Deutsche Geschichte, Abschnitt DDR




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Deutsche Geschichte, Abschnitt DDR

Beitragvon miljas » 28.10.2010, 20:32

Hallo,

der erste ausgewählte Beitrag zu dieser Thematik ist - für mich selbst recht erstaunlich - ein Kriminalfall. Der spielte sich 1981 in Halle-Neustadt ab. Halle-Neustadt wurde als Wohnstadt für die Angestellten in den großen Chemieanlagen zwischen Halle und Bitterfeld gebaut. Was war geschehen? Ein kleiner Junge war verschwunden und wie sich dann herausstellte nach 2 Wochen wurde er mißbraucht und danach ermordet. Die fast einzige Spur zum Täter waren ausgefüllte Kreuzworträtsel. Und dann suchte man monatelang nach dem Autoren der Handschrift.

Fall "Kreuzworträtsel-Mord" (Yt-Playliste)

Der Film entstand im Rahmen der Reihe "Die großen Kriminalfälle" und lief in der ARD im Jahr 2000.
Ich habe damals von diesem Fall nichts erfahren. Erstens war ich stark beschäftigt und zweitens wurde in der DDR über solch außergewöhnliche Vorkommnisse nicht groß und erst recht nicht landesweit berichtet. Die Einwohner von Halle-Neustadt (und sicher auch die der Umgebung, ich vermute bis Magdeburg und Leipzig) werden von dem Fall gehört haben. Einige Jahre später wurde ein Film als "Polizeiruf 110" gezeigt. Den kannte ich auch nicht, weil ich damals fast kein TV gesehen habe und die Verbindung zu dem tatsächlichem Geschehen wurde dann bei solchen Filmen auch nicht offenbart, zumindest keine konkreten Orte und Zeiten (und Personen erst recht nicht).

Wie damals dieser Fall aufgeklärt wurde - das ist bemerkenswert.
Wenn festgestellt wird, daß dieses nur in einem zentralistisch regierten Lande möglich sein konnte. dann ist das zutreffend. Allerdings hätten solch umfangreiche Ermittlungen nicht einfach nur per Anweisung/Befehl vom Schreibtisch aus funktionieren können. Das Motiv der Menschen war sicher größtenteils so, daß man eine Kriminalität nicht wollte (und erst recht natürlich keine derartige). Es mag sein, daß der Staat ein solches Bestreben zur Kriminaltitätsvermeidung gefördert und gefordert hat - immer nach der Vorstellung: "im Sozialismus geht es allen gut und alle sind glücklich und deshalb wird es keine Kriminalität mehr geben". Aber welcher normale Mensch, gleich wo auf der Welt, wünscht sich denn schon eine umfangreiche Kriminalität, so daß man dann sagen könnte - "ja, die Welt ist (immer noch) in Ordnung" ? Die pragmatischen Verantwortlichen bei der Polizei/im Innenministerium werden aus der Kenntnis der realen Kriminalität im Lande es dennoch nicht ganz so rosig gesehen haben. Und so ergänzten sich in einem solchen Fall, der konkrete Ermittlungsarbeiten erforderte, und kein Wunschdenken, die Anweisungen von oben und die Einsatzbereitschaft von unten.

Und dieses Prinzip herrschte in unterschiedlichem Umfang überall in der DDR, auf allen Gebieten.
Und in der Gegenwärt wird das systematisch weggeredet oder auch als "ostalgisiert" belächelt ("Unrechtsstaat" - das sei die absolute Wahrheit). Diese andere Geschichte, die auch zu der Geschichte gehört, die sei zweit- oder drittrangig - so wird sie jedenfalls behandelt. Und die Vermutung liegt bei mir nahe: es soll sie eben letztlich nicht mehr geben.

In diesem Zusammenhang muß ich übrigens die Filmserie "Weissensee", rückblickend differenzierter betrachtet, doch auch loben, weil nicht nur "Stasibösewichter"gegeben, sondern auch die Gegenkräfte gezeigt wurden. Ausgerechnet zum Jahrestag der deutschen Einheit nun wieder eine solch stasibelastete Story zu liefern - das fand ich unpassend und ärgerlich. Die Aufführung des Films war quasi in Verbindung mit diesem Zeitpunkt mehr rückwärts als vorwärts gewandt.

