Der Assange-Wikileaks - Fall




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Der Assange-Wikileaks - Fall

Beitragvon miljas » 23.12.2010, 09:25

Hallo,

ich habe mich ja schon einige Male zu den Entwicklungen in dieser Angelegenheit hier im Forum geäußert. Ich beobachte weiterhin interessiert, was sich da entwickelt. Es stellen sich im Zusammenhang mit alle dem viele Fragen, vorrangig jedoch die Frage, was genau beabsichtigt ist und welche Verhältnismäßigkeiten zum Tragen kommen. Daß die "Pullervard"-Blätter und der entsprechende JournLalllismus sich nun mit Feuereifer darauf stürzten, ist nicht verwunderlich. Aber das Futter dafür wurde offenbar aus den "amtlichen Versorgungsdepots" geliefert.

Interessanter Beitrag:
Washingtons Vasallen? (Text, Frankfurter Rundschau)

Man kann die Sache sehen, wie man will - auf jeden Fall wird die Arbeit von Wikileaks durch diese Geschehnisse zunächst nicht befördert (vielleicht über den nun sich auftuenden Umweg des Widerstands dann doch...). Nun hat sich gestern oder vorgestern der Anwalt der beiden Damen aus Schweden - Claus Borgström - gemeldet und nähere Erklärungen abgegeben, warum nach schwedischem Recht die Beschwerden seiner Mandantinnen rechtens seien. Und, so meinte er, daß es ganz normale oder durchschnittliche schwedische Frauen seien, die sogar mit Wikileaks sympathisieren.
Die Namen der Damen - auch wenn an verschiedenen Stellen dann Abkürzungen verwendet werden - zirkulieren im Internet (auch Fotos), gewisse Informationen über sie wurden und werden auch bekannt (zum Beispiel, daß die eine der beiden ihre Twitter-Nachrichten aus der betreffenden Zeit gelöscht hat, genauso ihren Blog). Wenn die beiden nun also mit Wikileak, wie behauptet wird, sympathisieren - warum geben sie dann keine offizielle Erklärung ab (das könnten sie ja ohne Probleme über ihren Anwalt ohne sich persönlich vor die Medienvertreter zu setzen), daß ihnen die Aktivitäten der schwedischen Staatsanwaltschaft nicht genehm sind? Die Probleme, die sie mit Assange bezüglich ihrer Kontakte hatten, könnten sie doch mit ihm persönlich im gegenseitigen Einvernehmen zu klären versuchen. Warum sagen diese Damen nichts und schauen offenbar zu? Wie weit geht deren Sympathie für Wikileaks - vielleicht gibt es diese nur behaupteterweise, um Assange umso stärker zu belasten? (So nach dem Motto: Wir würden ja gern wegen unserer Wikileak-Sympathien, aber Assange ist so schlimm gegenüber Frauen, daß er sich unbedingt vor einem schwedischen Gericht verantworten und aus dem "Verkehr" gezogen werden muß.)

Daß die schwedische Staatsanwaltschaft im Haftbefehl forderte, daß Assange ein Kommunikationsverbot erhalten soll (wahrscheinlich so nebenbei angeführt im Dokument...) - das ist auch ein hochinteressantes Detail... Wenn man es ganz "böswillig" sieht, könnte es der schwedischen Staatsanwaltschaft vor allem darum gehen, Assange wegzusperren und ihn dann auch noch mundtot zu machen.

Hat noch nicht geklappt:
Exklusivinterview von J.Assange mit Cenk Uygur von MSBNC (New Yorker TV-Sender), 22.12.2010 (Yt-Video, 15 min 12s, Transkription ins Deutsche/schriftlich maschinell übersetzt/ über Button rechts unter dem Player erreichbar).

