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Kalender 01/2013 (Janoir)

04.01.2013, 18:32

Hallo,

es hellt sich schon wieder auf.
Die Nordhalbkugel nimmt bald wieder größere Sonnenbäder.
Mir ist das ohnehin alles unklar, warum es Saukälte und Affenhitze geben muß.
Und das bei dem Abstand von der Sonne...
Ein "deformierter" Planet!
Es ist alles veracruz, ... nein, wie nennt sich das ? ... ach, ja - surreal.

Olle Martin Buchholz hat es auch ins neue Jahr geschafft.
Nein, da mache ich mir keinen Kopp. Er ist ja genauso fresh und
noch viel schlimmer als ich. Er tobt mit seinen freshen 70 (gerade kürzlich geworden)
immer noch auf den Kaberett-Bühnen herum.
Hier sein Wochenerguß:

[spoil]
Martin Buchholz hat geschrieben:Dreikönigstreffen beim Bürger-King


Zunächst einmal, liebwerte Leserin, geschätzter Leser, wünsche ich Ihnen ein lebenspralles Neues Jahr,
strotzend vor Gesundheit und mitmenschlichem Wohlergehen, voller Herzlichkeit und Hirnlichkeit,
auf daß Sie mir noch lange erhalten und gewogen bleiben.

Nun steht ja übermorgen zum endgültigen Abschluß der nach-christlichen Feier-Saison der Dreikönigstag
auf dem Kalender. Da sollen bekanntlich dereinst drei frühe Lobbyisten der Räucherwaren-Industrie
(in diesem Fall von der Abteilung Weihrauch und Myrrhe) bei einem künftigen Herrscher vorstellig geworden
sein, um an der Futterkrippe möglichst die ersten zu sein. Ich habe vor Jahren schon darauf hingewiesen,
daß es sich bei diesen Heiligen Drei Königen eigentlich um ein dreifaches Fake handelt. Es waren keine Heiligen,
keine Könige und möglicherweise noch nicht einmal drei. Im Evangelium des Matthäus
(ein früher esoterischer Bestseller-Autor) wird lediglich in der griechischen Mehrzahl von „Magoi apo anatolon“
gesprochen, auf deutsch: „Magiere aus dem Osten“. Möglicherweise waren das also Ossis vom Schlage eines
Joachim Gauck. Auch der ist ja einer, der den pathetischen Zauber der pastoralen Magie voll beherrscht.
Mit seinen öffentlichen Predigten auf allen Allgemeinplätzen lullt er das Volk so sermonisch sanft ein, daß die
Beliebtheits-Barometer wie von einem Zauberstab berührt in himmlische Höhen schnellen. So ist er zum
wahren Nationalheiligen geworden – ein heiliger Bürger-King. Und neben ihm thront Queen Angela, unser aller
Ober-Ossin, die mit ihrem charismatischen Charme inzwischen ganz Europa bezaubert. Auch sie eine Meisterin
der demoskopischen Magie, die alle Umfragewerte wie besoffen ins Unerreichte torkeln läßt. Selbst in der
Ausnüchterungszelle meines Kabaretts verliert sie, die östliche Zauberin, nicht ganz ihre Wirkung.
Wie gesagt: „magoi apo anatolon“. Frei übersetzt: Der faule Zauber aus dem Osten.

Apropos Dreikönigstreffen: Am Sonntag wird wieder auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen die Leichenschau
einer obskuren nekrophilen Sekte nachrichtlich groß abgefeiert werden. Als topaktuelle Nachricht wird uns dann
verkauft, daß eine politische Totgeburt namens Philipp Rösler noch einmal von seinen versammelten Zombies
mit dem Weihwasser der kollektiven Scheinheiligkeit besprenkelt worden sei, auf daß er ein letztes Mal
auferstehe als Hoffnungsträger. Dabei wissen doch alle, daß er nur noch ein wandelnder Leichnam ist,
der am 20. Januar bei der Niedersachsen-Wahl hoffentlich endgültig in die Urne sinken wird – total verascht
von den Wählern. Und so rufe ich ihm schon jetzt in übler Nachrede hinterher: Unfriede seiner Asche!
Ich fürchte allerdings, daß er danach weiterhin im Bundeskabinett herumspuken wird als Geist einer posthumen
Vergeltung. Eben: Die späte Rache des Vietkong.

