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16.11.2012, 11:31

Hallo,

jetzt ist nun die Chefin des Berliner Verfassungsschutzes zurückgetreten, weil wieder eine Akte
bezüglich der Neonazi-Szene geschreddert worden war. Man verliert langsam den Überblick, in
welchen Bundesländern es derartige Rücktritte gibt. Martin Buchholz scheint sehr aufgeregt
zu sein, weil er bereits heute seinen Text übermittelte (sonst immer sonnabends, glaube ich).
Kann ich verstehen. Gestern sah ich einen Bericht des MDR (Link weiter unten), über den
skandalösen Vorgang, daß ein Paar seine Heimatstadt Hoyerswerda (in Sachsen) verlassen
muß, weil es von Neonazis massiv bedroht wird (unmittelbar vor der Wohnungstür) und sich
die Polizei außerstande sieht, die Sicherheit dieser Menschen zu gewährleisten.

[spoil]
Martin Buchholz hat geschrieben:Wenn die geheimen Reißwölfe heulen

"Ein bedauerliches Versehen" -- so sprach die oberste Berliner Verfassungsschredderin, bevor sie freiwillig zurückgetreten wurde. Ganz aus Versehen hatte man auch in Berlin die Akten über die Neonazi-Szene durch den Reißwolf gejagt. So etwas kann schon einmal passieren -- oder eben auch zweimal oder dreimal. Beim Bundesamt für Verfassungsverhütung hatte das Chef-Verhüterli (Fromm mit Namen) aus gleichem Grund sein Hütchen nehmen müssen. Danach folgten die Amtskollegen in Thüringen und Sachsen und Sachsen-Anhalt. Und nun noch dies: "Berliner Verfassungsschutz kopflos", schlagzeilt die "Berliner Zeitung". Aber was braucht man da Köpfe. Wichtig sind die verbleibenden Ärsche, die genügend Sitzfleisch beweisen. Und für die braucht man genügend Klopapier. Aber dafür haben wir ja das Grundgesetz, unsere Verfassung. Schließlich kann man sich nicht mit geschredderten Papierstreifen den geheimdienstlichen Hintern wischen.

Nun also herrscht im Berliner Senat mal wieder das Tohuwabohu. Es regiert das Chaos. Klaus Wowereit als Mit-Regierender erklärt dazu: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, als sei die Sensibilität, wie man mit bestimmten Vorgängen umgeht, abhanden gekommen oder nie vorhanden gewesen." Das wäre allerdings absolut unsensibel von einem solchen Eindruck, wenn er einfach so völlig grundlos entstehen würde.

Denn natürlich hatte man keinesfalls etwas vertuschen wollen. Üüüüberhaupt nicht! Was, bitte sehr, was gäbe es denn zu vertuschen? Üüüüberhaupt nichts! Schließlich weiß es inzwischen jeder, daß diese Neonazi-Gruppen gar nicht existieren würden, wenn bei der Existenzgründung nicht eine großzügige staatliche Anschubfinanzierung nachgeholfen hätte. Daß man auf der anderen Seite den Anti-Nazi-Initiativen die öffentlichen Gelder zusammenstreicht, ist da nur logisch. Irgendwo muß das Geld ja herkommen, das die V-Leute kassieren, die als Existenzgründer letztlich auch die Existenz des Verfassungsschutzes sichern. Aber da es nun einmal der erklärte demokratische Auftrag dieser geheimen Staatsdiener ist, dafür zu sorgen, daß die Neonazis allesamt wieder verschwinden, läßt man als erstes die Akten verschwinden, so daß ihre Existenz fortan nicht mehr nachweisbar ist.

