Religionsunterricht ist Betrug




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Religionsunterricht ist Betrug

Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 07.05.2009, 13:44

Zitat: Religionsunterricht ist Betrug

Ein Link nicht nur speziell für Nobody:
http://www.cognitiones.de/doku.php/reli ... ist_betrug

Interessante Diskussionsgrundlage ;-) Fast eine eigene Religion *grins*

Was mich an diesem Artikel stört, ist die ultimative Aussage: Es gibt keinen Gott. Ich kann für mich sagen, daß ich nach allem, was ich inzwischen weiß und erfahren habe, für MICH selbst sicher bin, daß es Gott in der Form, wie er von den Religionen gelehrt wird, nicht gibt. Aber ich kann mich nicht hinstellen und Euch um die Ohren hauen, daß es Gott nicht gibt, auch wenn ich selbst der festen Überzeugung bin, daß dem so ist.

Letztlich kann niemand etwas BEWEISEN, weder die Existenz noch die Nicht-Existenz eines Etwas, das von Religionen als "Gott" bezeichnet wird. (Das Spezialthema, für das miljas einen neuen Begriff fordert, schneide ich erst gar nicht mehr an hier *schmunzel*, außer daß es für die Existenz oder Nicht-Existenz von diesem ... ebenfalls weder Beweis noch Gegenbeweis gibt.) Es ist alles eine Frage des Glaubens.

LG
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Zuletzt geändert von toggle bis 12. Jan. 2012 am 09.05.2009, 09:49, insgesamt 1-mal geändert.
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von Anzeige » 07.05.2009, 13:44

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Beitragvon La Donna mobile » 08.05.2009, 18:05

Hei toggle, großer Massa ;-),

Betrug würde ich den Reli-Unterricht nicht nennen. Er ist eben eine Art Wegweiser. Und gewisse Vorgaben brauchen junge Menschen. Das war schon immer so. Mir fehlt aber echt die Zeit den ganzen Artikel zu lesen und darauf einzugehen. Ich bin eigentlich schon sehr gegen jegliche Art von Missionarsarbeit - du weißt, was ich meine - aber es ist nun einmal Fakt in unserer und anderen Kulturen, dass an einen Gott geglaubt wird. Ist doch wurscht, ob es dieser oder jener ist. Ist doch auch wurscht, ob es ihn gibt, gegeben hat oder nicht. Du hast Recht - wer weiß das schon? Hauptsache, es ist ein guter Gott. Die Menschheit lebt mit so vielen Irrtümern, dass der Glaube an einen guten Gott so verkehrt nicht sein kann.

Wenn man einen Glauben hat - glaube mir ;-) - und ist von diesem Glauben überzeugt, lebt es sich leichter. Ich behaupte das nicht von mir - auch klar - sondern ich habe wirklich schon tiefgläubige Menschen kennen gelernt, die einem dann das Gefühl vermitteln, dass einem etwas fehlt. Das Gefühl ist nicht soo schlecht, dass man nicht damit leben könnte, aber mir geht es so, dass mich dann eine ganz leise Sehnsucht nach eben solchen klaren Vorstellungen und tiefen Überzeugungen befällt.
Die Konfirmation meiner Großen z.B. habe ich von der ersten bis zur letzten Minute als ein wunderschönes, kurzweiliges und bewegendes Ereignis genossen! Wenn sie später nicht mehr glauben wollen oder zu zweifeln beginnen, dann haben diese Menschen immer noch die Möglichkeit entweder a) zu konvertieren oder b) als Atheist - ich kenne da übrigens einen oder zwei - weiterzuleben. Ist doch gut so, wie es ist.

Aber - und auch das wurde thematisch in der Predigt gestreift - wenn die Not am größten ist, ist das Leben in der (gläubigen) Gemeinschaft für den Einzelnen stärkend und unwillkürlich das Vertrauen auf Hilfe, die Hoffnung auf Vergebung oder Gnade seitens einer höheren Macht da. Dann fällt es nicht (mehr) schwer, nach (einem) Gott zu rufen.