Apropos Rösler: Der war es auch, der unserer Bundesmama ursprünglich das Betreuungsgeld nicht gönnen
wollte. Dabei wird sie auch im neuen Jahr als alleinerziehende Mutti in der Kinderstube ihres Kabinetts ausreichend
damit beschäftigt sein mit ihren ständig herumstänkernden Koalitionsknaben (die herumzickenden Mädels nicht
zu vergessen). Statt die Balgen wenigstens tagsüber in eine sichere Verwahranstalt zu geben, wo sie vielleicht
ansatzweise soziales Verhalten lernen könnten, besteht sie darauf, ihre Zwergschule selber zu verwalten,
was allerdings dazu führt, daß diese Regierungs-Gnome immer rabaukiger werden. Mit Vorliebe schlagen sie
sich gegenseitig die Köppe ein, um nachzugucken, ob bei dem anderen auch nichts drin ist.

Na denn: Auf ein Neues! Auch wenn alles beim Alten bleibt...
[/spoil]

Alan Parsons - "Beginnings" 4:30 min

PS:
Wüsten der Welt (Text, BR)
35 % der Landfläche!!!! - Zu wieviel % besteht der Mensch aus Wüste?

04.01.2013, 18:32

05.01.2013, 16:35

Hallo,

als ich vor 30 Jahren zum ersten Mal etwas von einem Touchscreen hörte,
war mir klar, daß sich der Bildschirm in ein kombiniertes Anzeige-/Bedienteil
mit großer Verbreitung verwandeln wird. Daß die Funktelefonie sich so breit
durchsetzen wird, habe ich nicht vorhergesehen (im Osten gab es noch kein
privates Funktelefon - solche Dinger habe ich erstmals zu Wendezeiten gesehen,
Kostenpunkt war damals noch um die 10 Tausend D-Mark und die Dinger wogen
fast genauso viele Kilogramm... :-)).
Ich habe damals - vor mehr als 30 Jahren - ein wenig gespöttelt, daß sich die
"Mikroelektronik" zu einer "Verschwundelektronik" entwickeln wird. Hintergrund dessen
war, daß die DDR-Wirtschaftsfuntkionäre entsprechend den üblichen Losungengequatsche
ständig die "Mikroelektronik" als Wirtschafts-Wunderwaffe im Munde führten
und es in den Propagandamitteln auch immer wieder an zentraler Stelle belabert wurde.
Aber ein wenig komisch war es mir dann schon, als ich sagte, daß künftig die
Elektronik im Inneren der Stromversorgungsleitungen untergebracht sein wird.
Es war als Scherz gemeint, aber so ein wenig habe ich dann selbst gedacht:
Na, wer weiß....
2-3 Jahre später, nachdem ich noch mehr darüber gelernt hatte, war ich mir sicher,
daß so kommen wird.

Jörg Schieb über die Technik-Trends 2013 4:09 min

08.01.2013, 07:28

Hallo,

jetzt kloppen sie sich wieder alle wegen der erneuten Flughafenprobleme in Berlin -
dabei war doch alles nur ein Versehen. Der Sprecher hatte doch damals ganz undeutlich
gesagt (er ist ein Urgroßnebenhauptneffe von Rainer Brüderle), daß der
Flughafen im Oktober 3013 ans Netz geht. Wenn die Journalisten das
dann einfach nicht übernehmen und daraus 2013 machen... :-) :-(

Und wo liegen nun die Probleme tatsächlich? - Keine Ahnung! (Genau da
liegen sie wahrscheinlich):
Interview mit Uni-Ordinarius Zimmermann (Text, ARD)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Außerdem gibt es noch ganz andere Probleme in der großen weiten
Welt. Gestern sah ich diesen wirklich seriösen Film (stammt von arte) über
das größte Atom-U-Boot der Welt:

Das größte U-Boot der Welt 43:29 min

"Sever Stal" - zu deutsch: "Nordstahl".
Es ist gut, daß man so etwas zu sehen bekommt.
Das ist der absolute Horror, der sich jederzeit neben uns abspielt.
10 Atomraketen mit einer Reichweite von 10.000 km "spazieren fahren"...
Auch strategische Bomber sind jederzeit in der Luft...
Auf westlicher Seite läuft es sicher analog.
Warum setzen sich die Herrschenden der Welt nicht endlich
an einen Tisch und beenden definitiv diese furchtbaren Spiele?
Was da geschieht, ist, in meinen Augen, ein Verbrechen.
Bereits solche Aktionen - das hochriskante "Spazierenfahren" dieser Waffen durch die Weltmeere -
ist Hochverrat - Hochverrat an der Menschheit.