Nicht immer klappt das allerdings so ohne weiteres. Deshalb kann man ja die NPD nicht verbieten. Dann müßte man nämlich vorher den gesamten Verfassungsschutz schreddern, bei dem -- grob geschätzt -- die Hälfte der NPD-Mitglieder auf der Lohnliste stehen. Auf diese Weise beobachten die Verfassungsschützer eigentlich ständig sich selbst. Kein Wunder, daß man da mal ein Auge zudrückt, zumal die rechte Pupille ohnehin vom Braunen Star befallen ist. Diese optische Behinderung führte auch im Aktenvernichtungs-Keller zu Berlin zu jenem Mißgriff, den die gewesene Behörden-Chefin so aufrichtig bedauerte. Da lagen nämlich zwei Haufen Akten, berichtete sie, gut sortiert einer links, einer rechts. Der rechte Stapel sollte noch einmal "entheftet" werden, also auf möglicherweise weiterhin relevante Informationen überprüft werden. Doch in der behördlichen Sehbehinderten-Werkstatt lag dem Referatsleiter der Abteilung "Rechtsextremismus" der rechte Haufen nun einmal näher, so daß der ohne weiteres Ansehen der darin enthaltenen Personen und Fakten reißwölfisch zerschnipselt wurde. Will man das dem halbblinden Mann nun wirklich vorwerfen? Er hatte eben falsch geguckt. Er hatte sich also ver-sehen. Daß man ihm dieses bedauerliche Versehen nicht nachsehen will, ist skandalös behindertenfeindlich. Doch nun wird auch er strafversetzt -- wahrscheinlich zur links-observierenden Abteilung. Da führt schließlich so ein Knick in der geheimdienstlichen Optik zu schärferem Durchblick. Deshalb konnte die nun ge-exte Chefin auch zur Beruhigung der Öffentlichkeit mitteilen, daß die Akten über linke Aktivitäten vor einer möglichen Schredderung immer ordnungsgemäß gesichtet und "entheftet" worden seien, so daß keine wichtigen Informationen verloren gegangen seien. Als ich das hörte, war ich wirklich erleichtert, denn nun darf ich davon ausgehen, daß auch ich nicht in Vergessenheit gerate. Schließlich habe ich schon des öfteren an Demonstrationen gegen Neonazis teilgenommen. Somit habe ich mir das Recht erworben, weiterhin sowohl öffentlich als auch geheim beachtet zu werden. In der Logik der Observierer gibt es dafür hinreichende Verdachtsgründe: Wer gegen Neonazis demonstriert, erweist sich als gemeingefährlich schizophren, denn solche Neonazis gibt es in der deutschen Realität gar nicht. Wenn es die gäbe, würden schließlich Akten über sie existieren.

Herr Henkel von der CDU, der Berliner Senator für das rechte Innenleben, hatte noch vor drei Wochen vor dem Untersuchungsausschuß amtseidlich versichert, daß in seiner Behörde keinesfalls irgendwelche Akten vernichtet worden wären. Und nun steht er da wie ein Blödmann. Was allerdings auch keine sensationelle Enthüllung wäre. Denn möglicherweise steht er nur deshalb wie ein Blödmann da, weil er tatsächlich einer ist. Wohlgemerkt: Möglicherweise. Ganz sicher kann man das nicht belegen. Wahrscheinlich hat Genaueres über seinen Geisteszustand in irgendeiner Akte des Verfassungsschutzes gestanden. Aber die ist garantiert ebenfalls im Reißwolf gelandet. Gewisse Dinge müssen nun mal geheim bleiben.


[/spoil]

Paar muss wegen rechtsradikaler Bedrohung Stadt verlassen (MDR, Sendung "exakt") 7:03 min

Wo und wann leben wir gerade? - In Deutschland des Jahres 1932 ??
Es ist bekannt, daß Hoyerswerda in der Niederlausitz ein Zentrum des Rechtsradikalismus und
der Fremdenfeindlichkeit ist. Die Stadt, seinerzeit als "Reißbrett-Stadt" für die Beschäftigten
der Braunkohleindustrie hochgezogen, kam in diese Turbulenzen, als viele der Gruben und
der zugehörigen Werke der Energiewirtschaft nach dem DDR-Ende geschlossen wurden.
Ich weiß nicht, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, gegen solche gewaltätigen
Rechtsradikalen vorzugehen. Aber wenn 15 Leute (nachts) vor einer Wohnung erscheinen und
sich deutlich drohend artikulieren - das würde ich als Richter schon als "terroristische Vereinigung"
ansehen und entsprechend mit strafrechtlicher Verfolgung im Fall der Fortsetzung bedrohen.
Im Grunde genommen müßte auch die Staatsanwaltschaft von sich aus in einem solchen
Fall sofort Anklage erheben.

Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die so genannte NSU erhoben:
Dokument des Grauens (Text, ARD)

Es ist bestürzend, daß alle diese Fakten (nun Gott sei Dank doch noch, aber) erst jetzt
bekannt werden. Da muß man sich doch wirklich fragen, wozu es den Verfassungsschutz
in den letzten 10 - 20 Jahren gegeben hat, daß so etwas in Deutschland
möglich war. Und wie gesagt, wenn ich von solchen Berichten aus Hoyerswerda höre, sehe
ich auch noch überhaupt keine Besserung in dieser Frage.