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
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von Anzeige » 28.10.2010, 20:32

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Beitragvon La Donna mobile » 29.10.2010, 20:29

Schlimm, fürwahr!
Und dass Kriminalfälle und Grauslichkeiten vertuscht werden sollten, ist ja wohl klar. Es gab ja kaum Wahrheiten nach außen und selbst wer nicht direkt über Angehörige vom Tagesablauf der Menschen mit all seinen Hochs und Tiefs dort wusste, war wohl kaum in Versuchung der Schönred-Propaganda, die zu uns schwappte, zu glauben. Ich denke, wir waren viel zu aufgeklärt und zu weltoffen um anzunehmen, dass es in der DDR nicht auch zu Schändlichkeiten gekommen ist.
Wie auch immer - das wird nicht aussterben, miljas, so traurig es ist, dass manche Menschen das Untier in sich nicht bezwingen können oder aber Hilfe suchen, wenn sie schon merken, dass sie nicht sind wie andere, im Gegenteil, dass sie Krankhaftes und Böses in sich tragen.
Das Video hab ich mir nicht ganz angeschaut. Mir graust vor solchen Dingen.

Viele Grüße,
die Donna
La Donna mobile
 

Beitragvon miljas » 30.10.2010, 08:18

Hallo Donna, Hallo,

Kriminalität ist natürlich interessant, weil es Täter und Opfer gibt und damit quasi jeder von der einen oder anderen Seite bedroht ist. Und die Bezüge zum gesellschaftlichen Kontext sind natürlich auch immer gegeben, welchen Anteil dann diese Einflüsse haben - das ist dann natürlich die Frage und auch sehr spannend.

Daß dieser Fall nun als Film besprochen wurde und ich ihn fand, ist reiner Zufall. Ich habe überlegt, ob ich ihn verlinken kann - ich hätte vielleicht auch, was ich hiermit nachhole - eine Warnung aussprechen sollen. Es gibt zwei bis drei Stellen im Film, die mir zu weitgehend naturalistisch sind. Eine Szene hätte ich als Regisseur auf jeden Fall nicht gebracht, bei den Sachinformationen über den Fall kann man natürlich nicht so viel modifizieren - da muß dann schon klar gesagt werden, was sich abgespielt hat, aber einen gewissen Spielraum gibt es auch an dieser Stelle.

Was den einen Teil des gesellschaftlichen Bezuge angeht - nennen wir es einmal die Staatssicht - sind wir uns einig, Donna, daß diese Verquickung von Wunschdenken und Realitätsverleugnung, sicher für die meisten Westdeutschen durchsichtig war. Die Medien versuchten ja ihr Möglichstes, um darüber aufzuklären. Jedoch Vorsicht! - da wurde natürlich auch an einigen Stellen etwas heftiger aufs Gaspedal getreten, um den Kontrast so richtig knallig hervorstechen zu lassen. Und wenn man nichts Genaueres wußte (was natürlich zum Teil auch wegen der Abschottung seitens der DDR so verschuldet war), hat man sich natürlich auch etwas zusammengereimt.

Im Zusammenhang mit dem Film fand ich die Homepage von Hans Girod. Er kam in dem Film auch kurz zu Wort und hat ein Buch über diesen Kriminallfall geschrieben, wie auch Bücher über weitere spektakuläre Fälle in der DDR. Er arbeitete als Dozent an der Humboldt-Uni in Ostberlin und wurde dann als Fachmann bei schwierigen Fällen konsultiert. Die Ausbildung zum Dipl.-Kriminologen soll an der Uni recht gut gewesen sein - Hochschulniveau...

http://www.kriminalfaelle.de/ - das ist die Homepage von Girod.
Interessant sind seine kurzen Texterläuterungen zur allgemeinen Situation (zu finden sind die Links weiter unten auf der Homepageseit bzw. über nachfolgenden direkt):
Die DDR - ein kriminalpräventives Gesamtkunstwerk
Mord und Totschlag - in der DDR
Selbstmord im Sozialismus