Etwas kleinere Probleme:
Bei diesem folgendem Video frage ich mich, wie die Aufnahmen entstanden.
Daß Menschen auch aus Autos heraus filmen, kann ich mir vorstellen.
Aber daß nun gerade solche Unfälle (zufällig) so zahlreich aufgezeichnet
werden. Man kann es sich vielleicht so erklären, daß Russland ein großes
Land ist und es auch im Laufe mehrerer Jahre entsprechend mehr Aufzeichnungen
gibt. Im Kommentar steht, daß bei all diesen Unfällen keine schweren
Personenschäden auftraten. Das halte ich nur für eine Behauptung,
es ist nichts Genaueres zu sehen, welche Folgen die Unfälle insgesamt
hatten. Ich halte diese Zusammenstellung dennoch für ein interessantes
Dokument, das zeigt, was sich so alles auf den Straßen von Moskau und
"Umgebung" abspielt und welche Folgen Fehlverhalten hat. Und das
ist nicht nur ein russisches Problem, obwohl dort sicher gegenwärtig
mehrere schlechte Faktoren zusammenkommen (Alkohol, Disziplinlosigkeit,
Geltungsdrang, technische Schlamperei).

Autofahren in Russland 12:59 min

10.01.2013, 18:08

Hallo,

ich habe mir noch einige andere Filme über die U-Boot-Problematik
auf YT angesehen.

Zwei Bemerkungen noch dazu:
Erstens gibt es gefährliche Folgeprobleme mit gesunkenen
Atom-U-Booten:

Verklappte sowjetische Atom-U-Boote (Report Mainz, 25.09.2012) 6:06 min

Zweitens waren die Konfrontationen während der Zeit
bis Anfang der 90er Jahre der absolute Irr- und Wahnsinn.
Ich las einen Bericht, daß während der Kubakrise 1962 ein
sowjetisches U-Boot kurz davor stand, Atomwaffen einzusetzen.

Wassili Alexandrowitsch Archipow

Die Kubakrise war eine hochkonfrontative Situation, in der diese U-Boote
natürlich auch ihre Rolle spielen sollten. Dieses Boot war dann nach den
Angriffen getaucht und konnte von dort keinen Funkkontakt zur Moskauer
Zentrale herstellen. Auftauchen ging nicht, weil es von den Amerikanern
belagert wurdee. Und der Kapitän vermutete, daß oben der Krieg schon
im Gange sei.

Später wurden diese U-Boot-Konfrontationen aufrecht erhalten. Die Amerikaner
haben mit großem Erfolg hochmodern Technik entwickelt, mit der man auch
in großen Meerestiefen beobachten und manipulieren kann. Beispielsweise wurde
vor der spanischen Küste eine beim Absturz eines Bombers verlorene Atombombe
aufgefunden und gehoben. Aber diese hochentwickelte Technik wurde auch für
massive Spionageaktionen eingesetzt. Die Amerikaner sind sogar in die Hafenbecken
der sowjetischen U-Boot-Flotte vorgedrungen (um zu fotografieren). Man hat ein
Telefonkabel im Meer vor Kamtschatka angezapft und jahrelang die Kommunikation
zwischen der Führung in Moskau und dem Kommando der sowjetischen Pazifikflotte
abgehört. Es gab auch zwei Fälle von gesunkenen U-Booten 1968, bei denen es
strittig ist, was genau vorgefallen ist und ob die Gegenseite jeweils daran beteiligt war.
Die Unterlagen mit den relevanten Informationen über die damaligen Vorgänge
und über die nachfolgenden Untersuchungsergebnisse sind bisher immer noch geheim.

Auch, wenn es sich jetzt vielleicht etwas beruhigt hat (in dem Film über
"Sever Stal" wurde gesagt, daß man aus "Geldmangel" nicht öfter und länger im Nordmeer
unterwegs ist...) - solange diese Waffen und diese Waffenträger (U-Boote) nicht weg sind,
weiß niemand, was genau geschieht. Aber man weiß - auch aus den Erfahrungen der
Vergangenheit - was geschehen kann:
Zwischenfälle und Katastrophen, bis hin zu größten Ausmaßen.

