Deutsche Geschichte, Abschnitt DDR




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Beitragvon miljas » 07.02.2013, 01:14

Hallo,

ein sehr guter Film über alles mögliche, insbesondere auch über AUSGRENZUNG:

"Der Rauswurf - Tagebuch einer Unbequemen" (rbb) 1:14:07 h

(Die Oppositionelle Bärbel Bohley, eine Malerin, und andere
wurden 1988 nach dem Versuch auf einer offiziellen DDR-Demonstration
ein Protestplakat mit einem Rosa-Luxemburg-Zitat zu zeigen, inhaftiert
und danach in den Westen abgeschoben. Die offizielle Darstellung war so,
daß es die Alternative der Ausreise oder die eines Gerichtsverfahrens mit
anschließender Verurteilung und Gefängnisstrafe geben würde.
Was sich nun genau abspielte, kann man in diesem Film erfahren.
Bärbel Bohley spielte dann 1989 eine zunächst wichtige Rolle als
Mitbegründerin einer oppositionellen Organisation zur Durchsetzung
der Bürgerrechte in der DDR, dem "Neuen Forum".
Bärbel Bohley starb im Herbst 2010.)

Auszüge aus dem Tagebuch Bärbel Bohleys (Text, Spiegel 11/2011)
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von Anzeige » 07.02.2013, 01:14

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vom 14. April 2013, Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde

Beitragvon miljas » 06.05.2013, 12:27

Hallo,

jetzt wird der 60. Jahrestag des Notaufnahmelagers
Berlin-Marienfelde begangen. Neben den Beiträgen,
in denen die Hilfe und die allgemeine Hilfsbedeutung
beschrieben wird, gibt es zum Glück auch (hoffentlich
noch weitere) Berichte, wie diesen:

"60 Jahre Notaufnahmelager Marienfelde (ARD) 6:19 min

Wenn man hört: "12 Stationen", die die Flüchtlinge
durchlaufen mußten nach Ankunft im Lager - das kommt
einem vor wie "kalter Kaffee". Aber es herrschte damals
tatsächlich "kalter Krieg". Und es stünde den Westmächten
sehr gut zu Gesicht, noch viel mehr zuzugeben, daß sie an
diesem kalten Krieg, an seinem Beginn und seiner Fortführung,
nicht völlig unbeteiligt waren.

PS.:
Es gab offenbar Flüchlinge 1. und nachfolgender Klasse:
"Bomben, Gift und Reifentöter;
Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" (WDR, 1996))
43:36 min

( http://www.erika-fehse.de/content/kriti ... toeter.php )
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vom 17.4.2013

Beitragvon miljas » 06.05.2013, 12:29

Hallo,

Harald Hauswald - Der Osten war bunt (Text; Video von dort erreichbar)

Ich kommentiere das nicht ausführlich.
Ich glaube, sehr zutreffend ist die Aussage
im Film (am Ende), daß man es "nicht verstehen kann".
Kenne ich den Autoren? - Nö. Was weiß ich, was
er in der Lage ist, verstehen zu können?
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vom 23. April 2013:

Beitragvon miljas » 06.05.2013, 12:30

Hallo,

nicht zuletzt war der Kalte Krieg einer der Geheimdienste.
Die zuständige Hauptverwaltung Aufklärung der Stasi
war ziemlich erfolgreich. Nur 1979 gab es einen Überläufer,
der für reichlich Aufregung sorgte:

Geschichte im Ersten: "Der Agent" 44:44 min

Was der Herr Stiller nun alles berichtet, kann ich über weite
Strecken nachvollziehen. Da er in dem "Laden" (gemeint ist also
die Stasi) gelandet war, konnte er von dort kaum wieder weg.
Das ist klar - wenn sich normale Bürger schon nicht frei
bewegen konnten - was hätten sie mit ihm als hohen Geheimnisträger
gemacht? Insofern kann ich seinen Übertritt in den Westen
verstehen. Aber das nun zig Agenten der DDR als "Gastgeschenk"
verraten werden "mußten" - das ist nicht so die "feine englische" Art.
In dem Film werden die Schicksale dreier Betroffener kurz erwähnt.
Es waren aber insgesamt so um die 20 Spione, die wegen Stiller
aufgeflogen sind.
Sicher, wenn man es "sportlich" nimmt, dann könnte man natürlich
dazu auch sagen: "Berufsrisiko"...
Insgesamt natürlich schon eine interessante Story.

