mal was christliches...




In diesem Forum können auch Gäste schreiben, Beiträge nach dem Absenden aber weder bearbeiten noch löschen. Wir behalten uns vor, alles, was nicht dem Forumgedanken entspricht oder ungesetzliche oder den guten Sitten widersprechende Gedanken oder Spam enthält, zu moderieren, zu editieren oder zu löschen.<br><br>Als Mitglied schreibe hier bitte ausschließlich nach dem Login, um Fakes grundsätzlich zu vermeiden.

mal was christliches...

Beitragvon der narr » 26.03.2008, 14:58

hallo ihr lieben,

ich möchte euch gar nicht groß erzählen, warum es wieder passiert in meinem leben, es läuft auf alle fälle wieder und ich erlebe wieder die dinge, die dieses leben spannend machen :t063:
so traf ich kürzlich auf einer skitour einen verirrten pfarrer im wald (in zivil natürlich und auf skiern) und da er nicht so recht wusste wohin, habe ich ihm den weg zum gipfel gezeigt und wir hatten ein sensationelles gespräch (noch nie habe ich mit einem "profi" so offen und produktiv über amtsreligion und meine persönliche "religion" unterhalten können).
natürlich stehen wir jetzt in email-kontakt und ich möchte euch, liebe christen, ein paar sätze von ihm zu lesen geben, die mich noch ein gutes stück mehr mit der katholischen kirche versöhnt haben.

z.b. zu der art, wie die menschen glauben, d.h. beten, regeln befolgen etc.
Es gibt aber noch eine andere (und m.E. wichtigere) Weise des Glaubens, nämlich indem ich konkrete Taten des Glaubens tue: Aus mir selbst herausgehen, für andere da sein, versuchen, sie zu verstehen, verzeihen, bei Rückschlägen nicht resignieren, sondern weiterhin zu versuchen, mit ganzer Kraft zu lieben…


oder zu meinem frontalangriff auf das persönliche gottesbild der christen:
Ich möchte damit nicht ausdrücken, dass es keinen „persönlichen Gott“ gibt. Das einzige Problem, das ich damit habe, ist, dass „er“ sich anders anfühlt und – logisch mit dem Verstand argumentiert – es einfach nicht möglich ist, „Gott“ zu beschränken, ihn auf etwas „Persönliches“ zu reduzieren. Ebenso wie es nicht möglich ist, ihn auf die unpersönliche, buddhistische Sichtweise zu reduzieren.

Es ist gewiss eine Gefahr, dass man, wenn man von Gott spricht, wie wir Christen das tun, das Bewusstsein für seine Unbegreiflichkeit verliert. Die frühen Theologen waren sich dieser Gefahr durchaus bewusst: Als Irrlehrer auftraten, die die christliche Lehre verfälschten, waren sie selber gezwungen, nach Worten dafür zu suchen, was eigentlich unser Glaube ist. Ich zitiere dir hier einen Ausspruch eines frühen Theologen:

Durch die böswilligen Lehren der lästernden Häretiker werden wir gezwungen zu tun, was unerlaubt, zu ersteigen, was übersteil, auszusprechen, was unsäglich, uns zu erdreisten, wo es verwehrt ist. Denn obschon man nur im Glauben die Anweisungen erfüllen sollte: den Vater anbeten, mit ihm zusammen den Sohn verehren, des Heiligen Geistes überströmend reich sein, so zwingt man uns doch, unsere ohnmächtige Sprache bis zum Unsagbaren hin sich erstrecken zu lassen; durch fremde Übergriffe werden wir selbst zum Übergriff gedrängt, so dass, was in der gläubigen Innigkeit des Herzens verborgen bleiben sollte, nun der Gefährdung menschlicher Rede ausgesetzt wird. (Hilarius v. Poitiers, De Trinitate II, 2)

Ich glaube übrigens nicht, dass man im Gottesverhältnis Jesu eine Beschränkung der Unbegreiflichkeit Gottes erkennen kann; er ist für mich tatsächlich der Weg zum Vater. Zunächst natürlich nur ein Weg, aber eben doch ein Weg – und wenn sich durch Betrachtung weiterer Religionen die Sichtweise weitet, dann sollte das doch einen Zugewinn bringen. Leider habe ich bei pluralistisch eingestellten Menschen (von dir kann ich das nicht sagen; dazu kenne ich dich noch zu wenig) oft den Eindruck, dass sich die intensive Gottesbeziehung, die wir durch Jesus haben können, lockert und einem subjektivistischen Relativismus weicht.