11.01.2013, 17:23

Hallo,

der Berliner Flughafen erfreut natürlich auch Martin Buchholz.
Eigentlich... wir Deutschen haben insgesamt großes No Hau...
Wenn der Matthias Rust ohne Tower, und ohne Abfertigungsgebäude,
auf dem Roten Platz landen konnte... Um Berlin herum gibt es so
viele Landebahnen, die früher von den Russen genutzt wurden...
(... die man natürlich auch zum Starten nutzen kann).
Marxwalde (jetzt heißt es wohl wieder Neuhardenberg), Werneuchen, Rangsdorf,
Sperenberg, ... :-) ( http://www.deutschland-links.com/airports/brandenburg/ )
Da geht man halt zum Veranstaltungsservice und läßt ein paar Zelte
aufstellen. (Vielleicht geht auch gerade irgendwo ein Zirkus pleite...)
Und los geht's. Es handelt sich ja nur noch um wenige Jahre...
Und es müssen ja auch nicht alle Flüge - jeder zehnte, oder jeder fünfte,
oder jeder vierte, oder jeder dritte, oder jeder zweite - wir haben ja so
tolle Planer, die das exakt bestimmen können - darf auch weiterhin noch nach Tegel...
bis das große Werk vollendet sein wird.

Und nun erteile ich dem Spezial-Analysten das (geschriebene) Wort:
[spoil]
Martin Buchholz hat geschrieben:Wahnsin schon mal in Berlin?

Bruchpilot Wowereit ist nun auch als Aufsichtsratsvorsitzender notgelandet,
hat sich aber gleich danach einstimmig selbst das Vertrauen ausgesprochen.
Ansonsten ist er ausgesprochen unansprechbar. Fragt man den Regierenden
Dorfschulzen der alten und neuen Mir-reicht’s-Hauptstadt: „Wo bitte geht’s hier
zum neuen Flughafen?“ – dann kriegt man nur ein hilfloses Gestammel zur Antwort:
„Wo? Wie?“ Ja, unser Wowie sieht derzeit ziemlich alt aus. Fast so alt wie seine
Partei, die ihn zähneknirschend stützen muß. Und die SPD verjährt sich immerhin
zum 150. Mal in diesem Jahr. Das ist in etwa auch der Zeitraum, mit dem man
inzwischen rechnen muß bis zur Eröffnung der neuen Berliner Flugsaison.
Von heute an gezählt, könnte also schon im Januar 2168 der erste
Hauptstadt-Abflug möglicherweise starten (möglicherweise – denn allzu genau
wollen wir uns da vorsichtshalber nicht festlegen). Aber die kleine Verzögerung
wird man ja wohl verkraften können.

Die Berliner regt das nicht weiter auf. Sie hocken ohnehin notgedrungen
zu Hause – ohne die Chance, irgendwo hinzufliegen oder hinzufahren,
denn die S-Bahn kreist ja auch nur noch einmal am Tag aus nostalgischen
Gründen um den Ring. Man muß es schließlich mit dem Nahverkehr nicht
übertreiben, vom fernen Flugverkehr ganz zu schweigen.

Wie hatte Wowereit einst – und zwar im Jahre 2005 – vor dem Berliner
Parlament erklärt: „Ohne meine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender wären
wir nicht an dem Punkt, an den wir heute gekommen sind.“ Tscha, wo er recht
hat, hat er recht.

Das Hauptgebäude des angeblichen Großflughafens soll demnächst zum
wowereitschen Mausoleum umgewidmet werden. Der Überfliegende
Bürgermeister wird dann einbalsamiert im Glassarg liegen und gelangweilt
wie üblich die ehrfürchtigen Prozessionen der Fluglärm-Gegner an sich
vorbeiziehen lassen. Allezeit werden sie sein Loblied singen, weil er sie so
lange landesväterlich vor dem Fluch der dezibelen Belästigung geschützt hat.
Fürwahr ein Fluch-Hafen, den er den Berlinern gerne hinterläßt.

Wowereits Berlin, inzwischen eine Provinz-Hauptstadt der zweiten Liga!
Nun bin ich ja ein eingeborener Ureinwohner dieses versumpften Biotops.
Aber wer von den Berliner Aborigines traut sich heute noch als ein solcher
zu outen, wenn er sich in einer halbwegs zivilisierten Außenwelt befindet?
Schließlich ist ein solches Outing nicht ungefährlich. Man erinnert sich noch
heute in der Stadt an jenen amerikanischen Präsidenten, der vor dem
Rathaus Schöneberg tollkühn verkündete: „Ich bin ein Berliner!“ Kurze
Zeit danach wurde er konsequenterweise erschossen.

