die sind wohl eher eine Fortsetzung, eine Erweiterung, der Brustgefühle). Und da Gefühle nun so beeindruckend sind, sowohl im eigenen Erleben, als auch im Erleben bei den anderen Menschen, wurde daraus als allgemeines Kennzeichen des (menschlichen) Lebens die Seele abgeleitet. Eigentlich ziemlich logisch. Wenn im Gehirn die Gedanken entstehen, dann müssen die Gefühle auch irgendwo entstehen... Und der vermutete Enstehungsort ist wiederum naheliegend.

Die Wissenschaft behauptet heute, daß Emotionen auch aus dem Gehirn kommen und daß es aber körperliche (und dort an verschiedenen Stellen des Körpers warnehmbare) Reaktionen auf diese Gefühle gibt.

Seele - es ist verführisch kurz, dieses Wort. Wie gesagt, jeder Mensch kann denken und fühlen und, in einem gewissen Umfang, wird jeder Mensch gedacht und gefühlt (von sich selbst). (Wie die Proportionen genau aussehen, weiß ich nicht, aber jeder weiß, daß er erst ab einem bestimmten Lebensalter Erinnerungen hat. Beobachtet man einen Säugling/Kleinkind, kann man jedoch schon in dieser Vorerinnerungszeit Gefühle und Gedanken erkennen, auch im Schlaf und Halbschlaf laufen Dinge ab, die wir nicht oder nicht vollkommen beeinflussen können). Auch wenn einige anderes sagen - Ei- und Samenzellen sind dazu wahrscheinlich noch nicht fähig- jedenfalls nicht in diesem Umfang und in dieser Qualität. Im Endeffekt liefe ja diese Fragestellung auf den denkenden und fühlenden Zellkern hinaus.
Und wenn der Mensch verstorben ist, dann ist diese Fähigkeit zum Denken und Fühlen erloschen - gestorben. Es ist sicher fragwürdig, warum Leben vom Leben kommt und zum Tod geht und nicht wieder direkt zum Leben, aber erst einmal ist es so - warum - das erfahren wir später.

Abschließend noch ein Wort zum Wort "Spiritualität". - Auch eine solch schwierige Erfindung... Zum Glück habe ich dieses Ding erst im fortgeschrittenen Lebensalter kennengelernt. Von Spirituals habe ich in der Schule gehört und gelernt - daß diese die kirchlichen Gesänge der schwarzen Amerikaner waren. Dann gab ist in Ostdeutschland vereinzelt Fachgeschäfte - ich denke meist waren die in Familienbesitz - mit der Überschrift: "Weine und Spirituosen" (heute wahrscheinlich mehr der "Getränkemarkt"). Das waren faszinierende Läden... "Spritoasen"... (wobei ich dort nicht Kunde war, sondern mich über die Vielfalt der Flaschenformen, -farben, -etiketten und -inhalte amüsierte). Also, ich würde dringend abraten von "Spiritualität" - das Wort läßt sich schwer aussprechen, und es gibt, vor allem inhaltlich viel bessere Begriffe, die das aussagen, was dieses Wort im Grunde genommen nebulös unausgesprochen läßt und verschweigt: Fantasie, Gefühle, Gedanken (natürlich in Verbindung mit allen inneren und äußeren Einflüssen).

Viele Grüße

miljas
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Beitragvon miljas » 30.11.2008, 04:58

Hallo,

man soll ja nicht nur kritisieren, sondern Vorschläge unterbreiten.
Bei mir heißt die sogenannte Seele ab jetzt EMO, - die Emo.
Schön kurz, und abgeleitet von Emotion.
Warum?

~ siehe mein obiger Beitrag. - Sollen der Papst und die evangelische Bischofskonferenz und ihre Anhänger weiter von der S... reden - ich bin ab jetzt von denen auch begrifflich frei.

~ nicht weniger wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger: "Seele" ist ein feindlicher Begriff. Wenn es hoch kommt, kann man ihn vielleicht noch als neutral einstufen, aber ich denke das stimmhafte "S" am Anfang, gefolgt von dem langen "e" liefert einen Wortklang, der unberechenbar und feindlich gefährlich klingt. Wenn man nur den "See" betrachtet - das ist vom Grundsatz her ein gefährlicher Gegenstand: tief, man kann darin ertrinken. Es ist also auch daher kein Wunder, daß viele Menschen Probleme mit ihrem Gefühlsleben haben, wenn es schon im begrifflichen Ansatz ein solches feindliches und quasi distanzierendes Herangehen gibt. Wie soll sich denn jemand mit seinem Gefühlszentrum unter solchen Umständen näher und freundlich einlassen? Die Konsequenzen dieser unterschwelligen Sprachmanipulation sind wahrscheinlich fatal.

Eine mögliche Vermutung, daß ich diesen Begriff nun als Pedant zur "Ratio" sehe, ist nicht zutreffend. Diesen Begriff "Ratio" lehne ich auch ab, weil er mir gleichfalls zu menschenunfreundlich ist. Er ist viel zu technisch. Dafür gibt es die besseren Begriffe "Denken" oder "Verstand".

