Hallo, liebe Donna, Hallo
da hast Du mich nun gestern verführt...
Ich habe keinen TV-Apparat, aber der Film wurde übers Internet
livegestreamt (und steht jetzt auch in der Mediathek).
Christiane Hörbiger ist eine solide Schauspielerin.
Dieser Film wartete mit einem gewissen (mehrfachen) Witze auf.
Offenbar ist das Drehbuch extra für die beiden Hörbiger-Schwestern
geschrieben worden. Ja, der österreichische Dialekt ist ein
höhrenswerter. Den "Wiener Schmäh" mag ich auch in gewissen
Grenzen (wenn es Allgemeines betrifft). Die Passage mit dem
Drapieren des Götz George-
Fotos im Fenster des Hörbigerschens Schauspieler-Devotionalien
Ladens ist köstlich. Ich war bei den Dreharbeiten fast dort in Wien
und habe es fotografiert:[spoil]

[/spoil]
(Wer den Film gesehen hat, weiß, daß der Götz diesmal nicht mit von
der Partie war)
Ansonsten war die Handlung doch etwas überraschend. Wie gesagt,
ein wenig Wiener Schmäh ist ja ganz okay (war schon die
Eingangszene auf der Bank im Park mit dem Ausschütten der
Fütterungstüte eine Erinnerung an Kreislers "Gehen wir Tauben
vergiften im Park" ?), aber dann entwickelte
es sich zu einem "Tatort"-Film mit fast Hitchcockschen Szenen.
Natürlich gibt es alle möglichen Konfusitäten in der Wirklichkeit,
aber im Film waren zu viele Informations-Lücken, so daß die
gesamte Story unglaubhaft wirkte. ... Schwester vor 40 Jahren
in Montevideo abhanden gekommen nach Suiizid. Dann kreuzt
sie 2012 bei der Schwester in Wien wieder auf (im verschlossenen
Laden zu nächtlicher Stunde... woher hat sie den Schlüssel ? - 40
Jahre wird das Schloß doch wohl noch nicht alt gewesen sein,
oder doch ... - wer weiß...?

).
Es war dann insgesamt ein wenig merkwürdig - man nimmt
der Frau Hörbiger die sehr nette und teilweise
naiv bis ins Extreme an das Gute glaubende Frau ab. Aber die
gesamte Filmhandlung wirkte leicht satirisch, so daß ich auf ein
lautes Loslachen Frau Hörbigers über den Schwachsinn irgendwann
mitten im Film (also außerhalb der Rolle) wartete. Es lag förmlich
in der Luft (sie hat da manchmal auch einen solchen Blick, bei
dem man nicht genau weiß ob sie gerade als Mensch oder als
Schauspielerin blickt...

)
Die Szenen mit den Ufa-Filmen in einem Wiener Kino sind nicht
ausgedacht. Vor einigen Jahren sah ich einen Dokumentarfilm über ein
solches Kino - das "Belleria". Offenbar gibt es mehrere dieser
alten Kinos.
( Kino "Bellaria":
http://suite101.de/article/das-bellaria ... z2Le5bEnuC )
(
Kino "Film CASINO" )
~~~~~~~~~~~~~~~~
Den Film über die "dunkle Hauptstad" habe ich mir nicht angeschaut.
Ich hatte zufällig auf Youtube einen Film von 1958 gefunden.
Er ist in der BRD entstanden.
"Wir Wunderkinder" 1:42:48 h
Die Geschichte hat viele Gesichter, obwohl sie oft dazu neigt,
vielen das gleiche Schicksal zu verordnen.
In dem Film spielt Lisl Karstadt in einer kurzen Rolle mit - wunderbar.
Auch sah ich kürzlich einen Gesprächsfilm mit Sebastian Haffner.
Ich hatte etwas von ihm gelesen, ihn aber noch nie in Filmaufnahmen
gesehen.
Sonntagsgespräch Guido Knopp mit Sebastian Haffner (1987) 27:32 min
(Gespräch über sein damals neu herausgegebenes Buch :
http://www.dieterwunderlich.de/Haffner_ ... Hitler.htm )
Tja... was Hitler unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 mit seinen
Kumpanen durchgezogen hat - das war eine politisch-organisatorische
Meisterleistung (natürlich im antidemokratischen Sinne). Tätliche
Gewalt und Umformung des Staates auf allen Gebieten im Sinne
von Nationalismus und Nazi-Ideologie. Innerhalb von wenigen
Wochen und Monaten. Ein politisches Räuberstück sondergleichen.
Es wurde leider durch viele verantwortliche Politiker des demokratischen
Lagers ermöglicht. Sie schauten weg und meinten, daß sich das
von selbst erledigen wird, weil es keine ausreichende Gefolgschaft
geben wird und weil die Wirtschaftsprobleme von den Nazis auch nicht gelöst
werden können. Sie haben übersehen, welche Möglichkeiten durch
eine Aufrüstung Deutschlands entstehen werden.