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:

Nachtrag 25.12.10:
Die Zukunft von Julian Assange (Text, DRadio, Videos von dort erreichbar - Interview mit Al Jazeera und "Wikileaks' Cablegate: The truth is out there", eine Rap-Satire)
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von Anzeige » 23.12.2010, 09:25

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Beitragvon miljas » 28.12.2010, 12:09

Hallo,

wie zu hören ist, schreibt Assange jetzt eine Autobiographie, die als Buch veröffentlicht werden soll. Ist keine dumme Idee... die Anwälte wollen ja auch ernährt werden...

Julian Assange: Memoiren schreiben um sich & Wikileaks zu retten (Text)

Es ist erfreulich, daß der australische Außenminister sich gegenüber seinem Landsmann loyal erklärte und Forderungen seiner Regierungskollegen zurückgewiesen hat. Der Justizminister verlangte, Assange den australischen Paß abzunehmen. Das hat der Außenminister abgelehnt - er meinte, daß immer noch er dafür zuständig sei, und im Gegenteil Assange die Unterstützung seiner Behörde bekommt, wie sie jedem Australier in einer solchen Situation im Ausland zusteht (zum Beispiel wollte seine Behörde dann Assange einen Computer ins Londoner Gefängnis geben).
Auch die australische Polizei soll ihre Ermittlungen eingestellt haben.

Daß Assenge jetzt, zwar widerwillig, dieses Buch schreibt, ist auch allgemein ganz gut. Es ist sicher normal, daß alle neugierig sind und die Journalisten in dieser Frage vermitteln sollten. Allerdings, wenn ich zum Beispiel las, daß man über ihn "nichts" weiß, daß er die Transparenz, die er von außen fordert, selbst nicht liefert...
Von wo hinter dem Mond kommen denn diese Schreiberlinge? Es ist doch zu sehen, was los ging und geht... Man kann doch auf gar keinen Fall versuchen, derartigen machtvollen Geheimniskrämer-Institutionen wie Staaten, Ministerien, Armeen, Geheimdiensten und Konzernen die Geheimnisse in diesem Umfang in aller Öffentlichkeit zu entreißen. Zumindest in dieser Start-Phase nicht. Das wäre doch absoluter Humbug. Aber ich denke, es wird nicht viel besser werden. Denn die Geheimnisse sind für große Kreise unverzichtbar. Vor allem dann, wenn man groß, stark, mächtig und reich sein und bleiben will... oder es werden will... Die sogenannten "Interessen"...
Sicher fände ich es auch toll: "Transparenz eV.". Anschrift: Republik Glasanien, Glasstadt, Im Glashaus. Abrißbirnenfreie Zone.
Wir werden sehen... Leute, die sich mit Assange überworfen haben, wollen es ja irgendwie versuchen.

Wichtiger als die Personen, die nun alles ins Rollen brachten, sind die Dokumente, ist die Tatsache, daß sie nun verfügbar sind, daß man sie auswerten muß und daß es hoffentlich für alle Zukunft besser wird in dieser Frage.

Viele Grüße - miljas :t252: :t252:
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Beitragvon miljas » 29.12.2010, 20:07

Hallo,

Nachlass eines australischen Gastes (Text, Süddeutsche Zeitung)

Diese Transparenz... hier erfährt man sogar, wo genau der Server sich befindet: In Stockholms "Weißen Bergen" in einem früheren Atombunker (wurde sicher als Schutz vor den Amerikanern angelegt, denn die Iraner gab es damals ja noch nicht... zumindest noch nicht als A-Waffen-Bastler, und die Sowjets hätten sich damals mit den Amerikanern in Deutschland bombardiert und wohl kaum das ne-u-trale Schweden besucht :-), wobei insgesamt: :-()

Zitat aus dem Artikel:
"Trotz aller Kritik - Wikileaks hat nach wie vor viele Freunde im Norden. "Es scheint einigen Leuten schwerzufallen, zwei Gedanken gleichzeitig im Kopf zu haben: Dass Wikileaks eine gute Einrichtung ist - aber ihr Gründer trotzdem einen Fehler gemacht haben kann", sagte Karin Pettersson, politische Chefredakteurin der Zeitung Aftonbladet. Und Thomas Matsson, Chefredakteur des Konkurrenzblattes Expressen, machte Witze über die Vorwürfe gegen Schwedens Justiz. Einem amerikanischen Reporter habe er neulich erklärt, "dass wir schon Gerichte hatten, bevor Australien überhaupt entdeckt wurde."
(kursiver Text von mir hervorgehoben.)

