12.10.2012, 10:59
12.10.2012, 10:59
13.10.2012, 09:20
Martin Buchholz hat geschrieben:Nobel geht Europa
zugrunde
Nun also ist die Europäische Union friedensgenobelt. Und das zu einem Zeitpunkt
des größten europäischen Unfriedens. Da feiert die nationalistische Hetze gerade
wieder ein hemmungsloses Comeback, sowohl bei uns als auch in den südlichen
Ländern -- und ich denke hier vornehmlich an Bayern. Das politische Sprachrohr
dieser Dumpfköpfigkeit ist jener CSU-General, der ständig seinen Geifer absondert,
also hemmungslos generalsekretet. Aus dem europäischen Stier, wie ihn der olle
Zeus einst in Mode brachte, wurde ein bayrischer Ochse namens Doofrind, oder
so ähnlich.
Der Euro, der eigentlich das Symbol der europäischen Einigung sein sollte, wurde
umgemünzt in einen falschen Fuffziger, der den Völkerhaß auf diesem Kontinent
erst so richtig hochkochen ließ und läßt. Von einer europäischen Vereinigung ist
da wenig zu spüren. Genauer gesagt: Nichts! Da ist nichts mehr geblieben, von
dem schönen gemeinsamen Gefühl, daß wir alle Europäer sind. Und gerade für
etliche Deutsche meiner Generation war Europa immer ein Zufluchtsort. Da fanden
wir politisches Asyl, wenn man uns zu Hause verfolgte mit dem dumpfbräsigen
Gedöns, daß wir gefälligst stolz zu sein hätten, Deutsche zu sein. Besonders
augenfällig wird dieser Stolz, wenn er schwarzrotgold umrandet immer mal wieder
von den Titelseiten der BILD-Zeitung vorschlaghammermäßig in die nationalen
Schrumpfhirne gedonnert wird.
Erst am Mittwoch hat dieses Blatt mal wieder völkisch scharf beobachtet, was des
Volkes Maul am Stammtisch von sich gibt: "Griechenland, es reicht!" So das
Ultimatum des BILD-Kommentators, als die deutsche Kanzlerin bei ihrem
Griechenland-Besuch nicht auf weißen Rosen aus Athen gebettet wurde und der
Massenjubel eher zu wünschen übrig ließ. "Undankbarer geht es nicht. Es reicht!...
Das Griechenland, das sich gestern mitten in Athen zeigte, gehört nicht in den Euro."
Was wollte die Kanzlerin eigentlich in Griechenland? Aus der Ferne kann sie dieses
Land doch viel besser regieren. Mit etwas Abstand kann sie auch effektiver die
Peitsche ihrer Spardiktatur schwingen. Dann muß sie sich zumindest nicht
mitanhören, wie dieses undankbare Schmarotzerpack unter ihren Hieben jammert
und jault. Bloß weil es mal lernen soll, wie es ist, weit unterhalb der Hartz-IV-Basis
zu vegetieren.
Die Arbeitslosen in Griechenland kriegen ja nur noch ein Jahr lang Arbeitslosengeld
-- und von dem können sie nicht leben und nicht sterben. Was heißt können? Die
wollen nicht, zumindest nicht sterben. Da sieht man wieder diesen ausgeprägten
Egoismus der Griechen gegenüber uns deutschen Mit-Europäern. Ein kollektiver
griechischer Massen-Suizid wäre ein Zeichen der Solidarität, das den
gesamteuropäischen Interessen, wie sie die Kanzlerin immer wieder anmahnt,
sehr entgegenkäme. Um den Griechen diese finale Entscheidung zu erleichtern,
wurde auf Anordnung der Troika jedes weitere soziale Almosen gestrichen. Nach
einem Jahr Arbeitslosigkeit gibt es keinen Cent mehr. Das sollte zur Abschreckung
dienen, aber nee, was geschieht? Da liegen die Arbeitslosen nun massenhaft auf
der Straße -- nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Südeuropa, und was machen
sie dort aus lauter Langeweile? Jawohl, sie vermehren sich. Und das auf offener Straße
in aller Schamlosigkeit.
Deshalb sind ja viele Deutsche nach wie vor der Meinung, es sei ein Fehler gewesen,
in Afghanistan einzumarschieren, wo Griechenland sehr viel näher gelegen hätte.
