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Kalender 10/2012 (O.K.,(nun)tob(t)er)

01.10.2012, 17:41

Hallo,

das ist der Monat, der nach dem Fest (bzw. nun schon nach den zahlreichen Festen) benannt wurde.
Ja, genau - ich meine das "Oktober-Fest". Da dachte man sich dann, daß man ja auch einmal
einen Monat etwas origineller bennen kann - und bezeichnete ihn einfach unter Weglassung des Anhangs "Fest" als "OKTOBER".

Die Russen haben soger eine Oktober-Revolution veranstaltet, obwohl sie im November stattfand
(da gab es Kalenderprobleme; ich habe auch gehört, daß die Russen jetzt wohl doch wieder die
Sommerzeit umstellen werden - wahrscheinlich haben sie Angst bekommen, daß es wieder
zu solchen Kalenderproblemen führen würde - nach 1000 Jahren Sommerzeit findet in Rußland
der Sommer dann im Winter statt... Väterchen Frost in Badehose. :-)).

Wenn dieses Krokodil, nein, dieses Choro, Chlorophyll nicht wäre, würden die Blätter schon im
Frühjahr so bunt sein. Und das ist mir ohnehin ein Rätsel: Warum die versammelte Menschheit
bisher noch nicht die Photosynthese geknackt hat. Also, ich meine nicht alle die Formeln, die ich
früher im Bio-Unterricht sah. Sondern die technische Nachahmung und Nutzung. Ja, vielleicht
"lohnt" sich das nicht. Es ist sicher lukrativer und leichter, den tropischen Regenwald abzuholzen. :-(

Jetzt wurde wieder über viele Elektroautos gesprochen. Es gibt schon 4.500 Stück in D. Wahnsinn!
Und bis 2020 sollen es eine Mio. werden. Ich hätte da eine Idee - eine praktikable. Ein Osho muß
her! Der eine oder andere erinnert sich vielleicht: Er nannte sich lange Zeit "Der große Bhagwan"
(für die korrekte Schreibweise übernehme ich jetzt keine Garantie) und ließ sich von Jüngern und
Mägdelein (vor allem wahrscheinlich von denen, nehme ich mal an) sehr viele Rolls Royces
schenken. Es war zum Schluß ein Fuhrpark von fast 100 Exemplaren. So ein Mann muß her!
Und der muß dann scharf sein auf Elektroautos! :-)

Bunt wird es nicht nur draußen, sondern auch drinnen - in Düsseldorf:
Paul Klee-Ausstellung (Fotos)

Wäre doch auch einmal eine Idee - eine Galerie mit Baumbildern, die im Herbst bunt werden.

Viel Spaß im Tuschkasten-Land und

01.10.2012, 17:41

03.10.2012, 06:11

Hallo,

herzlichen Glückwunsch zum Tag der Deutschen Einheit!
Heuer findet das Hauptfest in München statt, weil Bayern gerade den Vorsitz im Bundesrat inne hat.
Wer von uns in München und Umgebung wohnt, kann dann heute bestimmt viel Gaudi (Das Lexikon für Bayrischsprachunmächtige) haben.

Auf der Seite vom BR gibt es auch jede Menge Infos.
http://www.br.de/themen/aktuell/inhalt/tag-der-deutschen-einheit-100.html

Ich finde es auch recht spannend, mich noch einmal an den Strauß'chen Milliardenkredit zu erinnern.
Was in der Neuzeit ein Trojanischer Gaul ist, wird nicht mehr so benannt.
(Das wäre ja auch zu auffällig... :-))
Der Aufsehen erregende Strauß-Deal mit der DDR (Text, BR)
(Der Franz-Josef wollte Außenminister werden... ja, das paßt schon,
wußte ich noch nicht, aber er wollte ja auch Kanzler werden - wenn das schon nicht klappte,
dann wenigstens Außenminister... - so als "Starfighter"... :-))

Long live the Bavarian - East (Middle) German NichtPrussian Freundschaft!
(unter anderen natürlich, es gibt ja noch mehr Bundesländer... :-))

PS.:
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht:
Linkshänder - Warum die Minderheit überlebt (Text, BR)
Interessant.
Warum überleben eigentlich die Bayern, die Russen und die Römer, usw. - sie sind doch
alle eine Minderheit in der Welt? - Von den anderen gibt es immer viel mehr (insgesamt). :-)
Vielleicht ist das ein Trick von der Evolution - "Teile und herrsche".
Am Ende hat sie kein Interesse an uns allen mehr. :-)