Aha - vielleicht sind die schwedischen Gerichte in ihrer Entwicklung seit dieser Zeit ein wenig stehen geblieben? Vielleicht denken sie immer noch, daß alle Männer wie Känguruhs auf die Frauen springen... und daß keine Frau eine Möglichkeit hat, beiseite zu treten. Und nun reden sie endlich auch einmal drüber... Nun wird es sich hoffentlich langsam herumsprechen, daß auch Frauen Kondome (auch Ersatzkondome) kaufen und auch ein Bett verlassen dürfen, wenn der Zug ohne Kondom abfährt. Und Schlafen im... "empfangskomiteebereiten" (?) Zustand... in der Nähe eines komplementären Wesens, mit dem man vielleicht im Wachzustand bereits etwas "zu viel" getrieben hat...
Man darf gespannt sein auf die weiteren ruhmreichen Taten des traditionsreichen schwedischen Justizsystems...
(übrigens, der Anwalt der beiden Damen spricht als erklärter Feminist von der "kollektiven Schuld" der Männer... was soll's - wenn man nicht aller Männer habhaft werden kann, dann sollte man wenigstens ab und zu ein Exempel statuieren...? War das mit ABBA eigentlich immer alles Ok? :-))
Und in der Dild-Zeitung, äh, sorry - Bild-Zeitung steht, daß Frau A. ein Nacktfoto von Assange geschossen hat. Als "Trophäe". Also... da bleibt einem ja ... einem die Spucke weg, wenn das stimmt.
Aber was in dieser Zeitung steht, stimmt ja immer, abgesehen von den Fällen, in denen es nicht zutreffend ist.

Ich finde, wir sollten 2011 ausfallen lassen.
Die Briten sollten schleunigst die Auslieferung ablehnen, weil doch: "No sex, please. We are British." Und die Schweden sollten sich doch selbst mit ihren Staatsanwältinnen, Gesetzen, Zeuginnen, Anwälten und "Sprichdrüber"-Aktionen im Ausfalljahr beschäftigen, um dann 2012 hoffentlich gesundet wieder an das Licht der Welt zurückzukehren.

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Beitragvon TigerAuge » 30.12.2010, 18:17

Aloha

"Wikileaks" kennen inzwischen wohl alle.

In Tirol gibt es eine ähnlich Plattform.
--> dietiwag.org von Markus Wilhelm (mit dem ich übrigends in Kontakt stehe).
Der Vergleich mit Wikileaks...
http://www.dietiwag.org/blog/index.php?year=2010

Ich hatte wohl schon mal etwas über dietiwag geschrieben.
Egal - es scheint zu dem Thema zu passen.

Um was geht es bei Wikileaks und dietiwag?
Klar - wie immer - um Geld, Macht, Bereicherung und mehr...
Aufzeigen und aufdecken.


Der Fall Markus Wilhelm, ein Bauer im Ötztal.
Seinen Traktor hat man schon nächtens angezündet und vernichtet.
Selbstverständlich gibt es keinerlei Spuren und oder so...

Ein Beispiel für die Allmacht, die m.E. nicht nur in Tirol gebrochen gehört ;)
Es war einmal im Jahre 2007 und zog sich bis 2010 hin...
http://www.youtube.com/watch?v=2Qu43xvCjKc

http://www.dietiwag.org/index.php?id=3480

Stört euch bitte nicht an der teilweisen heftigen Ausdrucksweise.
Wir Tiroler "sprechen" so und "sprechen" keine Umwege :-)

*

Aber Tirol ist ja soo weit weg und es geht doch nur um Wasserkraft und Schmiergelder und halt dort "nur"
Richtig?