Zumal wir uns dort von früher her schon ein bißchen auskannten. Zugegeben, dieser
naheliegende deutsche Gedanke ist vielleicht nicht ganz im Sinne des
Friedensnobelpreises, aber schließlich haben wir den auch nicht bekommen.
So wird bei der Verleihung am 10. Dezember in Oslo auch nicht die wahre Herrscherin
über diesen Kontinent den Preis entgegennehmen, obwohl sie als europäische
Sado-Maso-Queen jedes Vorrecht dazu hätte. Eine schreiende Ungerechtigkeit.
Vielleicht sollten wir auch in Norwegen mal wieder mit einer größeren deutschen
Reisegruppe vorbeischauen ...
Marcus Bark (ARD-Sportredaktion) hat geschrieben:Giovanni Trapattoni war etwa eine Stunde vorher von einem irischen Journalisten
gefragt worden, warum er sich das mit seinen 73 Jahren noch antue, eine Mannschaft
mit solch limitierten Fußballern zu trainieren. "Ich bin stolz auf das Team", antwortete
der Italiener und verwies auf viele verletzte Spieler aus der ersten Reihe. Dann stellte
er die Gegenfrage, warum der Journalist nur für eine wenig bedeutende Zeitung arbeite.
"Ich brauche das Geld. Brauchen Sie auch das Geld?", entgegnete der Reporter
respektlos. Trapattoni war außer sich, hämmerte mit der Hand auf den Tisch. Wenn er
des Englischen mächtiger wäre, hätte eine zweite "Was-erlauben-Struuunz?"-Wutrede
folgen können, aber so verwies er nur auf seine Titel, die er in vier verschiedenen
Ländern gewonnen habe und kündigte an, dass seine Mannschaft am Dienstag
(16.10.12) auf den Färöer wieder mit Leidenschaft um die Qualifikation für die
Weltmeisterschaft 2014 streiten werde.
15.10.2012, 12:19
Felix Baumgartner hat geschrieben:Ich wollte schon immer an der Spitze stehen.
Mein ganzes Leben ist darauf ausgerichtet, dort hinzukommen.
Aber je höher du kommst, desto tiefer fällst du.
Davor fürchten sich die meisten Leute.
Ich nicht.
Stefan Schurig hat geschrieben:Je eher wir die Energiewende vorantreiben, desto schneller sind die Preissteigerungen zu Ende
15.10.2012, 17:03
17.10.2012, 11:06
18.10.2012, 02:12
18.10.2012, 18:55
Georg Schwarte, NDR, ARD-Berlin hat geschrieben:Und dieses Kanzlerformat spricht Rainer Brüderle, der FDP-Einpeitscher
mit Hang zur Büttenrede, Steinbrück später ab, indem er dessen lukrative
Nebentätigkeiten anspricht. "Ich wollte dazu eigentlich nichts mehr sagen, aber nach
Ihrer Rede muss ich doch eines betonen, Herr Kollege Steinbrück: Bundeskanzler ist
keine Nebentätigkeit."
18.10.2012, 20:39
miljas hat geschrieben:Hallo, liebe Donna,
Entschuldigung, daß ich nun bei dem "Gedöns" etwas mitmachte.
Es gibt ja viele "Spektakel", die sehr riskant sind, viel Geld kosten und man sich fragt: "Was soll
das eigentlich?"
......................................................
Die allgemeinen Statements der Wissenschaftler sollen wohl eher skeptisch sein, aber vielleicht
spielt da auch ein wenig Ignoranz eine Rolle, daß man mit seinen eigenen Arbeiten selbst alles
voll im Griff hat, und daß der "private Spielmatz" nur "heiße Luft" produziert, zumindest nichts
wesentlich Neues.
19.10.2012, 21:16
20.10.2012, 14:44
Martin Buchholz hat geschrieben:Frau Doktor und ihre Doktorspielchen
Für die politische Zukunft unserer Bildungsministerin schavant einem
nichts Gutes. Die öffentliche Prüderie will einfach nicht hinnehmen,
daß ihre spätpubertären Doktorspielchen eigentlich längst verjährt
sind.
Noch hält die Kanzlerin zu ihr. "Die Ministerin hat mein vollstes
Vertrauen",diagnostizierte Frau Dr. Merkel. Immerhin ist sie die
Ober-Doktorin in einem Haufen promovierter Schwerstarbeiter
(auch wenn man mit einer Doktorarbeit nicht unbedingt zur
Arbeiterklasse zählt). Immerhin haben neun von ihren Kabinetts-
Insassen zwei Extra-Buchstaben vor ihrem Namen.