PS.2:
Abarbeiten am "historischen Analphabetismus" - Schülerwissen über DDR mangelhaft (Text, ARD)

... wenn die Eltern es nicht einmal mitbekommen haben, daß die DDR ein "seltsamer" Staat
war, wie sollen es dann die Kinder erfahren? Daß im Osten kaum (west-)deutsche Konzerne
produktiv tätig sind - das kann allerdings jeder sehen - jetzt ist es sichtbar - auch für die
Kinderlein. Und das halte ich für viel wesentlicher, als die Geschichtsvermittlung (die natürlich
umfassend und möglichst korrekt sein muß).
Und wenn es da Probleme hinsichtlich der Beurteilung des "Demokratie"-Status gibt - das wird
nicht nur eine Frage der Bildung zu sein... (also um nur (auswendig) gelernt zu "wissen", ob
"Demokratie ja/nein" herrscht(e)).
Das scheint mir mehr eine Frage des Lebens und Erlebens zu sein, und zwar in allen Sphären.
In Rahmen der Nichtdemokratie der DDR gab es duchaus auch unterschwellige demokratische
Tendenzen - auch wenn sich das heutige Historiker oder Geschichtslehrer nicht vorstellen wollen
oder können. Und so wird jede Generation ihre eigenen Erfahrungen machen und sammeln
(müssen).

PS.3:
Ostschoten - Marke Eigenbau zum Verreisen (MDR) 5:45 min
Was an dem Gefährt eine "Ostschote" sein soll, ist Geheimnis der Journalisten.
Die Leistung des Mannes ist sehr respektabel. Ist am Ende wahrscheinlich auch besser, es so
getan zu haben, als sich an der innerdeutschen Grenze totschießen zu lassen. Das sage ich jetzt
einmal ein wenig provokativ, ohne dieses damals herrschende Regime verniedlichen oder
gar verklären zu wollen.

04.10.2012, 13:18

Bild

Yepp, so isses, und sie ist immer noch schön, unsere Mutter Erde!

Hoffentlich bleibt sie es auch noch eine Weile!

Deshalb macht die Donna jetzt einen herbstlichen Stadtbummel -

alla - bis später :-)!

05.10.2012, 08:16

Hallo, liebe Donna,

mit dem Herbst hat das Jahr ein Endergebnis.
Auch wenn natürlich noch einiges kommen kann bis zum "Grenzübergang" und vormaliges noch
weiterwirkt - je nachdem.

Ich habe Dein Bild zunächst beginnend von oben links gesehen und fragte mich, wie Du das
so gut mit dem Rahmen hinbekommen hast, daß der braune Schmuck in den fotografischen
Ast übergeht. :-) Mit dem Betrachten des Gesamtbildes wurde es mir natürlich sichtbar, wie
es geht. Gefällt mir gut in dieser Form (nun nicht als Umrahmung in jedem Falle), aber dieser
hier ist schön schmal und paßt (nach meinem Geschmack).

Viel Spaß noch beim Stadtbummeln.
Dann kommt noch Weihnachten mit den Märkten, bevor wir uns dann eine Weile in unsere
Hütten verkriechen... Deshalb jetzt noch auftanken!

PS.:
Vor 50 Jahren wurde der erste Bond-Film uraufgeführt:
Ein halbes Jahrhundert gewundert (Text, 1live)
Es gibt einen deutschen Physikprofessor, der die technischen Spielereien auf ihren
wissenschaftlich-technischen Gehalt hin betrachtet. Das ist ganz witzig.
Die Amis waren seinerzeit (in den 50ern) wohl auch ziemlich perplex, als sie die Agentenwohnung
von diesem Russen - Dr. Abel - in New York sahen. Da gab es auch eine kleine Münze,
die waagerecht durchgesägt war - als Transportbehälter für Filme.
(Da hätte er bestimmt 5 Jahre später, wenn sie ihn nicht geschnappt hätten, den ersten James Bond
Film noch vor der Uraufführung nach Moskau geschmuggelt.) :-)

PS.2:
Manchmal gibt es nicht nur bunte Blätter, sondern auch bunte Himmel.
Gezaubert von einem besonderen "Sonnenschein" - dem Sonnenwind:
Polarlichter (zum Weiterschalten ins Bild klicken)

05.10.2012, 19:43

Hei miljas,

mein Bild - der Rahmen - keine Ahnung mehr, wie ich das gemacht hab.
Irgendetwas mit "Strahlendes Licht" oder "Aufhellen"; ich weiß es nicht mehr.
Aber es freut mich, wenn es dir gefällt, und ich selbst finde es optisch auch nicht ganz schlecht.
Nein, niemals wollte ich für mich so einen Rahmen und wahrscheinlich auch nicht unbedingt so ein doch etwas düsteres Bild haben,
aber in der Eile habe ich kein freundliches Herbstbild gefunden.
Und ich wollte mich doch mal wieder zu Wort melden, nicht, dass ihr noch eine Vermisstenanzeige aufgebt ;-)!

