F.J.Neffe : Waldbrände




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F.J.Neffe : Waldbrände

Beitragvon Coco » 20.06.2008, 09:10

Hallo. Ihr Lieben,
dies schreibt F.J.Neffe bei PL. Da Ihr fast alle deaktiviert seid, stelle ich es hier ein. Vielleicht liest Meer es hier auch.
Vorweg: Neffe hatte einer PL-Teilnehmerin ,die bei sich in ihrem Heimatwald einen Brandstifter erleben musste und um Hilfe bat, geantwortet:

Wieso werden Brände gestiftet? Ins Werk gesetzt, wie der Duden schreibt. Wird da vielleicht der Drang nach einem ureigenen Werk - der ein Leben lang durch Einfüge- und Unterwerfungspädagogik umgangen wird - so übermächtig, dass er sich realisieren muss? Wenn da eine Kraft ist, die den Stifter des Brandes unausweichlich zur Tat hin ZIEHT, dann verstärkt und lenkt sich dieses Geschehen durch unbewusste und/oder bewusste Autosuggestion. Durch Autosuggestion, von der wir nichts wissen wollen. Durch Autosuggestion, zu der es in der Wissenschaft merkwürdigerweise totale Forschungsabstinenz gibt. Durch Autosuggestion, die man auch in der Pädagogik vergebens sucht, wodurch die Chance des Lernens, damit besser umzugehen, hier schon einmal nicht stattfindet.
In der neuen Ich-kann-Schule frage ich mich nicht, wie in der üblichen Pädagogik: "Wie kann ich die Schablone noch perfekter machen und wie bringe ich alle dazu, die Selberdenker mit hineinzudrücken?" Die Kernfrage ist: "Was bewegt den Menschen?" und das bedeutet für jemand, der Einfluss gewinnen will: "Was ZIEHT ihn?" Was ZIEHT einen Stifter des Brandes zum Tatort und zur Tat? Was ZIEHT ihn exakt zu diesem? Wenn ich mir das sorgfältig und genau anschaue, was da ZIEHT, dann finde ich viele Menschen und ihr Tun als URSACHE dessen, was da ZIEHT. Wir geben durch eine immer noch extrem oberflächliche und äußerliche Er"zieh"ung SOGwirkungen vor, denen wir uns ein ganzes Leben lang kaum entziehen können. Nicht weil es grundsätzlich so schwer wäre, das Problem zu lösen, sondern weil wir darauf dressiert sind, die Lösung immer in der Richtung zu suchen, wo sie für die nächste Schulaufgabe abgefragt wird, und DAS IST IMMER DIE VERKEHRTE RICHTUNG.
Die Kraft des Feuers wandelt unbestechlich alles um. In einem Lern- und Lebenssystem, das von Korruption geradezu strotzt, muss man damit rechnen, dass die Sehnsucht nach dem im Lehrplan nicht existenten WANDEL übergroß wird. Feuer ist ein deutliches Signal. Wird der Ruf nach der Polizei, nach "Bewahrung" und Nichtveränderung und "Sicherung" des gewohnten Bildes vom Leben da dem Leben - unserem Leben - gerecht? Ist das Problem gelöst, wenn der Stifter des Brandes gefasst ist? Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe


Einen schönen Freitag wünsche ich Euch. Mir geht es schon wieder besser als Gestern,
Coco

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Beitragvon Starlight » 20.06.2008, 16:25

Hallo Coco,

ja das hat mir auch sehr gut gefallen was Neffe da geschrieben hat. Ich kopiere mal meine Antwort am besten gleich mit hierher.

Starlight hat geschrieben:Hallo F.J.Neffe,

Deinen Beitrag finde ich sehr interessant. Davon bin ich auch überzeugt, das der Brandstifter ein ziemliches psychologisches Problem hat. Und durch seine Taten reißt er sein ganzes Umfeld mit ins Verderben. Natur und eventl. auch Menschen. Manche Be-ZIEHungen sind eben einfach nicht richtig, bestehen aber trotzdem. Und komischerweise sogar länger als "normale" Beziehungen. Und außen rum wird alles in Schutt und Asche gelegt. Hoffentlich kriegen Sie den Täter.
Schade dass, man sowas nicht auch auf menschliche Be-ZIEHungen anwenden kann und den/die Täter(in) entfernen, wenn Sie einem nur Unglück bringen. emo10.gif



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zu F.J. Neffe

Beitragvon Gast Meer » 20.06.2008, 22:02

Liebe Coco, liebe Leser,

danke dir für F.J. Neffes Beitrag, der nicht uninteressant ist und einiges auf sichtbarer Ebene aufzeigt und zu Hinterfragungen anregt, die er andeutet.
Ich verstehe F.J. sehr gut und ich kenne auch dieses Feuer, welches wohlbehütet werden sollte, wenn es keinen Flächenbrand erzeugen soll.
Aber selbst ein Flächenbrand kann mit verstärkten Gegenmaßnahmen wieder zum erliegen gebracht werden.
Ich stelle deswegen eine ähnliche Frage wie F.J., ob so ein Flächenbrand denn dann langfristig und anhaltend in den Gehirnen einiger wenigstens einen kleinen Wandel gebracht hat oder ob doch alles beim Alten wie früher geblieben ist.
Brandstifter gefasst, verwahrt, hinter Gittern, Ruhe.

Selbstverständlich gibt es irgendwann einen neuen Brandstifter, denn zum Glück sterben diese ja nicht aus, ebenso wenig wie das Feuer selbst und das ganze Szenario beginnt von Neuem.
Was will das Feuer, der Brandstifter denn nun eigentlich, wird man sich wohl irgendwann fragen???

Tjaaa, die Antwort gab F.J. Neffe und recht hat er, aber nicht jeder verbrennt sich gerne seine Pfoten, denn das tut anständig wehhhhhh und ich bin froh, dass es auch das Wasser gibt, da zischt es zwar anständig beim Zusammentreffen der Beiden und auch das ist ein grandioses Naturschauspiel und was das alles für unsere Psyche bedeutet kann jeder selbst erfahren.

In diesem Sinne,
herzliche Grüße,
Meer :-)
Gast Meer
 

Beitragvon Starlight » 20.06.2008, 22:28

Hallo Meer,

Meer hat geschrieben:Selbstverständlich gibt es irgendwann einen neuen Brandstifter, denn zum Glück sterben diese ja nicht aus, ebenso wenig wie das Feuer selbst und das ganze Szenario beginnt von Neuem.
Was will das Feuer, der Brandstifter denn nun eigentlich, wird man sich wohl irgendwann fragen???


Die wollen andere(s) brennen sehen, weil Ihre eigene Seele kaputt ist. Ich hoffe nur sie verbrennen sich selber Ihre Seele mit Ihren Taten. Ich hoffe sie brennen so sehr, wie sie anderes brennen lassen. Ich hoffe sie legen sich selber in Schutt und Asche. Sie sollen selber brennen, damit sie ENDLICH mal BE-greifen was sie da anrichten!!!!!!!!!

LG Starlight :t291:
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zu Feuer

Beitragvon Gast Meer » 21.06.2008, 18:23

Liebe Starlight,

darf ich dir den Blick auch auf eine positive Seite eines Feuers richten, denn was du hier von dir gibst, ist mir zu einseitig gesehen.
Zerstörung dürfen wir nicht beschönigen, ganz klar. Sie ist was sie ist, nämlich vernichtend.
Wir dürfen sie aber auch nicht ausgrenzen aus unserer Wahrnehmung, denn sie ist ein Teil des Gesamtlebens, wo es um ein "Werden und Vergehen" geht.

Isidor (isi) hat bei PL mal passende Worte dazu geschrieben, die mir gut gefielen und die ich hier wiedergeben darf:

destruktiv - zerstörerisch

Ich rasiere täglich meinen Bart,
da es nicht mehr "in" ist ihn lang zu tragen.

Ich lese die Zeitung deren Papier von einem Baum stammt
und sehe Zerstörung, Destruktivität, Zerstörung.

Genüsslich esse ich einen Apfel,
meine Zähne sind zerstörerisch.

Auf dem Weg zur Arbeit
verbraucht mein Auto wertvollen Brennstoff.

Meine Frau schnitt mir mein Lieblingsgemüse
und presst mir frischen Orangensaft.

Das Holz für den warmen Kamin musste ich klein hacken,
es starb dafür ein Baum.

Ein beschriebenes Blatt Papier werfe ich weg,
da ich neue Gedanken aufschreibe.

Am Abend lösche ich das Licht,
der letzte vermeintliche Akt meiner Destruktivität.

In meinen Gedärmen geht es weiter,
Zerstörung, klein hacken, wegwerfen.

Ich stehe am Morgen auf
und scheide Unbrauchbares aus.


isi 26.11.07
**************
Dies zeigt schön, wie im Alltag Veränderungen unbemerkt und wie selbstverständlich stattfinden und wir könnten diese Aufzählungen noch beliebig erweitern.
Ich will aber zu F.J. Neffes Grundaussage zurückkehren: "Die Kraft des Feuers wandelt unbestechlich alles um."
F.J. spricht von Einfüge- und Unterwerfungspädagogik / SOGwirkungen / Korruption / "Bewahrung" und Nichtveränderung und "Sicherung" des gewohnten Bildes was alles zu bestimmten Zeiten einfach überholt ist und keinen Nährwert mehr für das aktuelle Leben aufweisen kann.

Und genau dann tritt dieser Umwandlungsplan in Kraft, wo aus altem Unbrauchbarem Neues erschaffen wird mittels Energieumwandlung.
Es ist dem Gesamtleben nun völlig egal, welches Mittel da zur Wirkung kommt, denn dieses Leben wertet nicht und so könnte ebenso ein heftiger Sturm oder eine Überschwemmung die zerstörerischen Kräfte in Gang setzen.

Ziel ist nämlich nicht die pure Zerstörung, sondern ~Wandel~ hin zu Erneuerung und das ist eben ein Prozess, wo die Zerstörung miteinbezogen und für hilfreich empfunden wird, natürlich nicht von jedem.
Feuer selbst, kann ja auch nur da entstehen, wo Brennstoff vorhanden ist und es ist nicht alleine der zündende Funke, der da etwas in Gang bringt, sondern auch die vorhandene Grundlage, die dem Feuer Nahrung gibt.
Hass ist z.B. eine Einstellung, die man auch von außen aufoktroyiert bekommen kann, denn damit lässt sich wunderbar zum Nutzen anderer ein Feindbild aufrecht erhalten.

Dies alles und mehr kannst du auch auf Beziehungen übertragen, denn auch da ist sowas anwendbar, warum denn nicht???
Nur ........ und nun bin ich wieder bei Neffes Frage: Ist das Problem gelöst, wenn der Stifter des Brandes gefasst ist?

Ich wünsch euch ein angenehmes Wochenende,
Meer :-)
Gast Meer
 

Beitragvon Gast » 25.06.2008, 11:08

Hallo Meer,

wenn jemand im Wald ein Feuer legt, weil er seelisch gestört ist, dann hat das in meinen Augen schon was mit willentlicher Vernichtung zu tun, aus der kein Nutzen gezogen wird. Wenn ich einen Scheit Holz verbrenne, weil ich mich an einem Kamin wärmen möchte, ist das vom Vorgang her gesehen ja das gleiche, aber es dient eben einem "sinnvollen" Zweck. Und es werden nicht ganze Flächen zu Grunde gerichtet.

Die Beispiele, die ISI geschrieben hat sind alles sinnvolle Dinge, die dem Wandel unterliegen. Das würde ich allerdings dann nicht als destruktiv bezeichnen. Es gibt aber durchaus vernichtende Dinge, destruktive Dinge und Menschen die einem die Seele kaputt machen. Darin sehe ich keinen Sinn. Auch bei einem Brandstifter nicht. Deshalb sollte er auch gefasst werden. Dann "muss" er sich nämlich mit seiner eigenen Psyche auseinander setzen und vernichtet nicht andere Dinge. Das ist natürlich auch auf Menschen übertragbar. Nur wird eben ein Mensch nicht eingesperrt, wenn er anderen seelischen Schaden zufügt. Jedenfalls nicht, wenn nicht eine offensichtliche Straftat dazu vorliegt. Die dürfen alle wild drauf los und weitermachen. Und das Schicksal spielt mit.

LG Starlight
Gast
 

Beitragvon Starlight » 25.06.2008, 15:49

PS: Vielleicht sollte ich mal selber anfangen "Brände" zu legen. Und nicht immer versuchen welche zu löschen. Natürlich nur im übertragenen Sinn. :t242:

LG Starlight :t291:
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Beitragvon Gast Meer » 25.06.2008, 22:34

PS: Vielleicht sollte ich mal selber anfangen "Brände" zu legen. Und nicht immer versuchen welche zu löschen. Natürlich nur im übertragenen Sinn.


Der Meinung bin ich schon lange, zumindest im Ansatz, denn Feuer ist auch ein Lichtbringer und manch einer braucht mal einen Funken :-).

Mehr fällt mir bei der momentanen Hitze nicht ein, bzw. kann ich es zu dem Vortext von dir noch nicht formulieren.

Grüßle Meer
Gast Meer
 

Beitragvon Gast Meer » 27.06.2008, 20:43

Hallo Meer,

wenn jemand im Wald ein Feuer legt, weil er seelisch gestört ist, dann hat das in meinen Augen schon was mit willentlicher Vernichtung zu tun, aus der kein Nutzen gezogen wird. Wenn ich einen Scheit Holz verbrenne, weil ich mich an einem Kamin wärmen möchte, ist das vom Vorgang her gesehen ja das gleiche, aber es dient eben einem "sinnvollen" Zweck. Und es werden nicht ganze Flächen zu Grunde gerichtet.

Die Beispiele, die ISI geschrieben hat sind alles sinnvolle Dinge, die dem Wandel unterliegen. Das würde ich allerdings dann nicht als destruktiv bezeichnen. Es gibt aber durchaus vernichtende Dinge, destruktive Dinge und Menschen die einem die Seele kaputt machen. Darin sehe ich keinen Sinn. Auch bei einem Brandstifter nicht. Deshalb sollte er auch gefasst werden. Dann "muss" er sich nämlich mit seiner eigenen Psyche auseinander setzen und vernichtet nicht andere Dinge. Das ist natürlich auch auf Menschen übertragbar. Nur wird eben ein Mensch nicht eingesperrt, wenn er anderen seelischen Schaden zufügt. Jedenfalls nicht, wenn nicht eine offensichtliche Straftat dazu vorliegt. Die dürfen alle wild drauf los und weitermachen. Und das Schicksal spielt mit.

LG Starlight


Liebe Starlight,

ich kann in F.J. Neffes Text nichts von einer psychischen Störung des Brandstifters lesen, aber scheinbar wurde es so angenommen.
Wenn wir von einer seelischen Störung ausgehen, welche irgendwelche zerstörerischen Dinge zur Folge haben, dann müssen wir auch danach fragen, wo denn diese Störungen her kommen und wer diese verursacht hat, wenn wir das dahinter liegende Motiv des Zerstörers erkennen wollen.

Kein Mensch wird einen Drang zu einer zerstörerischen Handlung verspüren, der nicht irgendwo vorher eingeengt, mißachtet, oder erniedrigt wurde ectr..

Wo ist also anzusetzen???

lieben Gruß Meer
Gast Meer
 

Beitragvon Starlight » 01.07.2008, 12:54

Meer hat geschrieben:Kein Mensch wird einen Drang zu einer zerstörerischen Handlung verspüren, der nicht irgendwo vorher eingeengt, mißachtet, oder erniedrigt wurde ectr..

Wo ist also anzusetzen???


Ja, genau richtig. Genau da sollte/müsste man ansetzen. Man sollte die Verletzungen heilen können. Die Zerstörungswut ist ja auch so oft schon im Jugendalter zu sehen, wenn "sinnlos" alles kaputt gemacht wird. Ist das dann der "Kick??" Was für ein Hass muss da dahinterstecken!!!

LG Starlight :t291:
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