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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 09.05.2009, 00:35

Jaja, ich weiß schon, warum ich mit dem Zwölf-Schritte-Programm so meine Probleme habe: Das setzt schon im zweiten Schritt voraus, daß ich dem nachsehenden Satz folge: "2. Zum Glauben kommen, dass nur eine Macht, die höher als man selbst ist, die eigene psychische Gesundheit wiederherstellen kann." Und dem ich kann ich schon nicht folgen, weder emotional noch rational: Meine spontane innere Antwort darauf ist schlicht und einfach "Humbug!" Klar, wer dran glauben kann, dem mags ja helfen. Aber, kann es jemand im Wortsinne WIRKlich beweisen, daß es an diesem Glauben liegt? Mich erinnert das zu sehr an das merkwürdige Verhalten von Tauben in der Skinnerbox, das als Aberglaube entlarvt wurde. Mir bleibt in meiner beschränkten Sichtweise nur, diesen zweiten Satz der Zwölf Schritte zurückzuweisen und genau diesem entgegenzusetzen: Falsch! Ausschließlich der Kraft meines EIGENEN Geistes und ausschließlich auf der Basis meiner Erfahrungen und meiner EINSICHT kann ICH und AUSSCHLIESSLICH ICH MIR SELBST helfen.

OK. Das gilt für mich, jemand anderes mag das anders sehen. Aber ich kann dem nicht folgen.

Ob Religion nun Betrug ist oder nicht - ich finde, man kann schon eine ganze Menge an Argumenten finden, die dafür sprechen. Eigentlich habe ich keinerlei Schwierigkeiten damit, das so zu sehen. Wenn ich daran denke, auf welche Art und Weise Kinder, die sich noch nicht gegen Indoktrination wehren können, die nicht in der Lage sind, zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu unterscheiden, in ihren Einstellungen geprägt werden, dann kann Religionsunterricht nicht nur Betrug, sondern sogar ein Verbrechen, schwere geistige Vergewaltigung sein. Darüber werde ich hier im offenen Bereich allerdings nichts weiter schreiben.

Jedenfalls aber stolpere ich auch und gerade über den Satz "...die Hoffnung auf Vergebung oder Gnade seitens einer höheren Macht...". Da stellt sich mir sofort die Frage, warum mir jemand vergeben sollte? Da steckt nach meinem Gefühl genau diese Art Indoktrination dahinter, die ich im vorigen Absatz erwähnte. Mich macht so etwas traurig.

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Beitragvon La Donna mobile » 09.05.2009, 10:21

toggle hat geschrieben:.................................................Jedenfalls aber stolpere ich auch und gerade über den Satz "...die Hoffnung auf Vergebung oder Gnade seitens einer höheren Macht...". Da stellt sich mir sofort die Frage, warum mir jemand vergeben sollte? Da steckt nach meinem Gefühl genau diese Art Indoktrination dahinter, die ich im vorigen Absatz erwähnte. Mich macht so etwas traurig.

LG
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Hei toggle,
nein, so ist das auch wieder nicht gemeint, wie du es verstehen willst. Es gibt mit Sicherheit im Leben fast eines jeden Menschen Dinge, die er von Herzen bereut, die er ungeschehen machen möchte, von denen er sich wünscht, er hätte nie und nimmer diesbezüglich für Furore gesorgt. Er schämt sich, er bedauert und er leidet. Selbstverständlich kann er sich nach außen artikulieren. Er kann sich entschuldigen, er kann Wiedergutmachungsversuche unternehmen und und und. Aber was ist mit seinem Gewissen? Ich will jetzt nicht das Wort Seele oder das Wort Geist ins Spiel bringen, aber vielleicht genügt ihm einfach die Resonanz nicht, die er von außen bekommt. Vielleicht braucht er mehr an Bestätigung. Ich könnte mir das auf jeden Fall gut vorstellen.

Klar ist die Eingruppierung der Kinder in (irgend)eine Religion willkürlich. Was für ein Modell hättest du denn parat? An nichts glauben, klar, warum auch nicht? Man kann auch so leben und das gar nicht schlecht. Es ist aber jetzt mal so bei uns, dass Kinder schon mit der Religion aufwachsen. Es ist auch in anderen Kulturen so. Und wenn du über diese Tatsache noch so zornig wirst!