Ja, jetzt ist es bald wieder soweit. Jahresende lässt grüßen!
Weihnachtsmänner und Stollen stehen und liegen ja schon seit Sommerferienende in den Supermärkten.
Schlimm, ganz schlimm, das... Aber ändere es - no chance!

Ansonsten ja - dieses Jahr erfreuliche Nachrichten vom Steuerberater, bleiben nur noch die von den Finanzbehörden abzuwarten...
Und nachdem ich heute den ganzen Tag in meiner Küche Großputz gemacht habe,
bin ich jetzt mit meinen arthrosegeschädigten Handgelenken ziemlich am Ende. Daher... Ausspannen...Abschalten.... :-)

Ach ja, gestern habe ich mir in der Mediathek das 2-teilige ARD-Machwerk "Der Turm" angesehen.
Nicht ganz schlecht, das muss ich sagen, aber auch nicht so richtig zum Jubeln.
Gut nur, dass persönliche Schicksale überall schrecklich sein können, wenn denn ein solches Regime im Hintergrund die Fäden zieht,
wie es wohl seinerzeit in der DDR war. Keine Ahnung, ob wirklich soo viel an diesen ganzen Stasi-Geschichten war, aber eher ja - oder?
"Das Leben der anderen" ließ ja ebenfalls wenig Hoffnung auf das Gegenteil übrig.
Na ja, wenigstens ist das jetzt Geschichte - gottlob. Aber wird es so bleiben....???? :donna_11_smfrag_1:

Die Donna

06.10.2012, 12:34

Hallo, liebe Donna, Hallo,

ich habe mir den Film auch angeschaut. Der Roman kam vor etwa 3 Jahren raus - ich habe ihn
geschenkt bekommen, begonnen, aber dann nicht weiter gelesen. Es sind 1000 Seiten und
es gibt eine große Anzahl von Personen und Handlungsorten.

Der Film und die Handlung sind sehr trübe.
Ich meine schon, daß es eine auf wahren Tatsachen beruhende Handlung ist.
Leider. Ich war beispielsweise nicht bei der Armee. Meine Ausmusterung war nicht durch
"Vitamin-B" zustande gekommen, sondern ich hatte einfach Glück. In den Musterungskomissionen
(oder wie sich das nannte, ich erinnere mich nicht an die offizielle Bezeichnung) arbeiteten auch zivile
Ärzte. Der mich musternde Arzt jüngeren Alters war offenbar ein solcher und hat mich einfach
ausgemustert. Es gab natürlich gesundheitliche Probleme und ich selbt konnte nicht einschätzen,
ob es dann auch zu gefährlichen Belastungssituationen kommen könnte. Dazu ist ja eigentlich
ein Arzt auch da, so etwas zu bewerten. Daß es solche Vorkommnisse bei der Armee tatsächlich
gab, wie im Film gezeigt, ist mir ist gerüchteweise bekannt geworden. Hier im Film war es eine
Gefechtsübung, aber diese Ausdauermärsche über Dutzende von Kilometern mit vollständigem
Marschgepäck und in hohem Tempo waren immer der Abschluß jeder Grundausbildung. Das war
bekannt.