Hat nicht Che Guevara mal gesagt (damals zu Zeiten des Vietnamkrieges):
"Schafft viele Vietnams um die Macht des Geldes zu brechen"...
Oder so ähnlich?

Ich wünsche mir für 2011, dass mehr gegen die Nichtsnutze (Politiker, Manager, staatlichen Abzocker und Lügner...)
friedlich, aber bestimmend, auf die "Straße" gegangen wird.
Es gibt selbstverständlich auch Politiker und Manager, die ihr Geld wert sind.
Der mit Sicherheit nicht ---> http://www.youtube.com/watch?v=k94v0IAcT3A


Von Herzen
TigerAuge ;)
TigerAuge
 

Beitragvon miljas » 07.01.2011, 21:51

Hallo Tigerauge, Hallo,

ich habe mir die Seite aus Tirol angeschaut, allerdings noch nicht inhaltlich erschöpfend.
Die Seite macht auf mich einen guten Eindruck von der Gestaltung her - wirkt sehr professionell.
Zur wesentlichen inhaltlichen Frage der Wasserkraft-Probleme bin ich leider noch nicht gekommen - das ist vielleicht auch nicht so einfach, weil man ja die lokalen Bedingungen vor Ort nicht kennt.

Aber diese Geschichte mit dem hochfunktionärigem Herrn van Staa von der ÖVP (früher war er Landeshauptmann, jetzt ist er Landtagspräsident in Tirol) und der gerichtlichen Auseindersetzungen um die Aufzeichnung einer seiner Reden - das ist schon hochinteressant. Ich frage es einmal ganz direkt - nein, man muß Menschen nicht gleich ermorden oder ihre Existenz direkt wirtschaftlich ruinieren (Traktor abbrennen)... man kann auch versuchen (erst recht, wenn man vielleicht sogar gute Connections dorthin hat?), über Staatsanswaltschaften oder andere Justiz(-beamte), also auch "nur" - oder gerade - Staatsbesoldete - etwas unternehmen? (Diese Fragen von mir selbstverständlich alle nur in der Form von Fragen - also keine Behauptungen!)
Aber gewisse Fakten gibt es dort in Tirol - eine Tonaufzeichnung der Rede des Herrn Tilorer Landeshauptmanns, in der er den deutschen Ex-Außenminister Fischer als "das Schwein" bezeichnete. Dann die Behauptung, daß der Mitschnitt manipuliert worden sei und eine entsprechende Anklage gegen den "Verläumder" (wirklich raffiniert - der Versuch, sich sowohl die Äußerung vom Halse zu schaffen und dann auch noch einen Gegner dabei massiv anzugreifen...) Dann fehlte vor Gericht in der Tonaufzeichnung (die also dann von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurde) der grammatikalische Artikel "das" und es war nur noch "Schwein" übriggeblieben (interessante "Datenschrumpfprozesse", die dann später offiziell als technische Fehler deklariert wurden - es waren also keine Manipulationen...). Und das Gesprochene sollte dann angeblich nicht "Schwein" geheißen haben, sondern "Schwei(g)n" war gemeint - also zu Höchsthochdeutsch: Schweigen. Und diese Gerichtskiste lief dann über 3 Jahre... Mann, oh Mann.... Wie geht das Lied...: "Was müssen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren gehen, ohne sich zu stoßen?"


Werden die Interessen von großen Bevölkerungsgruppen, oder auch von Randgruppen oder von Schwächeren, und auch hinsichtlich das Naturerhaltes - der "Bewahrung der Schöpfung", wie die christlichen Kirchen das immer umschreiben - durchgesetzt, oder kommt es zu Verwerfungen, sozusagen zu "Dioxin in den Futtermitteln" (hier gemeint als übergreifendes symbolisches Bild für gravierende Mißstände überall)? Demokratie... ja! - Mehr, oder weniger... ? Und was genau geschieht in der Demokratie?