Die hatten schon früh den "Dr." raus. Nein, nicht "Dr." wie
doktorinäre Dreistigkeit. Es wäre unfair zu behaupten, daß es sich
bei diesem Bundeskabinett generell um ein
Abschreibungsunternehmen handelt.
Die Kanzlerin hat ihren Doktor übrigens in Naturwissenschaften
gemacht, nicht etwa in Germanistik. Sonst wüßte sie vielleicht,
daß man gewisse Superlative meiden sollte, die von der
Sprachlogik her einfach nicht funktionieren. Schon ein "volles
Vertrauen" ist eine ziemliche Leerfloskel (wäre doch der Gegensatz
ein "leeres Vertrauen"). Ein "vollstes Vertrauen" als
schwachstsinnigste Steigerungsform zeigt nur an, daß die
Sprecherin sich dieses Vertrauens nicht sicher ist, weshalb sie es
in sinnloser Übertreibung aufs Übervollste beschwören muß.
Tscha, so was kommt so was -- nämlich daher,
daß wir schon als Kinder lernen, daß man nicht mit vollem Munde
reden darf; umso ungenierter kann man es mit leerem Hirn tun.
Apropos: Kennse den? Eine Ministerin trifft am Flughafen einen
alten Bekannten. Der fragt sie, ob sie neben den Lasten ihres
Amtes überhaupt noch Zeit für andere Interessen habe.
"Nun ja", antwortet die Ministerin, "ich schreibe immer noch ab
und zu." -- "Ach", staunt ihr Gegenüber, "neuerdings auch zu?"
+++
Peer Steinbrück, der begnadete Vortragskünstler, teilt uns in
verschiedenen Interviews mit, daß er bei seinen Auftritten vor
Banken und Versicherungen nie um die Liebe seines
besserverdienenden Publikums gebuhlt habe. Er sei nicht die Hure
des Kapitals, läßt er uns wissen. Das glaube ich ihm auch. Zur
Beschreibung des Arbeitsfeldes einer Hure gehört es ja, daß sie
beim Feld-Einsatz, also beim Ackern, die Beine breit macht. Und
das hat Steinbrück gewiß nicht gemeint, als er von seiner Partei
mehr Beinfreiheit gefordert hat. Oder?
+++
Die CSU kämpft weiter bis zur letzten Patrone. So hatte es
Seehofer schon im letzten Jahr krachledern angedroht: "Wir
werden uns gegen Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme
wehren -- bis zur letzten Patrone." Auf ihrem heute beginnenden
Parteitag begibt sich die CSU selbst mal wieder auf die
Wanderschaft ins deutsche Sozialsystem. Allerdings wandert
sie nicht zu, sondern unter. Schließlich ist man schon lange
dabei, das soziale System der öffentlichen Erziehung in
Kinderkrippen und Kindergärten zu unterwandern. Die ländlichen
Mamis mit dem altbayrisch eingerichteten Oberstübchen, die
von den Christlich-Asozialen besonders liebevoll betreut werden,
sollen mit vielen Betreuungs-Euros noch besser alimentiert
werden als bisher. Und diese Ballaballa-Prämie für die
Heimführung der Frauen an den Herd will der oberste
CSU-Patron nun endgültig bis zum Endsieg verballern.
Nun gibt es ja genügend preußische Wirrköpfe, die meinen,
daß solche Milliarden-Extras in Zeiten der Finanzkrise den
Schuldenberg in den fiskalischen Alpen nur noch mehr anwachsen
ließen. Aber von diesen bayrischen Gipfeln herab hat man auch
einen besseren Überblick. So kam der dortige Finanzminister
Markus Söder zu der überraschenden Einsicht, wer eigentlich
schuld sei an der ganzen Kriselei. Nämlich ich! Jawohl, er hat
mich enttarnt als einen der Hauptschuldigen. Er hat mich
allerdings nicht direkt beim Namen genannt, sondern sprach
mehr allgemein von mir und meinesgleichen. "Die
Verantwortlichen für die Krise in Deutschland sind die Alt-68er.
Die Apo-Opas haben das Land in die Krise geführt."
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