Wir sind ja nicht einmal imstand, dem Bettler auf der Straße diese allumfassende Liebe nahe zu bringen bzw. ihn daran teilhaben zu lassen, weder in Gedanken noch mit Taten...
die "allumfassende liebe" kannst du niemandem beibringen, aber - wie der einzige echte priester, den ich kenne, mal gemeint hat - das leben sollte eine aneinanderreihung von "taten der liebe" sein. dem bettler geld in die büchse zu werfen ist aber noch keine solche tat. erst wenn es mir ein bedürfnis ist und ich dabei das wohlgefühl verspüre, das ich jetzt einfach mal als "liebe" bezeichnen möchte, dann ist es eine solche tat.
im grunde ist alles, was man aus liebe für jemanden tut sehr eigennützig (zumindest empfinde ich es so), weil es einem selbst freude verschafft und es einem in dem moment egal ist, dass sich der andere natürlich auch darüber freut.
Und dann dieses Loslassen! Ich persönlich würde zu gerne den sehen, der wirklich so gut loslassen kann, wie er jetzt hier von sich gibt, wenn es dann wirklich einmal ernst wird. Ich sage das immer wieder, weil ich es kaum einem abnehme, dass er dazu im Stande ist. Sorry. Die Realität, meine Guten, sieht anders, ganz anders aus.
deine "realität" sieht anders aus. du kannst dir nicht vorstellen, dass das geht und auch noch befriedigend ist - weil du es noch nicht erlebt hast.
Aber Loslassen mit Schmerzen und im Siechtum bei wachem Verstand und in Todesangst, das soll mir mal einer zeigen, wie das bei auch nur fünfzig Prozent in Würde und Liebe und Gelassenheit funktioniert. Ja klar, wir arbeiten ja drauf hin, dass dem dann eines Tages so ist, jetzt schon. Wir üben uns ja jetzt schon in klugen Reden. Aber letztendlich sind wir eben doch wirklich nur Menschen und keine spirituellen Wesen,
tja, liebe donna, da muss ich dich enttäuschen. wir sind spirituelle wesen und machen hier zwar körperliche erfahrungen, aber wirklich wichtig ist das alles nicht. ich meine, natürlich ist es wichtig, sonst wären wir nicht hier, aber die realität, die wahrheit schaut anders aus und wer "bei wachem verstand und in todesangst" siecht, der hat die lektion nicht gelernt...
du kannst dir nicht vorstellen, dass man sich auf den moment des sterbens freuen kann, gell?
du würdest dich wundern, wie dir die freude darauf das leben versüßen kann, wie endgeil dieses dasein plötzlich ist, wenn man mal eine ahnung davon bekommen hat, wer wir wirklich sind...
soll heißen, ich sauge seitdem jeden moment so richtig in mich auf, ob ich in die arbeit fahre, meinen kleinen im schlaf beobachte, mit einem menschen in die kiste steige oder mein frühstücksei esse.
ich möchte all die (körperlichen) erfahrungen machen, die ich hier machen kann und mich dann zufrieden und befriedigt dorthin zurück begeben, wo ich hergekommen bin.
und falls das alles nur hokuspokus ist und wir nach dem sterben einfach nur tot sind, dann hab ich wenigstens bewusst gelebt und was davon gehabt, anstatt mir andauernd sorgen und ängste übers leben und sterben zu machen.... hehehehee
in diesem sinne. viel spaß beim fürchten und alles liebe,
der narr

