ich möchte euch gar nicht groß erzählen, warum es wieder passiert in meinem leben, es läuft auf alle fälle wieder und ich erlebe wieder die dinge, die dieses leben spannend machen :t063:
so traf ich kürzlich auf einer skitour einen verirrten pfarrer im wald (in zivil natürlich und auf skiern) und da er nicht so recht wusste wohin, habe ich ihm den weg zum gipfel gezeigt und wir hatten ein sensationelles gespräch (noch nie habe ich mit einem "profi" so offen und produktiv über amtsreligion und meine persönliche "religion" unterhalten können).
natürlich stehen wir jetzt in email-kontakt und ich möchte euch, liebe christen, ein paar sätze von ihm zu lesen geben, die mich noch ein gutes stück mehr mit der katholischen kirche versöhnt haben.
z.b. zu der art, wie die menschen glauben, d.h. beten, regeln befolgen etc.
Es gibt aber noch eine andere (und m.E. wichtigere) Weise des Glaubens, nämlich indem ich konkrete Taten des Glaubens tue: Aus mir selbst herausgehen, für andere da sein, versuchen, sie zu verstehen, verzeihen, bei Rückschlägen nicht resignieren, sondern weiterhin zu versuchen, mit ganzer Kraft zu lieben…
oder zu meinem frontalangriff auf das persönliche gottesbild der christen:
Ich möchte damit nicht ausdrücken, dass es keinen „persönlichen Gott“ gibt. Das einzige Problem, das ich damit habe, ist, dass „er“ sich anders anfühlt und – logisch mit dem Verstand argumentiert – es einfach nicht möglich ist, „Gott“ zu beschränken, ihn auf etwas „Persönliches“ zu reduzieren. Ebenso wie es nicht möglich ist, ihn auf die unpersönliche, buddhistische Sichtweise zu reduzieren.
Es ist gewiss eine Gefahr, dass man, wenn man von Gott spricht, wie wir Christen das tun, das Bewusstsein für seine Unbegreiflichkeit verliert. Die frühen Theologen waren sich dieser Gefahr durchaus bewusst: Als Irrlehrer auftraten, die die christliche Lehre verfälschten, waren sie selber gezwungen, nach Worten dafür zu suchen, was eigentlich unser Glaube ist. Ich zitiere dir hier einen Ausspruch eines frühen Theologen:
Durch die böswilligen Lehren der lästernden Häretiker werden wir gezwungen zu tun, was unerlaubt, zu ersteigen, was übersteil, auszusprechen, was unsäglich, uns zu erdreisten, wo es verwehrt ist. Denn obschon man nur im Glauben die Anweisungen erfüllen sollte: den Vater anbeten, mit ihm zusammen den Sohn verehren, des Heiligen Geistes überströmend reich sein, so zwingt man uns doch, unsere ohnmächtige Sprache bis zum Unsagbaren hin sich erstrecken zu lassen; durch fremde Übergriffe werden wir selbst zum Übergriff gedrängt, so dass, was in der gläubigen Innigkeit des Herzens verborgen bleiben sollte, nun der Gefährdung menschlicher Rede ausgesetzt wird. (Hilarius v. Poitiers, De Trinitate II, 2)
Ich glaube übrigens nicht, dass man im Gottesverhältnis Jesu eine Beschränkung der Unbegreiflichkeit Gottes erkennen kann; er ist für mich tatsächlich der Weg zum Vater. Zunächst natürlich nur ein Weg, aber eben doch ein Weg – und wenn sich durch Betrachtung weiterer Religionen die Sichtweise weitet, dann sollte das doch einen Zugewinn bringen. Leider habe ich bei pluralistisch eingestellten Menschen (von dir kann ich das nicht sagen; dazu kenne ich dich noch zu wenig) oft den Eindruck, dass sich die intensive Gottesbeziehung, die wir durch Jesus haben können, lockert und einem subjektivistischen Relativismus weicht.
na, ist das nichts? ich persönlich bin begeistert, auch wenn ich mit der christlichen terminologie nie meinen frieden machen werde können, die art und weise, wie er das leben des christlichen glaubens propagiert sollte doch für jeden (nicht nur für christen) ein wegweiser sein...
der narr
