Hallo,
ich habe den Film "Dr. Hope", Teil 1 und 2, im ZDF gesehen.
Man kann ihn auch noch über Internet sehen (ich weiß nicht wielange noch):
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"Dr. Hope", Teil 1 (Video, ZDF)
"Dr. Hope", Teil 2 (Video, ZDF)[/align]
Anfangs dachte ich beim Lesen der Ankündigung: "Dr. Hope"... wieder so ein reißerischer englischer Titel ? Aber die Frau, deren Leben im Film dargestellt wird, hieß tatsächlich mit Vornamen "Hope". Ihr Vater war Engländer. Und als er starb - sie war damals gerade 17 Jahre alt - kehrte ihre deutsche Mutter mit ihr gemeinsam nach Deutschland, nach Leipzig/Sachsen, zurück.
Der Film ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.
Er hat eine hervorragende schauspielerische und gestalterische Qualität. Das ist beste Kinoqualität im TV. Es wird eine ungewöhnliche persönliche Geschichte aus der relativ jüngeren deutschen Geschichte erzählt. Und das weitere Ungewöhnliche daran ist, daß die Verdienste dieser ersten studierten und examinierten Medizinerin Deutschlands in Vergessenheit geraten waren bis vor wenigen Jahren. Sie starb 1916, während des ersten Weltkrieges, in einer Zeit beginnender großer Umbrüche und unruhiger Zeiten.
Für mich war es zum Beispiel sehr interessant zu erfahren, daß diese Frau die Behandlung der bis weit ins 20. Jahrhundert hinein verbreiteten Tuberkulose (das war eine Volkskrankheit) völlig veränderte. Meine Mutter hatte als Kind Tbc und wurde Dank einer solchen Behandlung in Gebirgsluft und bei guter fetthaltiger Ernährung mit Milch und Butter (gerade in der Nachkriegszeit eine Unmöglichkeit in den Städten) wieder gesund.
Hier findet man noch weitere Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte des Films (Text, ZDF)
Und hier noch eine tolle Spiegel-"Abtreibung":
"Diese Dr. Hope ist zum Verzweifeln" (Text, von Hannah Pilarczyk)...
..."mißlungenen Zweiteiler" ... "hölzerne Drehbuch"... "Macheten-Dramaturgie" ... "Emanzipations-Stakkato"...
Manche Kritiker sollte man bereits in die Vorbereitung der Filme einbeziehen - dann würde man sie arbeitslos machen. Dann entstünden viele Filme nicht und sie hätten nichts mehr zu schreiben.
Und was die Emanzipationsfragen angeht - sicher spielten diese im Film eine wichtige Rolle, aber so, oder so ähnlich, hat sich die Geschichte doch abgespielt vor gut 100 Jahren! Und mir hat gefallen, daß diese Emanzipationsfragen gar nicht so sehr im Mittelpunkt des Filmes standen, sondern, daß das Bestreben von Dr. Adams-Lehmann gezeigt wurde eine gute Ärztin zu sein und die von ihr erkannten notwendigen und wesentlichen Änderungen bezüglich der Gesunderhaltung nachdrücklich und unter großem persönlichen Einsatz anzustreben.
Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
Zuletzt geändert von miljas am 26.03.2010, 18:33, insgesamt 3-mal geändert.