Die Stasi-Problematik ist eine ganz üble Sache gewesen.
Es wurden alle gesellschaftlichen Bereiche von diesen Leuten überwacht und beeinflußt.
Militär und Sicherheitsbehörden natürlich sowieso. Aber auch die Wirtschaft, selbstverständlich
die Medien, das Bildungswesen, der Kulturbetrieb, die Kirchen, Justiz und auch das
Gesundheitswesen.
Wenn es in den 50er Jahren vielleicht noch in Ansätzen zu rechtfertigen war einen Blick auf alles
zu werfen, insbesondere die Wirtschaft, daß es größere von außen gesteuerte Sabotagaktionen
geben konnte, so war die Ausweitung dieser Aktivitäten bis hin zum Ende der DDR weder legitim
noch sinnvoll. Denn anstatt etwas zu verbessern, schaffte man sich nur noch mehr Feinde - und
diese vor allem nicht irgendwo, sondern im eigenen Lande.
Mir ist jetzt auch noch einmal die Tatsache bewußt geworden, daß die Menschen sich
eben nach 10-20 Jahren Feiheitsberaubung (also gesehen ab Beginn der 80er Jahre, und
ich meine also in erster Linie die geschlossenen Grenzen) nicht mehr damit abfinden wollten.
In den Jahren nach 1980 wurde der Drang nach freiem Reisen immer größer. 20 Jahre
Abschottung waren einfach genug. Es waren nun seit Anfang der 60er auch neue Generationen
aufgewachsen, die sich mit diesen Zuständen nicht mehr einverstanden geben wollten.
Die sich immer weiter verbreitende Sichtweise war: "Wir leben jetzt!"

Ich war Ende 70er einmal kurz dort oben auf dem "Weißen Hirsch" (in dem Dresdner Villenviertel
oberhalb des rechten Elbufers). Ich besuchte ein Kino wegen der Aufführung von Chaplins "Der
Goldrausch". Dresden hatte seine Bildungsbürger, die in der Uni und den Hochschulen arbeiteten,
im Krankenhaus, in Kunstschulen, Theater, Tanz und Museen. Sie wohnten wohl zum Teil auch dort
oben. Auch der Herr Manfred von Ardenne hatte sein Institut in dem Viertel. Damals wollte er
den Krebs (als Krankheit, er selbst war wohl gesund) besiegen und erfand die
Sauerstoffmehrschrittt-Therapie.

Es war natürlich nicht einfach mit der Stadt nach dem Kriegsende.
Erich Kästner sagte angesichts dessen: "Die Stadt Dresden gibt es nicht mehr."

Bild

Einige der alten Gebäude wurden wieder hergestellt - der Zwinger, die Katholische Hofkirche.
Aber die alte Stadt insgesamt wieder so herzustellen wie sie ursprünglich war - schwer zu sagen,
ob das möglich gewesen wäre. Es wäre nicht nur eine Frage des guten Willens gewesen, sondern
sicher vor allem auch eine Frage der erhöhten Anstrengungen und Aufwendungen.

Als ich Ende 70er gelegentlich in Dresden war, erfuhr ich, daß diese gesamte große Stadt
(500.000 Einwohner) nur ein einziges Hallen-Schwimmbad hat. Und ich glaube, es war nur ein
25m -Becken. Da habe ich mir schon gedacht, daß das so nicht gut gehen kann. In den reinen
Altbauvierteln von Dresden war ich damals seltener. Aber es war zu hören, daß der Verfall dort,
so wie auch in Leipzig, in den 80er Jahren rasant zunahm. Und wenn es eine Kombination so vieler
Mißstände gibt - dann mußte es zu der Situation führen, daß die Menschen völlig "ausgestiegen"
sind aus diesem Land.
Ich war in den Tagen der Eröffnung der Semperoper (Februar 1985) auf Dienstreise in Dresden.
Da war eines Abends der Hauptbahnhof von Polizei vollständig abgesperrt. Es war bereits dunkel.
Ich sah zahlreiche Hundestaffeln und war entsetzt von dieser Szenerie. So etwas hatte ich live noch
nie gesehen - nur in Berichten aus dem Westfernsehen von dortigen Demonstrationen. Es hieß
dann, daß ein Fußballspiel von "Dynamo Dresden" stattfindet. Ich hatte damals bereits das ungute
Gefühl, daß die angestrebte Harmonie schon längst zerbrochen war.

Was mich persönlich betrifft - ich war mit den Zuständen nicht einverstanden.
Aber weder wollte ich mich in gefährlichen Aktionen verausgaben, um dann vielleicht jahrelang im
Knast zu landen - das hätte ich dann wahrscheinlich auch kaum überlebt - noch wollte ich im Westen
leben. Als ich jung war, dachte ich mir, zunächst "etwas zu lernen", erfahrener zu werden.
Danach gab ich mir 10 - 20 Jahre Zeit. Daß die Entwicklung dann so lief, wie sie lief, konnte ich
nicht vorhersehen. Ich war darüber nicht völlig glücklich, weil die Menschen zu sehr dem Westen
in die Arme getrieben wurden. Allerdings muß ich sagen, daß der Sicherheitsapparat sehr, sehr
gewaltig war. Genauere Zahlen erfuhr man ja auch erst nach den Umbrüchen. Daß beispielsweise
in Berlin-Adlershof ein Regiment mit mehreren Tausend Angehörigen stationiert war, wußte ich - es
war allgemein bekannt. Daß es aber sogar mehr als 11.000 (!) Angehörige hatte... (ich hatte
mit 5 - 8 Tausend gerechnet).