Wir haben eben Worte (erfunden), wir Menschen. Wir haben Worte wie Liebe, Gott, Verzeihen, Krieg, Hass, Geduld, Temperament und und und.... Es sind Worte! Die gibt es nur bei den Menschen. Wir haben benamst, was wir ausdrücken wollen. Ein Tier tut das nicht, oder doch? Ein Tier tut z. B., was es tun muss oder will, und sagt nicht: Jetzt führe ich Krieg. Es streitet und behauptet sich eben. Ein Tier sagt auch nicht: Wie soll ich mit dieser Schuld weiterleben? Es ist ihm wurscht! Weißt du, was ich meine? Lass einmal das Wort Liebe fünfzig Mal auf deiner Zunge zergehen und frage dich nachher, was Liebe überhaupt ist. Was ist denn Liebe überhaupt? Was ist es? Ein Wort. Warum steht Liebe für Liebe? Warum eigentlich? So ist es mit allen Wörtern. So ist es auch mit Gott - Gott soll ja nicht für jemand Außenstehenden stehen - er soll ja in uns sein. Aber das wirst du ja wissen. Du bist ja ein kluger Mann. Oder verstehst du etwa doch nicht, was ich ausdrücken will?

Und - glaube nur ja nicht, dass ich dich bekehren will. Ich habe weder diesen noch einen anderen Ehrgeiz ;-). Ich verstehe nur deine Empörung nicht so ganz. Du kannst ja auch hergehen und dein Kind gleich einer anderen, einer x-beliebigen Religion zuordnen oder gar keiner, so lange es selbst keine Entscheidungen treffen kann. Was spricht dagegen? Wie wird das Kind das erleben? Kann es gut damit leben? Kinder werden erwachsen. Sie gehen ihren Weg. Sie befreien sich auch von Einflüssen wie Glauben oder Religion, wenn ihnen diese Begriffe nichts sagen und vor allem in der heutigen Zeit nichts nutzen, könnte ich mir vorstellen.

Ich persönlich bin mit unserer Religion und mit meinem Glauben zufrieden. Ich würde heute nie versuchen das jemandem aufzuzwingen. Dafür mangelt es mir an viel zu vielem und ich würde es auch gar nicht wollen. Ich nehme meinen Glauben, der sicher nicht so ausgeprägt ist wie der vieler anderer Mitmenschen, als eine Selbstverständlichkeit, weder als Last noch als Einschränkung noch als Bevormundung. Ich muss ja nicht glauben, wenn ich nicht will! Und ich denke, dass ich, was meinen Erziehungsauftrag betrifft, hier nicht gänzlich versagt habe.

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Beitragvon Starlight » 09.05.2009, 11:53

Hallo Ihr Lieben,

nun möchte ich mich hier auch mal zu Wort melden, da ich ja sozusagen erst eine christlich/kirchliche Veranstaltung hinter mir habe und alles noch frisch im Gedächtnis ist. Ich habe ja damit auch für meine Tochter entschieden, dass sie diesen Weg geht. Zumindest jetzt im Kindesalter. Ich habe entschieden dass sie getauft wurde, in der Schule Religionsunterricht bekommt und in Folge nun auch Ihre Kommunion bekam. Und das alles obwohl ich ja mit „Gott dem Herrn“ schon öfter auf Kriegsfuß stand und immer wieder mal stehe. Trotzdem will ich meiner Tochter diesen „Grundstein“ an Glauben mitgeben. Was sie später draus macht steht ihr völlig frei und ich bin auch nicht die Mama, die sie nun jeden Sonntag in die Kirche trimmt oder so. Auf Grund der Kommunion waren nun im letzten halben Jahr natürlich mehrere kirchliche Veranstaltungen bei denen die Kommunionskinder erwünscht waren, was ja auch verständlich ist und wir „alle“ mitgegangen sind auf diesem Weg. Ich denke jedoch, dass ich meinem Kind trotzdem keinen Glauben „aufzwinge“ sondern eher eine christliche Grundrichtung mitgebe, die auch vom „sozialen“ Verhalten eine positive Richtung gibt.