Zu einer Entwicklung in der Geschichte kann ich etwas ergänzen.
Die Geliebte von Stiller floh mit ihrem Sohn nach Warschau und
wartete dort in einem Hotel auf Hilfe aus dem Westen zum Verlassen
des Ostblocks. Daß es überhaupt so funktionieren konnte, lag daran,
daß man nach Polen und in die Tschechoslowakei visafrei reisen
konnte, einfach mit Personalausweis. Wenn keine Fahndung ausgeschrieben
war, wurde ein Stempel mit Ausreisedatum (bzw. in der Gegenrichtung, also
bei der Rückreise, mit dem Einreisedatum) reinge"knallt", und das war's.

PS.:
Auch die Verwicklung dieser Frau und Geliebten in seine Pläne,
einen Kontakt zum BND herzustellen und zu erweitern, ist sehr fragwürdig.
Sie hat da eine Menge riskiert. Sie wollte in den Westen und
ihr drohten für den eigenen Versuch, die Grenze zu überschreiten
3 Jahre Haft wegen "Republikflucht". Aber für Spionage drohte ihr
die Todesstrafe. Der BND hat gepfuscht, so daß die Sache beinahe
schief gegangen wäre (ein Telegramm in die BRD kam als "unzustellbar"
zurück). Schön, daß es am Ende für die Frau gut ausging.
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vom 28.4.2013:

Beitragvon miljas » 06.05.2013, 12:32

Hallo,

3 Filmchen auf Yotube:

"Berlin, Hauptstadt der DDR - Das war die DDR 1" 4:46 min
"Garnisonsstadt"... soweit ich weiß, gab es zwei Wachregimenter,
eines der Stasi und eines der NVA (Nationale Volksarmee), aber das
war eigentlich völlig illegal, weil es einen Viermächtestatus zu Berlin
gab. Nur Amerikaner, Briten, Franzosen und Russen durften
hier Militär stationieren. Auch die Paraden der NVA in Ostberlin
waren immer illegal.

"Berlin, Hauptstadt der DDR - Das war die DDR 2" 4:36 min
"Public Viewing", 1980 (Olympiade Moskau) :-)

"Berlin, Hauptstadt der DDR - Das war die DDR 3" 2:36 min
Die Turmkugel des TV-Turmes wurde in Westdeutschland produziert!
Und der Ulbricht sah damals noch so gesund und gut gelaunt aus,
mit Nelkenwinkelement... :-)

Der User muß Insider sein, oder zumindest
irgendwo an der Quelle sitzen, um an solche "Kleinödien"
heranzukommen. Offenbar ein niederländischer Holländer
(vielleicht sogar ein fliegender ? :-)). Egal. Natürlich sind
es aufgeblähte Propaganda-Schinken, aber ich schaue mir
so was immer gern im Original an. Der Spirit in den 60er und 70er Jahren,
auch wenn man allzu Übertriebenes abzieht ("Millionen Besucher"... :-))
tendierte durchaus ein wenig in diese Richtung von Optimismus.
(Oder können völlig unglückliche Menschen "Trabis" und "Wartburgs"
bauen ? :-)) Aber es gab auch viele Achtungszeichen, Alarmsignale
und im Laufe der Zeit, mit zunehmender Lebenserfahrung, lernt jeder
Mensch genauer hinzuschauen, hinter die Fassade zu blicken. So
sollte es jedenfalls sein.
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Beitragvon miljas » 06.05.2013, 13:21

Hallo,

es ist immer eine Frage, wie man mit dem Erbe umgehen soll.
Zeugnisse für die Nachwelt zu erhalten, ist vom Prinzip her erst
einmal immer richtig. Aber das nun umzuwidmen finde ich
von Fall zu Fall vielleicht doch problematisch.