16.11.2012, 11:31

25.11.2012, 13:45

Hallo,

ein interessantes Detail aus der deutsch-griechischen Finanzgeschichte:

[spoil]
Martin Buchholz hat geschrieben:Wie die Griechen
uns Deutschen
einen Schuldenschnitt verpassen mußten


Griechenland, das Siechenland... Auch wenn da noch so viele Euros nach Athen getragen werden, sie verblubbern sofort in dem unermesslichen Sumpf, in dem die internationalen Banken ihre fetten Kröten quaken lassen. Ein Ökotop, in dem nur noch die Zinsen wuchern und wuchern und somit die Schulden wachsen und wachsen. Dabei ist es ein offenes ökonomisches Geheimnis, wie man diesen Sumpf zumindest größtenteils trockenlegen könnte, damit das Land der Hellenen nicht endgültig in den Orkus versackt. Selbst die konservativsten Scharlatane des finanzpolitischen Orakelgeschäfts, die man gemeinhin "Wirtschaftsweise" nennt, plädieren inzwischen für einen Schuldenerlaß, um einen Neuanfang wenigstens ansatzweise zu ermöglichen. Doch die deutsche Kanzlerin verläßt sich da lieber auf ihre Chefberaterin in ökonomischen Fragen -- und das ist bekanntlich die schwäbische Hausfrau, die ihr in der transvestiten Gestalt eines Schäuble zur Seite gesellt ist. Und beide wissen nur eines: Ein solcher Schuldenschnitt für Griechenland ist mit der "Bild-Zeitung" nicht zu machen und darum auch nicht mit ihnen -- und schon gar nicht vor der Bundestagswahl im kommenden Herbst. Schäuble als Staatssäckle-Hüter betont immer wieder, daß es ihm gar nicht erlaubt sei, auf Forderungen gegenüber einem anderen Staat zu verzichten.

Das wird man in Griechenland mit Interesse gehört haben. Denn die Griechen warten schon seit Jahrzehnten darauf, daß Deutschland endlich seine Staatsschulden bei ihnen begleicht. Nur, daß von diesen Schulden hierzulande niemand etwas wissen will, da man wie üblich, wenn es um deutsche Schuld und deutsche Schulden geht, an kollektiver Erinnerungsschwäche leidet, eben an pangermanischer General-Amnesie.

Diese Schulden stammen aus einer Zeit, die wir heute generell als verjährt ansehen. In dieser tausendjährigen Vorzeit hatte schon einmal ein deutscher Kanzler versucht, die Idee des vereinten Europa unter deutscher Oberaufsicht auf diesem Kontinent in die Tat umzusetzen. Deshalb war eine größere deutsche Reisegruppe unter anderem auch nach Griechenland gefahren, um diese Idee dort tatkräftig zu propagieren. Für diese Fahrt war man in Ermangelung von Reisebussen ersatzweise auf Panzer umgestiegen, was die Fahrtkosten natürlich ansteigen ließ wegen des erhöhten Treibstoffverbrauchs. Aber die Gesetze der Gastfreundschaft geboten es ohnehin, daß die Kosten für die Reise und unseren Aufenthalt von unseren europäischen Nachbarn übernommen wurden, bei denen wir da zu Besuch waren. Schließlich wäre es nicht die feine deutsche Art gewesen, unsere Gastgeber zu kränken, indem wir ihnen eine Bezahlung für Kost und Logis angeboten hätten.

Ohnehin waren wir damals finanzmäßig mehr als klamm, weil schon die langwierigen Reisevorbereitungen ziemlich kostspielig gewesen waren. Deshalb mußten wir, so schwer es uns auch fiel, bei unseren griechischen Gastgebern zusätzlich etwas Geld pumpen. Genau genommen pumpten wir ihnen die ganze griechische Staatsbank leer. Böswillige Zungen haben dafür den unschönen Ausdruck "Zwangsanleihen" geprägt, was zeigt, daß manche aus der Not heraus geborene Maßnahme auch gründlich mißverstanden werden kann. Ohnehin war bei einigen unserer Nachbarn, so auch bei etlichen Griechen, eine gewisse Mißlaunigkeit nicht zu übersehen, wenn wir Deutschen ihre Gastfreundschaft beanspruchten. Woran man sieht, daß das Problem der Fremdenfeindlichkeit niemals ein deutsches war, sondern schon immer ein Problem der Ausländer. Jedenfalls folgten die griechischen Staatsbänker unserem freundlich vorgetragenen Ersuchen um einen längerfristigen Kredit und gaben uns alles Geld, das sie hatten. Vorher hatten sie ihre Drachmen natürlich in Reichsmark umgetauscht, denn so etwas Minderwertiges wie die Drachme hätten wir schon damals abgelehnt. Insgesamt waren es 476 Millionen Reichsmark, die wir uns großzügig überlassen ließen. Und natürlich haben wir dafür ordentlich, wie sich's gehört, einen Schuldschein hinterlegt.

