Gedicht und Foto von Klaus Ender




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Gedicht und Foto von Klaus Ender

Beitragvon Coco » 21.01.2008, 14:35

Taktgefühl


Ein Wort, das kann sehr grausam sein,
ein Satz zerstört noch mehr,
drum prüfe jedes Wort allein,
vielleicht trifft es zu sehr.

Das gilt für alle Seelen,
die zart und menschlich sind,
du würdest sinnlos quälen
durch Schmerz - der hier gewinnt.

Ja - taktlos wird zur Waffe,
es trifft genau ins Herz,
drum sei besorgt - und schaffe
ein Seelenheil statt Schmerz.


Wenn Herz und Seele fehlen
bei Menschen - die es gibt,
die andern alles stehlen,
die nur in sich verliebt.

Dann schlage in das grobe Holz
auch deinen gröbsten Keil,
verletze ruhig den falschen Stolz,
er braucht kein Seelenheil.


Liebe Grüße zu Wochenanfang
Coco
[schild=14 fontcolor=FFA500 shadowcolor=008000 shieldshadow=1]Bis nachher![/schild]
Coco
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von Anzeige » 21.01.2008, 14:35

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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 21.01.2008, 19:39

Wow, das haut rein und sit so wahr! - Mir kommt da eine Parallele zu einem ganz jungen Vorgang in den Sinn...

Denn nicht nur mit unbedachten Worten, auch mit Nicht-Tun kann man andere treffen und ihnen weh tun: Es ist ja nicht nur so, daß es manchmal Menschen gibt, die sich gar nicht bewußt sind, wann oder sogar daß sie verletzend auftreten, es gibt auch die, die durch Unterlassung anderen unnötig Verantwortung aufhalsen. Manchmal einfach dadurch, daß sie sich weigern, die Realität anzuerkennen und verantwortungsvoll zu handeln. So fiel mir heute zum Beispiel ein Stein vom Herzen, als jemand einsah, daß es nun an der Zeit ist, die Verantwortung zu übernehmen, die sie seit Jahren beiseite geschoben hatte. Zwar sind die Umstände jetzt nicht mehr so günstig, wie sie es noch vor einem Jahr gewesen wären, zwingen sie geradezu, etwas zu tun. Aber wenigstens hat sie heute angezeigt, sich nicht mehr aus der Verantwortung stehlen zu wollen, sondern aktiv zu werden.

Viel mehr kann ich dazu im Moment gar nicht sagen - doch hätte alles andere meine Frau und mich sehr belastet und verletzt. Vielleicht erzähle ich die Geschichte noch ganz, mal sehen. Wenn, dann komme ich hier darauf zurück.

Lieben Gruß
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zu Taktgefühl Gedicht von Klaus Ender

Beitragvon Meer » 24.01.2008, 07:37

Liebe Coco,
danke für die Worte von Klaus Ender.

Den ersten drei Absätzen kann ich voll zustimmen.
Bei den letzten beiden widerstrebt sich aber in mir einiges.

Wenn Herz und Seele fehlen
bei Menschen - die es gibt,
die andern alles stehlen,
die nur in sich verliebt.


Seele fehlt natürlich in keinem Menschen und Herzlosigkeit ist auch nichts anderes als eine Verhärtung, die einer Seelenangst vorausgeht.
Ein "nur" in sich verliebt sein ist noch kein Mangel, er ist es aber dann, wenn ein Mangel im Selbst festgestellt und empfunden wird, der nicht selbst behoben wird und wo dann plötzlich ein "Du" gesucht wird und herhalten soll, um einen eigenen Mangel aufzufüllen.

Dann schlage in das grobe Holz
auch deinen gröbsten Keil,
verletze ruhig den falschen Stolz,
er braucht kein Seelenheil.


Das ist nicht in meinem Sinn, denn Seelenheil sucht jeder und wenn ich als das andere DU hergehe und den gröbsten Keil in ein grobes Holz schlage, antworte ich mit Gewalt und spalte.
Es ist nicht unsere Aufgabe jemanden wegen eines falschen Stolzes weiter zu verletzen. Da genügt ein Hinweis darauf, dass sein Verhalten so nicht ok ist.

lieben Gruß Meer
~~~ LIEBE ~~~
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Beitragvon Starlight » 24.01.2008, 11:55

Hallo Coco,

Dem letzten Vers von Diesem Reim kann ich auch nicht zustimmen. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist mit roher Gewalt zu zuschlagen. In das harte Holz. Es gibt auch andere Wege. Und das Leben schafft auch am Holz. Es wird morsch, verwest, wird brüchig. Wind, Sonne, Regen sorgen schon dafür. Dazu braucht man keine Axt. Auch im übertragenen Sinn.





LG Starlight :t291:
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