Körperwelten




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Beitragvon miljas » 21.01.2009, 12:34

Hallo Narr,

daß es "seelenlose Gesellen" gibt, habe ich nicht gemeint. Gerade deshalb setzte ich diese Formulierung in Anführungszeichen. Es ist eine Erfindung von Religion und Kirche, daß Seelen geklaut werden, der Teufel sich ihrer bemächtigt, usw. Also ganz klar - es gibt eine Seele (bei jedem Menschen). Die Bedeutung oder Kenntnis dieser Tatsache ist bei den Menschen unterschiedlich entwickelt. Der eine ignoriert seine Seele und ist subjektiv vielleicht sogar der Meinung, er hätte gar keine, der andere überbewertet sie.
Der Begriff an sich ist mir suspekt. Er ist zu religiös vereinnahmt und gefärbt.

Und die sogenannte Seele ist auf alle Fälle auch eine bioelektrochemische Erscheinung (oder vielleicht auch biochemoelektrisch - ich weiß nicht, wie man den Schwerpunkt setzen sollte). Bereits Alkohol (eine Chemikalie) wirkt auf die Seele ein. Ganz zu schweigen von härteren Drogen, Medikamenten. Und außer Herzschrittmachern gibt es bereits "Hirnschrittmacher", die mittels elektrischer Impulse über das Gehirn seelisch-emotionale Auswirkungen haben.

Und was das schwer faßbare Ideelle (manche benutzen dafür den Begriff "das Geistige" - huhuhu, auch wieder so schwammig religiös-kirchlich) dieser Erscheinung "Seele" angeht - da wird zu viel spekuliert und vor allem leider auch manipuliert. Wenn man Fragen danach stellte, warum das so ist, woher es kommt, wie es funktioniert, also das Ideelle der Seele - ok. Aber alle Vermutungen sollte man doch bitte als solche einfach erst einmal so belassen - nämlich als Vermutung. Und dafür dann bitte immer nur eine Minute vom Tag - also allerhöchstens, bitte nicht mehr.

Und daß das Sterben und der Tod auch ein psychologisches Problem im engeren Sinne sein kann - das mag so sein. Also daß dann zum Beispiel Menschen, die nicht mit sich und ihrer Seele im Reinen sind, in einer solchen Situation des Sterbens dann aus dieser Tatsache heraus noch zusätzliche Problem bekommen können. Dieses jedoch nun als "Ansporn" für eine Beschäftigung mit der eigenen Seele sozusagen "anzudrohen" - das finde ich nun nicht so toll. Auch wenn ich Verständnis dafür habe, daß man vielleicht als Zeuge derartiger Vorgänge nun etwas beeindruckt davon sein kann... Nein, wir sollten doch vorrangig zunächst immer mit Lebenden sprechen und uns in diesem Sinne an sie wenden, und nicht an potentiell Sterbende. Seele hat nämlich hauptsächlich mit Leben zu tun. Ich schreibe es per Kopierfunktion gerne 5mal hin: Leben, Leben, Leben, Leben, Leben. Und dann kommt irgendwann auch einmal: Tod. So läuft das - normalerweise.

Viele Grüße - miljas :t252:
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von Anzeige » 21.01.2009, 12:34

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Beitragvon Meer » 21.01.2009, 14:25

und "seelenlose gesellen" kann es nicht geben, weil sie dann nicht leben würden - ganz einfach.
ein guter tipp von mir: beschäftigt euch schnell und intensiv mit diesem thema. in diesem zustand zu sterben ist kein vergnügen. hatte neulich ein paar erlebnisse mit solchen "zeitgenossen" und wie gesagt, das ist kein vergnügen!


Also daaaaa kommt von mir natürlich auch wieder was dazu, mein lieber Narr, denn du hast deinen eigenen Wiederspruch scheinbar nicht bemerkt, oder was meinst du mit "in diesem Zustand".
Du meinst doch, wenn jemand zu Lebzeiten seelenlos wäre, oder?

Das kann er aber ja nicht sein, so lange er hier auf Erden wandelt, denn du sagst ja selbst, "seelenlose gesellen" kann es nicht geben, weil sie dann nicht leben würden.

Wo sollte es denn dann seelenlose Zeitgenossen geben???
Verfällst du nicht noch mal der dogmatischen Himmel- und Höllenlehren, die ich bereits als alten Hut angeprangert habe??? Und mit denen es wunderbar gelingt allen Gutgläubigen Ängste einzuflößen und dann obendrein noch gute Geschäfte damit gemacht werden???