Der Begriff "Psyche" ist übrigens ein genauso unpassendes Vehikel, nicht passend für einen menschenfreundlichen Umgang. Er klingt zwar nicht feindlich und technisch, aber völlig fremd. Uns wurde das Ding (die Psyche) doch wohl nicht implantiert?
"Hilfe - ich habe eine Psyche." - "Was haben Sie - eine Seuche? Na, dann kommen sie auf die Quarantäne-Station!"

Ich habe keine Seuche. Ich bin nur müde und gehe jetzt schlafen.

Gute Nacht.

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Beitragvon Meer » 30.11.2008, 10:02

Na klar !!!

alles was Mensch nicht intuitiv begreifen kann und will, "muss" ja als feindse(e)lig gewertet werden, verächtlich gemacht, verspottet, mit Füßen getreten und derart in den Dreck gezogen werden, dass sich ja keiner mehr was diesbezüglich zu sagen traut.
Sieg, auf der ganzen Ebene oder wie???
Warum schreibst du miljas diesen Gipfel der Geschmacklosigkeit nicht im Peter Lauster Forum?

Ihr (mobile mit eingeschlossen) könntet einen leid tun, tut es aber nicht, denn wo kein freier Wille ist, ist auch kein freier Weg!

Meer (mit doppel ee)
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Beitragvon Regina » 30.11.2008, 10:15

Guten Morgen, ihr Lieben. :wink:

Ja, das ist wirklich ein großes Thema, und ich werde mich auch noch etwas damit befassen. Kopf und Zeit waren in den letzten Tagen derart von anderem belegt, dass ich noch nicht dazu gekommen bin. Ihr habt viel Interessantes und Schönes dazu geschrieben.

Von mir kommt jetzt nur kurz ein Link zum Thema. Gar nicht schlecht, was man bei Wikipedia über den Begriff "Seele" nachlesen kann. Habe es zwar noch nicht durchgelesen, bin aber ganz fasziniert von all den dort kurz und prägnant geschilderten unterschiedlichen Auslegungen...

http://de.wikipedia.org/wiki/Seele


@Toggle
kurz zu Deinem Satz:

"Tja, und die Seelendiskussion, mit der werden wir wohl noch lange nicht am Ende sein: ich habe da noch ein wenig in der Schublade, von dem ich jetzt schon androhe, es bei Gelegenheit loswerden zu möchten."
Freue mich auf das, was dazu noch von Dir kommt.

Und jetzt erst mal schnell Gassi mit Wau.

Ach, sag mal, Miljas, erzähl doch mal, wie Deine Emo sich fühlt. (Nach Deinen letzten Beiträgen fürchte ich, nicht so gut?)

Euch allen liebe Grüße - Neuer Tag, neues Leben. :)

Regina
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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 30.11.2008, 12:25