So, das war nun mein Wort zum Sonntag.

LG Starlight :t291:
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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 09.05.2009, 12:21

Liebe Donna,

das mit dem Bereuen, natürlich verstehe ich das. Für mich ist es allerdings nicht eine Frage des Gewissens, sondern eine Frage der Selbstakzeptanz. Das kommt nicht von außen, sondern findet in einem selbst statt. Es ist - für mich - die Frage, ob ich mich selbst mit ALL meinen Schattierungen und mit meinen Fehlern akzeptiere. Wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, dann brauche ich mich weder zu schämen, noch zu bedauern und schon gar nicht zu leiden.

Und die Tatsache, daß Kinder durch Religion und Religionsunterricht psychisch vergewaltigt werden können und manche dies auch so erleben und einen Knacks fürs Leben abbekommen, kann ich nicht ändern. Allerdings macht sie mich nicht zornig, sondern stimmt mich sehr traurig. Aber ich kann darauf hinweisen und andere Menschen dafür sensibilisieren. Ob sie meine Hinweise und Gedanken als Anregung begreifen und weiterdenken, ob sie sie überhaupt aufnehmen, das ist ihnen selbst überlassen.

Mensch und Tier im Zusammenhang mit Schuldfragen, mit Gut und Böse, auf Basis der fehlenden Worte oder Begrifflichkeiten zu unterscheiden ist mir nicht ganz geheuer. Assoziativ denke ich nur daran, wie Hunde (Beispiel: in Familien) ihre Familie, "ihr Rudel", wahrnehmen und sehr wohl z.B. unter einem schlechten Gewissen leiden können, sehr wohl sogar über emotionale Ausdrucksmöglichkeiten dafür verfügen. Ihre Vorstellungswelt kann zwar nicht in Worten ablaufen, aber sie können trotzdem sehr gut zwischen gut und böse unterscheiden. Warum? Weil "ihr Rudel" ihnen ein Wertesystem vermittelt. So wie WIR von der Gesellschaft ein Wertesystem vermittelt bekommen. Ohne Wertesystem gibt es nun mal kein Gut und Böse und auch keine Frage nach Schuld.

Mein Anliegen ist aber nicht, jemand anderes zu meinen Ansichten zu bekehren, und ich denke auch nicht, daß Du mich bekehren wölltest, das weiß ich ja, daß dem nicht so ist. Ich denke eben nur, daß wir das Denken nicht lassen sollten und auch über die Gefahren der religiösen Indoktrinationsmöglichkeiten nicht hinwegschielen dürfen - ich möchte Dich nur an fanatisierte Fundamentalisten jedweder Couleur erinnern... Daß es das im Christentum auch gegeben hat, ist noch nicht so viele Jahrhunderte her. Und ich bin mir sicher, daß es auch in Zukunft bei neuen Religionen immer wieder zu ähnlichen Auswüchsen kommen wird.

LG
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P.S. Liebe Starlight, meine Gedanken und Dein Beitrag haben sich überschnitten, wundre dich deshlab bitte nicht, daß ich nicht auf Deinen Beitrag eingegangen bin.
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toggle bis 12. Jan. 2012
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Beitragvon Starlight » 09.05.2009, 13:53

P.S. Liebe Starlight, meine Gedanken und Dein Beitrag haben sich überschnitten, wundre dich deshlab bitte nicht, daß ich nicht auf Deinen Beitrag eingegangen bin.


Scho gut, no problem.

LG Starlight :t291:
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Beitragvon Nobody » 09.05.2009, 20:00

Aloha

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen
Satire, Spott, Komödie, Sarkasmus, Ironie, Provokation,
Witz, Spaß, Schrägheit, Wahnsinn, Zynismus, Wahrheit...?

http://www.youtube.com/watch?v=C6D-sEV0 ... re=related

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen
Kleinbürgertum, Verlogenheit, Selbstbetrug, Spießbürgertum,
Bevormundung, Sicherheit, Versicherung, Leben...?

http://www.youtube.com/watch?v=WnYZVTKJcAQ

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen
Religion, Liebe, Sozial, Geist, Herz, Verstand, Glaube,
Denken, Hoffnung, Dimension, Exoterik, Reiki, Sitte, Esoterik...?

http://www.youtube.com/watch?v=mm-sbOH- ... re=related

Es liegt vielleicht weniger an den Unterschieden -
sondern wohl mehr in unserem Hirn und noch ein paar Faktoren?