Nun weiß man ja, wie die Dinge gelaufen sind. Tscha, eben dumm gelaufen. Wir mußten kurzfristig unseren Besuch abbrechen und schlitterten kurz danach in einen totalen Staatsbankrott. Auch der damalige Kanzler kam uns dann irgendwie abhanden. Jedenfalls war der deutsche Staat so was von pleite, so daß wir beim besten Willen keiner einzigen Forderung irgendwelcher Gläubiger nachkommen konnten. Nun war ja jeder aufrechte Deutsche in den tausend Jahren zuvor selbst ein zutiefst Gläubiger gewesen, aber dieser Glaube an den ersten gesamteuropäischen Kanzler hatte sich mit demselben über Nacht verflüchtigt.

Auch die Reichsmark hatte sich dann bald nach dem Ende des Reiches erledigt. Blöderweise aber nicht die 476 Millionen Reichsmark, die wir uns als Kredit aus der griechischen Staats-Schatulle entnommen hatten. Die wollten die Griechen auf einmal wiederhaben, denn kaum waren wir bei ihnen etwas überstürzt abgereist, wurden sie uns gegenüber ziemlich kiebig. Unsere Entschuldigung, daß wir doch keine einzige Reichsmark mehr hätten, wollten sie als Entschuldung nicht gelten lassen. Und das tun die meisten Griechen bis heute nicht, wie man den Berichten und Kommentaren in ihren Gazetten immer wieder entnehmen kann.

Nun haben sogar vaterlandsvergessene deutsche Volkswirtschaftler diese Reichsmark-Schulden umgerechnet. Nach der heutigen Kaufkraft läge die Summe ohne jeden Zins-Aufschlag bei etwa 10 Milliarden Euro. Nehmen wir an, die Verzinsung läge bei nur drei Prozent -- ein Zinssatz, von dem die Griechen heute träumen können; für deutsche Kredite müssen sie bis zu 11 Prozent zahlen. Dann wären im Laufe der vergangenen 67 Jahre diese Außenstände auf mindestens 70 Milliarden Euro angewachsen.

Zum Vergleich: Im Rahmen der Euro-Krise liegt der deutsche Anteil an den nach Athen vergebenen Krediten und Bürgschaften bei 35,2 Milliarden Euro. Wenn also derzeit ein Schuldenschnitt von 50 Prozent im öffentlichen Gerede ist, müßten wir auf 17,5 Milliarden verzichten -- wohl wissend, daß wir die auch ohne Schuldenschnitt ohnehin nie wiedersehen werden.

Nun wurden zumindest den westlichen Deutschen nach dem Krieg alle Reparationskosten auf Druck der Amerikaner erlassen. Die brauchten das deutsche Knowhow inzwischen in einem neu ausgebrochenen Krieg, und zwar im Kalten. Im Londoner Abkommen von 1953 frisierten die amerikanischen Finanz-Figaros in einem radikalen Haircut auch die Schulden-Bilanz des Deutschen Reichs bei US-Banken. So wurden alle Altlasten aus Alt-Krediten der Weimarer Zeit gestrichen -- und das waren schon damals etliche Milliarden. Allerdings blieben die Kreditschulden der Deutschen bei den Griechen erhalten. Sie wurden lediglich gestundet -- mit Zinsen, versteht sich -- und zwar bis zum Tage eines Friedensvertrages. Und dieser Tag war nun schon vor 22 Jahren eingetreten. Als 1990 die deutsche Einheit verhandelt wurde, waren sich alle vier ehemaligen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges darin einig, daß das völkerrechtlich bindende Zwei-plus-Vier-Abkommen "anstelle eines Friedensvertrages" in Kraft getreten werden sollte.