Moin moin,

nur ein paar schnelle Gedankenfetzen...
miljas hat geschrieben:Hallo, "Seele" ist ja ein sehr gut klingendes Wort - sozusagen für jeden Dichter ein "gefundenes Fressen".
Hmm - Dichter müßten demnach wohl voller Angst sein, denn "Angst essen Seele auf"? ;-)
miljas hat geschrieben:Aber die Unbestimmtheit des Begriffes macht auch seine Gefährlichkeit aus.
Spüre ich da Angst? Bist am Ende auch Du ein Dichter? ;-)
miljas hat geschrieben:Ich lasse lieber die Finger davon, weil ja die Kirche doch immer noch ein Monopol darauf erhebt und viele Menschen dann auch sofort in kirchliches Gedankengut und Interpretationshilfen abdriften.
Dieser Gedanke ist selbst-verständlich verständlich und mir absolut nicht fremd, sondern von mir selbst auch oft gebraucht. Aber lassen wir doch einfach das kirchliche Diktat mal aus dem Spiel, Meer sieht das offenbar so wie ich, und ich sehe mich auch als Atheisten, allerdings nicht als a-religiös.
miljas hat geschrieben:Wenn ich den Begriff "Seelsorger" höre, dann ist mir auch nicht so wohl, wenn ich zum Beispiel daran denke, daß diese auch Soldaten vor und nach dem Schießen behilflich sind, und sich um deren Seelen "sorgen". Wie machen sie das? - Die einzige und richtige und beste (vor allem Vor)SeelSorge wäre es doch, die soldatischen Seelen aus den Spannungsgebieten und von den Waffen zu entfernen, also sie dazu zu bringen, davon Abstand zu nehmen...
Aber Du hast sicherlich auch daran gedacht, daß der Begriff Seelsorger, wie ihn die Kirchen verwenden, sehr viel mehr beinhaltet, als nur Mitglieder der Amtskirche, die die Kanonen segnen? Deine Darstellung dieses Begriffs finde ich einfach einseitig, denn unter denen, die sich um die Seelen der Soldaten kümmerten, waren außer solchen, die Du ansprichst, auch andere, denen es darum ging, die Seelennot der zum Kampf gezwungenen zu lindern. Und auch das ist nur ein ganz kleiner Aspekt dieses Berufs (im Sinne von Berufung); Seelsorge auf den von Dir erwähnten Aspekt zu reduzieren, vernachlässigt alle Bereiche, in denen sich Menschen, auch außerkirchlich, um die Seelen anderer Menschen sorgen - insofern halte ich Seelsorge, gegenteilig zu Deiner Vorstellung, für einen äußerst weit zu spannenden Begriff. Und glücklicherweise ist er nicht mit dem zweifelhaften Bann einer sogenannten politischen Korrektheit belegt, wie zum Beispiel das Wort Pogrom in der Denke des Zentralrats der Juden.
miljas hat geschrieben:...Und wenn der Mensch verstorben ist, dann ist diese Fähigkeit zum Denken und Fühlen erloschen - gestorben.
Hmmm. Wenn ich konsequent weiterdenke und mal nicht einem rein materialistischen Weltbild folge, dann darf ich mich auch fragen, ob die Fähigkeit zum Denken und Fühlen tatsächlich erlischt oder auf einer anderen Ebene fortgeführt wird. Ob mit dem Tod des Menschen möglicherweise nur seine Fähigkeit zur Kommunikation mit den noch Lebenden endet, zum Beispiel. Das ist wirklich eine wichtige spirituelle Frage. Und mir scheint, Daß auch Du Dich damit beschäftigt hast, denn Du sagst ja:
miljas hat geschrieben:Es ist sicher fragwürdig, warum Leben vom Leben kommt und zum Tod geht und nicht wieder direkt zum Leben, aber erst einmal ist es so - warum - das erfahren wir später.
miljas hat geschrieben:Abschließend noch ein Wort zum Wort "Spiritualität"...
"Sprituosenladen" *grins*, das war gut, und auch das andere ist recht witzig, auch das ließ mich schmunzeln. Daß Du Dich gegen einen solchen Begriff wehrst, kann ich sehr gut verstehen. Andererseits kommt mir persönlich gerade dieser Begriff als Gegensatz zum Materiellen, als Aggregation des Seelischen, des gemeinsamen einer Vorstellung von Seele eines Einzelindividuums mit allen anderen Seelen, sehr entgegen, weil es für etwas steht, was wir mit unseren Sinnen nicht erklären können. Einerseits bin ich in den letzten zwei Jahrzehnten ein vehementer Verfechter von Oliver Sacks' Thesen gewesen, der Sitz des Bewußtseins, des Denken und Fühlens sei ausschließlich das Gehirn und alle Denk- und Fühlprozesse seien an die Strukturen dieser Zellmasse und ihrer Struktur gebunden, das Leben und alles, was den Menschen ausmacht, endet unwiderruflich und für immer, sobald der Tod dieses Zellklumpens eintritt und seine Strukturen zusammenbrechen... Das ist sicherlich soweit richtig. Und doch empfinde ich gewissermaßen eine Faszination UND eine Erweiterung meines Selbst, wenn ich den Gedanken an Transzendenz zulasse und mich mit der Vorstellung beschäftige, daß es etwas wie Spiritualität gibt. Auch all die letzten Jahre, und das wird mir mobile bestätigen können, weil wir beide es öfter davon hatten, sagte ich immer wieder, daß ich fest davon überzeugt bin, daß Menschen, die glauben können, es leichter haben, mit Schicksalen fertig zu werden, weil sie Trost in ihrem Glauben finden, wo der "Ungläubige" (nicht im kirchlichen sondern in meinem Sinne: Im Sinne von a-spirituell) nichts mehr hat, an was er sich halten kann.

Na, ich schick das jetzt erst mal ab...
Lieben Gruß
toggle
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Beitragvon Regina » 30.11.2008, 13:35

Lieber Toggle und alle,

ich habe nun endlich mal nach den vier Teilnehmern an der Diskussion "Haben wir eine Seele und warum brauchen wir sie?" gegoogelt und dabei festgestellt, dass ich Richard David Precht schon mal bei einer anderen Diskussion im Fernsehen erlebt und mich an seiner Intelligenz erfreut habe.

Bei den Teilnehmern kann ich mir gut vorstellen, dass das eine sehr interessante Diskussion war.

Hier ist ein Interview mit ihm, in dem er auch den Satz äußert:
"Frei nach Kant: Philosophie ohne Naturwissenschaften ist leer. Und Naturwissenschaften ohne Philosophie sind blind."
http://www.stern.de/unterhaltung/bueche ... 31157.html

Auf der gleichen Seite fand ich noch ein schönes Zitat von Einstein:
"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

In diesem Sinne grüßt euch herzlich
Regina

PS: Wissen kann ich zumindest, dass es jetzt gleich bei mir Sauerkraut gibt. (Ich entwickle mich allmählich zu einer Hobbyköchin.)
Regina
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