@toggle
Deine Beiträge, zu diesem Thema bisher, könnte ich fast alle unterschreiben.
Was mir gut gefällt, ist, dass Du das "natürliche Denken"
(und wenn ich Dich richtig verstanden habe, meinst Du Nachdenken, Kritik haben dürfen/müssen und Hinterfragen...)
nicht mit einem Dogma "belegen" läßt.

@Donna
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann meinst Du, dass "Religion" zur Erziehung beiträgt und/oder wenigstens hilfreich ist?
Ich habe da andere Erfahrungen gemacht.
Zum Beispiel:
Einer meiner Religionslehrer (ein Pfarrer) vergab Ohrfeigen und mehr aus...
Die Mutter meiner Tirolerinfreundin, musste auf Holzscheiten Knien und die ganze Nacht hindurch um Verzeihung "beten", weil sie zu spät (mit 19 Jahren) von der Kirmes zurückgekommen war...
Insofern möchte ich den Beitrag von @toggle ergänzen, dass auch körperliche Schäden durch Religion verursacht wurden und werden.

Kürzlich hat mir ein Freund erzählt, der beruflich nach Japan mußte, dass er dort von dem Geschäftspartner zu einem besonderen "Essen" eingeladen wurde.
In ein sehr vornehmes und eines der besten Restaurants wurde er eingeladen.
Kurz -
dort haben sie von einem "lebenden" Tier (ich glaube es war eine Kuh/Rind) die
entsprechenden Fleischportionen herausgeschnitten. Diese in der Küche zubereitet und dann aufgetragen...
*das Tier ist dann irgendwann mal verblutet und zerstückelt zusammen gebrochen*
Sitte und/oder Religion?
Wo sie dann meinen Freund zum Nachtisch noch hingeführt haben?
Das erspare ich Dir, denn wer möchte schon...

@Starlight
Du hast Euer Kind auf die Erde gebracht. Hast es taufen lassen. Religionsunterricht. Kommunion.
Könnte es sein, dass DU letztlich DIR einen "Grundstein" gelegt hast?
Vielleicht durch Druck von Familie und und und...?

Mein Sohn hat seine Mutter und mich als Taufpaten. Klingt komisch, aber wir haben es damals wirklich durchgebracht.
Hintergrund für uns waren Erfahrungen, dass Taufpaten/in sich über den eigentlichen religiösen Sinn nie wirklich
bewußt sind. Die "Sitte/Sippe" schreibt es halt vor...
Und dann die Uhr zur Konfirmation...Ein Muß
Auf solches Theater haben wir verzichtet.

Sollte keine Kritik an Deine Erziehung sein - nur mal so zum Nachdenken. Oder auch nicht.


Mal eine komische Frage:
"Was ist eigentlich Intelligenz?"
Ein Professor oder Doktor mögen eine große Wissensintelligenz haben und doch sind sie evtl.
nicht in der Lage soziale (menschliche) Intelligenz zu haben.
Vielleicht gibt es verschiedene Intelligenz?
Was ich meine ist, dass z.B. ein Musiker eine andere Intelligenz hat als ein Arzt. Oder so
Also - was ist Intelligenz?

http://www.youtube.com/watch?v=4d1BhaG1 ... re=related


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Beitragvon La Donna mobile » 09.05.2009, 21:20

Ich habe nicht den Eindruck, dass du ganz verstehst, was ich zum Ausdruck bringen möchte, toggle. Sorry. Aber das ist auch nicht so wichtig. Ich habe eben meinen Standpunkt und du deinen. Da ist nichts dran zu rütteln.
Ich will nur kurz hierzu noch etwas ergänzen:

Mensch und Tier im Zusammenhang mit Schuldfragen, mit Gut und Böse, auf Basis der fehlenden Worte oder Begrifflichkeiten zu unterscheiden ist mir nicht ganz geheuer. Assoziativ denke ich nur daran, wie Hunde (Beispiel: in Familien) ihre Familie, "ihr Rudel", wahrnehmen und sehr wohl z.B. unter einem schlechten Gewissen leiden können, sehr wohl sogar über emotionale Ausdrucksmöglichkeiten dafür verfügen. Ihre Vorstellungswelt kann zwar nicht in Worten ablaufen, aber sie können trotzdem sehr gut zwischen gut und böse unterscheiden. Warum? Weil "ihr Rudel" ihnen ein Wertesystem vermittelt. So wie WIR von der Gesellschaft ein Wertesystem vermittelt bekommen. Ohne Wertesystem gibt es nun mal kein Gut und Böse und auch keine Frage nach Schuld.

Nur der Mensch macht gut zu gut und böse zu böse. Ein Tier weiß nicht, ob und dass gut gut ist und böse böse. Ein Tier reagiert, der Mensch überlegt, wie er reagieren soll. Der Mensch setzt Maßstäbe, Unterscheidungen, er kategorisiert und er beurteilt, und zwar mit Gedanken und letztendlich auch mit Worten. Dein Beispiel von den Hunden (zurückzuführen auf die Wölfe) ist instinktbedingt. Das Wertesystem, nach dem sie leben, wird nicht durch den Verstand geschaffen. Diese Vergleiche dürfen dir getrost geheuer sein. Was ist daran anrüchig oder anstößig?

Egal - sei's drum -

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Nobody, wenn du schlechte Erfahrungen mit Religionslehrern machen musstest und andere Leute auch noch, so ist das sicher nicht die Regel. Du bist aber jetzt alt genug, dass die Wunden, die man dir geschlagen hat, verheilt sein dürften und ich habe auch nicht den Eindruck, dass du für den Rest deines Lebens dadurch geschädigt bist. Ich kann beim besten Willen von mir und meiner näheren Umgebung nicht behaupten. dass irgend jemand speziell von diesen Lehrkörpern geplagt wurde. Im Gegenteil, ich entsinne mich noch sehr gut an den Pfarrer, der mich konfirmiert hat. Er war nicht mehr jung und er war ein ruhiger, friedlicher Mann, den wir auch in der Konfirmandenfreizeit so kennen lernen durften. Meine Enkelin hat nie etwas Negatives über Ihren Pfarrer erzählt, im Gegenteil, und sie ist ein blitzgescheites, kritisches Mädel, das sich nicht täuschen lässt.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Schaden überall angerichtet werden kann und wen es trifft, der sieht darin sicher sein ganz persönliches (und ganz sicher nicht gottgegebenes) Schicksal. Ich möchte auch nichts verniedlichen, aber um auf die Religion zurückzukommen, so vermisse ich immer noch toggles Modell (das ohne Religion). Gut, sie muss nicht sein und ich, Tiger, sehe in ihr keine erweiterte Erziehung. Erziehung findet im Elternhaus statt. Lehrer, Ausbilder und der Rest der Gesellschaft, leisten nur ergänzende Arbeit. So viel muss klar sein.
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Starlight und ich, wir sind halt ganz normale, um nicht zu sagen stinknormale Mütter bzw. Elternteile, die nach althergebrachten Riten fungieren. Jetzt seid ihr beide schon zu alt, aber versucht einmal ein Kind nicht am Religionsunterricht teilnehmen zu lassen. Es geht, weil dann ein anderes Fach belegt wird. Ich bin mir nicht sicher, wobei ein Kind sich wohler fühlt - ob nun in der Gruppe mit seinen sonstigen Freunden oder abseits. Sei's auch hier drum - mir ist das zu aufwändig zu verklamüsern.
Ihr beide lebt ja bestens so, wie es ist und euren Kindern habt ihr ja auch den richtigen Weg gewiesen.

In diesem Sinne gedenkt auch morgen am Muttertag der Mütter eurer Kinder!
Denn nur weil der liebe Gott die viele Arbeit nicht alleine machen konnte, hat er die Mütter erschaffen!