Nein, natürlich habe auch ich nie an ein völliges Verschwinden von Kriminalität geglaubt (wie auch sicher die meisten DDR-Menschen nicht daran geglaubt haben). An diesem Kriminallfall und seiner Aufklärung wird aber etwas Allgemeines deutlich, was die DDR mit ausgemacht hat. Da gab es ein gewisses humanitäres Allgemeininteresse bzw. auch eine gewisse Uneigennützigkeit im Interesse der Gesamtgesellschaft zu handeln. Da wurden in diesem Kriminalfalle innerhalb von 8 Monaten über 500.000 Schriftproben besichtigt! Zum großen Teil zunächst erfaßt, indem man die Einwohner (die offizielle DDR-Sprechweise wäre "Bürger" gewesen ;-)) direkt aufsuchte und sie zum Schreiben eines vorgegebenen Textes bewegte. Der Westbürger hätte aufgeschrieen... Die DDR-Leute haben es teilweise sicher auch getan (es gibt eine Bemerkung im Film, daß insbesondere Funktionäre sich verwahrten, eine Schriftprobe abzugeben), andererseits bestand ein allgemeines gesellschaftliches Interesse daran, den Täter unbedingt zu finden. Dieses Interesse besteht natürlich heutzutage noch genauso und deshalb suchen dann beispielsweise Polizeihundertschaften tagelang große Flächen ab und es kommt zu möglichen DNA-Massentests. Damals, Anfang der 80er und unter DDR-Verhältnissen war die Suche nach einer Schriftprobe natürlich noch viel personalintensiver, als sie es unter heutigen Bedingungen wäre.

Abschließend noch einmal betont, was mir im Zusammenhang mit diesem Kriminalfall wichtig und symptomatisch erscheint: (Relativ) unabhängig davon, was die Herrschenden wollten und initiierten/anordneten, gab es in der DDR-Geschichte immer wieder die Erscheinung, daß die breite Masse der Menschen (und auch unabhängig vom konkreten Status in der Gesellschaft - da gab es auch solche und solche in den Führungskreisen) sich an Tendenzen des Humanismus und dem Dienst am Gesamtwohl orientierten und sich einbrachten, mehr oder weniger - auch je nach konkreter Sachlage. Der Witz der Sache ist ja der, daß das die eigentliche (erklärte) Staatsdoktrin war, auch wenn sie zahlreich und substantiell immer wieder mit Füßen getreten wurde.

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
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Beitragvon miljas » 31.10.2010, 10:03

Hallo,

im Film "Hitlers Diplomaten in Bonn" bemerkt Egon Bahr, daß es in der DDR nicht anders war.
Auch dort wären ehemalige Nazis in den Staatsaufbau und -betrieb einbezogen worden.

Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren, Bitte den ersten Link anwählen! (Text, Wikipedia)

Die DDR hatte 1968 ein "Braunbuch: Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik und in Berlin (West)" herausgebracht. Gut 10 Jahre später erschien im Westen ein Buch "Braunbuch der Nazis in der DDR" von Olaf Kappelt (1981).

Abgesehen davon, daß ich in jedem Fall für eine sorgfältige Einzelfallprüfung bin - nun auch in der rückblickenden geschichtlichen Betrachtung - so kann und soll man natürlich allgemeine Fragen aufstellen und auch Antworten darauf suchen. Wenn es einige Leute in höheren Postitionen in den DDR-Machtstuben gab, die sogar bis zum DDR-Ende dort regierten, dann gehört das untersucht. Soweit mir und allgemein bekannt, gab es ehemalige Wehrmachtsoffiziere, die während der Gefangenschaft in Russland sich von ihrer vormaligen Einbindung in die faschistische Wehrmacht abkehrten und dann in der DDR später die "Nationale Volksarmee" mitaufbauten. Der genannte Wilhelm Adam ist in diesem Zusammenhang natürlich eine interessante Person, da er sich sogar 1923 am Kapp-Putsch beteiligte.

Egbert von Frankenberg - ich hörte von ihm. Sein Sohn war Mitschüler in der Parallelklasse - ein netter Bursche, gutaussehend - ich bin mit ihm allerdings nicht näher persönlich bekannt geworden und hatte also auch nie einen Kontakt zu seinem Vater. Der war Pilot in der Legion Condor, wie ich jetzt erfuhr - das ist die berüchtigte Einheit, die in Spanien das Bomben von Städten erprobte und die Stadt Guernica in Schutt und Asche legte (ein berühmtes Gemälde von Picasso gibt es dazu).

