Körperwelten




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Beitragvon Starlight » 10.01.2009, 12:47

Hallo,

so, nun hat es doch mal wieder geschafft. Und die "Leichenschau" wird wieder in Heidelberg gezeigt.

http://www.welt.de/wissenschaft/article ... rueck.html

Mit gefällt das überhaupt nicht. Mich schüttelt es schon, wenn ich nur davon lese. Ich finde es nur entsetzlich.

LG Starlight :t291:
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von Anzeige » 10.01.2009, 12:47

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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 10.01.2009, 17:08

Ich habs damals nicht geschafft, mir diese Ausstellung anzusehen, als sie in Mannheim war, und werde sie mir jetzt genausowenig anschauen. Meine Familie drin, sie waren zunächst skeptisch, dann allerdings total fasziniert. Aber das muß jeder für sich selber wissen. Dagegen bin ich nicht, aber es interessiert mich auch nicht.

LG
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Beitragvon Meer » 10.01.2009, 20:35

Ich fand die Ausstellung mit ihren Einzelstücken ebenfalls fantastisch, einmal wegen der realen Einblicke in unseren menschlichen Körper, was alleine schon fasziniert und zum anderen fand ich sie sogar künstlerisch wertvoll dargestellt von Gunther von Hagen.

Aber so etwas ist wieder einmal ein Paradebeispiel, wie gegensätzlich doch Meinungen und Einstellungen sein können und dass sich da die Amtskirche einmischt ist ja irgendwo auch verständlich, entmystifiziert von Hagen ja ausgerechnet das letzte menschliche Tabu.

Warum die Zur-Schau-Stellung präparierter Leichen allerdings mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar sei, sollten mir diese Väter mal erklären.
Denn wenn sich die Seele nach dem körperlichen Tod eh verflüchtigt, was hab ich denn dann vor mir???

Von Hagen präpariert und konserviert den menschlichen Körper zwar gewinnorientiert aber auch zu Studienzwecken für angehende Ärzte und andere Interessierte und er bewahrt sie vor dem endgültigen Zerfall.
Und da muss ich schon fragen, was lt. der Geschichte mit Jesus nach seinem Tod gemacht wurde?
Er wurde nämlich ebenfalls einbalsamiert mit den teuersten Ölen auf Gottes Erdboden.

Und, wo war/ist seine Seele???

Okay, ich lass das, aber schaut es euch an, wenn ihr die erneute Möglichkeit dazu habt.

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Beitragvon Starlight » 10.01.2009, 21:50

Interessant ist es bestimmt. Daran besteht kein Zweifel. Was mich daran stört ist, dass es echte Menschen sind die dabei "zerstückelt" werden. Ich nehme mal an, dass in der heutigen Zeit durchaus die Möglichkeit besteht, das Innere des Menschen auch künstlich darzustellen und so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ist ja nun auch nicht so, dass keiner weiß wie unser Körper innen drin aussieht.

Ich war mal in so was ähnlichem, als wir ein Museum besucht haben in Wien. Dabei ist mir dann voll schlecht geworden, dass ich raus musste. Das hat mir gelangt. Soweit ich noch weiß, sind das auch echte Menschen, die da zur Schau gestellt werden.



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Beitragvon Meer » 11.01.2009, 10:47

Hallo Starlight,

ja sicher gibt es in der heutigen Zeit Möglichkeiten Menschen auch künstlich darzustellen.
So waren ja auch bisherige Anschauungsobjekte.

Aber .... verhält es sich dann dabei nicht so, wie wenn du deine Wohnung mit künstlichen Blumen ausstaffierst, statt mit echten???

Ich denke, dass von Hagen sich vorher schon einiges dazu gedacht hat und es schon seine volle Absicht ist, Menschen genau so darzustellen, nämlich auch real und echt.

Wer diese Realität nicht aushalten kann, geht da eben nicht hin, ganz einfach.
Wer aber bereits Totem bewusst ins Auge gesehen hat, kann selbst darin eine gewisse Esthetik und Ruhe entdecken und der Tod verliert nach und nach seinen Schrecken.

Mir wird eher vor noch Halblebendigem schlecht, von menschlich schier un(ver)erträglichen Eigenschaften.

dennoch, einen schönen Sonntag, gell :-)

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Beitragvon Regina » 12.01.2009, 13:29

Hallo ihr. :-)

Also mir selbst wird übel beim Anblick dieser präparierten Leichen und ich würde es mir nie antun, das anzuschauen. Wenn es anderen damit anders ergeht, kann ich das sehr gut annehmen, aber ich selbst gehe lieber in eine Kandinsky-Ausstellung oder ähnliches.
Und ich verstehe nicht, liebe Meer, was an diesen Toten "real und echt" sein soll ...
(Ich mag auch keine ausgestopften Tiere ...)

Würg ... :t112: Schnell zu einem anderen Thema...

Liebe Grüße :-)
Regina :t253:
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Beitragvon Meer » 12.01.2009, 13:50

Ohhh ihr Memmen :-),
also das muss ich jetzt aber schon mal sagen, zu euch bisherigen Schreibern.

Wieso fürchtet ihr euch nur so vor dem Tod oder vor Totem???
Er/Es tut euch doch nichts mehr!

Nur weil der Anblick nicht einem Schönheitsideal entspricht und weil man sich davor einfach ekeln muss? Wer sagt das???

Nöööö, es hat mir zwar zuerst auch eine gewisse Überwindung gekostet, aber meine Neugier siegte und ich bin froh darum, dass ich es gesehen hab.