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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 10.05.2009, 00:52

@Donna: Was ein Glück, daß ich nicht normal bin :-) !
Und: Ich hab kein Modell, Du wirst es also weiterhin vermissen.
Ich hab nur meine Meinung, und die gilt nicht für Dich, sondern für mich.
Du hast Deine, zu Recht. Und das ist so in Ordnung.

@Nobody: Du liegst vollkommen richtig im Hinblick auf das natürliche Denken! Und was andere Völker und andere Sitten wie andere Wertesysteme angeht, erinnere ich mich gut an einen Artikel in der FAZ, in dem beschrieben wurde, wie in einem asiatischen Land ein besonderes Mahl zelebriert wurde: Ein Tisch mit einem nicht ganz tellergroßen Loch in der Mitte und einem Gestell darunter wurde hereingetragen. Ein Affe saß in dem Gestell, seine Schädeldecke ragte einige Zentimeter aus der Tischeplatte heraus. Empfindliche Gemüter überlesen den Rest und springen ohne zu blinzeln zum nächsten Ansatz. Nach dem Platznehmen der Gäste griff sich der Ober ein Schlagmesser, schlug dem Affen die obere Hirnschale weg, und die Festmahlgäste stürzten sich mit besonderem langstieligen Besteck auf das frische Hirn des Affen, das sie mit großem Genuß und Geschmatze direkt aus der geöffneten Schädelhöhle in der Tischmitte löffelten. Nun, der Affe hatte einen schnellen und vermutlich auch schmerzarmen Tod, der jedenfalls angenehmer und nicht so qualvoll wie der des lebend zerlegten Tieres in Deiner Beschreibung war. Im Mittelalter galt es auch hierzulande als ganz besonders hochwertige Delikatess-Zubereitungsart, wenn man eine Gans bei lebendigem Leibe garte, indem man sie solange am Feuers auf dem Herd hin und her watscheln, leiden und nicht entkommen ließ, bis sie schließlich überhitzt kollabierte, dann ließ man sie weiter direkt am Feuer liegen, ohne sie zu versengen. Heute nennt man das die 80-Grad-Garmethode, ein Vorgang, bei dem das Fleisch extrem saftig und zart bleibt (ich liebe diese Methode, der Fleischgenuß ist einfach unübertrefflich). Mit dem Unterschied zur lebend gegarten Gans, daß man heute das Fleisch kauft und mit dem Morden und Metzeln der Tiere in aller Regel nichts zu tun hat, nicht einmal darüber nachdenkt. Mahlzeit und guten Appetit.