na, ist das nichts? ich persönlich bin begeistert, auch wenn ich mit der christlichen terminologie nie meinen frieden machen werde können, die art und weise, wie er das leben des christlichen glaubens propagiert sollte doch für jeden (nicht nur für christen) ein wegweiser sein...

der narr
es lebe des narren freiheit!
der narr
Hauptredner
 
Beiträge: 133
Registriert: 14.12.2007, 22:20

von Anzeige » 26.03.2008, 14:58

Anzeige
 

Häresie bei Wikip3edia

Beitragvon Gast » 28.03.2008, 14:48

Hallo Narr,
ich hatte gehofft, dass Du im Zusammenhang mit Deinem christlichen Beitrag Reaktionen aus der PPE bekommen würdest, weil ich selbst mit Deinem Beitrag nicht so recht "auf die grüne Seite " kam. Heute morgen erinnerte ich, dass ich ja, wenn ich irgendetwas genauer wissen möchte, bei Wikipedia nachschauen kann. Diese Erläuterung liefert Wikipedia:


Als Häresie (von griechisch αἵρεσις, haíresis „Wahl, Auswahl“) oder Heterodoxie wird in christlichen Kirchen eine Lehre bezeichnet, die im Widerspruch zur kirchlichen Lehre steht, und die mit dem Anspruch vertreten wird, die eigentliche Wahrheit des christlichen Glaubens zu sein. Häresie und Heterodoxie (Andersgläubigkeit) stehen immer im Gegensatz zu Orthodoxie (Rechtgläubigkeit). Von daher kann eine Lehre prinzipiell nur von ihren „orthodoxen“ Gegnern als häretisch bezeichnet werden, nicht von einem objektiven Standpunkt aus.

Die Bezeichnung findet sich auch in den orthodoxen Kirchen, protestantischen bzw. evangelischen Kirchen und im Judentum. Das Konzept gibt es darüber hinaus im Islam und in einigen anderen Religionen (siehe unten).

Evangelische und katholische Theologie sind sich heute einig, dass es sich bei Häresien in der Regel um zu einseitig formulierte Glaubensinhalte oder die isolierte Behauptung von Glaubensinhalten handelt. Von daher sind Häresien rückblickend oft ein Teil der christlichen Wahrheitserkenntnis, die später in korrigierter Form als Zeugnis christlicher Wahrheit anerkannt werden können.

Die Ausführungen von Deinem neuen Pfarrer-Bekannten waren für mich schwer zu verstehen.
Das erste Zitat leuchtete mir sofort helle ein:

"Es gibt aber noch eine andere (und m.E. wichtigere) Weise des Glaubens, nämlich indem ich konkrete Taten des Glaubens tue: Aus mir selbst herausgehen, für andere da sein, versuchen, sie zu verstehen, verzeihen, bei Rückschlägen nicht resignieren, sondern weiterhin zu versuchen, mit ganzer Kraft zu lieben...."

Deine dann folgenden Gedanken zum persönlichen Gottesbild waren für mich schwer verständlich. Ich denke, dass jeder von uns seine ureigene Auffassung vom Glauben hat. Diese Auffassung hat mit Sicherheit auch mit der religiösen Erziehung
zu tun. Du schreibst, dass dieser neu gewonnene Kontakt Dich begeistert.

Auch für mich ist immer ausschlaggebend, wie es in dem ersten Zitat Dein Pfarrer sagt, inwieweit es mir gelingt, im Glauben mit anderen Menschen und mit der Natur ganz praktisch zu leben.

Soviel erst einmal von mir,
Coco

PS: Als eingeborene Ostfriesin bin ich natürlich relativ frei im evangelischen Glauben herangewachsen. Jetzt habe ich vor 19 Jahren in einen erzkatholischen Hof eingeheheiratet und lebe hier im Bistum Hildesheim, das aber auch für ca 50% Andersgläubige Platz gelassen hat.
Mein Glauben ist im Laufe der Dauer meiner Krankheit grundlegend geworden und wächst auch hier im Forum stückweise immer wieder fernab jeder Religion.