Kennedy meinte damals, daß dies das stolzeste Bekenntnis sei, das man
als Weltbürger ablegen könnte. Und jedem frontstädtischen Klein-Moritz
im traulich ummauerten West-Berlin blähte sich daraufhin die
antibolschewistische Heldenbrust. O tempora! O Moritz! Längst ist sie
vergessen, jene Heldenzeit, als die Völker der Welt in unerbittlicher
Penetranz von den Insulaner-Häuptlingen aufgefordert wurden:
„Schaut auf diese Stadt!“ Heute wäre man froh, wenn kein Aas gucken
würde. Zu peinvoll ist die Scham, ein Eingeborener dieses Milliardenlochs
zu sein.

Nun ist es heute nicht mehr so, daß man gleich erschossen wird, wenn
man als Berliner erkannt wird. Man hat eher einen gewissen Mitleidsbonus.
Die meisten versuchen so zu tun, als würden sie diese angeborene
Behinderung gar nicht wahrnehmen. Doch hinter meinem Rücken höre ich
sie dann tuscheln: „Gott, der Ärmste! Ein Berliner! So einer wie der
Doofereit – oder wie der heißt.“ Ich traue mich inzwischen auf meinen
Tourneen kaum noch den Mund aufzumachen, weil mein Dialekt allzu
deutlich das peinliche Geheimnis meiner Herkunft verrät. Deshalb habe
ich jetzt an der Volkshochschule einen Schwäbisch-Kurs belegt. Damit will
ich zugleich einen Beitrag leisten zur innerberliner Völkerverständigung.
Schließlich muß man sich auch am Prenzlauer Berg mit den dortigen
fremdländischen Okkupanten irgendwie arrangieren.

Neulich las ich in der „Berliner Morgenpost“ eine erschütternde
Kurz-Analyse über die Zukunft der Stadt. Da stand tatsächlich:
„Berlin bleibt Berlin!“ Schauerlicher kann eine Drohung kaum sein.


[/spoil]

15.01.2013, 04:08

Hallo,

wo wurden/werden denn noch überall Atomraketen aufbewahrt?
In welchen Behältnissen und Verstecken? Bei Serjosha in der Brotbüchse?
Von U-Booten, stationären Silos und mobilen Abschußrampen auf mehrachsigen
Fahrzeugen wußte ich. Von diesen Zügen habe ich jetzt das erste Mal gehört.
12 Züge á 3 Atomraketen (jeweils 10 Sprengköpfe) mit einer Reichweite von
12.000 km waren im Einsatz.
Der folgende Film, der einen der Züge auf der letzten Fahrt zur
'Verschrottung der Raketen und der Waggons zeigt, wurde 2006 gesendet.
Entstanden 2005.

"Der rollende Tod: Russlands geheimste Waffe auf letzter Fahrt" (WDR, 2006) 27:15 min

Nur, der Horror ist nicht vorbei!
Er steht nicht nur hier im
Museum in St. Petersburg

Fortsetzung folgt ????
"Reaktion auf US-Raketenabwehr: Putin will Raketen auf die Schiene bringen" (26.12.12)

Es ist zum Kotzen - sie verschrotten alte Technik,
schwafeln von Abrüstung und in Wahrheit wird nur alles für eine Modernisierung
vorbereitet. Ich weiß nicht - werden demnächst (kleinere, aber genauso wirksame)
Atomraketen in normalen Handelscontainern verstaut und fahren dann abwechselnd
mit Handelschiffen, Güterzügen und Lastwagen durch die Gegend? Wundern sollte es
mich nicht, wenn das auch noch kommt.
Und die Raketenabwehr? Die ist auch teuer und steigert die Gefahr, wenn nur ein
Land oder wenige Länder davon geschützt werden. Wenn, dann müßten alle Länder
eine solche Abwehr bekommen. Alle fast 200 UNO-Länder, ausnahmslos.
Besser wäre es, man packt das Übel an der Wurzel. Alle Mächte der Welt,
die starken, bereits bewaffneten, und die aufstrebenden und nach Rüstung strebenden,
müssen sich an einen Tisch setzen und die vollständige Abschaffung dieser Waffen
vereinbaren und praktisch in die Wege leiten. Das muß alles weg, komplett. Dann
kann man sich auch das Abwehrsystem sparen. Im Übrigen müßten auch der Bau
und der Betrieb von Atomkraftwerken weltweit verboten werden. Die Probleme sind
überall die gleichen: Explosions- und Verstrahlungsrisiken und Entsorgungsprobleme.

16.01.2013, 21:37

miljas hat geschrieben:Hallo,

der Berliner Flughafen erfreut natürlich auch Martin Buchholz.
Eigentlich... wir Deutschen haben insgesamt großes No Hau...
Wenn der Matthias Rust ohne Tower, und ohne Abfertigungsgebäude,
auf dem Roten Platz landen konnte... Um Berlin herum gibt es so
viele Landebahnen, die früher von den Russen genutzt wurden...
(... die man natürlich auch zum Starten nutzen kann)................................................