Mal konkret:
Hitlers Reichskanzlei wurde nach '45 abgebrochen. Reste davon,
die nach '61 im Grenzgebiet verblieben waren, wurden Ende
der 80er bei Errichtung von Wohnhäusern noch weggebaggert.
In Bunker sind nach der Maueröffnung noch Neugierige
eingedrungen, bevor sie dann versiegelt wurden.

Das ehamlige so genannte "Reichsluftfahrtministerium" - ein monströser
Bau - diente der DDR als "Haus der Ministerien", zum Schluß und
im Übergang arbeitete dort die Treuhandanstalt, die die DDR-Firmen
privatisieren sollte. Heute ist dort, in dem nun so bezeichneten
"Detlev-Rohwedder-Bau", das Bundesfinanzministerium untergebracht.

Ja, bei solch großen Bauwerken ist es natürlich schwierig.
Aber irgendwie wäre mir unwohl, wenn ich in diesen Räumlichkeiten,
in denen damals die Nazigrößen zu Gange waren, arbeiten müßte.

In einer Reportage des MDR wird über einen Gebäudekomplex
der DDR im Brandenburger Wald (nördlich Berlins) berichtet.
Dieser wurde zu DDR-Zeiten errichtet, aber in der Nachbarschaft
befand sich das Landhaus von Goebbels. Heute gehört das Haus
der Stadt Berlin und Kinder können dort wohnen und sich mit der
Natur vertraut machen. Im Film heißt es, daß in die "Wirtschaftsgebäude"
des ehemaligen Goebbels-Anwesens die "Waldschule" des Berliner
Forstes eingezogen ist. Mag sein, daß der Abstand zu Goebbels
groß genug ist.

Die Hochschule der FDJ (Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend") am Bogensee 29:38 min
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Re:

Beitragvon La Donna mobile » 06.05.2013, 13:51

miljas hat geschrieben:Hallo,
...........................................
In einer Reportage des MDR wird über einen Gebäudekomplex
der DDR im Brandenburger Wald (nördlich Berlins) berichtet.
Dieser wurde zu DDR-Zeiten errichtet, aber in der Nachbarschaft
befand sich das Landhaus von Goebbels. Heute gehört das Haus
der Stadt Berlin und Kinder können dort wohnen und sich mit der
Natur vertraut machen. Im Film heißt es, daß in die "Wirtschaftsgebäude"
des ehemaligen Goebbels-Anwesens die "Waldschule" des Berliner
Forstes eingezogen ist. Mag sein, daß der Abstand zu Goebbels
groß genug ist.
......................................


Wohl wahr, miljas, und warum wohnen dort Kinder?
Warum keine solche Menschen, die straffällig geworden sind und rehabilitiert werden (müssen) oder wie immer man das nennen mag!?
Ein Absurdum, will mir scheinen.

Grüße,
Donna

P.S. Was ist passiert? Die Schrift ist heute riesengroß. Nicht meine, sondern die der fertigen Beiträge :-(.
Außerdem scheinen die kleinen Befehlstasten wie Schrägschrift, Img usw. nicht so recht zu funktionieren - oder ist das nur bei mir so?
Schade eigentlich auch, dass es keinen Button "nach oben" mehr gibt... - gell, ich bin ganz schön anspruchsvoll. ;-)
La Donna mobile
 

Re: Donna

Beitragvon miljas » 06.05.2013, 14:48

Hallo Donna,

mit dem Gebäudekomplex insgesamt - darüber
wird im Film ausführlich berichtet - verhält es sich schwierig,
daß ein ehemaliger Nutzer, der in Richtung Deines Vorschlages, also
Förderung und Ausbildung Jugenglicher, gearbeitet hat und weiter
arbeiten wollte, nicht ausreichend hohe Mieten bezahlen konnte.
Berlin wollte das Objekt verkaufen. Und nun steht das alles seit
10 Jahren leer.
Ja, eine Schweinerei ist das!

Zu dem eigentlichen Goebbels-Bau...
Das gesamte Areal steht unter Denkmalschutz. Wenn es nach
mir ginge, würde der engere Goebbels-Bau mit den Privaträumen
umfassend dokumentiert und dann abgerissen werden.
Wenn man kein Museum draus machen kann... Aber wozu sollte es
eigentlich? Daß man sehen kann, wo die UFA-Prominenz sich
verlustiert hat? Mir reichte es, zu wissen, daß der Heini viele
seiner Reden dort ausgearbeitet hat, einschließlich derjenigen
mit der provokativen und hysterisch-manipulierenden Suggestiv-Frage:
"Wollt ihr den totalen Krieg?"