http://de.wikipedia.org/wiki/Wachregiment_Feliks_Dzierzynski

Wie hätte man mit diesen gut ausgebildeten, trainierten und schwerbewaffneten Leuten fertig werden
sollen? Hinzu kamen ja dann noch die Armee, die Polizei - die hatten auch kasernierte Einheiten - und
die Staatssicherheit insgesamt (wie dann später zu hören war, 91.000 Hauptbeschäftigte, einschließlich
der Zeitsoldaten vom Wachregiment).

Und es waren - wie ich dann auch später erfuhr - 337.000 (!) russische Soldaten
in der DDR stationiert (mit Familienangehörigen eine halbe Million Menschen). Wieviele Waffen da
dran hingen, weiß ich nicht, aber es waren sehr viele Panzer und natürlich kleinere Waffen in
rauhen Mengen. (4200 Panzer, 8200 gepanzerte Fahrzeuge, 3600 Geschütze, 106.000 sonstige
Kraftfahrzeuge, 690 Flugzeuge, 680 Hubschrauber, 180 Raketensysteme, 95.500 Kraftfahrzeuge,
677.000 Tonnen Munition -Stand 1991, aus Wikipedia)
Die Amis haben sogar das riesige Übungsgelände von Jüterbog - das man vom Zug aus sehen
konnte, wenn man in Richtung Dresden fuhr - in den USA nachgebaut.

Im Grunde genommen gab es nur die eine Möglichkeit, wie es ja dann auch in der Wirklichkeit
gekommen ist, daß sich die Menschen in Massen dagegen erheben. Eine Initiierung erfolgte
damals 1989 quasi mit Hilfe des Westens über das "ungarische Trojanische Pferd" - so möchte
ich das einmal bezeichnen.
Die Hauptursache waren aber natürlich auch die Veränderungen in der ehemaligen Sowjetunion,
die das ermöglichten, daß sich eben Ungarn so "trojanisch" verhalten konnte und den Grenzzaun
öffnete. (Die Ungarn waren "klamm" und haben dann einen netten Kredit von der Bundesrepublik
bekommen.) Was genau die Ursachen in der Sowjetunion für diese Veränderungen waren - müßte
man erforschen. Personen mit ihren Ideen sind nicht unwichtig, aber zum Teil auch nur Ausdruck
von Notwendigkeiten und Entwicklungen. Warum dann plötzlich Gorbatschow "losgelassen" wurde
und was man sich davon versprach - das, wie gesagt, müßte man einmal genau klären.

(Vielleicht haben sich die Russen damals gedacht, daß ihnen das von ihnen besetzte vorgelagerte
Europa zu teuer wurde, daß sie das nicht mehr brauchten, weil sie ihre Atomraketen hatten und sich
stattdessen mehr auf innere Probleme konzentrieren wollten (und dann vielleicht noch einen Deal
mit dem Westen machen können, wenn man diese Länder "herausrückte"). Die osteuropäischen
Länder haben doch vor allem Probleme gemacht. DDR '53, Ungarn '56, ,
Tschechoslowakei '68, Polen '81, hinzu kamen noch außereuropäische Probleme: Korea Anfang 50er,
Kuba ab '59, Vietnam '64-'75, Afghanistan nicht zu vergessen).

Daß dieser Stasi-Wahnsinn beendet werden konnte, ist mit das Beste.
Was die Zunkunft bringen wird...
?
Hoffen wir, daß sich so etwas nicht wiederholen kann.

PS.:
Créme frech von Martin Buchholz
Martin Buchholz hat geschrieben:Grüne, Linke, Piraten:
Die Basis läßt grüßen


Bei den Grünen hat man mal wieder die Basis entdeckt. Claudia Roth schnullerte es kulleräugig in alle Kameras: "Nichts ist uns wichtiger als das Vertrauen der Basis." Dieses Basisvertrauen ist ja nicht ganz unwichtig, wenn man auf der politischen Bühne agiert. Wer sollte das besser wissen als ich. Schließlich stehe ich ab Sonntag wieder selbst auf der Bühne der "Wühlmäuse", wenn auch nur jeweils für eine zweistündige Wahlperiode.