Ich denke, wichtiger ist es, sich diese Zeitgenossen anzusehen, die hier ihr Unwesen treiben und den Spuck lass mal schön dort, wo er hingehört, nämlich ins Fantasiereich und selbst da ist es möglich, sich von solch übernommenen Vorstellungen zu befreien.

lieben Gruß Meer
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Beitragvon der narr » 21.01.2009, 15:55

Du meinst doch, wenn jemand zu Lebzeiten seelenlos wäre, oder?

nö, das meinte er nicht, der narr.
"seelenlos" gibt's nicht. geht ja gar nicht.
ich hab aber jetzt keine lust, den begriff der "seele", der mit allem möglichen befrachtet ist, wie miljas auch sehr richtig anmerkt, hier zu erörtern oder gar zu erklären versuchen. genau so gut könnte ich "gott" erklären wollen. geht sowieso nicht.
ich verbreite auch keine "himmel- und höllenlehren". um "gottes" willen!

und was das fantasiereich anbetrifft, da hat wohl jeder seine eigenen grenzen aufgrund von gemachten oder eben nicht gemachten erfahrungen.
vor sechs jahren hab ich noch eine ernsthafte astrologin beleidigt, weil ich es unredlich fand, dass sie mit dem aberglauben der leute ihr geld verdient.....
mehr möchte ich dazu gar nicht sagen.
:t055:

alles liebe, der narr
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Beitragvon Nobody » 21.01.2009, 22:13

Aloha

@toogle
Danke für den Bärenfilm. Bin aber noch nicht dazu gekommen ihn anzuschauen.

@der narr
Deine Worte:

auch tiere haben eine "seele", aber ihr verhalten ist noch instinktiv und damit "gesund". aus mangel an bewusstheit reagieren sie einfach spontan. das tust DU nicht mehr, weil du nicht wartest, was passiert, sondern den ganzen tag am planen, am DENKEN bist. DAS ist "ungesund".

aber mach ruhig so weiter und streite dich mit den leuten. sie spiegeln ja eh nur den grad deiner eigenen bewusstheit...
irgendwann wird das licht schon aufgehen und bis dahin wünsche ich dir so wenig wie möglich
-stress
-streit
-langeweile
-angst
-kummer
-sinnlosigkeit etc. etc.

und viel mitgefühl und zuneigung,

der narr



Nun gut. Deine Vorstellungen (im Gehirn?) bezüglich einer Seele?
Wenn ich Dich richtig verstehe, dann sind Tiere die "besseren" Menschen?
Weil sie...siehe Deinen Text

Ja nochert - habe ich halt nicht Recht.

-Stress soll ja eigentlich gesund sein?
-Langeweile kenne ich nicht
-Streit könnte mir Erfahrungen geben um ihn zu vermeiden?
-Kummer ist Schmerz, den ich annehme und "verarbeite"
-Angst ist die "Wurzel", die wir wohl zuweilen in uns haben. Der "Antrieb" (die Kraft in uns?),
der uns "Religionen" und "Seelen" durch unser Hirn entstehen lässt.
Aus Angst...vor was oder wem?!

Ich danke Dir für Dein vieles "mitgefühl" und Deiner "zuneigung" (war das überhaupt für mich gedacht? Ja - gell - oder - egal!).
Das alles ist bei meinem Gehirn angekommen und es hat die "Nachrichten" entsprechend weiter gegeben und Hormone ausgeschüttet und so weiter...

Gleiches und verstärkt "sende" ich Dir für Deine Seele zu. Möge sie sich darüber freuen
und Du Dich auch....


Von Herzen
Nobody


PS
Eben fällt mir ein Zitat von Ringelnatz ein:
"Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht."
Nobody
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Beitragvon Meer » 22.01.2009, 10:02

Hallo Miljas,

mir kommt in den letzten Tagen immer wieder die Frage, ob du eigentlich schon mal nachgeforscht, wo genau der Begriff "Seele" herstammt?
Vielleicht hab ich da was nicht mitbekommen, als du das Thema vor Kurzem so intensiv bearbeitet hast.