Nicht in der Liste erwähnt ist Manfred von Brauchitsch. Auch recht interessant seine Vorgeschichte, bevor er 1954 aus der Bundesrepublik in die DDR flüchtete.

Die in der Liste Genannten kenne ich also allesamt nicht aus persönlichem Erleben.

Ich würde zunächst grundsätzlich unterscheiden, wann diese Leute in die NSDAP eingetreten sind, auch in Relation zu ihrem Geburtsjahr. Bei denen, die so um 1942-45 eingetreten sind und etwa ab Mitte der 20er geboren wurden, ist ja hochwahrscheinlich, daß diese Entwicklung das Ergebnis der gezielten und staatlich organisierten Nazi-Erziehung ab 1933 war.

Der genannte Karl-Heinz Gerstner (geb. 1912) ist mir vom Rundfunk und TV der DDR her bekannt. Er hat immer kritisch über Mißstände in der Wirtschaft berichtet. Und wenn er nun darstellt, daß er 1935 in die NSDAP eingetreten war, um eine günstige Position für Widerstandsaufgaben zu erlangen - das ist denkbar - müßte man genauer betrachten.

Fakt ist, daß diese Fakten in der DDR nicht veröffentlicht und besprochen wurden. Daß eine solche Nazi-Vergangenheit dann auch von dem Ministerium für Staatssicherheit mißbraucht werden konnte und vielleicht auch wurde, um diese Leute allgemein zu disziplinieren bzw. sogar in die Aktivitäten dieses Ministeriums einzubinden - das ist denkbar.

Wenn man die NSDAP-Mitgliedsnummern liest (stellenweise werden sie angegeben) und es sogar eine Nummer jenseits der Grenze von 9.000.000 gegeben hat, würde mich ja einmal interessieren, welches die letzte vergebene Mitgliedsnummer war.

Hier ein interessanter Artikel über die Verhältnisse der Entnazifierung in der Sowjetzone "Faschistische Vergangenheit in der DDR", von Dirk Teschner (Text, Telegraph, 3/4, 1998)

Wie ich früher bereits einmal feststellte, ist es für mich bedauerlich, daß diese Fragen nicht offen behandelt wurden - sogar nicht einmal in der eigenen Familie. Als mein Großvater starb, war ich 14 und wir hatten über diese Frage nie gesprochen. Mein Schwiegervater hat mit seiner Tochter auch nie über diese Fragen gesprochen (und mit mir auch nicht). Sollte mein Schwiegervater auch Mitglied dieser Partei gewesen sein, dann kommt in seinem Falle wegen seines Alters wohl eher die "Manipulations"-Schiene in Frage. Mein Großvater war älter - er wäre dann eher ein "leicht bis mittel begeisterter" Mitläufer gewesen. Aber mehr wegen der technisch-wirtschaftlichen (und damit verbunden also auch persönlichen) Perspektiven, nicht aus ideologisch-politischen Gründen.

Meine eigenen Faschismuserfahrungen waren dann (für mich) schon etwas seltsam. Als 5jähriger Deutscher wurde ich im östlichen Ausland recht aggressiv gefragt, ob ich Hitler kenne.
Als Schulanfänger in der DDR-Schule hatte ich es gegen die älteren Mitschüler schwer, weil sie mich als Prügelknaben betrachteten. Der eine von ihnen, doppelt so alt - mit kurzen roten Haaren - verlangte von mir Geld. Zweimal habe ich der Erpressung nachgegeben (es ging um keine Riesenbeträge und ich war kein "Petztyp", der sofort Alarm geschlagen hätte, aber es war schon recht dreist). Dann hat er es zum Glück von sich aus eingestellt. Für mich war das damals der erste "deutsche Nazi", den ich kennenlernen "durfte". So habe ich mir diese Typen dann vorgestellt: gewalttätige Kriminelle - und es wurde mir ziemlich unwohl bei dem Gedanken, daß sie noch nicht ausgestorben waren, sondern, im Gegenteil, sogar wieder nachwuchsen, auch in der DDR. Und ab dieser Zeit sah ich alles mit etwas anderen Augen.