Das wäre also der Zahltag gewesen. Doch inzwischen hatte sich die Situation grundlegend geändert. Wir Deutschen waren wieder ökonomisch und wirtschaftlich die Nummer 1 in Europa. So hatten wir nachträglich mit einiger Verspätung den Krieg doch noch gewonnen. Wir waren und sind die Sieger der Geschichte. Und Sieger zahlen grundsätzlich keine Kriegsschulden zurück an die Besiegten.

Die zaghaften Vorstöße der griechischen Regierung wurden vom neuen europäischen Einheitskanzler als irrelevant abgeschmettert. So mußten die Griechen uns Deutschen de facto einen Schuldenerlaß von 100 Prozent gewähren. Immerhin 70 Milliarden bei günstigstem Zinssatz. Doch wie kämen wir dazu, es ihnen gleichzutun. Das dürfen wir auch gar nicht, erklärt uns die Regierung, und darum können wir's auch nicht.

Und so beschließt man bei Bedarf
mit Morgenstern ganz messerscharf,
daß nicht sein kann, was nicht sein darf.

[/spoil]

Die verschiedenen Währungsräume:
Hartmut Kaelble: "Die Euro-Zone ist kein Extremfall" (Text, Der Tagesspiegel)

29.11.2012, 15:51

Hallo,

der Fortschritt schreitet fort ... nein, er bleibt hier.
Ab Neunujahr (Januar) heißt das nicht mehr "GEZ".
Dann wird nach einem Vorschlag von Heinrich Heine diese Einzieherzentrale in
"Beitragsservice" umbenannt. (Oder hieß der Vorschlagende Heini Heinrich ??? - keine
Ahnung, den Heinrich Heine ziehe ich zurück, habe den Verursacher vergessen).
Mal sehen, was sich sonst noch ändert. Nur noch wohnungsmäßig werden die Geräte
gebührend behandelt. Vor Jahren hatte ich mit dieser Einzieherei mal Zoff, weil ich
versehentlich ein TV-Gerät anmeldete, was ich nicht nutze. Es war mir einfach unklar,
wie die PC behandelt werden bezüglich Mediatheken und online-TV. Ich habe das online-TV
über meinen PC damals nicht weitergeführt und deshalb die TV-Geschichte wieder abgemeldet.
Da schrieben mir doch diese Leute - es sei "nicht glaubhaft", daß ich meinen TV-Gerät
abgeschafft hätte. Ich habe überlegt, ob ich mir irgendwo so einen Schrottapparat von den
Müllplätzen besorgen sollte, ihn in die Form von Schüttgut überführen und dieses dann
der "Zentrale" zusenden sollte. Es hat sich dann aber doch auf dem Schriftwege normalisiert.
Und was sich wohl auch nicht ändern wird bei diesem "Beitragsservice", ist die Regelung,
daß man Änderungen und Befreiungen von dieser Gebühr bereits im Vormonat anmelden
muß. Wenn man es nicht macht und dennoch ein gültiges Papier für den laufenden Monat
vorweisen kann, hat man Pech und darf die Moneten dennoch abdrücken. Ein wenig
entschärfend, daß man diesen Befreiuungsantrag für den Folgemonat "vorsorglich" abgeben
kann. Allerdings muß man dann natürlich das "Dokument" noch nachreichen. Also, immer noch
2 Aktionen und 2x Porto...

Apripokose "Porto" - der Standardbrief wird bald 58 cent kosten. Das finde ich doof.
56 cent, oder 57 cent, fände ich besser. Noch besser wäre natürlich 56,5 cent.
Die bis Silvester noch ausreichenden 55 cent-Marken können danach mit Ergänzungsmarken
weiter verwendet werden. Ich habe diese 3-cent-Marken noch nicht gesehen. Wenn sie schick
sind, kaufe ich die in größerer Anzahl und werde damit meine Briefe tapezieren. Für 58 cent
müßte ich dann 19 Stück von diesen Marken drauf kleben. Und dann bräuchte ich noch eine
1-cent Marke. Man gönnt sich ja sonst nichts... :-)

