Hallo,
Politiker warnen vor steigenden Strompreisen (Text, ARD)
Anstatt endlich anzufangen und knallhart zu arbeiten - der Sommer ist ja bald wieder vorbei -
... da reden diese Damen und Herren Politiker zu großen Teilen den alten Quark von den Kostenkomplikationen in neuer Verpackung. Früher war es alles nicht so richtig machbar, weil angeblich
völlig untrentabel. Jetzt ist es
nicht so schnell zu normalen Kosten machbar.
Man muß endlich damit aufhören und beginnen wirklich zu wollen. Man muß beginnen die Daten zu beschaffen, sie sachkundig zu bewerten, zu planen, und dann die Umsetzung in Angriff zu nehmen.
Mehr, aber auch nicht weniger, ist nicht nötig. Es muß jetzt einfach gearbeitet werden!
Soweit es mir bekannt ist, sind diese Energiekonzerne schon seit geraumer Zeit am Energiemarkt-Ruder.
(1998 wurde des sogenannte
Energiewirtschaftsgesetz (Wikipedia) verabschiedet. Es löste ein Gesetz von 1935 ab und sollte entsprechend EU-Recht den Strommarkt liberalisieren. Die genaue Historie der Energiekonzerne ist mir nicht geläufig, aber so völlig aus dem Nichts kamen sie ja nun nicht. Beispielsweise weiß ich, daß der schwedische Vattenfall-Konzern sich zum Teil auch stark in Ostdeutschland einkaufte - in Brandenburg. Die Bewag Berlin wurde auch von diesem Konzern übernommen vor etwa 10 Jahren. In der ersten Hälfte der 90er Jahre wurde zum Beispiel in Berlin-Mitte ein kombiniertes Heiz-/Elektrokraftwerk noch von der Bewag völlig modernisiert. Es nutzt als Primärenergieträger Erdgas.
(
Heizkraftwerk Berlin-Mitte (Wikipedia) )
Das war vorbildlich. Und Vattenfall als neuer Besitzer ist stolz auf diese Anlage, nutzt sie als Vorzeigeobjekt.
Nun müssen diese Energiekonzerne eben für unsere und
gleichfalls für ihre (!) Zukunft ausreichend Geld locker machen. Wenn sie das nicht tun, ist eigentlich ihre Existenzberechtigung in Frage gestellt. Es kann nicht sein, daß diese Konzerne ihre Marktbeherrschung jahrelang ausnutzen, um überhöhte Preise einzutreiben und dann nichts oder zu wenig für die notwendige Modernisierung zahlen wollen. Da können eben einmal ein paar Jahre keine Dividenden ausgezahlt werden! Vor allem nicht an die Großaktionäre. Punkt.
Die Kleinaktionäre werden dann natürlich auch betroffen sein. Aber es gibt ja schon seit einigen Jahren Anteile an alternativen Energieprojekten, bei denen die Ausschüttungen recht gut sein sollen. Da hätten diese Kleinaktionäre ja auch schon wechseln können. Und die Chance besteht sicher noch.
Wir sollten uns als Bürger nicht weiterhin von solchen Wirtschaftstricksern und entweder tatsächlich dummen, oder sich dumm stellenden Politikern für blöd verkaufen lassen.
Irgendwann muß nun endlich einmal Schluß mit dieser strahlengefährlichen Energiepolitik sein. Und das ist jetzt, ab jetzt!
Die Lichter bleiben an, Atomausstieg gefährdet Versorgungssicherheit nicht (Text, ZDF; von dort sind verschiedene Downloads für Studien von Greenpeace und anderen Institutionen erreichbar)
Die Fa. Siemens hat ihre beträchtlichen, allerdings unter 50 % liegenden Anteile an einem französischen Atomkonzern an diesen verkauft und gleichzeitig angekündigt, sich vollkommen aus der Kerntechnik zurückzuziehen. Das im Bau befindliche Kernkraftwerk in Finnland (wo auch Siemens stark engagiert ist) wird schon doppelt so teuer, als ursprünglich geplant. Und wenn eines Tages (also das hoffentlich nicht) die Ostsee so belastet werdem sollte, wie das Meer bei Fukushima... Die Ostsee ist kein Pazifik! (Und welche Folgen es dort im Pazifik haben wird, ist ja noch nicht bekannt.)
Und in Schweden soll ein altes AKW modernisiert werden um dessem Leistung zu erhöhen. Das ist kreuzgefährlich, weil die alte Technik mit der neuen logischerweise nicht so einfach und unkompliziert zu verbinden ist. Da liegen Jahrzehnte technischer Entwicklung dazwischen. Und die Ingenieure und Techniker, die von Anfang an dort arbeiteten und die alte Technik aus Erfahrung kennen, stehen jetzt vor ihrem Ruhestand. Die jungen Nachrücker, meist frisch von der Schule, sollen in diese alte "Kiste" eingearbeitet werden... (Vattenfall ist der Betreiber; ob auch in Finnland - das weiß ich jetzt nicht - wahrscheinlich auch dort).
Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
PS. (Nachtrag vom 17.4.):
Kosten der Energiewende liegen im Dunkeln (Text, ARD)
Wozu haben wir eigentlich Computer erfunden und in Nutzung?
Diese Energiewende zu planen, die Kosten zu prognostizieren - das ist doch nichts weiter als ein Schachspiel mit vielen Schritten und entsprechenden Varianten. Die sicher bekannten Daten müssen selbstverständlich verwendet werden, und für alle unbekannten Daten müssen möglichst seriöse Abschätzungen vorgenommen werden. Und dann wird entworfen. Am Rechner. Wenn sich Details ändern, wenn zum Beispiel genauere und sichere Daten verfügbar werden - dann wird es dem Computer mitgeteilt, und in kürzester Zeit spuckt er das aktualisierte Konzept aus.
Die Aufgaben, Energie zu sparen, die Netze zu entwickeln und umweltverträgliche Energiegewinnungen zu schaffen sind doch allgemein nicht neu. Neu ist nur, daß es noch ernster und jetzt wirklich ernst wird.
Ich befürchte, es ist eher so, wie ich oben geschrieben habe. Man versucht sich dumm zu stellen (und wenn man es tatsächlich ist, wäre es auch schlimm genug), um die Verbraucher möglichst stark zu schröpfen.
Morgen werde ich Links zu ZDF-Sendungen posten, die diesem Verdacht Nahrung geben .