Zu den technischen Problemen:

Ich stelle meine Schrift jetzt immer größer auf "Groß".
Ist das zu groß? - Ich kann den absoluten Wert nicht voreinstellen.
Das System gibt "150" vor. Ich könnte es dann nach dem Generieren
der Tags jeweils per Hand reduzieren.

Die Schaltfelder funktionieren anders als im alten Forum.
Ein Anschalten, und nach dem Schreiben eines Textabschnittes ein Abschalten,
gibt es hier nicht. Wenn man die Buttons betätigt, werden sofort beide
Tags
erzeugt und der Kursor befindet sich zwischen diesen. Also kann man
dann einen Text dort hineinschreiben, zum Beispiel fett und muß dann
beim Ende, also wenn es beispielsweise nicht mehr fett sein soll, den Kursor hinter die
Schließungsklammer verschieben. Alternativ dazu kann man auch den Text
als erstes schreiben, ihn dann markieren und danach den Button anklicken.
Auch auf diese Art wird der gesamte gewünschte Text in die
notwendigen Codes eingebettet.
Ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich beschrieben - bitte einfach
ausprobieren.


Hier noch ein paar Textmuster:

Heute ist Montag. (150, "Groß")
Morgen ist Dienstag. (200, "Riesig")
Am Mittwoch ist Mittwoch. (85, "Klein")
Freitag ist nicht Sonnabend. (120, abgewandelt und per Hand eingetragen)
Es gibt auch normale Tage. (Normale Größe, vemutlich "100" - wird nicht explizit angezeigt.)

Ich muß dazu noch bemerken, daß die Auflösung für den Bildschirm bei
mir 1920x1080 beträgt. Wenn wir jetzt keine schnelle optimale
Lösung finden, muß ich mal bei mir die Einstellungen ändern und damit
experimentieren, so daß es auch für geringere Auflösungen optimal wird.
Ich kann die angezeigte Schriftgröße auch jeweils aktuell in meinem Browser
recht komfortabel ändern.

Button "nach oben" gibt es - man findet ihn ganz rechts unten
jeweils im Beitrag. Ist sehr klein, soll wohl einen Pfeil symbolisieren.
Alternativ kann man auch die Taste "Pos1" benutzen.
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Re: Deutsche Geschichte, Abschnitt DDR

Beitragvon La Donna mobile » 06.05.2013, 15:12

Hei miljas,

also mir würde diese Größe

Es gibt auch normale Tage. (Normale Größe, vemutlich "100" - wird nicht explizit angezeigt.)

reichen, wobei ich mittlerweile sehr, sehr schlecht sehe und (dennoch) einer (wahrscheinlich) nächsten Augen-OP entgegensehe.
Wird sich Mitte bis Ende Mai entscheiden. Sei's wie's sei -
nach mir musst du dich mit der Schriftgröße aber nicht richten. Schreibe du ruhig so,
wie es dir persönlich die wenigsten Schwierigkeiten und Umstände bereitet.
Ansonsten ja, der Rest ist klar.

Donna :) ;-)
La Donna mobile
 

Beitragvon miljas » 09.05.2013, 08:55

Hallo,

in Dresden wurde 1977 ein Schatz aus dem Dresdener
Stadtmuseum gestohlen. Der Schatz wurde 1999 zu großen
Teilen bei einem Osloer Kunsthändler wieder aufgefunden.
Zur Geschichte des Kriminalfalles gab es eine Sendung
von "ZDF/Terra X":

"Geheimakte Sophienschatz - der größte Kunstraub der DDR" 43:23 min

http://de.wikipedia.org/wiki/Sophienschatz

http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_X:_G ... hienschatz

http://www.3sat.de/page/?source=/specia ... index.html

Spannende Geschichte.
Also, daß die Schlösser des Ausstellungskastens miserabel waren -
das kann ich mir vorstellen. Das waren DDR-Produkte. Daß man
allerdings diesen Kasten nicht mit einer elektrischen Alarmanlage
sicherte... so etwas hätte man auch in Eigenbau zustande bringen
können. Wenn jemand den Deckel unbefugt öffnet, jault eine Sirene
los. Klar, wer gewußt hätte, wo eine solche Anlage scharf gemacht wird,
hätte auch sie evtl. außer Betrieb setzen können.

