DEUTSCHE Fahne




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DEUTSCHE Fahne

Beitragvon Klaus » 28.06.2008, 18:18

Der neue DEUTSCHE Fahnenkult, insbesondere die an Automobilen oder an Hausfenstern angebrachten schwarz-rot-goldenen Fahnen lösen bei mir ziemliches Befremden aus. Es mag daran liegen, dass ich aufgrund meines Alters (52) ein historisch geprägtes kritisches Verhältnis zu derartigen Symbolen des DEUTSCHEN habe, es mag aber auch daran liegen, dass ich diese Fahnen als Symbol für noch etwas anderes sehe: Sie zeigen eine Tendenz auf zum Unpolitischen und zum "Event-Leben".

Das Unpolitische...
Wer früher etwas öffentlich zu bekunden hatte, klebte sich Anti-Atomkraft-Aufkleber, Friedens- und Greenpeace-Aufkleber auf sein Auto oder hing - vor dem Irak-Krieg der USA - weiße Bettlaken an sein Hausfenster. Wenn heute jemand etwas öffentlich bekunden will, tut er dies mit der DEUTSCHEN Fahne. Man kann das natürlich als unbefangenen Umgang mit den Symbolen des DEUTSCHEN verstehen, sozusagen als Rückkehr zur Normalität wie es in anderen Staaten wie z.B. den USA auch praktiziert wird, man kann es aber auch als Ausdruck von Geschichtslosigkeit, von Unreflektiertheit, von Unpolitisch-Sein bewerten.

Das Event-Leben...
Das Event-Leben ist für mich Ausdruck eines erlebnisarmen, eines zunehmend weiter entfremdeten Lebens. Die Leute freuen sich nicht mehr "von innen" heraus, sie bekommen von außen die "künstlichen" Impulse. Sie gestalten nicht mehr aktiv ihr Leben, sie sitzen vor dem Fernseher, sie müssen funktionieren im Beruf, in der Schule, in der Universität. Die künstlich geschaffenen, aufgebauschten "Events" wie die Fußball-EM bieten ihnen die Möglichkeit zum vermeintlichen Ausbrechen (man fährt z.B. hupend durch die Gegend), zu aufgesetzter Fröhlichkeit in der Masse.
Zuletzt geändert von Klaus am 29.06.2008, 06:47, insgesamt 1-mal geändert.
Klaus
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von Anzeige » 28.06.2008, 18:18

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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 28.06.2008, 21:18

Hi Klaus,

ich habe zu diesem Fähnlein-Kult ebenfalls ein etwas seltsames Verhältnis, "befremdet" möchte ich es einmal nennen, vielleicht auch ein wenig gespalten, weil ich doch etwas Verbindendes darin sehe, was lange Jahre hindurch von den Überbleibseln der Nazi-Diktatur belastet war.

Was mich wirklich interessieren würde, wäre wie die junge Generation sich in ihrer Wahrnehmung dazu stellt. Zum Glück habe ich eine ganze Reihe von Kindern, Nichten und Neffen, die in unserer Folgegeneration sind und die ich dazu einmal befragen werde. Die Antworten stelle ich dann hier herein.

Lieben Gruß
toggle
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toggle bis 12. Jan. 2012
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