Dass die institutionellen Kirchen diesen Begriff schwerstens befrachten ist mir klar und dass deswegen auch ein massives Unwohlgefühl entsteht auch, dennoch sollten wir es mal versuchen, zum Ursprung dessen zurück zu finden, dahin, wo eben noch nichts von Außen hinein interprediert wurde und wo sich das innerste Empfinden, was für mich Seele ist, noch in seinem Urzustand befindet.

lieben Gruß Meer
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Beitragvon der narr » 22.01.2009, 10:37

@nobody
Nun gut. Deine Vorstellungen (im Gehirn?) bezüglich einer Seele?
Wenn ich Dich richtig verstehe, dann sind Tiere die "besseren" Menschen?

tiere sind gar keine menschen. weder bessere noch schlechtere.
sie befinden sich noch auf einer niedrigeren bewusstseinsebene. das macht es ihnen auf der einen seite leicht (s.o.) auf der anderen seite haben sie, aufgrund ihrer "beschränkteren möglichkeiten", nicht die chance, "weiter" zu kommen.

-Angst ist die "Wurzel", die wir wohl zuweilen in uns haben. Der "Antrieb" (die Kraft in uns?),
der uns "Religionen" und "Seelen" durch unser Hirn entstehen lässt.
Aus Angst...vor was oder wem?!

:-)) du wirst lachen. genauso dachte ich auch mal!
mit dem zusatz, dass irgendwann ein findiger mensch darauf gekommen ist, dass er - wenn er den leuten nur genügend angst vor dem, was nach dem tod kommen könnte - macht über sie erlangen kann.
religion war für mich nichts anderes als "machtmittel ein paar weniger über die vielen"
die aufklärung hat diese entwicklung - zumindest teilweise - durchbrochen und der humanismus endlich diese fremdbestimmung abgelehnt.
heute sind wir denkende menschen, die sich nicht mehr von den pfaffen unterkriegen lassen. intellektuell frei sozusagen.
es wird auch keiner mehr ans kreuz geschlagen oder auf dem scheiterhaufen verbrannt. ansgt und duckmäusertum vor der kirche sind nicht mehr nötig. gut so!

aber spürst du nicht, dass da irgendwas in dir ist, eine sehnsucht, ein "ziehen", eine frage nach dem sinn dieses ganzen zirkus', den wir unser leben nennen?
zweifel und eine kritische haltung gegenüber der kirche (und ihrer lehre) sind wichtig und richtig. wer der herde hinterher läuft und nachbetet wird nie selbst etwas erfahren.
ich fand die kirche nur schlimm und hab mich total distanziert - von allen kirchen!
format: C der religions-festplatte.
trotzdem haben mich leute wie jesus, buddha, laotse, mahavira etc. etc. etc. interessiert und ich hab mich mit ihnen beschäftigt.
irgendwas musste doch dran sein, wenn praktisch die gesamte menschheit ihren lehren (oder dem, was die pfaffen daraus gemacht haben) nachläuft.
und ich kam zu dem schluss, dass wir zwar (relativ) schlau sind, mit unsere wissenschaft und unserem aufgeklärten denken, aber wenn ich mir ansehe, dass die kernphysik gerade anfängt dinge zu entdecken (einsteins relativitätstheorie oder die heisenberg'sche unschärferelation), die ein paar schlaue schon vor tausenden von jahren als tatsachen verkündet haben, dann frag ich mich, wie schlau "ich" wirklich bin und mein zweifel begann sich selbst zu bezweifeln :-)))

Eben fällt mir ein Zitat von Ringelnatz ein:
"Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht."

oder "ich weiß, dass ich nichts weiß" (für mich anfang und ende der philosophie:-) )

Ich danke Dir für Dein vieles "mitgefühl" und Deiner "zuneigung" (war das überhaupt für mich gedacht? Ja - gell - oder - egal!).

selbstverständlich. und ich freue mich natürlich auch ;-)


wo sich das innerste Empfinden, was für mich Seele ist, noch in seinem Urzustand befindet.

das "innerste empfinden" hat für mich noch nichts mit "seele" zu tun. es kann aber ein zugang zu "ihr" sein. meine ansicht.

alles liebe, der narr
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Beitragvon Harlekin » 22.01.2009, 11:03


"wo sich das innerste Empfinden, was für mich Seele ist, noch in seinem Urzustand befindet. "

das "innerste empfinden" hat für mich noch nichts mit "seele" zu tun. es kann aber ein zugang zu "ihr" sein. meine ansicht.

alles liebe, der narr


WIE "magische" Tore - und du allein entscheidest, ob du sie überhaupt siehst, ob du sie öffnest oder schließt - wir sind (auch diesbezüglich SO) FREI

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Beitragvon miljas » 22.01.2009, 12:00

Hallo Meer und wen es sonst noch interessiert,

"Seele"... da kann man ja bei Wikipedia nachschauen... und sicher auch anderswo. Das Wort kommt schon von "See" und irgendwo aus dieser Ecke her.