Daß die Fa. "Antiquitäten und Kunst", die quasi eine Stasi-Firma war,
massiv Handel nach Westen mit Kunstgegenständen betrieb, glaube
ich. Ich habe 2mal von Fällen gehört, von Menschen, die mir allerdings
völlig unbekannt waren, daß ihre Kunstsammlungen beschlagnahmt wurden,
weil es Probleme mit der Steuer gab. Einmal berichtete ein entfernter
Kollege Anfang 80er, beim zweitem Mal ein ehemaliger Mitschüler, der
Staatsanwalt geworden war. Ich habe mich damals nicht weiter dafür
interessiert und nach Einzelheiten geforscht, aber mir kam das schon
ziemlich merkwürdig vor. Ob so oder so. Natürlich kann es auch sein,
daß jemand in der DDR privat mehr verdienen wollte als das Übliche.
Aber die Wahrscheinlichkeit, daß in diesen Fällen konstruierte Vorwürfe
in den Raum gestellt worden waren, war sehr hoch. Dazu kannte ich
das DDR-System dann schon gut genug.

Die Schlußfolgerungen in dem Film, daß Stasi-Minister Mielke persönlich
diesen Diebstahl angeordnet hat, halte ich dennoch für etwas gewagt.
Es liegt nur die Aussage eines einzigen Mannes dazu vor, die er
schwer erkrankt zwei Wochen vor seinem Tod machte. Und zwar
gegenüber den ZDF-Journalisten. Und ziemlich vage Informationen. Er hat
die Kunstgegenstände nie selbst in Stasihänden gesehen. Jedenfalls
ist nicht die Rede davon. Den Namen dieses Zeugen kann man nicht
genau verstehen. Auch in den Wikipedia-Artikeln wird er nicht
schriftlich genannt. Also, das ist sehr dünn, viel zu dünn!

Ich glaube, es gab durchaus auch Interesse aus westlichen kriminellen
Kreisen, Kunstgegenstände in der DDR zu klauen. Wenn sich
ein Profikrimineller diese Ausstellung anschaute und vielleicht
auch noch eine gewisse Insiderhilfe bekam, was die Videoüberwachung
betraf, da war sicher der Raub kein großes Thema. Auch die Information
über den Wachmann und seine Gewohnheiten bzw. sogar die Information
über sein vollständiges Fehlen am Tage des Raubes, hätte dabei
abfallen können. Die Kunstgegenstände außer Landes zu bringen - das
war schon schwieriger, aber auch nicht unlösbar. Diplomaten konnten
die Grenze frei und unkontrolliert passieren. Und wie ich hörte, wurde
der Transitverkehr an den Grenzen auch nicht intensiv kontrolliert.
Sondern nur Ein- und Ausreisende in/aus der DDR. Eine geschickte
Übergabe, nun nicht gerade auf den überwachten Parkplätzen...

Nö, das ist die alte neue Kiste - "An Allem war die Stasi schuld".
Einfach, gut und schnell auch dieses Problem gelöst...
Daß der Kriminalist behindert wurde in seiner Arbeit,
das will ich glauben. Auch, daß die Stasi wahrscheinlich
von ihrer Ermittlungsarbeit profitiert hat.

Aber ansonsten... ist der Fall überhaupt noch nicht geklärt.
Und daß noch eine Kette aus Gold fehlt... 1.3 Kg !!!! :-(
Da soll mal der Dieb bzw. der Hehler aufpassen, daß
ihm das Ding nicht irgendwann auf den Fuß fällt - so schwer...