Totes ist real und echt, liebe Regina, ebenso wie ein abgestorbenes, herab gefallenes Blatt im Herbst.
Wird es dir davor auch schlecht???

Und schließlich sind wir ja ein Teil der Natur, aus Materie für unseren Leib geschaffen und genau dahin gehen wir auch wieder zurück.

Wo ist das Problem???

LG Meer
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Beitragvon Starlight » 12.01.2009, 15:40

Hallo Meer,

nun als Memme lasse ich mich nun nicht gern bezeichnen. Ich glaub auch nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass jemand Angst vor dem Tod hat. Ich könnte z. B. auch nicht zuschauen bei einem lebendigen Menschen, wenn er z. B. operiert wird und der Körper geöffnet wird. Mir wird einfach schlecht, das ist so. Warum weiß ich auch nicht. Mir wird auch schlecht wenn eine tote angefahrene Katze auf der Straße liegt oder so. Deshalb bezeichne ich mich aber nicht als Memme. Es gibt sicherlich andere Dinge, zu denen ich stehe mit Wort und Tat, wo andere Menschen davonrennen.
Naja und bei einem "toten" Blatt, gibt es vielleicht auch noch ein bißchen einen Unterschied zu einem toten Menschen. Oder??


Grüßle Starlight :t291:
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Beitragvon Meer » 12.01.2009, 18:41

Ja, ihr Lieben,

das mit der Memme war auch nur mein erster Einfall zu euren Reaktionen, damit will ich euch nicht beleidigen oder herabsetzen.
Aber möglicherweise trifft es euere übernommenen Einstellungen über den Tod und wie man darauf zu reagieren hat.
Also verzeiht mir bitte!

Was eklig und oft schockierend ist, sind meist eher die Begleitumstände, wie ein zerschmettertes Gehirn oder wenn die Gedärme aus dem Körper heraus gequetscht sind im Beispiel einer überfahrenen Katze, aber ja auch bei schweren Autounfällen zum Beispiel. Das ist aber nicht der Tod selbst.

Zu Klaus schrieb ich ja vor Kurzem ja, dass ich mit dem Tod inzwischen anders umgeh und auch ein anderes Verständnis dazu entwickelt hab, welches ich ohne die Konfrontation damit und die Auseinandersetzung in mir damit auch nicht hätte.

Ein Blatt eines Baumes ist wie ein kleiner Teil eines Menschen, welches tot ist, wenn es abfällt, das ist der Unterschied.
Einen ganzen Baum zu entwurzeln wäre wie der Tod eines ganzen Menschen.
Leben entweicht, zurück bleibt Materie, die in ihre Einzelteile zerlegt wird, um sich letztendlich in umgewandelter Form dem Lebenskreislauf wieder zur Verfügung zu stellen.

lieben Gruß Meer
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Tod und Blatt und Baum und Katze und ... was noch?

Beitragvon La Donna mobile » 13.01.2009, 00:20

Nun, ich denke auch, dass Meers Vergleiche zeitweise ein wenig hinken - sorry, Meer. Es gelingt eben nicht unbedingt immer, hartnäckige Kritiker von etwas zu überzeugen, gegen das sich deren Sinn für Ästhetik sträubt. Ich persönlich weiß nicht, was an einer Leiche oder dem, was wirklich noch davon übrig ist, schön ist, die ihren Hautsack oder ihr Hautgewand über die Schultern gelegt hat wie einen Mantel. So hat es uns auf jeden Fall ein Kollege, der gewiss hart gesotten ist, geschildert und dem nach diesem Anblick der Appetit für den ganzen Tag vergangen ist. Aber gottlob lässt sich ja über den Geschmack nicht streiten und zudem wird selbstverständlich keiner gezwungen, sich die umstrittenen "Kunstwerke" dieses Herrn von Hagen anzuschauen. Was allerdings nicht gänzlich geklärt ist, ist die Frage, ob sich all diese Leichen zu Lebzeiten freiwillig zur Verfügung gestellt haben oder aber von ihren Angehörigen für diese Präparationen freigegeben wurden. Hierüber kursieren allerlei Gerüchte und Spekulationen, die nicht unbedingt dazu angetan sind, solch ein Tun gutzuheißen. Aber sei's drum!

...Es soll tatsächlich Menschen geben, die sich das menschliche Innenleben lieber an künstlichen Skulpturen oder in bebilderten Büchern ansehen, die ihnen nicht unbedingt einen Brechreiz abverlangen, genau so, wie wir Zeitgenossen haben, die beispielsweise mit künstlichen Blumen weitaus besser leben als mit natürlichen, weil sie von Allergien geplagt sind, die ihnen Textil- oder Kunststoffteile nicht bescheren. Ein Baum, der Blätter verliert, die dann als tot bezeichnet werden, gibt jedoch damit neuen Blättern im Frühjahr neue Chancen zu neuem Leben. Ob diese Alternative bei unserem menschlichen Leben gegeben ist, bleibt lediglich unserer Phantasie überlassen, denn es hat uns noch keiner je ernstlich glaubhaft machen können, dass er jetzt schon zum zweiten, dritten oder zweihundertsten Male auf dieser Erde weilt.

Aber wir hier, wir schnöden Zweifler, haben ja die Möglichkeit uns an Fachleute und Spezialisten zu wenden, die uns über all diese Klippen des Unglaubens hinweg helfen und zudem diese alberne Angst vor Tod und Sterben nehmen können.

Ich wünsche noch einen entspannten Abend!

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