Dann spüre ich das Vertrauen, das die Basis, die zu meinen Füßen kauert, verströmt. Davon ist vor der Vorstellung, wenn der Theatersaal noch leer ist, nichts zu merken. Aber viele Leute schleppen leichtsinnigerweise Vertrauen mit sich herum -- auch ins Theater. Kurz vor dem Ende des Programms mache ich stets die übliche Ansage, daß sich jeder bitte beim Verlassen des Theaters vergewissern möge, daß er seine Wertsachen, insbesondere das Vertrauen, noch dabei habe. Dennoch beschweren sich hinterher immer wieder Zuschauer, daß sie in meinen Vorstellungen ihr rechtsstaatliches Vertrauen verloren hätten und daß ich es ihnen gefälligst zurückgeben soll. Dabei -- was soll ich machen: Ich hab dieses Vertrauen selber auch nicht. Das muß irgendwer anders wohl aus Versehen mitgenommen haben. Und so sieht ja dieses Vertrauen auch aus -- ziemlich mitgenommen.

Andererseits gibt es auch Leute, die kommen und sagen: "Herr Buchholz, ich schenke Ihnen mein volles Vertrauen!" Diese Schenkung lehne ich aber dankend ab. Meine Mutti hat mir schon früh beigebracht, daß ich von fremden Onkels nichts annehmen soll. Und wie mich das Leben später lehrte -- von fremden Tantens besser auch nicht.

Ich jedenfalls würde mein Vertrauen nicht überallhin mitnehmen, weil darauf kein Verlaß ist. Das Vertrauen geht ab und zu gern mal flöten. Weshalb auch die Grünen Obermacker und -innen der Basis wieder die richtigen Flötentöne beizubringen versuchen. Aber was dabei herauskommt, ist meist nichts als verquälte Quakerei. Keine Flötentöne, sondern Krötentöne. Ja, sowas kommt von sowas: Denn immer wenn die Grünen mal an irgendeiner Regierung waren, wurden sie ja kulinarisch anspruchsvoll und schluckten jeden Morgen zum Frühstück mindestens drei Kröten. Das nennt man orale Sodomie. Und der einst so hoffnungsvoll begonnene lange Marsch durch die Institutionen endet folgerichtig als Krötenwanderung.

+++

Da ist man bei der Linkspartei nicht so feinschmäcklerisch. Die verhackstücken sich da ganz genossenschaftlich gegenseitig, um sich dann einander zum Fraß vorzuwerfen. Ossis und Wessis in der Faktion haben sich da gegenseitig echt gefressen. Das neue Partei-Motto ist: Kannibalismus statt Sozialismus. Eine höhere Stufe der sozialistischen Mitmenschlichkeit. Schließlich sang schon der olle Brecht: "Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum braucht er was zum Fressen bitte sehr..." Kein Wunder, daß man sich gründlich satt hat, eben weil man einander schwer im Magen liegt. Doch obgleich man sich gegenseitig ungenießbar findet, verkündet die Parteivorsitzende öffentlich unverdrossen: "ICH HAB' GENOSSEN"!

+++

Im Januar stehen die nächsten Wahlen an in Niedersachsen. Die Piratenpartei liegt da nach einer NDR-Umfrage gleichauf mit der Linkspartei -- inzwischen bei matten vier Prozent. Da lautet das Motto mittlerweile:
Erst bloggen und twittern,
dann zagen und zittern.
Oder auch: Erst schippern und entern,
dann bibbern und kentern.

Dabei stand der niedersächsische Piratenkahn noch vor ein paar Monaten mit satten acht bis neun Prozent unter vollen Segeln. Aber der Aufwind, der die Piraten vorwärts trieb, erwies sich immer mehr als heiße Luft, die sie selber produzierten. Der Totenkopf auf der Piratenflagge wurde zum unverwechselbaren Markenzeichen dafür, daß es im computergesteuerten Schädel an Programm-Software mangelt und daß der virtuelle Hohlraum dringend auf ein Update wartet.

