23.01.2013, 16:27
23.01.2013, 16:27
24.01.2013, 12:13
26.01.2013, 00:11
[/spoil]Martin Buchholz hat geschrieben:Warum meine Zweitstimme
so niedersächsy ist
Jawohl, es war ein Debakel. Mehr noch, es war ein
Desaster! Eine Katastrophe!
Ich rede und schreibe hier vom Super-Gau der
Demoskopie. Die Wahlforscher hatten für die FDP
den niedersächsischen Untergang prophezeit. Und
was wurde draus? Die Zweitstimmen-Erweckung des
leichenstarren Lazarus'. Der erststimmige CDU-Wähler
sprach mit zweiter Stimme beim Urnengang zur FDP:
"Nimm mein Brett und wandle!" Mit diesem Brett war
jenes gemeint, das solche Wähler gewohnheitsmäßig
vorm Kopf tragen.
Doch ich will nicht verheimlichen, daß dieses demoskopische
Fiasko der Wahl-Prognose auch mich sehr persönlich betrifft.
Ich hatte vor der Wahl eine Expertise in Auftrag gegeben
beim Meinungsforschungs-Institut Hohn&Häme, um die
Wählerstimmung zu erkunden. Das Ergebnis dieser
Wähler-Befragung in Niedersachsen war eindeutig:
Die FDP würde weit unter 0,00 Prozent landen. Erst
hinterher hat sich herausgestellt, daß diese Umfrage nicht
gerade repräsentativ war. Der einzige Wähler, den dieses
Institut befragt hatte, war ich selbst. Und ich bin in
Niedersachsen gar nicht wahlberechtigt.
Außerdem: Keiner hat mich nach meiner Zweitstimme
gefragt. Die hätte ich natürlich dem Rösler gegeben, mich
selbst überstimmend. So wie ich früher schon immer den
Westerwelle heimlich mit Zweitstimme gewählt habe.
Und zwar aus rein ökonomischen Gründen. Schließlich lebe
ich auf der Kabarett-Bühne von solchen Figuren. Das sind
meine Dealer, die mich reichlich mit Stoff beliefern. Ich muß
die also irgendwie am politischen Leben erhalten, auch wenn’s
zuweilen mehr als unappetitlich ist -- etwa dann, wenn ein
Herr Brüderle seinen ranzigen Altmänner-Charme raushängen
läßt und hinterher all seine Partei-Dackel vor Begeisterung mit
dem Schwänzchen wedeln. Nun ist die FDP ohnehin ein
einziger Herrenwitz. Und dabei ist sie so sexy wie ein
geliehenes Kondom, das schon mehrfach gebraucht wurde.
Immerhin: Da ich in Niedersachsen meine Zweitstimme nicht
einsetzen konnte, habe ich zumindest indirekt den Farbwechsel
von schwarzgelb zu rotgrün mit ermöglicht. Wenn ich Anfang
Februar in Hannover wieder meine Erststimme auf der Bühne
erhebe (am 1. und 2.2. im Theater am Küchengarten),
werde ich die dankbare Huldigung der niedersächsischen
Massen entgegennehmen.
Notorischen FDP-Wählern habe ich übrigens in meinem letzten
Buch "Geh!Denken -- Geh!Dichte" eine kleine Parabel gewidmet
mit dem Titel "Wenn Schafe wählen". Hier ist sie:
Die Tiere wählten sich ein Parlament,
und jedes Tier entscheidet effizient
für jenes sich, das es am besten kennt.
Bestimmt es doch auf diese Weise mit,
wer es am sinnvollsten vertritt.
Es wählt der Aal den Aal, der Wal den Wal,
Und der Schakal wählt den Schakal.
Kurz: Jedes Animal erkürt ein Animal,
wie man’s ihm vor der Wahl empfahl
von seiner Art, aus seinem Areal.
Doch als die Schafe sich zur Wahl entschieden,
da wählten sie den Löw’. Der war’s zufrieden.
Schafsköpfig wird der Eindruck so vermieden,
als wählt’ man nur nach eig’nen Interessen.
Wir Schafe wählen die, die uns dann fressen.
26.01.2013, 12:39
31.01.2013, 12:16
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