Die Elektroenergiepreise werden nun auch auf seltsame Weise noch weiter in die Höhe
getrieben. Man kann es ja noch halbwegs verstehen, daß energieintensive
Wirtschaftsunternehmen Wettberwerbsnachteile hätten, wenn sie nun abrupt höhere Preise
zahlen müßten. Aber eine Dauerlösung können Preisnachlässe für sie nicht sein. Da müßte
schrittweise eine Anpassung erfolgen. Daß wir als Verbraucher aber nun auch noch dafür
zahlen sollen, daß solche Großverbraucher bei drohender Überlastung der Netze bzw. bei
zeitweiligen Energieengpässen kurzfristig und kurzzeitig ihre Strom-Verbraucher
(Schmelzöfen und vergleichbare Anlagen) abschalten - das ist schon ziemlich dreist.
Und sie sollen schon Prämien dafür bekommen, daß sie sich überhaupt zum Mitmachen
(zum Sichbereithalten) bereit erklären.
Und der zweite Punkt - Zahlungen für den Netzausbau an Nord- und Ostsee - auch durch
uns als Verbraucher, ist mir desgleichen überhaupt nicht schlüssig. Wenn der Netzbetreiber
jetzt plötzlich viel und mehr bauen muß (jetzt einmal abgesehen davon, ob es sich dabei
um Versäumnisse handelt, die nun endlich nachgeholt werden müssen), dann muß er sich
irgendwo das Geld bei Banken besorgen. Notfalls könnte ja vielleicht auch der Staat
zinsgünstige Kredite ausreichen über die KfW oder die Landesbanken, wenn die allgemeinen
Banken gegenwärtig nicht in ausreichenden Umfang finanzierungswillig sind. Aber was
haben wir als Verbraucher mit der Finanzierungssicherung dieser Netzfirmen zu tun?
Die großen Energiekonzerne haben jahrelang gut gelebt. Und das sollte noch so weiter
gehen. Und nun: "Hilf, Luise!" und dem Wirtschaftsminister fällt nichts besseres ein,
als den Weg des geringsten Widerstands zu wählen - es gibt doch so viele "dumme"
Verbraucher... "Da machen wir halt eine Zwangskollekte" (nein, hat er nicht gesagt,
nur gedacht und: gemacht).

PS.:
Vielleicht habe ich diesen Punkt 2 der Energie-Zusatz-Kosten ein wenig falsch verstanden.
Es geht wohl nicht direkt um das Geld für die Finanzierung der Netzerweiterungen, sondern
es geht um Zahlungen an die Windkraftanlagenbetreiber für den Fall, daß die Netzanschlüsse
(noch) nicht da sind. Oder? Die Netzbetreiber wollen sich absichern, daß sie kein Ausfallgeld
zahlen müssen, was fällig wird, wenn die Windkraftanlagen laufen und Energie erzeugen, diese
aber nicht abgenommen wird. Im Grunde genommen ist das eine versicherungstechnische
Frage, wenn alles sauber geplant wäre. Denn wo Windkraftanlagen sind und entstehen, muß
auch ein Anschluß zur Elektroenergieabnahme sein und entstehen. Sychron, koordiniert, parallel.
Und wenn es zu Abweichungen in einem Zeitplan kommt, dann müßte eine Versicherung mit
Zahlungen einspringen. Aber wahrscheinlich wird es solche Versicherungen kaum geben, weil
die zu zahlenden Prämien angesichts der Mißorganisation exorbitant hoch wären. Die Versicherungen
wären ja nicht so dumm, das alles dann zu zahlen, ohne selbst dabei Gewinn machen zu können.
Das Ergebnis dieser Problematik ist aber das gleiche - wir als Verbraucher sollen die Finanzierung
lückenbüßen, die Netzbetreiber und/oder Stromerzeuger (Windkraftanlagenbetreiber) verzapft haben.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

So kann man sich als Journalist auch sein Geld verdienen - ein bißchen Frust ablassen
und feststellen, was festzustellen ist, nämlich, daß alles noch so unterentwickelt ist:

Die vollautomatische Parkplatzsuche 2:21 min

Was hat der Journalist nun erklärt? - Fast nichts. Soll er doch Rad fahren mit seinem Benz!!! :-)
Wobei... manchmal ist es auch nicht einfach ein Rad vernünftig abstellen zu können.
Man möchte es ja auch noch möglichst sicher abstellen können. Und wo kann man es
anschließen? Wenn ich zum Supertroupermarkt fahre, muß ich immer an die Metalleinfriedung
der Warenkörbe, weil es dort keine Abstell-Bügel für die Räder gibt. Und dafür bräuchte man
keine App (wie der Herr Journalist es sich so vorstellt), sondern einfach ein wenig Metall in der
passenden Form und ein bis zwei Parkplätze, die man dann "autoentfremdet".
(Blödes Volk! - also nicht die Deutschen insgesamt, sondern gemeint sind diejenigen, die
meinen - und es durch Unterlassen von entsprechend notwendigen Handlungen zeigen - daß es
keine Radfahrer gäbe, bzw. nur solche, die immer noch ihr Rad mit großer Begeisterung in
"Stolperfallen" stellen und ihre Räder dann an denen auch noch irgendwie anschließen, weil Räder
nun mittlerweile doch schon oft ein Wertgegenstand sind. Blödes Volk - ob nun bei der
Kette X., Y. oder Z. - genau so, denn für so etwas kann man kein Verständnis finden! Das ist
kein Fehler in der Eile... das hat System. Knete sparen... - sollen die "Radelheinis" doch zusehen,
wie sie klar kommen. Sie haben ja auch keinen Kofferraum und kaufen nicht so viel... )

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In der ARD-Kultursendung "ttt" gab es jetzt einige interessante Beiträge:

1. Venedig wird ... wie denn nun behandelt - pfleglich, erträglich oder erbärmlich?
Ein Dokumentarfilm warnt vor dem Ausverkauf Venedigs 4:18 min
Diese Kreuzfahrtschiffe sah ich auf den Fotos von F. Da habe ich mich schon gefragt, ob das gut
gehen wird?

2. The Who - Chef Pete Townshend hat als 68jähriger ein Buch über sein Leben geschrieben.
Ob in dem Buch auch steht, wieviel Gitarren er erschlagen hat, weiß ich nicht. Er war
ziemlich kreativ und erklärt auch, wieso er die Rockoper "Tommy" geschaffen hat.
Pete Townshend erzählt, wer er ist 6:23 min

3. Die Aktionskünstlerin Marina Abramovic setzte sich 3 Monate ins MoMa (Museum für moderne Kunst)
in Neu Jork und jeder konnte sich ihr gegenüber setzen und ihr in die Augen blicken.
"Der Künstler ist anwesend" ("The artist is present") 5:46 min

So, und nun laßt uns mal gemütlich weiterleben...

30.11.2012, 11:57

Hallo,

eines muß man schon so sehen gegenwärtig - es tut sich was im nahen Nahen Osten.

Seit gestern hat man in Ägypten im Eiltempo einen Entwurf für eine neue Verfassung
entschieden. Quasi über Nacht. Auf dem ZDF war ein TV-Bericht zu sehen, mit Blick
in den Beratungssaal. Durch Fokussierung der Aufnahmen konnte ich dann 3 Frauen sehen.
Und insgesamt befanden sich in dem Raum etwa 100 bis 200 Leute. Und alle extrem islamisch
orientiert (das Wort "islamistisch", das immer verwendet wird, finde ich nicht gut, weil es
doch zu sehr in Richtung Terrorismus weist - das sind aber nun nicht unbedingt Terroristen, die
eine stark islamisch geprägte Verfassung anstreben). Eine stark islamisch geprägte
Verfassung wäre sicher kein gutes Signal für die Zukunft. Wenn Religion und deren
Vorstellungen zur Zwangsveranstaltung für jeden und alle werden, kann man im Grunde
genommen sofort Zwangsjacken für alle Bürger ausgeben und einen Staat zur psychiatrischen
Anstalt erklären. Es ist vielleicht etwas zugespitzt beschrieben, aber wenn man sich in
der Geschichte (und in der Gegenwart) umschaut - darauf läuft es hinaus.

Palästina hat nun in der UNO einen Beobachterstatus nach Abstimmung in der Vollversammlung
erhalten. Dieser Schritt war überfällig. Israel täte gut daran, alles zu unternehmen, daß die
Palästinenser bald einen eigenen Staat bekommen und daß der Einfluß des Iran mit seiner
radikalislamischen antiisraelischen Position vor allem in den Köpfen der Palästinenser
zurückgedrängt wird. Natürlich ist es schlecht und nicht hinnehmbar, daß aus dem
Gaza-Streifen Raketen abgeschossen werden. Aber wenn man ständig versucht die
palästinensischen Gebiete abzuriegeln und wirtschaftlich klein zu halten
und zu benachteiligen, führt eine solche Politik niemals zu Frieden und zum Ausgleich.
Insofern sehe ich die UNO-Entscheidung als ein Signal dafür, was die Weltgemeinschaft
in dieser Frage möchte: 2 Staaten.
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