Dazu passend, wie schon wiederholt von mir bemerkt: TTT - Tarnen, Täuschen, Tricksen.
Das, was die Kriminellen in ihrem Verhaltensspektrum praktizieren - es findet auch Verwendung in den legalen gesellschaftlichen Machtsphären.

Als Anfang der 1960er in den USA ein Spionagesatellitensystem entwickelt wurde, wußte davon offiziell nur eine gute Handvoll Leute. Allen anderen - und es waren immerhin Hunderte oder sogar Tausende Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure daran beteiligt - erzählte man das Märchen vom "Forschungssatelliten". Und nun ist aus den Wikileaks-Dokumenten zu hören, daß ein neuer leistungsfähigerer Satellit entwickelt werden soll, mit schnellerer Datenübertragung - in Echtzeit wäre doch ideal... Infrarot für Nachtbereiche... Natürlich sind die USA daran interessiert - auf dem Gebiet der Hochleistungsoptik ist Deutschland wohl führend im Weltmaßstab. 50cm große Gegenstände sollen erkennbar sein - wie groß sind die Abmessungen eines Menschen von oben gesehen? - Na, so ein Zufall... Alle winken sie ab - der BND, das Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Es ginge um "Umweltforschung". Na, ja - das kann man ja "nebenbei" auch noch erledigen...

Wirtschaftsspionage von Frankreich in Deutschland - schlimmer als Russen und Chinesen? Bei angetäuschten Übernahmeabsichten von Firmen kann man viel erfahren... So etwas kommt mir bekannt vor: Nach der Wende liefen viele Westfirmen den Ostfirmen die Bude ein, bis sie alles wußten. Weniger an Know how, aber die Kundendaten waren interessant, natürlich auch Immobilien...

Boeing-Deals über US-Botschafter... Bestellung größerer Stückzahlen bei Gratis-Lieferung eines quasi Air Force One-Doubles für einen arabischen Staatschef. Und auch wenn nun der Airbus einen besseren Spritverbrauch hat und vielleicht auch insgesamt besser ist... - das interessiert doch dann keinen Ol-Scheich mehr...

Aber richtig menschverachtend gemein wird es, wenn es in diesen arabischen Staaten Folter gibt und die Amerikaner ihre Gefangenen ganz gezielt dorthin überstellen.

Da kann man in offiziellen Gremien jahrelang viel labern über gerechte Weltwirtschaftsordnung, über gute Beziehungen, usw. Hinter den Kulissen läuft Anderes.

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Beitragvon miljas » 11.01.2011, 16:59

Hallo,

heute nun war der Gerichtstermin für Assange in London.
Er dauerte nur 10 Minuten.
Soweit bisher zu hören ist, soll also nun das Auslieferungsverfahren starten und weitere Gerichtstermine am 7. und 8. Februar folgen.

Es ist eigentlich nichts Neues, daß die Gerichtswege meist lang und langwierig sind.
In diesem Falle allerdings ist es verbunden mit merkwürdigen Umständen.
Gegen den Mann wird in den Medien eines - ich würde es doch so charakterisieren wollen - militarisierten Landes (mit immerhin der stärksten Armee der Welt mit einer Vielzahl von ausländischen Stützpunkten und einer mehrfachen Kriegsbeteiligung, und mit großen Mengen Schußwaffen in Privatbesitz) - massiv gehetzt, bis hin zu Morddrohungen.
Und dieser Mann befindet sich auf freiem Fuß - defakto, aber eigentlich, wegen der vielen Auflagen, im Gefangenenzustand, und gleichzeitig relativ frei erreichbar für jegliche Attentäter an einem allseits bekannten Ort. Ich habe nichts in dieser Richtung gehört, allerdings müßte meiner Meinung nach der britische Staat dem Mann unter diesen gegebenen Umständen unbedingt einen zuverlässigen Polizeischutz geben. Und die Konsequenzen in dieser Richtung gehen ja dann noch weiter, was eine mögliche Auslieferung an Schweden angeht.

