26.03.2008, 14:58
Es gibt aber noch eine andere (und m.E. wichtigere) Weise des Glaubens, nämlich indem ich konkrete Taten des Glaubens tue: Aus mir selbst herausgehen, für andere da sein, versuchen, sie zu verstehen, verzeihen, bei Rückschlägen nicht resignieren, sondern weiterhin zu versuchen, mit ganzer Kraft zu lieben…
Es ist gewiss eine Gefahr, dass man, wenn man von Gott spricht, wie wir Christen das tun, das Bewusstsein für seine Unbegreiflichkeit verliert. Die frühen Theologen waren sich dieser Gefahr durchaus bewusst: Als Irrlehrer auftraten, die die christliche Lehre verfälschten, waren sie selber gezwungen, nach Worten dafür zu suchen, was eigentlich unser Glaube ist. Ich zitiere dir hier einen Ausspruch eines frühen Theologen:
Durch die böswilligen Lehren der lästernden Häretiker werden wir gezwungen zu tun, was unerlaubt, zu ersteigen, was übersteil, auszusprechen, was unsäglich, uns zu erdreisten, wo es verwehrt ist. Denn obschon man nur im Glauben die Anweisungen erfüllen sollte: den Vater anbeten, mit ihm zusammen den Sohn verehren, des Heiligen Geistes überströmend reich sein, so zwingt man uns doch, unsere ohnmächtige Sprache bis zum Unsagbaren hin sich erstrecken zu lassen; durch fremde Übergriffe werden wir selbst zum Übergriff gedrängt, so dass, was in der gläubigen Innigkeit des Herzens verborgen bleiben sollte, nun der Gefährdung menschlicher Rede ausgesetzt wird. (Hilarius v. Poitiers, De Trinitate II, 2)
Ich glaube übrigens nicht, dass man im Gottesverhältnis Jesu eine Beschränkung der Unbegreiflichkeit Gottes erkennen kann; er ist für mich tatsächlich der Weg zum Vater. Zunächst natürlich nur ein Weg, aber eben doch ein Weg – und wenn sich durch Betrachtung weiterer Religionen die Sichtweise weitet, dann sollte das doch einen Zugewinn bringen. Leider habe ich bei pluralistisch eingestellten Menschen (von dir kann ich das nicht sagen; dazu kenne ich dich noch zu wenig) oft den Eindruck, dass sich die intensive Gottesbeziehung, die wir durch Jesus haben können, lockert und einem subjektivistischen Relativismus weicht.
26.03.2008, 14:58
28.03.2008, 14:48
30.03.2008, 11:23
08.04.2008, 12:03
08.04.2008, 12:32
Evangelische und katholische Theologie sind sich heute einig, dass es sich bei Häresien in der Regel um zu einseitig formulierte Glaubensinhalte oder die isolierte Behauptung von Glaubensinhalten handelt. Von daher sind Häresien rückblickend oft ein Teil der christlichen Wahrheitserkenntnis, die später in korrigierter Form als Zeugnis christlicher Wahrheit anerkannt werden können.
08.04.2008, 15:22
ich hatte letzte woche wieder mal das vergnügen, "gott zu treffen" und brauch den ganzen zirkus nicht mehr...
alles liebe,
der narr
09.04.2008, 07:38
der narr hat geschrieben:
"gott" lässt sich nicht festnageln (jesus schon, aber der ist ja auch ein mensch- wenn auch ein "erleuchteter"...)
09.04.2008, 09:12
COOL....... ich BEGEGNE *"DEM*" (nenn es wie du willst!!!) TÄGLICH - aber "ICH" brauch den ZIRKUS (welchen auch immer) schon, denn ich "BIN "Mitten-"DRIN"
welche Botschaft Jesus, der Christ-Mensch uns damit übermittelt hat.
09.04.2008, 13:03
@meerwelche Botschaft Jesus, der Christ-Mensch uns damit übermittelt hat.
die botschaft hat wohl jeder schon mal gehört, der glaube allein (so er nicht ganz fehlt) reicht aber offensichtlich nicht aus, um sich an ihm ein beispiel zu nehmen, bzw. es zumindest zu versuchen...
09.04.2008, 18:55
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