Für mich hat es sich als (eigenes inneres Erleben) erledigt, auch aus sprachklanglichen Gründen, aber in erster Linie deshalb, wenn ich mir ein Großteil dieser Leute vorstelle, die mit dem Begriff operieren und hantieren und die im Grunde nichts weiter sind als eine heuchlerische Meute von großen und mittleren und kleinen, oder anders ausgedrückt, von globalen und lokalen, Welt-(Meinungsdenk)-Herrschern (und "Liebe" ist natürlich auch noch eines ihrer Lieblingsworte, allerdings ist dieses Wort stärker und nicht so einfach kaputt zu bekommen, weil es, zumindest in meinem Empfinden, auch stark nach außen gerichtet ist).

Ich knalle den Begriff "Seele" all diesen Leuten einfach vor die Füße - ganz gleich wo sie nun herumschwirren, ob im "real life", im Vatikan, in Talk Shows, in Psychoberatungspaperbacks oder in Foren. Sollen sie ihn nehmen und damit glücklich werden.

Ich war/bin ja immer noch kompromißbereit (gewesen) und rede(te) mit dem einen oder anderen auch in diesen Begrifflichkeiten, jedoch muß ich feststellen, daß es flächendeckend ziemlich katastrophal ist.

Viele Grüße - miljas :t252:
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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 22.01.2009, 18:34

Puh, da wäre jetzt aber wieder viel zu zu schreiben. (Doch, grammatikalisch richtig, das Doppel-zu!) *grins*

Also erstmal. Den Bären - ich hab die neun Clips runtergezogen und in ein komplettes DivX-File verarbeitet, das macht mein Rechner so nebenher, und außerdem auch als DVD-Image gespeichert, wobei ich das Format noch etwas vergrößert habe. Ist vielleicht nicht so richtig scharf alles, aber kann man gut anschauen.

So und nun noch einmal zur Seele. Ist ja ein sehr gängiger Begriff, dieses Teil, und - da hast Du schon Recht, miljas - leider auch total schwammig und christlich-religiös besetzt. Ich selbst bin deswegen schon öfter auf den Bereich Spiritualität im Sinne des "Sich mit dem Geist der Dinge, dem Nichtmateriellen, zu befassen" ausgewichen oder auf Transzendenz. Aber seis drum. Natürlich haben wir alle, ob wir wollen oder nicht, eine Seele oder auch keine. Je nach Sichtweise.

Wenn ich mich mit Naturwissenschaften befasse, wenn ich die Welt so sehe, wie sie z.B. ein Prof. Lesch sie sieht, dann bin ich ganz in einem zunächst sehr materie- oder energiegebundenem Umfeld ohne Geheimniskrämerei um irgendetwas Unfaßbares, das man nennen kann, wie man will. Interessant wirds, wenn man an die Grenzen unserres Universums, ganz an den Anfang oder an die Außenbereiche, geht. Da stoßen wir als zeitgebundene Materieklumpen mit begrenztem Hirn schnell auf unlösbare Fragen. Und dann sind der sich daraus ergebenden Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Bitte, es mag ein jeder glauben, was er will. Aber verschont mich auch bitte mit Glaubensdogmen oder emotional aufgeladenen Sätzen wie, "wenn Du erst einmal auf diesem oder jenem Erkenntnisstnd angekommen bist" oder "wenn Du Dir mal dies oder jenes bewußt machst". - Einen Gipfel solcher Indoktrinationsmythen und -methoden stellen derzeit Vereinigungen und Unternehmen wie Scientology mit ihren Gehirnwäschemethoden, Entpersonalisierungs- und Entfinanzierungprogrammen dar. Die Sendung dazu gestern Nacht hat wieder einmal genug Denkanstoß dazu gegeben. Und näheres erfährt man bei den Sektenberatungsstellen und beim Verfassungsschutz. In meinen Augen stehen derartige Ideologien in ihrem Anspruch den Nazis in nichts nach. Wobei ich den in der Sendung gezeigten Lügendetektor einfach nur lächerlich fand und mich kurz wunderte, warum man sich bei denen nicht der modernen Methoden der Hirnforschung zur Darstellung von "Wahrheit" und "Lüge" bedient. Aber da die systemimmanenten Bestandteile ja nicht angezweifelt werden dürfen, hat sich dieser Verein seinen eigenen Fortschritt selbst verbaut ;-)