Es reicht eben nicht, sich permanent in politischen Fragen für inkompetent zu erklären und für diese Inkompetenz das Urheberrecht exklusiv zu beanspruchen, man muß diese exklusive Unbedarftheit auch glaubhaft verteidigen können. Nun stellt sich aber in den politischen TV-Quasselshows - etwa zum Thema Euro-Krise - stets von neuem heraus, daß die angeblichen Experten der anderen Parteien ebenso ahnungslos sind wie die Naivlinge von den Piraten. Und damit ist deren Alleinvertretungsanspruch in Sachen politischer Ignoranz nicht mehr glaubhaft. Da sagen die anderen Parteivertreter vollkommen zu Recht zu ihrer neuen Konkurrenz: Was ist eigentlich so neu und besonders an euch? So doof wie ihr waren wir schon lange.

Blöderweise meinen etliche Ober-Piraten inzwischen, daß auch sie in allen Sachfragen irgendwie mitreden müßten. Sie sollten sich an den weisen Rat halten, den Mark Twain mal gegeben hat: Es ist besser man hält den Mund und erweckt den Eindruck, dumm zu sein, als ihn aufzumachen und jeden Zweifel zu beseitigen.


08.10.2012, 17:57

Hallo,

nun hat der Chavez wieder die Präsidentschaftswahlen in Venezuela gewonnen...
Man kann es nun sehen, wie man will - es gibt sicher eine Menge Für und Wider.
Aber immerhin scheint es dort grundsätzlich bei den Wahlen demokratisch zuzugehen.
Was die "lieben" westlichen Korrespondenten da so berichtet haben... vonwegen
der Chavez hat "die Stimmen der Armen mit Wohnungen und Lebensmitteln gekauft"...
Soviel Zynismus als Journalist zu entwickeln - das ist schon eine ganz "reife" Leistung.
Wenn Chavez als Programm seiner Politik gerade das Ziel verfolgt, die Armut zu
bekämpfen, dann ist das kein "Kaufen von Wählerstimmen". Ob die Politik nun so
gestaltet ist, daß diese Bekämpfung der Armut auch zu einem stabilen neuen Reichtum
führt, unabhängig von den Einnahmen aus der Erdölförderung die jetzt dafür eingesetzt
werden - das ist eine andere und natürlich auch sehr wichtige Frage.
Venezuela - Chavez wiedergewählt (ARD, Bericht: Peter Sonnenberg) 2:40 min

Und warum ist die Kriminalität dort so hoch? Angeblich, weil wegen des anteiligen
verbilligten Verkaufs von Erdöl an Kuba (dafür schickt Kuba Lehrer und Ärzte), kein Geld in den
Armenvierteln ankommt ?
In Venezuela ist die Gewalt außer Kontrolle (Text, Die Zeit)
Nachbarland Kolumbiens, Transitweg nach Norden, kriminelle Polizei und Militärs...
Die "lieben" Drogen...
(in Kuba hatte man auch einmal einen hohen Armee-General in den 90er verurteilt,
ich glaube sogar zum Tode, weil er mit der Drogenmafia paktiert hat.)
Wo in der Welt hat man das Drogenproblem wirklich im Griff? Das würde mich mal interessieren.
Was ist in den USA? Mexico? Afghanistan? Thailand? Laos? Birma? In Holland sind die Coffee-Shops
jetzt nur noch für Einheimische geöffnet. Aber der Chavez - der soll es alles in den Griff bekommen
(klar, die "gefährlichste" Hauptstadt der Welt... - da muß man was machen, aber nicht Chavez
alleine).

Wenn es bürgerliche Parteien und Politiker in Venezuela gibt, die es wirklich ernst meinen
mit einer stärker sozial ausgerichteten Marktwirtschaft (im Gegensatz zu früher - nur deshalb
ist ja der Chavez auch an die Macht gekommen), dann sollen sie das in ihrer Politik und ihren
eigenen Firmen und Unternehmen zeigen - dann werden sie auch für die Armen wählbar.

(Und dann wird sicher keiner der deutschen Mainstreem-Journalisten mehr behaupten, daß diese
Wähler "gekauft wurden".
Also, ganz offen gesagt - manchmal, nicht so oft - es gibt auch viele sehr gute deutsche
Journalisten - ekelt es mich wirklich an, was für einen Dreck man da angeboten bekommt.)

PS.:
Da fragt man sich, was nun genau mit dieser LKW-Maut so getrieben wird (außer der Renovierung
von Autobahnen):
"Wir steuern auf den GAU zu" (Fahrzeugbrücken in D) (Text, SRW)

Das kann man sich ja mal im Gedächtnis speichern:
Eine LKW-Überquerung entspricht in der Belastung 200.000 PKW-Überfahrten!
(Hätte ich nicht gedacht. Ich hätte auf max. 50 - 100 getippt. Ist das wirklich so?)