[/b]
[/spoil][/quote]


Hei miljas,

gottlob haben sie keine direkte Not in Berlin, denn heute hat es (Berlin) 1 Million Euro für humanitäre Hilfe in Mali zugesagt.
Das sind doch schöne Züge, wie ich finde! Und das ehrt Berlin und auch die anderen, vorwiegend süddeutschen Bundes- bzw. Bundes-Geber-Länder!

Wer rettet eigentlich wen...?

Schöne Grüße - und überhaupt hab ich vergessen das neue Jahr entsprechend zu begrüßen, aber das hol ich nach -

von Donna :-)

17.01.2013, 20:01

Hallo Donna,

ich habe mir heute einmal einen Doku-Film des ZDF über die Flughafensache angesehn.
Ein englischer Professor, der seit Jahren Großvorhaben europaweit erforscht,
meint, daß es in 9 von 10 Fällen finanzielle und zeitliche Probleme gibt. Für die meisten
der an solchen Projekten Beteiligten ist eine solche Baustelle in ihrem (Berufs-)leben
ein Novum. Und da hat er sicher recht. So oft werden keine großen Flughäfen gebaut.
In Großbritannien hat man auf Staatsseite Organisationen geschaffen, mit deren Hilfe
man im Falle eines weiteren Großprojektes die qualifizierten Leute wieder abrufen kann.

Bei dem Berliner Flughafen sollen noch laufend Änderungswünsche während des Baus
eingebracht worden sein. Insgesamt wohl 500mal. Und nicht nur Kleinkram, sondern
richtig dolle Sachen. Da wurde zum Beispiel die Brücke für die A380 von der Mitte an
den Rand verlegt. Und dann haben die Händler alle aufgeschrien, daß sie mit ihren
Läden jetzt auch verlegt werden müssen.

Ursprüngliche Absichten, den Flughafen von privat bauen zu lassen, kamen nicht zum
Zuge, weil von den Privaten höhere Kosten angesetzt wurden. Die wollten damals eine
Summe haben, die nun bereits von den öffentlichen Gehirnen (in Analogie zu den
dazugehörigen Händen) ausgegeben wurden. Wenn man das sieht und sich denkt,
daß es vielleicht besser gewesen wäre, es Privaten zu übergeben, liegt man vielleicht
nicht so falsch. Zumindest den Bau. Dann hätten sie daran eben ein wenig oder sogar
gut verdient, aber es wäre der Bau von vorne bis hinten in deren einhändiger Verantwortung
gelaufen. Scharf kontrollieren hätte man das ja als Behörde und Auftraggeber dennoch können.

Sicher wird es noch weiter analysiert werden.
Seit den ersten Vorstellungen für einen neuen Berliner Flughafen sind nun mehr als 20
Jahre vergangen. Daß es nicht so einfach sein wird, einen neuen größeren Flughafen
in die Landschaft zu setzen, war von vornherein klar. Die Dörfer um Schönefeld herum
kann man ja nicht einfach mit einer Schallschutzdecke überdachen... Dennoch wäre es
notwendig gewesen vor Baubeginn sauber geplante (das heißt also: durchdachte) Unterlagen
vorzulegen. Wenn zum Beispiel festgestellt wird, daß es in Berlin 8 Gepäckbänder geben
soll für eine Anzahl abzufertigender Passagiere, für die es in Frankfurt 36 Bänder gibt - eine
solche Fehlplanung kann nicht wahr sein...

Mali - velki (großes) Problem.
Die Leute dort können natürlich nichts dafür, daß hier der Flughafenbau vergeigt wird
und auch nicht für die dortigen Entwicklungen. Ich habe gelesen, daß sich die Islamisten
in Libyen kräftig in den Waffenlagern Ghaddafis bedienten und nun mit dem Norden
Malis ein für sei aussichtsreiches neuen Betätigungsfeld gefunden haben. Und so sind
nun viele Menschen auf der Flucht vor den Kampfhandlungen und dem islamistischen
Regime.

Ich weiß nicht, wie die "Arbeitsteilung" bei Spenden hier ist.
Da spielen manchmal auch irgendwelche diplomatische Dinge hinein, von denen wir
nichts direkt erfahren.

18.01.2013, 21:32

Hallo,

übermorgen wird in Niedersachsen gewählt.
Vielleicht wird die Zeit langsam reif.
Vielleicht sollte man Enwicklungen anderer gesellschaftlicher Bereiche
auch auf die Politik als Ganzes anwenden.

Ich hörte, daß man sich ohne Foto bewerben können sollte. Das wäre
schon ein Schritt hin zur Versachlichung. (Aber wie ist das dann mit
dem Bewerbungsgespräch - darf man sich da eine Maske aufsetzten, oder
gilt dafür "Vermummungsverbot"). Wenn es klappt, bekommt der Chef eben
eine grottenhäßliche Sekretärin. Na, und - wenn sie ihre Arbeit zweimal
besser macht als die hübsche. Wenn die Firma und der Chef es nötig haben,
dann muß eben eine zweite Stelle für eine "Repräsentationsdame" eingerichtet
werden. Die braucht dann auch nur vorrangig Kaffee servieren... :-)

Und die anonymen Alkoholiker... Na, klar - wenn es um Probleme geht,
kann man diese auch anonym klären.

Ich stelle mir mehr Anonymität für die Politik vor.
Da werden die Probleme benannt (anonym) und Lösungen vorgeschlagen
(auch anonym) und dann wird diskutiert (immer noch anonym) und dann wird
entschieden (nach Mehrheitsverhältnissen nur in der Sache, ohne Parteien-Pipapo).
Keine unnötigen Gehälter, keine unnötigen (Partei-)Finanzen und (-firlefanzen).

Emotionen... ich habe nichts gegen Emotionen, aber zum einen werden
diese auch gern mißbraucht - gerade auch im Politikbereich - und zum anderen
spielen sie bei den Entscheidungen ohnehin keine Rolle, jedenfalls nicht die
Rolle, die ihnen nach ihrer Stärke in der Gesamtgesellschaft eigentlich
zukommen müßte.

Martin Buchholz beschäftigt sich nun mit dem Peer,
und so ist es nun - man beschäftigt sich mehr und mehr
wieder einmal mit 'nem Peer... und dem Salär (so leer...)

[spoil]
Das Steinbrücksche "Twilight"-Movie:
Bis(s) zum letzten Grauen!


Eine Hängepartie wird es werden, die Wahl
in Hangover. Das prophezeien zumindest
alle Auguren, die den Flug der Pleitegeier in
den niedersächsischen Tiefebenen rings um
Großburgwedel beobachten. Darf das
FDP-Skelett noch einmal mit den morschen
Knochen klappern? Kann sich die Links-Partei
am Dutt der Frau Wagenknecht aus dem
eigenen Sumpf ziehen? Können die Piraten mit
ihrem lecken Kahn anlegen an der Leine
-- oder ziehen sie endgültig dieselbe?

Und was ist mit der SPD, der bundesweiten
23-Prozent-Partei, die der Kandidat innerhalb
weniger Wochen von immerhin 30 Prozent
heruntergebracht hat in den demoskopischen
Keller? Egal, wie die Landtagswahl am Sonntag
ausgeht: Es dämmert in der SPD. Und zwar
dämmert es den meisten, daß man da einen
leicht verschatteten Kandidaten gekürt hat.
Einen Schattenkanzler fürwahr. "Der hat doch
wohl echt 'nen Schatten." Solche Bemerkungen
gehören noch zu den behindertenfreundlichsten
Einschätzungen, die ich aus dem sozialdemokratischen
Teil meines politischen Bekanntenkreises höre.
Eigentlich ist es wohl mehr ein Halbschatten,
der da in diesem Twilight-Movie
herumgeistert: Bis(s) zum letzten Grauen.
Ein renommierter Parteienforscher,
ein gewisser Joseph von Eichendorff, hatte
diesen Horror, unter dem die
SPD nun leidet, ahnungsvoll beschrieben in
einer Analyse unter dem Titel "Zwielicht":

Dämmrung will die Flügel spreiten. (...)
Wolken ziehn wie schwere Träume.
Was will dieses Graun bedeuten?

Wie rühmte einst der angebliche Parteichef
Gabriel den Kandidaten bei dessen Nominierung:
"Peer Steinbrück hat sich schon als Finanzminister
große Verdienste erworben." Nur, daß sich keiner
an solche Verdienste erinnern kann, sondern nur
an die späteren Nebenverdienste. Das Große
Bundesnebenverdienstkreuz ist ihm jedenfalls
sicher. Und die Kanzlerin wird es ihm nach der
Bundestagswahl gewiß verleihen. Hat er sich doch
jetzt schon um die CDU verdient gemacht.
Allerdings wird es wohl nie herauskommen, wieviel
ihm die CDU gezahlt hat, damit er für sie Wahlkampf
führt noch bevor der Wahlkampf begonnen hat.
Er will eben mit allen Mitteln verhindern, daß er
selber Kanzler wird. Ein Hungerlohn von monatlich
17.000 Euro ist einem Kandidaten nicht zuzumuten,
der fast dieselbe Summe in einem halbstündigen
Standard-Gelaber verdienen kann.