Was ich eigentlich sagen wollte war aber nur: Vorsicht, wenn jemand versucht, seine Ansicht als allgemeinverbindlich darzustellen. Mit geht es gegen den Strich, wenn jemand von sich auf die ganze Welt schließt. Vorsicht, wenn einer oder eine Gruppe enthusiastisch die Antwort auf die letzte Frage zu kennen vorgibt (die lautet bekanntlich 42, aber da ich die Antwort kenne, kann ich die Frage nicht kennen, auch das dürfte bekannt sein ;-) )

Letztlich bin ich aber mit unserer Diskussion sehr zufrieden, weil sie klar macht, daß es die allgemeingültige Antwort, die große Lösung, den tollen gemeinsamen Konsens einfach nicht gibt. Und ich denke auch, daß dadurch klar wird, daß jede Institutionalisierung der Versuchung großer Macht ausgesetzt wird - wohl denen, die solcher Versuchung widerstehen können.

Um nun zu einem Schluß und meiner Selbstverpflichtung nach zu kommen - das Kuby-Buch habe ich inzwischen auch abgeschlossen und bin nach meinem anfänglichem Enthusiasmus, für mich etwas herausziehen zu können, was mir persönlich weiterhilft, total eingebrochen. Ich habs schon mal kurz angesprochen: Bei mir hört die Seriosität dann auf, wenn jemand ernsthaft anderen weismachen möchte, jeder von uns sei schon zigfach wiedergeboren worden. Da wirds dann abstrus und da beginnen dann genau die angstmachenden Faktoren anzusetzen, die bereits als verwerflich anzusehen kritisiert wurden. "Was, Du glaubst nicht an Gott? Na, Du wirst schon sehen, was Du davon hast, wenn Du in der Hölle schmorst!" ist eine noch relativ milde Drohung, die ich in diesem Zusammenhang schon zu hören bekam.

Da stimme ich allen, die derartige Übergriffe ablehnen, von ganzem Herzen zu, und da haben wir, so denke ich, auch hier in unserem Forum einen breiten Konsens.

Das wars für jetzt - sorry, daß es ziemlich Kraut und Rüben durcheinander ging. Ihr werdet es mir nachsehen (oder mich in der Luft zerreißen ;-) )
Trotzdem herzlichst
toggle

P.S. Nachtrag: Den ZDF-Beitrag "Wie das Licht in die Welt kam" sollte sich wirklich anschauen, so man die Möglichkeit besitzt (bei mir könnte man fündig werden, da ich ihn mitgeschnitten hatte), ich finde ihn hervorragend! Aber die andere Beiträge von Prof. Lesch in BR alpha sind auch nicht ohne und geben lebendig und faszinierend Aufschluß über unsere Welt.
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Beitragvon miljas » 22.01.2009, 19:41

Hallo toggle,

der Prof. Lesch ist eine angenehme Person - er kann diese naturwissenschaftlichen Diskussionen und den erreichten Stand gut vermitteln - auch für Nichtfachleute. Diese Radofonie (oder wie es jetzt genau hieß...) gefällt mir gut. Es erinnert mich an einen Witz.
Bei Rom hat man in Ausgrabungen Draht gefunden.
Das beweist, daß schon die alten Römer die drahtgebundene Nachrichtenübertragung kannten.
In Grabungen bei Moskau hat man keinen Draht gefunden.
Das beweist, daß schon die Urslawen die drahtlose Nachrichtenübertragung kannten...

(obwohl es wohl tatsächlich ausnahmsweise auch einmal ein Russe war, der in dieser Zeit (kurz vor 1900) in St. Petersburg Weltspitze war: http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Stepanowitsch_Popow - nur die technisch-industrielle Basis war dort nicht vorhanden...).

Viele dieser hochtheoretischen Fragen (Seele und Co.) so hoch zu hängen, bringt an vielen Stellen nichts. Soll es ja vielleicht auch gar nicht... es geht wahrscheinlich oft mehr darum, die Leute zu beschäftigen und sie mit Absicht da und dorthin zu schicken, daß man sie dann besser "in den Sack stecken" kann.
Ich denke, auch wenn das jetzt vielleicht etwas grotesk klingen mag, es ist viel sinnvoller und besser dafür zu sorgen, daß die Leute nicht, oder zumindest weniger (nachts, zu angetrunkener Zeit) in Fußgängerunterführungen pinkeln (natürlich könnte ich jetzt noch viele weitere "stubenreinere" adäquate Beispiele des Lebens hier anführen) - wenn sich das besserte, dann ginge schon vieles viel besser... wie das nun auch immer mit all den Universumsfragen genau beschaffen ist.

Viele Grüße - miljas :t252:
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