Also, Religion, ich denke, es spricht schon einiges dafür, über ein stinknormales Maß hinaus darüber nachzudenken, ob an der Aussage, Religionsunterricht ist Betrug, nicht doch mehr als nur ein Splitter, sondern ein ganzer Balken Wahrheit ist. Daß viele von uns das nicht gewohnt sind, das war mir bereits klar, als ich diese provokante Headline hier zitierte und den Artikel verlinkte. Ich sag dazu jetzt nur noch eins: Im Mittelalter war es normal, Diebe oder andere, die sich erwischen ließen, mit einer Schlinge, um den Hals zugezogen, aufzuhängen, bis sie sich durch Sauerstoffmangel vom Leben zum Tode gezappelt hatten, wenn man mal vom Handabhacken absieht. Hoppla - leben wir in einigen Staaten der Weltgesellschaft etwa immer noch im Mittelalter? Sieht beinahe so aus, oder? Steinigen? Normal? Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrennen? Normal? Letzteres mit dem Segen oder auf Aufforderung der Religionslehrer (wenns keine Hexe ist, dann sorgt Gott schon dafür, daß sie nicht brennt...!). Normal? Na, gut daß -> siehe Zeile 1, *grins*. Halt, wir sind hoch gar nicht beim Betrug angekommen, also kriegt Euch wieder ein! Das zeigt ja alles nur, daß wir Menschen ein ganz ausgeklügeltes Wertesystem haben, was sich ständig verändert. Was gestern noch gut war (Hexe verbrennen), ist heute schlecht. Wenn gestern der Papst sagte, alle Heiden sind umzubringen, denn sie sind keine Menschen, sondern Inkarnationen des Teufels, nimmt er heute Andersgläubige bereits gegen ihren Willen in den Schoß der Mutter Kirche auf. Wenn der Gott der Juden dem jüdischen Volke durch die Propheten verkünden ließ, es solle seine Feinde samt und sonders ausrotten, mit der Schärfe des Schwertes schlagen, nicht schonen Weib, Kind und Greis, und das böse Volk schonte einige der Frauen und nahm sie sich gar zu ihrem Vergnügen mit, dann war Jahwe sauer! Rumvögeln statt abstechen? Nix da! Und er ließ seine Propheten verkünden, daß er es dem Judenvolk schon heimzahlen würde! Was er dann auch tat. Irgendwie kommen mir solche Bibelstellen des alten Testaments vor, wie der gottbefohlene Holocaust! Naja, das Christentum fußt schließlich auch auf dem alten Testament. Ich glaube, viele haben diese Stellen zwar im Religionsunterricht durchgenommen - ich habe sie jedenfalls vorgekaut bekommen - und mit Sicherheit hat dann der Unterrichtende darauf hingewiesen, daß das Volk eben besser hätte gehorchen sollen - habe ich jedenfalls im Religionsunterricht gelernt - aber die wenigsten - mich eingeschlossen - haben begriffen, WAS da göttlicherseits befohlen wurde, WAS für eine Art Gott das war. Und der hat dann eine tolle Wandlung durchgemacht: Halte die zweite Backe hin, wenn du auf die erste geschlagen wirst, halt still und laß dich lieber schlagen, am besten gleich ganz totschlagen, dann fühlst du dich gut, denn gleich, wenn du das Bewußtsein verlierst, bist du im Paradies! Ob das die heimliche Triebkraft derer ist, die ihren Glauben verloren haben und ins Sadomasostudio gehen? Jedenfalls zum Betrugsthema zurück, in meinem Kommunionunterricht lernte wir noch, daß der Kreuzritter, der kämpfte, bis er aus vielen Wunden verblutete, ein besonders guter Mensch war, wenn er vor seinem Tode möglichst viele Heiden getötet hatte: Dann kam er sofort in den Himmel! Und die getöteten Heiden gleich in die Hölle, denn die hatten ja nicht an den lieben Gott geglaubt, den der gute Kreuzritter vor ihnen schützen mußte! Hä? Das glaubt Ihr nicht? Das dürft Ihr ruhig glauben! Ich habs im Kommunionunterricht gelernt! Oder sollte ich da etwa betrogen worden sein, und das, was der Kreuzritter da gemacht hat, wäre nicht richtig gewesen? Das kann nicht sein, denn der Pfarrer hat das gesagt, daß das von dem Ritter gut war, und der Pfarrer ist doch so eine Art Vertreter vom lieben Gott, und das ist doch ganz normal, daß man den lieben Gott vor den bösen Menschen schützen muß! Wenn die so böse sind, dann darf man nicht nur, dann muß man die sogar schlachten, die wollen das gar nicht anders, und wenn die den lieben Gott nicht angreifen würden, dann müßte man den gar nicht verteidigen, und dann könnte man gar nicht für ihn sterben, und dann käme man gar nicht so schnell in den Himmel! Kein Betrug, gell?! Nein, da gebe ich Euch recht, das ist weit schlimmer. Aber normal!

Eine Lachnummer - wenns nicht so traurig wäre.

Abgesehen davon ist es einfach nur traurig, daß Religionen wie auch die Kritik daran immer für irgendeinen Zweck umfunktionalisiert werden. Aber auch da hilft uns die Sprache weiter: Der Zweck heiligt schließlich die Mittel.

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P.S.: Was ich eigentlich sagen wollte: Ich finde es gut, wenn man nicht aufhört, die eigene Normalität immer wieder zu hinterfragen. Und ich finde es nicht gut, Normalität als Gütesiegel anzusehen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, die Ihr aber weder lesend aufnehmen noch sonst zur Kenntnis und schon gar nicht für Eure eigene nehmen müßt.

Will jemand Streit mit mir? - Dann soll er mit mir vor die Tür des Forums gehen. Hier streite ich nicht. *grins*
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