PS.:
Jetzt habe ich doch noch die exakte Schreibweise des so genannten
"Kronzeugen"-Namens gefunden:

http://www.zdf.de/Terra-X/Die-mutmaßlichen-Täter-5296010.html
Helmuth Dohnke, ach - schlampig... offenbar schreibt er sich so:
Helmut Dohnke - "Helmut" ohne "th", nur mit "t"

Und hier ein Beitrag von 2002, in dem er erwähnt wird:
http://www.abendblatt.de/vermischtes/jo ... icher.html

PS.2:
Und hier noch einer von 2001:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/akten ... 08470.html

Und so sieht ein Bericht in der B-Zeitung aus:
http://www.bild.de/regional/dresden/dre ... .bild.html

Eine "Panzer"-Vitrine... :-)
(Ja, das Glas war vielleicht etwas dicker... )
Und 3200 Zeugen zu vernehmen und nichts zu finden...
... das ist schon eine Leistung. Angenommen, von den
3200 Zeugen arbeiteten 3000 für die Stasi, dann wären
da immer noch 200, die etwas ohne Einfluß hätten der Polizei
mitteilen können. Undurchsichtig...
Wenn 2 oder 3 Beteiligte den Raub verübten, dann hätte das
Minutensache sein können. 2 bewachen die Zugänge, der
Dritte öffnet die "Panzer-Vitrine".
Dann noch vielleicht durch ein Klofenster ins Freie.
Oder, noch besser, durch eine offene Diensttür...
Und wenn der Schatz ganz oben im Gebäude lag...
Wer kannte denn den?
Ich habe zum ersten Mal jetzt davon gehört.
In Dresden gibt es doch ganz andere Schätze, die die
Touristen vorrangig besichtigen. "Stadtmuseum"
klingt nach (langweiliger) Historie... und nicht nach
Schätzen. Ja, eine russische Reisegruppe... die wurden
dort zur Zwangsbesichtigung umhergeführt (naja, die
werden sich schon dafür interessiert haben - die Russen
sind ja bekannt für ihre Museums"gier"/Bildungshunger zu
Kunst).

PS.3:
Es wurde wohl auch in der Doku gesagt (oder wo wurde es
zum ersten Mal gesagt? - ich habe es jedenfalls gelesen), daß es
12 Verdächtige gab (meistens ist es ja der Gärtner... :-)) und
daß die Stasi dann die Ermittlungen übernahm und die 12
Verdächtigen zu IM (inoffiziellen Mitarbeitern der Stasi) wurden.
:-( - vielleicht war das die Vorbereitung auf die Rückkehr des
Schatzes, daß er dann umso sicherer - quasi stasibewacht - sein
wird. :-)

http://neues-forum.info/forum/viewtopic.php?f=4&t=1644

PS.4:
Nein, so lange nicht alle Unterlagen für jedermann einsehbar sind,
gebe ich auf diese Theorien nichts oder wenig. Immerhin gab
es auch "Hitlertagebücher...". Und - oh Wunder - die Stasi
hat sie - bisher - nicht gefälscht. Aber ein ehemaliger DDR-Bürger
war in den Skandal maßgeblich verwickelt - der Fälscher Kujau.
Derartige Szenarien sind auch in diesem Fall denkbar. Irgendwelche
Ost-West-Verbindungen außerhalb der staatlichen Organisationen
und Überwachungen. Nach Dresden reisten die meisten Touristen
in die DDR (außer nach Ostberlin). Da hätte man sich auch prima
tarnen können... Und Vorabtreffen für Besprechungen... vielleicht in Prag.
Prag war damals in 4 Stunden Bahnfahrt von Dresden aus erreichbar.
Die Fahrkarten für DDR-Bürger spottbillig. Keine Visapflicht an der
Grenze. Personalausweis reichte.

PS.5:
Die Frage von staatlichem Kunstraub in der DDR ist
ein brisantes Thema. Da hat es zweifellos eine Menge
an Sauereien gegeben:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/k ... 36854.html

http://www.taz.de/!53831/

http://www.welt.de/print-welt/article49 ... r-DDR.html

http://www.zeit.de/2003/33/Kunstmarkt33

Dennoch muß man aufpassen, daß man nicht alles
von vornherein dem Staat anlastet. Eine Privatkriminalität
ist nicht völlig auszuschließen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kunstraub_von_Gotha

http://www.n-tv.de/panorama/Kunstwerke- ... 38414.html

http://www.volksstimme.de/nachrichten/s ... nt=1045431


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