09.10.2012, 10:50

Hallo,

Felix Baumgartner (Österreich, z.Zt. USA) will heute mit einem Ballon bis auf 36.000 m
Höhe aufsteigen

(das ist mehr als 3x so hoch, wie die Flughöhe moderner Passagierjets
[img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/47/Atmosphäre_Stufen.svg/250px-Atmosphäre_Stufen.svg.png[/img])

und von dort mit einem Fallschirm zurück springen.
Den Fallschirm will er aber erst nach 5 Minuten öffnen.
Bis dahin fällt er logischerweise frei und wird voraussichtlich Überschallgeschwindigkeit
erreichen.

Der geplante 36.000 m Sturz (Text, ZDF)

Klingt natürlich verrückt. Ist es auch.
Aber der Baumgartner hat schon "etwas drauf".
Er ist in seinen jüngeren Jahren von allen möglichen hohen Bauwerken mit dem Fallschirm
gesprungen. Wenn es ihm Spaß macht... Ich habe die Aufnahmen seiner Sprünge immer gern
angeschaut.
Und für die jetzige Aktion 5 Jahre Vorbereitung - das sieht nicht nach Leichtsinn aus.

PS.:
Wegen zu starkem Wind auf unbestimmte Zeit verschoben.
Baumgartner saß schon startbereit in der Kapsel, als das entschieden wurde.
Das ist auch ein gutes Zeichen dafür, daß man die Risiken ernsthaft minimiert.

10.10.2012, 11:49

Hallo,

früher war doch alles besser!:

Der diesjährige Weltuntergang wurde bereits vor 1300 Jahren von einem später
untergegangenen Volk abgesagt (Text, BR)


Ja, das ist paradox.
Die Rede ist von den Mayas.
Zufällig hat man gerade in diesem Jahr eine alte Treppe mit H... (wie schreibt man das?: ) [spoil]Hieroglyphen[/spoil] entdeckt, im Dschungel von Gu a te ma la. Gut, gut. Und sehr schön.
"Du seien eine gute Mala, wenn Du gut malarst."
(Oh ja, die Bilder von dort sind sehr farbenfreudig. In Berlin-Lichtenberg gibt es eine
Wandmalerei aus Ni ka ra gu a).

[align=center][img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2a/Monimbóplatz%2C_Berlin%2C_207-312.JPG/320px-Monimbóplatz%2C_Berlin%2C_207-312.JPG[/img]
[/align]Großformatig hier:
[spoil][img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Monimbóplatz%2C_Berlin%2C_207-312.JPG[/img][/spoil](Foto von Lotse/Wikipedia)
Das Bild zeigt das Zeitgeschehen von damals - Krieg des Diktators und seines Regimes
gegen die eigene Bevölkerung.

Wo die Mayas abgeblieben sind?
Als die Spanier kamen, waren sie bereits weg.
Vielleicht haben die Mayas diesen Weltuntergang vorausgesehen und sich vorher
verabschiedet ?

PS.:
Ein zarter Hauch von Sexualität auf der Frankfurter Buchmesse (Text, HR)
Stimmung, Stimmung, trala la la la...
R.W. - Ein bißchen Aroma, ein bißchen Paloma... 3:13 min

11.10.2012, 15:15

Hallo,

falls jemand nach St. Petersburg reist, mal bitte vorher prüfen,
was genau man dort ungestraft sagen darf,
und was nicht.

US-Popstar Madonna (54) sieht sich nach einem Konzert in Russland mit einer
Schadenersatzforderung in Höhe von umgerechnet 8,3 Millionen Euro konfrontiert.
Ein Gericht in St. Petersburg begann am Donnerstag in Abwesenheit der Sängerin mit
der Prüfung einer Klage wegen angeblicher "Schwulenpropaganda". Madonna hatte im
August bei einem Auftritt in der Stadt zur Toleranz gegenüber Homosexuellen aufgerufen.
Im März war in der Touristenmetropole ein umstrittenes Gesetz in Kraft getreten, das
öffentliches Reden über Homosexualität unter Strafe stellt.

(aus ZDF, heute-Nachrichten)

Vielleicht wird Geld für die Reparatur einer Newa-Brücke benötigt...
Ob man so etwas dort sagen/fragen darf? :-):-(

St. Petersburg - Heimatstadt des "lupenreinen Demokraten" Wladimir Putin.
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