:t227:
Gast
 

Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 30.03.2008, 11:23

Hallo lieber Narr,

mein Wort zum Sonntag (der auch hier ein wunderbarer sonnentag ist): Dieser Mensch, den Du getroffen hast, hat vermutlich seine Aufgabe für sein Leben gefunden, mir will scheinen, daß er das, an was er glaubt, auch lebt. Ich vermute allerdings, es geht ihm dabei nicht anders, als den meisten, die für sich fühlen, sich auf dem für sie richtigen Weg zu befinden: Man kommt niemals ans Ziel, sondern muß seinen Weg immer weiter gehen und immer wieder neu finden. Die Suche hört niemals auf, man muß sich stets aufs Neue nach der Erkenntnis strecken. Ob das nun ein katholischer Priester ist oder ein Atheist, das ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, daß er mit der Suche nach Wahrheit, Klarheit, Sinngebung, Ursprung nicht locker läßt, auch wenn er meint, er habe die für sich passende Lösung gefunden...

Liebe Grüße
toggle
Benutzeravatar
toggle bis 12. Jan. 2012
Administrator
 
Beiträge: 2135
Registriert: 10.12.2007, 13:55

Beitragvon der narr » 08.04.2008, 12:03

...und nicht zu vergessen, dass die "passende lösung" mit dem leben fließt, niemals statisch ist und sich verändert, wenn man sich weiter bewegt, bzw. sich weiter treiben lässt...
:t020:
es lebe des narren freiheit!
der narr
Hauptredner
 
Beiträge: 133
Registriert: 14.12.2007, 22:20

Beitragvon der narr » 08.04.2008, 12:32

@coco

Evangelische und katholische Theologie sind sich heute einig, dass es sich bei Häresien in der Regel um zu einseitig formulierte Glaubensinhalte oder die isolierte Behauptung von Glaubensinhalten handelt. Von daher sind Häresien rückblickend oft ein Teil der christlichen Wahrheitserkenntnis, die später in korrigierter Form als Zeugnis christlicher Wahrheit anerkannt werden können.

also erstens: wenn sich "theologien" (oder theologen) schon mal "einig" sind, dann ist die religion längst zum fenster raus.
zweitens: "glaubensinhalte" ist für mich ein wort, wie es paradoxer nicht sein kann. ein begriff von und für menschen, die regeln aufstellen und diese in ermangelung eigener erfahrungen auch brauchen.
drittens: "christliche wahrheitserkenntnis" gibt es ebenfalls nicht, bzw. hat nichts mit wirklicher erkenntnis zu tun. erkennen kann "es" der einzelne mensch für sich selbst. das in formulierungen zu packen, um es anderen mitzuteilen ist schlicht und ergreifend nicht möglich.
"gott" lässt sich nicht festnageln (jesus schon, aber der ist ja auch ein mensch :wink: - wenn auch ein "erleuchteter"...)

vielleicht hast du mich falsch verstanden, darum sag ich es dir noch einmal klar und deutlich: ich bin weit, weit weg von jeder religionszugehörigkeit und noch weiter davon entfernt, jemals wieder irgendeiner kirche beizutreten!
ich finde es einfach schön und spannend, dass es "sogar" in der katholischen kirche menschen (in diesem fall sogar einen "profi") gibt, die es schaffen, ihre persönlichen erfahrungen zu leben und diese mit dem amts-glauben in einklang zu bringen versuchen - was ich persönlich natürlich für völlig überflüssige energieverschwendung halte...

ich hatte letzte woche wieder mal das vergnügen, "gott zu treffen" und brauch den ganzen zirkus nicht mehr...

alles liebe,

der narr
es lebe des narren freiheit!
der narr
Hauptredner
 
Beiträge: 133
Registriert: 14.12.2007, 22:20

Beitragvon Harlekin » 08.04.2008, 15:22

Der Narr schrieb:
ich hatte letzte woche wieder mal das vergnügen, "gott zu treffen" und brauch den ganzen zirkus nicht mehr...
alles liebe,
der narr


COOL....... ich BEGEGNE *"DEM*" (nenn es wie du willst!!!) TÄGLICH - aber "ICH" brauch den ZIRKUS (welchen auch immer) schon, denn ich "BIN "Mitten-"DRIN" :wink:

Immer schön locker bleiben,
das schreibt nun nicht der Narr sondern Harlekin
- und DA,
sind schon vom Namen her,
vielleicht Unterschiede aber auch Parallelen DRIN
*** STERNE lassen sich nur ungesattelt reiten!!! ***
Benutzeravatar
Harlekin
Präsidialsprecher
 
Beiträge: 319
Registriert: 14.12.2007, 21:51

Beitragvon Meer » 09.04.2008, 07:38

der narr hat geschrieben:
"gott" lässt sich nicht festnageln (jesus schon, aber der ist ja auch ein mensch :wink: - wenn auch ein "erleuchteter"...)


Und genau das sollte uns zu denken geben und nachfühlen lassen, welche Botschaft Jesus, der Christ-Mensch uns damit übermittelt hat.

lieben Gruß Meer
Benutzeravatar
Meer
Präsidialsprecher
 
Beiträge: 455
Registriert: 14.12.2007, 22:21

Beitragvon der narr » 09.04.2008, 09:12

@harlekin
COOL....... ich BEGEGNE *"DEM*" (nenn es wie du willst!!!) TÄGLICH - aber "ICH" brauch den ZIRKUS (welchen auch immer) schon, denn ich "BIN "Mitten-"DRIN"

ich meinte den "amtsreligiösen zirkus" und den dürftest du ja wohl auch nicht mehr brauchen. wozu sich an worten, regeln, vorschriften festhalten, wenn "es" sich doch ganz anders anfühlt?

@meer
welche Botschaft Jesus, der Christ-Mensch uns damit übermittelt hat.

die botschaft hat wohl jeder schon mal gehört, der glaube allein (so er nicht ganz fehlt) reicht aber offensichtlich nicht aus, um sich an ihm ein beispiel zu nehmen, bzw. es zumindest zu versuchen...
es lebe des narren freiheit!
der narr
Hauptredner
 
Beiträge: 133
Registriert: 14.12.2007, 22:20

Beitragvon Meer » 09.04.2008, 13:03

@meer
welche Botschaft Jesus, der Christ-Mensch uns damit übermittelt hat.

die botschaft hat wohl jeder schon mal gehört, der glaube allein (so er nicht ganz fehlt) reicht aber offensichtlich nicht aus, um sich an ihm ein beispiel zu nehmen, bzw. es zumindest zu versuchen...

Stimmt!

Deswegen bist du ja auch jemanden begegnet, der dir mehr davon erzählt und es evtl. auch so lebt.
Wahrer Glaube entfaltet sich eh aus dem eigenen Herzen (Liebeszentrum) und das allein würde als Richtlinie reichen.

LG Meer
Benutzeravatar
Meer
Präsidialsprecher
 
Beiträge: 455
Registriert: 14.12.2007, 22:21

Religionen?

Beitragvon Nobody » 09.04.2008, 18:55

Aloha

Was mir bei dem Dialog hier durch den Kopf geht ist,
warum sich die Menschen Religionen "ge- oder erschaffen" haben und noch dabei sind zu erschaffen?

Göttin, Gott, Universum oder was auch immer,
sind vielleicht nur Erklärungsversuche der Menschen um Unerklärliches
zu "verstehen, anzunehmen oder zu beGreifen"?

Seit einiger Zeit bin ich sehr am Zweifeln hinsichtlich "Religionen" und doch erwische ich mich dabei, dass ich zuweilen bete (nicht nur in schwierigen Zeiten).
Auch Danke. Quasi mich Bedanke...

Was ist ein Christ?

@Narr
Du hast eingangs Deines Beitrages lediglich die Christen angesprochen.
Würden Christen nicht ALLE ansprechen, da sie ALLE LIEBEN??
Ich bin nicht in der Kirche und ob ich Christ bin weiß ich nicht.


Lediglich meine spontanen inneren (was ist innen?) Gedanken hierzu und ohne wen verletzen zu wollen und missverstanden zu werden.


Von Herzen
Nobody


PS
Das beeindruckt mich allerdings schon...
http://www.youtube.com/watch?v=dAkSGhj7Il0
Nobody
Präsidialsprecher
 
Beiträge: 497
Registriert: 17.01.2008, 19:47

Nächste

Zurück zu Offenes Kommunikationsforum

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron