Fernsehtipp




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Fernsehtipp

Beitragvon La Donna mobile » 18.07.2012, 17:24

Heute 20.15 Uhr
ZDF NEO

Bella Block: Stich ins Herz


Ich finde die Frau,
die eine so wie die andere,
die Bella so wie die Hannelore
einfach gut!
Chapeau!
Gefällt mir!
Es gibt zu wenige von der Sorte!

Donna :-)
La Donna mobile
 

von Anzeige » 18.07.2012, 17:24

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Beitragvon La Donna mobile » 21.02.2013, 19:14

Nachdem gestern Berlin in die dunkelste Fernsehnacht seit ca. 70 Jahren
(ach so, da gab's ja noch gar kein Fernsehen - glaube ich...) versunken ist,
und reichlich Trauerarbeit und Aufarbeitung angesagt war
- je, leicht haben wir es nicht in unserem Vaterland,
denn das Lernen höret nimmer auf -,
möchte ich heute einen Fernsehtipp abgeben,
der uns hoffentlich etwas erheitert:

ARD 20.15 Meine Schwester

TV-Psychokrimi mit den Schwestern Christiane und Maresa Hörbiger.


Wird vielleicht auch nicht das Fernsehereignis des Jahres werden,
aber wenigstens kann man sich mal wieder in aller Seelenruhe einen
"richtigen" österreichischen Tonfall anhören ;-I!

Die Donna,

die schon etwas gespannt ist...
La Donna mobile
 

Beitragvon miljas » 22.02.2013, 19:43

Hallo, liebe Donna, Hallo

da hast Du mich nun gestern verführt... :-)
Ich habe keinen TV-Apparat, aber der Film wurde übers Internet
livegestreamt (und steht jetzt auch in der Mediathek).

Christiane Hörbiger ist eine solide Schauspielerin.
Dieser Film wartete mit einem gewissen (mehrfachen) Witze auf.
Offenbar ist das Drehbuch extra für die beiden Hörbiger-Schwestern
geschrieben worden. Ja, der österreichische Dialekt ist ein
höhrenswerter. Den "Wiener Schmäh" mag ich auch in gewissen
Grenzen (wenn es Allgemeines betrifft). Die Passage mit dem
Drapieren des Götz George-
Fotos im Fenster des Hörbigerschens Schauspieler-Devotionalien
Ladens ist köstlich. Ich war bei den Dreharbeiten fast dort in Wien
und habe es fotografiert:[spoil]Bild[/spoil] :-)
(Wer den Film gesehen hat, weiß, daß der Götz diesmal nicht mit von
der Partie war)

Ansonsten war die Handlung doch etwas überraschend. Wie gesagt,
ein wenig Wiener Schmäh ist ja ganz okay (war schon die
Eingangszene auf der Bank im Park mit dem Ausschütten der
Fütterungstüte eine Erinnerung an Kreislers "Gehen wir Tauben
vergiften im Park" ?), aber dann entwickelte
es sich zu einem "Tatort"-Film mit fast Hitchcockschen Szenen.
Natürlich gibt es alle möglichen Konfusitäten in der Wirklichkeit,
aber im Film waren zu viele Informations-Lücken, so daß die
gesamte Story unglaubhaft wirkte. ... Schwester vor 40 Jahren
in Montevideo abhanden gekommen nach Suiizid. Dann kreuzt
sie 2012 bei der Schwester in Wien wieder auf (im verschlossenen
Laden zu nächtlicher Stunde... woher hat sie den Schlüssel ? - 40
Jahre wird das Schloß doch wohl noch nicht alt gewesen sein,
oder doch ... - wer weiß...? :-)).
Es war dann insgesamt ein wenig merkwürdig - man nimmt
der Frau Hörbiger die sehr nette und teilweise
naiv bis ins Extreme an das Gute glaubende Frau ab. Aber die
gesamte Filmhandlung wirkte leicht satirisch, so daß ich auf ein
lautes Loslachen Frau Hörbigers über den Schwachsinn irgendwann
mitten im Film (also außerhalb der Rolle) wartete. Es lag förmlich
in der Luft (sie hat da manchmal auch einen solchen Blick, bei
dem man nicht genau weiß ob sie gerade als Mensch oder als
Schauspielerin blickt... :-))

Die Szenen mit den Ufa-Filmen in einem Wiener Kino sind nicht
ausgedacht. Vor einigen Jahren sah ich einen Dokumentarfilm über ein
solches Kino - das "Belleria". Offenbar gibt es mehrere dieser
alten Kinos.

( Kino "Bellaria": http://suite101.de/article/das-bellaria ... z2Le5bEnuC )

( Kino "Film CASINO" )

~~~~~~~~~~~~~~~~

Den Film über die "dunkle Hauptstad" habe ich mir nicht angeschaut.
Ich hatte zufällig auf Youtube einen Film von 1958 gefunden.
Er ist in der BRD entstanden.
"Wir Wunderkinder" 1:42:48 h
Die Geschichte hat viele Gesichter, obwohl sie oft dazu neigt,
vielen das gleiche Schicksal zu verordnen.
In dem Film spielt Lisl Karstadt in einer kurzen Rolle mit - wunderbar.

Auch sah ich kürzlich einen Gesprächsfilm mit Sebastian Haffner.
Ich hatte etwas von ihm gelesen, ihn aber noch nie in Filmaufnahmen
gesehen.
Sonntagsgespräch Guido Knopp mit Sebastian Haffner (1987) 27:32 min
(Gespräch über sein damals neu herausgegebenes Buch :
http://www.dieterwunderlich.de/Haffner_ ... Hitler.htm )
Tja... was Hitler unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 mit seinen
Kumpanen durchgezogen hat - das war eine politisch-organisatorische
Meisterleistung (natürlich im antidemokratischen Sinne). Tätliche
Gewalt und Umformung des Staates auf allen Gebieten im Sinne
von Nationalismus und Nazi-Ideologie. Innerhalb von wenigen
Wochen und Monaten. Ein politisches Räuberstück sondergleichen.
Es wurde leider durch viele verantwortliche Politiker des demokratischen
Lagers ermöglicht. Sie schauten weg und meinten, daß sich das
von selbst erledigen wird, weil es keine ausreichende Gefolgschaft
geben wird und weil die Wirtschaftsprobleme von den Nazis auch nicht gelöst
werden können. Sie haben übersehen, welche Möglichkeiten durch
eine Aufrüstung Deutschlands entstehen werden.
Viele Grüße - miljas Bild (Bewegen und Lieben - liebe Lokomotiven!)
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Fernsehtipp GESTERN

Beitragvon La Donna mobile » 06.05.2013, 15:29

Im ZDF war zu sehen

Die Kinder meiner Tochter

mit einem sehr guten, teilweise entspannten Jürgen Prochnow.

Jetzt noch in der ZDF-Mediathek anzuschauen. Es lohnt sich, meint

die Donna :-)
La Donna mobile
 

Fernsehtipp für morgen

Beitragvon La Donna mobile » 16.09.2013, 11:51

Wer sich gerne interessehalber mit dem DDR-Alltag auseinandersetzt, der ja gottlob der Vergangenheit angehört,
dem empfehle ich für morgen abend die zweite Staffel von Weissensee!
Schrecklich, wenn man sich vorstellt, dass es Fälle wie sie in der ersten Staffel schon gezeigt wurden innerhalb einer Familie gegeben haben mag.

Donna :(
La Donna mobile
 

Beitragvon miljas » 16.09.2013, 12:48

Hallo Donna, Hallo,

danke für den Hinweis.

Ich hatte mir die ersten Lümmel (oder nein, "Staffel"
nennt man das, auch nicht Stuffel... :-)) bereits angeschaut.
Ja, sicher, so etwas hat es gegeben (Familienbrüche).
Aber was mich bei diesen Betrachtungen immer stört,
ist diese Aburteilung der DDR, die dann (unausgesprochen)
in die (bessere) deutsche Einheit (Bundesrepublik) führen
mußte. Das stinkt mich gewaltig. Sicher ist es so, daß es
viele Menschen und wahrscheinlich sogar die Mehrheit genau so
wollten (die Westmark und das erfolgreiche Wirtschaftsmodell,
keine weiteren Experimente, denn andererseits gab es keine
Möglichkeiten einen Wirtschaftsumbau aus eigener Kraft zu
finanzieren - woher sollte das Geld kommen - vom Ostblock,
der insgesamt marode und finanzschwach war ?, siehe auch
den weiteren Gang der Geschichte).
Dennoch, es hatte sich in diesen 40 Jahren durchaus eine
Vorstellung von Eigenem und Unabhängigen herausgebildet.
Und gerade so etwas sollte man in solchen Filmen auch
deutlich erwähnen, wenn man geschichtstreu sein will.
Das machte einen großen Teil des DDR-Bewußtseins
(also seiner normalen Bürger) aus. Und weniger die
Stasi-Aktivitäten, die nun so gern zentral dargestellt
werden, obwohl sie leider tatsächlich viel umfangreicher
waren, als viele es damals ahnten.
(Man muß ja den Sicherheitsapparat insgesamt sehen.
Das waren nicht nur die fast 100.000 hautpamtlichen Stasi-
Mitarbeiter + noch mal so viele inoffizielle + 300 Tsd. Mann
Sowjetarmee + ? Volksarmeee + ? Volkspolizei = geschätzt 500 Tsd ... 1 Mio.
Personen. Und die liefen natürlich nicht alle und ständig
mit Uniform herum.)

Aber sei es, wie es in dieser Frage war - es gab da auch
viele Menschen, die trotz des Wirtschaftschaos
immer wieder versuchten, die Wirtschaft am Laufen zu
halten. Das waren die damaligen Helden, abgesehen von
den Politrebellen. Jedenfalls in meinen Augen.

PS.:
Der Sendetermin... liegt sicher ganz zufällig so.
Wie immer.
Bundestagswahl demnächst.
Tag der deutschen Einheit.
Herbst. (Der war damals, '89, auch.)

Wäre die Frage, wann der beste Sendetermin wäre.
Ich denke, im Sommer - in der Urlaubszeit... :-)
Vielleicht während des nächsten NSA-Skandals...
(mit dem die Bundesregierung kaum Probleme
haben wird - wie gehabt).

PS.2:
Gerade gehört - man droht schon mit
der dritten Straffel, äh Staffel. Das spielt
nach dem Mauerunfall, äh, -umfall. :-)
Viele der Schauspieler sind noch jung.
Da können sie ja noch viele, viele Staffeln
staffeln. :-)
(Die Verfilmung des "Eierangriffs" auf Kohl
wäre doch mal lustig. Aber dann müßte man
das ein wenig künstlerisch frei gestalten.
Zum Beispiel: Kohl wirft mit Ananas und
Bananen (ganze Früchte) zurück...) :-).


Viele Grüße - miljas Bild (Bewegen und Lieben - liebe Lokomotiven!)
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miljas
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Re:

Beitragvon La Donna mobile » 16.09.2013, 22:06

miljas hat geschrieben:....................................
Dennoch, es hatte sich in diesen 40 Jahren durchaus eine
Vorstellung von Eigenem und Unabhängigen herausgebildet.
Und gerade so etwas sollte man in solchen Filmen auch
deutlich erwähnen, wenn man geschichtstreu sein will.
Das machte einen großen Teil des DDR-Bewußtseins
(also seiner normalen Bürger) aus. Und weniger die
Stasi-Aktivitäten, die nun so gern zentral dargestellt
werden, obwohl sie leider tatsächlich viel umfangreicher
waren, als viele es damals ahnten.
(Man muß ja den Sicherheitsapparat insgesamt sehen.
Das waren nicht nur die fast 100.000 hautpamtlichen Stasi-
Mitarbeiter + noch mal so viele inoffizielle + 300 Tsd. Mann
Sowjetarmee + ? Volksarmeee + ? Volkspolizei = geschätzt 500 Tsd ... 1 Mio.
Personen. Und die liefen natürlich nicht alle und ständig
mit Uniform herum.)

Aber sei es, wie es in dieser Frage war - es gab da auch
viele Menschen, die trotz des Wirtschaftschaos
immer wieder versuchten, die Wirtschaft am Laufen zu
halten. Das waren die damaligen Helden, abgesehen von
den Politrebellen. Jedenfalls in meinen Augen.

PS.:
Der Sendetermin... liegt sicher ganz zufällig so.
Wie immer.
Bundestagswahl demnächst.
Tag der deutschen Einheit.
Herbst. (Der war damals, '89, auch.)
...............................................


Hallo miljas,

du magst sicher Recht haben mit der Feststellung, dass Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn und sicher noch andere positive Eigenschaften - wie immer sie nun in der Realität gelebt werden konnten - in der DDR stärker waren als in der BRD.
Warum benötigt ein System aber ein in sich selbst integriertes, dermaßen menschenverachtendes und rigoroses (Überwachungs-)System, wie es dieser ganze Stasi- und Polizeiapparat war?
Aus dieser Tatsache allein spricht für mich die pure Angst der "Regierung" seinen Bürgern nicht das bieten zu können nach dem sie verlangen, ja gieren, berechtigterweise, versteht sich.
Und es gibt wohl nichts Beschämenderes für ein Land als seine eigenen Bürger in so einem Ausmaß zu verlieren wie es in der DDR der Fall war, durch legale oder illegale Abwanderung.
Menschen, denen Freiheit gewährt wird, kommen an den Ort zurück, den sie für Heimat und ihr Land halten, aber Menschen, die man einsperrt, wollen ausbrechen, aus allem, das ist doch klar.
Das System kann niemand gut heißen, wie es war, denn es hat vielen Menschen viel Kraft gekostet. Andere haben nur und ausschließlich kapituliert, was hatten sie auch für eine Wahl? Ich weiß nicht, wie ich dort gelebt hätte, aber ich finde schon, dass es ein trauriges Kapitel in der deutschen Geschichte war, wenn auch nur ein Wimpernschlag in der Weltgeschichte.

:( Donna
La Donna mobile
 

Beitragvon miljas » 17.09.2013, 06:02

Hallo Donna,

ich stimme Dir zu.
Es war keine "Dauerlösung".
Ich selbst wurde als Kind und Jugendlicher
immer radikaler und ablehnender gegen diese
Verhältnisse. Allerdings habe ich dies nicht so
stark nach außen gekehrt, weil ich zum einen
die Hintergründe besser verstehen wollte und ich
mich wissens- und erfahrungsmäßig dem zunächst noch
nicht gewachsen fühlte. Desgleichen hinsichtlich
notwendiger Gegenmaßnahmen. Daß es eine massive
Unterwanderung dieser kleinen oppositionellen
Gruppen gab, war mir ziemlich klar. Da ich nicht von
Hause aus an die Kirche gebunden war, habe ich
mich auch von jeglichen dort angebotenen Gesprächskreisen
fern gehalten, Aber eben weniger aus Berührungsängsten
mit Gläubigen - das überhaupt nicht - als vielmehr wegen
der hochwahrscheinlich geheimpolizeilichen Überwachung.

Die Frage, warum das so war, warum es dazu kam - also
zu diesen von Dir beschriebenen Verhältnissen, beschäftigte
mich damals bereits jahrelang und in den letzten 20 Jahren
weiterhin. Ich glaube, die Antwort ist nicht einfach. Das Schicksal
einzelner Menschen - da hast Du vollkommen Recht, ist natürlich
"einfacher", klarer. Da kann man relativ leicht feststellen: gut oder
schlecht, unterdrückt oder frei. Hingegen die geschichtlichen Bewegungen
und Wurzeln sind meiner Meinung nach komplexer, mehrdimensionaler und
viel größer in den zeitlichen Räumen. Ich habe es auch bereits mehrfach
sinngemäß angedeutet: Die deutsche Geschichte kommt ja nicht
zu irgendeinem Zeitpunkt quasi über Nacht daher, so, wie vielleicht ein UFO
landen würde. Spätestens 1848, als die bürgerliche Revolution scheiterte,
begann das "deutsche Drama". Warum? Weil die Rechte der Bürger
nicht zum Durchbruch kamen. Meinungsfreiheit, Organisationsfreiheit...
Nix groß gewonnen. Statt dessen ging es weiter mit dem Adelsmuff und den
reaktionären Gängeleien. Und auf einem solchen Boden gedieh natürlich der
Widerstand der unteren Schichten. Dann fanden sich auch Intellektuelle
wie Marx und Engels, die das alles theoretisch befeuerten und so
nahm das Verhängnis seinen Lauf. Als die SPD kürzlich ihren 150.
Gründungstag feierte, sagte ich, daß im Grunde genommen die DDR
ein Ergebnis dieser SPD-Geschichte war. Davon will die SPD wahrscheinlich
nichts wissen, weshalb dazu auch bei den Feierlichkeiten nichts gesagt
wurde. Aber es war so, daß die SPD für bessere soziale Verhältnisse
kämpfte (8-Stundentag, Frauenwahlrecht, etc.), mit dem Weltkrieg I kam
es dann zu einer Zäsur. Am Ende hieß es: SPD, übernehmen Sie! Dann hat sie
übernommen, aber halbherzig. Dann kamen die Nazis an die Macht
mit den bekannten Ergebnissen. Und dann entstand in der Kombination
aus Sowjetdiktatur und SPD-Zielen dieser deutsche Neu-Staat.
Ich schreibe mit Absicht "Neu" und nicht "Separat" oder "Sonder",
weil ich damit sofort unterstellen würde, es hätte keine Berechtigung
gehabt. Nein, das war durchaus das berechtigte Ergebnis von repressiver
Politik der deutschen Herrschenden in den davor liegenden 100 Jahren.
Das Dumme daran war, daß sowohl das Umfeld (Kapitalismus
Westeuropa/USA einerseits, und der so genannte "Kommunismus"
Sowjetunion andererseits) überhaupt nicht geeignet waren, diese Entwicklung
wohlwollend fördern zu können. Die eine Seite wollte das alles weg haben,
die andere hat es nach ihrem Bilde deformiert und beeinflußt (war
wahrscheinlich auch hauptsächlich nur an dem "Puffer" vor ihren Grenzen
interessiert.) Und auch aus dem Inneren heraus lief es unglücklich.
Insbesondere die Personen, die dann an der Spitze standen, die sich auch
dorthin hoch kämpften gegen Gemäßigte, waren in Jugendzeiten starken
Verfolgungen ausgesetzt (Ulbricht, Honecker, Mielke u.a,). Die kannten
keine wirklich funktionierenden demokratischen Verhältnisse, waren mit
allen Wassern der Machtpolitik gewaschen und waren, im Grunde genommen,
alle mehr oder weniger paranoid. Und ihre Bildung war auch nicht gerade
berauschend, gelinde gesagt.
Und wenn man das alles insgesamt betrachtet (und es kommen
immer mehr Details ans Licht), dann handelt es sich um eine
lange "Geschichte" mit der Geschichte. So sehr ich die Einzelschicksale
natürlich auch bedaure (und ich selbst bedaure mich, in Maßen,
auch, aber die Erkenntnisse sind mir wichtiger und insofern habe ich meinen
Gewinn aus alle dem gezogen) - heute weiß ich,
daß die Einzelschicksale weniger relevant sind für die gesamte Entwicklung -
das Wichtigste ist der von der ideologischen Ausrichtung am Ende völlig
unabhängige Aufstieg der produktiven Kräfte der Menschheit; insofern hat
der Kapitalismus noch lange nicht ausgedient und Du hast mit "Wimpernschlag"
bezüglich der DDR-Zeit auch Recht.

(Und die allgemeinen Menschenrechte sind
natürlich im Kapitalismus auch nicht völlig nebensächlich.
Da gibt es nun bekanntlich genug Sauereien als "Einzelfälle"
und als "häufige" "Einzelfälle". Wenn jetzt eine Bundeskanzlerin zur
Kenntnis bekommt, daß es 10-jährige Leiharbeiter gibt (also
seit 10 Jahren arbeiten sie geliehen), dann ist schon eine Grenze
wieder einmal weit überschritten; und so soll die Freiheit der
kapitalistischen Produktivkraftentwicklung nun auch nicht
aussehen.)

PS.:
Vielleicht müßte man die Sache sogar einmal systematisch,
quasi wissenschaftlich, angehen, wie die DDR in den Filmmedien
dargestellt wird/wurde.
Es gibt sehr viele Dokus, in denen man sich durchaus auch
recht differenziert mit verschiedenen Dingen auseinander
gesetzt hat. Verschiedene Zeitzeugen, die zu Wort kamen,
sind natürlich auch sehr wertvoll.
Was aber die Spielfilme angeht...
"Goodbye Lenin" - Komödie
"Das Leben der Anderen" - Stasi-Thematik
"Die Frau vom Checkpoint Charlie" - Grenzquerung nach Westen (das Wort "Republikflucht"
war eine DDR-Erfindung - das möchte ich gar nicht in den Mund nehmen), Familenzusammenführung
wider den Staatswillen
"Weissensee" - Stasi-Thematik
"Der Turm" - Romanverfilmung, DDR-Alltag der 80er in Dresden/Weisser Hirsch

Weitere fallen mir augenblicklich nicht ein.

Nur mal so, eine Anekdote, die ich
selbst erlebte.

Die Firma, bei der ich arbeitete,
hatte ihren Hauptsitz in einem alten
Wohngebäude. Als ein neuer Chef eingsetzt wurde,
begann er zunächst einmal zu kehren ("neuen Besen
kehren gut"). Er verlangte, daß im Haus umgehend
renoviert wird. Bei dem damaligen Mangel an Farben und Handwerkern
(alles wurde in den sozialen Wohnungsbau gesteckt) war
das ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen, zumindest
in kürzerer Frist. Der zuständige ökonomische Direktor hat
es aber irgendwie (?) geschafft. Eines Tages, erst wenige
Wochen später kam ich in dieses Gebäude (ich arbeitete
an anderem Ort) und das Treppenhaus
strahlte in neuem Glanz. Die Wände waren nicht nur neu
gestrichen, sondern marmoriert.
???
Das Kuriosum kam daher, daß man eine Malerfirma
engagieren konnte, die im gerade restaurierten Berliner
Schauspielhaus tätig gewesen war. Dieses im Krieg
stark beschädigte Theatergebäude hat man wunderbar
restauriert - zur 750-Jahrfeier Berlins. Im Inneren
des Gebäudes findet man viel Stuck, Wandmalereien
und... marmorierte Wände. Es wurde als Konzerthaus
neu eröffnet (und ist so schön, daß selbst die Bundesregierung
mit Kanzler Kohl dort gern Festakte abhielt).
Und ein kleiner - marmorierter - Abglanz davon
war nun damals auf seltsame Weise auf meine Firma gefallen. :-)
Heute wahrscheinlich nichts Besonderes mehr.

Auch das war DDR-Alltag. Auch so etwas sollte
man verfilmen, ohne daß ich jetzt diese konkrete
Anekdote meine. Da gab es viele Geschichten zwischen
Niederlage und Erfolg.


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