Liebe Willi, Hallo,
"pubertär" - ist ja absolut gesehen nichts Negatives.
Bezeichnet wohl einen Übergangszustand mit einem gewissen Durcheinander und einer Exzessivität.
Wir Deutschen sollen ja schlechthin als "Reiseweltmeister" gelten...
Für die Ex-DDR gab es auf jeden Fall einen Nachholebedarf ganz allgemein.
Ja, es ist wirklich sehr viel über die Medien erfahrbar.
Vor 10 Jahren etwa dachte ich, daß es eigentlich auch sinnlos sei weiterhin zu fotografieren,
weil alle Fotos, die ich aufnehmen würde, bereits aufgenommen wurden. Das Problem ist
nur dieses Urheberrecht. Für jeden Quark dann immer nachzufragen, ob man darf - das ist
zu nervig. Es ist auch eine "Schweinearbeit" irgendeine Sammlung zusammenzustellen, ob
nun Gedichte, Erzählungen... und dann vor der Veröffentlichung alle Rechtsfragen abzuklären.
Da ist es einfacher alles selbst zu schreiben. Dann eben unter Pseudonymen (Erich Kästner, Kurt
Tucholsky, R.M. Rilke usw. zum Beispiel - der Nachweis, daß man irgendein existierendes Werk
unerlaubt nutzte, wird prompt erfolgen. Der Nachweis, daß die Autoren die Werke nicht verfaßt
hätten, kommt wohl viel später - dann ist man bereits mit dem nächsten fertig).
Und das ist bei den Medien allgemein das Problem, wie der Buchautor sagt - daß wegen der
Konkurrenz und der Schnelligkeit natürlich auch viel herumgesponnen wird.
Je aktueller, desto schlimmer.
Zum Beispiel: Der Bombenanschlag von Oslo im vorigen Jahr - man wußte, daß etwas
geschehen war, aber nicht wer der Verursacher war. Sofort wurde spekuliert, daß es
"islamische Terroristen" gewesen sein können. In diesem Falle hat es sich dann schnell
aufgeklärt - leider noch ein wenig zu spät.
Aber zurück zum Reisen. Mir gefällt, wenn etwas berichtet wird, was nicht das Übliche ist.
Und es gibt immer noch genug zu berichten, abseits des Vordergründigen.
[url=http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1593528/außendienst:-Speisung-der-Hundertausend]
Essen im Goldenen Tempel von Amritsar[/url] 7:46 min
Diese Geschichte mit der Reisebeschreibung von Nordkorea hat allerdings ein besonderes
Geschmäckle. Ich habe mir einige Filme über solche Reisen angeschaut. Die Varianz ist
nicht allzu groß. Alle berichten immer so ziemlich das Gleiche. Keine freie Bewegungsmöglichkeit,
kein Kontakt mit den Landesbewohnern, außer mit dem Reiseleiter und ausgewählten
Museumsbetreuern. Zwei Hotels in Pjöngjang. Die große Kim Il Sung-Statue (jetzt ist noch
eine zweite seines kürzlich verstorbenen Sohnes daneben aufgestellt worden).
Es ist schon alles seltsam, aber alles hat seine Geschichte. Rußland hatte seine Zaren und dann
hieß plötzlich ein ganz "moderner" neuer Zar: Stalin, Deutschland hatte seine Kaiser und dann
hieß plötzlich so ein ganz "moderner" neuer Kaiser: Hitler. Und mit Korea wird es so ähnlich
gewesen sein. Das Land war jahrhundertelang ein unabhängiges Königreich. Dann wurde es
von den Japanern besetzt (ab 1910). Und nach der japanischen Niederlage im II.Weltkrieg
wurde Korea faktisch zwischen den beiden gegnerischen Supermächten aufgeteilt, mit dem
Ergebnis des blutigen Korea-Krieges und den beiden gegenwärtigen Staaten (die sich immer
noch im Kriegszustand befinden, es herrscht nur Waffenstillstand).
Auf arte wurde im vorigen Jahr ein Spielfilm gezeigt, der recht originell ist.
Einige Franzosen verbringen 10 Tage als Reisegruppe in Nordkorea. Angeblich sei ein
großer Teil des Films mit versteckter Kamera in Nordkorea direkt aufgenommen worden.
Nordkorea für Einsteiger 1:29:14 h
(ist natürlich etwas länger... mal sehen, ich stelle irgendwann einmal eine Playliste zusammen,
es gibt schon noch weiteres Interessantes - von Bahn-Fans, von Inspektoren einer deutschen
Fleischlieferung, koreanische Musik).
Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
PS.:
Ein typisch untypischer nichtkoreanischer Song 
3:48 min
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