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
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Beitragvon La Donna mobile » 01.11.2010, 14:28

miljas hat geschrieben:Hallo Donna, Hallo,

Kriminalität ist natürlich interessant, weil es Täter und Opfer gibt und damit quasi jeder von der einen oder anderen Seite bedroht ist. Und die Bezüge zum gesellschaftlichen Kontext sind natürlich auch immer gegeben, welchen Anteil dann diese Einflüsse haben - das ist dann natürlich die Frage und auch sehr spannend.

Daß dieser Fall nun als Film besprochen wurde und ich ihn fand, ist reiner Zufall. Ich habe überlegt, ob ich ihn verlinken kann - ich hätte vielleicht auch, was ich hiermit nachhole - eine Warnung aussprechen sollen. Es gibt zwei bis drei Stellen im Film, die mir zu weitgehend naturalistisch sind. Eine Szene hätte ich als Regisseur auf jeden Fall nicht gebracht, bei den Sachinformationen über den Fall kann man natürlich nicht so viel modifizieren - da muß dann schon klar gesagt werden, was sich abgespielt hat, aber einen gewissen Spielraum gibt es auch an dieser Stelle.
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Hallo miljas,

als ich den von dir geschilderten Kriminalfall gelesen habe, ist mir ein anderer eingefallen, der verfilmt wurde

Schau mal, das ist dieser hier! Ich lese, dass auch diese Fälle sich in Ostberlin "ereignet" haben. Den Film habe ich erst vor kurzem im Fernsehen gesehen und mir war gleich so, also ob das nicht hier im Westen gewesen sein konnte, schon wegen dieser endlos großen Mietskasernenkolonien. Es ist noch keine drei Monate her, dass der Film lief. Auf jeden Fall war ich zutiefst erschüttert. Und das schönste ist ja, wie man lesen kann, dass der Täter, der im Film ja wirklich als krank dargestellt wurde, jetzt wieder auf freiem Fuß ist. Toll, kann ich da nur sagen. Weil es ja immer kleine Jungen und Mädchen gibt, die man anrufen kann oder glaubt jemand wirklich, dass man solche Gedanken aus einem kranken Gehirn herausbekommt, per Therapie? Ich nicht!

Die Donna :-(
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Beitragvon miljas » 01.11.2010, 20:26

Hallo Donna, Hallo,

von dem in der Berliner Zeitung geschilderten Fall hörte ich damals (1994) auch.
Daß es einen ähnlichen schon einige Jahre vorher in Ostberlin gab, wußte ich noch nicht.
Und TV - wie gesagt - habe ich in dieser Zeit fast nicht gesehen, also auch nicht den "Polizeiruf 110".

Wobei man sagen muß, daß Krimis leider auch Anregungen für potentielle Täter liefern können.
Damals wurden die Filme des DDR-Fernsehens zu großen Teilen auf den Lokalprogrammen wiederholt.
Aus zwei Gründen:
Erstens, um die Sehgewohnheiten eines Teiles der Ostdeutschen zu bedienen.
Zweitens, war es natürlich extrem preiswerte Sendezeit für den ORB (damals: Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) bzw. SFB.
Da der Mann aus Ostberlin wieder auf freiem Fuß ist - hoffen wir das Beste, daß sie ihm helfen konnten und kein weiteres Kind gefährden.

Ich habe gestern eine interessante Homepage entdeckt:
Unser Leben in der DDR (Text, Videos von dort erreichbar)
Zunächst dachte ich: Nanu - was macht denn die Heide Simonis auf dieser Homepage??? Hat sie ein Doppelleben geführt ?!? :-)
Die Homepage schildert in mehreren Videos (drei sind bisher fertiggestellt) das Leben und Hobby der Familie Roswitha und Bernd mit ihren beiden Töchtern Sandra und Jana, ab 1980. Wenn man sich das anschauen möchte, muß man etwas Zeit mitbringen und der Stil ist vielleicht auch etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist keine der üblichen Reportagen im Profistil (oder im imitierten Profistil) mit Zeithochdruck. Alles wurde sehr liebevoll und gut kommentiert zusammengestellt. Man fühlt sich da wie beim direkten Besuch der Familie und im Gespräch mit ihr am Wohnzimmertisch. Das Hobby von Roswitha und Bernd war der Aufbau einer besonderen Diskothek. Die Geschichte spielt in Halle an der Salle (nein, bitte nicht versch... lassen - der Fluß nennt sich "Saale", mit langem "a" ! - vielleicht hätten sie die Stadt auch besser mit langem "ah" austatten sollen... ! :-)).