Gestern gab er sich mal wieder im Bundestag
als kämpferischer Antikapitalist, der rhetorisch
gegen die Allmacht der Banken andonnerte.
Die "Süddeutsche" kommentierte: "Steinbrück lebt
nicht, was er da verkündete. Er war schon immer mehr
Arbeitgeber als Arbeitnehmer. Er würde sich auch
verbiegen, wenn er plötzlich den Arbeiterführer gäbe."
Doch genau das hat er bei seinem Auftritt vor dem
letzten SPD-Parteitag in Hannover versucht. Schließlich
ist Hannover inzwischen das Zentrum der sozialistischen
Internationale. Ist es doch die Stadt der wahrhaft
großen Arbeiterführer in der deutschen Geschichte:
Gerhard Schröder, Christian Wulff, ganz zu schweigen
von Fritz Haarmann, der allerdings eher für die
Arbeiterjugend zuständig war.

Im Bundestag höhnte jedenfalls Wolfgang Schäuble
in seiner Replik: "Sie sagen etwas, wovon ich nicht
glaube, daß das der richtige Steinbrück ist." Tscha, offenbar
gibt’s noch einen anderen Steinbrück, aber den darf er zur
Zeit nicht raushängen lassen aus seinem etwas zu flotten
Mundwerk. Er ist und bleibt ein Schizo-Sozi. Hätte die SPD
doch nur auf Eichendorff gehört, als der sie warnte vor
diesem zwielichtigen Kandidaten -- und zwar schon lange
vor dessen Nominierung. In seiner "Zwielicht"-Expertise heißt
es unter anderem:

Hast du einen Freund hienieden,
Trau ihm nicht zu dieser Stunde,
Freundlich wohl mit Aug' und Munde,
Sinnt er Krieg im tück'schen Frieden.

Natürlich wird Steinbrück auch festreden, wenn am 23. Mai
dieses Jahres die deutsche Sozialdemokratie sich zum
hundertfünfzigsten Mal verjährt. Allerdings gab es Streit
unter den Genossen, warum die Parteiführung unbedingt
die deutsche Kanzlerin zum Festakt bitten mußte. Ich finde
es nur konsequent. Ist sie doch längst die oberste
Sozialdemokratin dieses Landes -- auch nach Meinung der
letzten AufRechten in der CDU. Bei den entscheidenden
Abstimmungen im Bundestag etwa zur Europa-Politik ist sie
zugleich die eigentliche Fraktionsvorsitzende der SPD, die den
Genossen das Abstimmungsverhalten vorschreibt. Und die
verschaffen ihr dann immer wieder die heimliche
Kanzlerinnen-Mehrheit, die sie in den Reihen ihren Koalition
längst nicht mehr hat. Insofern ist es auch nur konsequent,
wenn der SPD-Kandidat sich der alten sozialdemokratischen
Tugend entsinnt, die da unter dem Stichwort "Solidarität"
längst verstaubt ist, und nun mit ihr schreitet Seit’ an Seit’,
denn mit ihr zieht die neue Zeit. Genauer: die alte. Die Zeit
der Großen Koalition, die da dämmert am Horizonte. Oder um
es mit Eichendorffs "Zwielicht" zu sagen, der offenbar in
strikter innerparteilicher Opposition zu Steinbrück stand
und sich daher an die Basis der Partei wandte mit dem Aufruf:

Was heut' müde gehet unter, (...)
Manches bleibt in Nacht verloren.
Hüte dich, bleib wach und munter!
[/spoil]

22.01.2013, 17:11

Hallo,

nun gibt es bald wieder einen Jahrestag.

Wenn doch nur endlich ein paar Jahrtausende
Abstand zu dem Zeug liegen würden...
(Aber das muß man sich wahrscheinlich auch weiter
erarbeiten.)

Hier ein (mir) sehr angenehmer Nebeneffekt.
Ein Gespräch mit dem Publizisten Sebastian Haffner aus dem Jahr 1987
wird im ZDF wieder zugänglich gemacht:
Sebastian Haffner im Gespräch mit Guido Knopp (1987) 27:32 min
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