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
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Beitragvon La Donna mobile » 02.11.2010, 21:30

Hallo miljas,

...unser Leben in der DDR...

das erste Video hab ich angeschaut. Das ist ja wirklich liebevoll und mit viel Aufwand hergestellt - alle Achtung!
Interessante Geschichte scheint das zu werden, denn den Rest muss ich nach und nach anschauen, weil man wirklich etwas Zeit dafür braucht. Und die ist bei mir heute aufgebraucht, da ich seit sechs Uhr zugange bin und mich nach meinem Bette sehne.
Aber Danke für den Link. Ich bleib dran.

LG,
die Donna :-)
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Beitragvon La Donna mobile » 03.11.2010, 20:31

Teil 2 vom "Leben in der DDR" gesehen! Nicht schlecht, was die Leutchen bewegt haben!

Morgen kommt dann Teil 3 dran!

:-) Die Donna
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Beitragvon miljas » 04.11.2010, 17:45

Ja, ich bin auch schon gespannt auf die weiteren Teile.
Vielleicht der nächste (Teil 4) im November dann irgendwann.

Gruß - miljas :t331:
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Beitragvon miljas » 23.11.2010, 18:50

Hallo,

hier hat man ja nun etwas Höchstkurioses ausgebuddelt...

Vorweg eine kurze Erklärung der Zusammenhänge.
Es gab eine Sendereihe im DDR-Fernsehen, die immer exakt montags 20 Uhr kam. Die Sendung hieß "Willi Schwabes Rumpelkammer". Im Vorspann stieg der Schauspieler Willi Schwabe eine hölzerne Treppe zu einem Dachboden hinauf. Dazu lief der "Tanz der Bonbonfee" von Tschaikowski. In der Rumpelkammer schaute er sich dann um und Gegenstände, die ihm in die Hände fielen und unter die Augen kamen, erinnerten ihn an Szenen alter UFA-Filme. Und diese wurden dann gezeigt. Natürlich in erster Linie für die älteren Semester.

Willi Schwabe war recht beliebt mit seiner humorvoll-freundlichen Art. Ich habe ihn auch einmal in Berlin-Adlershof (im Ortsteil von Osberlin, wo sich die Fernsehstudios befanden) auf dem S-Bahnhof gesehen. Er soll sehr bescheiden und normal gewesen sein und fuhr wohl immer mit der S-Bahn.

Nun hatte offenbar die Führung der NVA (Nationale Volksarmee) intensiv darüber nachgedacht, wie sie die mit wenig Ausgang bedachten Soldaten in den Kasernen "belustigen" könnten. Und das dann gleich noch mit erzieherischen Inhalten zu verbinden - diese Idee war einfach "genial"... :-)

Willi Schwabes Rumpelkammer (Teil 1 bis 3) (Yt-Playliste)

Ich habe die Filme gerade erstmals gesehen.
Daß Willi Schwabe sich für einen solchen Quark hat einspannen lassen...

Der Buchautor und Regisseur war Hubert Hoelzke
Handwerklich sind die Filme ganz ordentlich gemacht. Diejenigen, die die wahren Probleme der Armee kannten, werden vielleicht an der einen oder anderen Stelle gelächelt haben. Alle anderen Adressaten - und das war sicher die übergroße Mehrzahl der Soldaten - wird sich bei diesen Filmen gefragt haben, ob die Macher noch "alle Tassen im Schrank" haben.

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:

PS:
Ich muß mich korrigieren - die Sendung kam nur einmal monatlich an einem Mittwoch. Der Montag-20.00 Uhr-Termin galt immer einem kompletten UFA-Film, der im Jargon so genannten "Montagsschnulze". (http://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Schwabes_Rumpelkammer ). Und laut der Wikipedia-Information nennt sich das Musikstück "Tanz der Zuckerfee" (gut gut... bon bon ;-))
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