Eines dürfte sicher sein: Wenn diesem Mann etwas Gewaltsames zustoßen würde und nachweislich die Justiz- und Sicherheitsapparate großer westlicher Länder, wie jetzt also derjenigen von Großbritannien, darin verstrickt sein werden - dann wird die Welt nicht mehr diejenige bleiben, die sie bisher ist. Dann sehe ich eine starke Radikalisierung großer Teile der intellektuellen Jugend voraus (in den USA sicher fast gar nicht oder weniger, weil man dort natürlich mit der verbreiteten "patriotischen" Ausrichtung auch die Jugend prägt; aber immerhin ist Assange kein Europäer, sondern Australier und die Amerikaner können seine Interview-Botschaften ohne Dolmetscher verstehen - das ist sicher von Bedeutung... natürlich auch hinsichtlich der Aktivitäten seiner Gegner).

Bereits die Tatsache, daß diese großen US-Zahlungsverkehr-Konzerne sich massiv vor den Karren der Politik haben spannen lassen, bedeutet einen Einschnitt. Jetzt wurde bekannt, daß der Nachrichtendienst "Twitter" aufgefordert wurde, Verbindungsdaten und Informationen über Konten von Wikileaks-Aktivisten wie Assange und anderen an die US-Justiz auszuliefern. Früher ging es um Papierbriefe, Telegramme, Telex und es wurde ein "Post-und Fernmeldegeheimnis" definiert. Das ist jetzt offenbar gegenstandslos geworden. Die in elektronischer Form gespeicherten Daten sollen ganz legal abgeschöpft werden dürfen. Alle diese Staatsdokumente, wie zum Beispiel die Botschaftsdepeschen, sollen jahrzehntelang unter Verschluß bleiben. Aber die Dokumente über die Aktivitäten des einzelnen Bürgers sollen dem Staat quasi sofort ausgehändigt werden. Und das ohne konkrete Anhaltspunkte auf eine kriminelle Aktion. Man begründet es damit, daß man vielleicht kriminelle Aktivitäten unter Zuhilfenahme solcher Informationen wird nachweisen können.
Aber im Grunde genommen geht es um die Erlangung relevanter Informationen über das Netzwerk einer freien journalistischen Organisation, die man stören und ausschalten will (Personen, Kontakte, Geldwege).

Stockholm muss warten: Assange-Anhörung vertagt (Text, euronews, Video von dort erreichbar)

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Beitragvon miljas » 15.01.2011, 14:54

Hallo,

würde ich bei der "BALD"-Zeitung schwafeln, dann vielleicht:

[font=Arial Black]Schweden...
- ist Anwalts
Liebling
[/font]:

"Der den Staatsfeind verteidigt" (Text, "Zeit-online")

Übrigens, wurde der sogenannte europäische Haftbefehl 2003 eingeführt, um bei terroristischen Anschlägen und Aktivitäten die Täter schneller in die Tatort-Länder überstellen zu können.
Vielleicht steht demnächst auch ein neuer Begriff ins Haus... : der "Sex-Terrorist".
Natürlich sind da noch weitere Wortschöpfungen denkbar.
Zum Beispiel: "Sex-Anarchist", "Sex-Extremist"...
Na - meine Fantasie ist ja leider begrenzt...

Einstein ist leicht anderer Meinung... (Text, Forum)

Was ist denn aber nun tatsächlich sexistenziell?
Vielleicht antwortet Frau Ny, Staatsanwältin aus Göteborg (oder soll das Weimar sein - verliehen nach Schweden?) auch auf Schwedisch...
Vielleicht ist es sogar ein Fall für "Den Haag" - Internationaler Strafgerichtshof, Tatbestand Kriegsverbrechen!
Denn immerhin soll es so etwas wie einen "Krieg" zwischen der einen und der anderen Hälfte der Menschheit geben...


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Beitragvon miljas » 09.02.2011, 15:40

Hallo,

woher kann man Zeit bekommen?
Nirgendwoher? - Vielleicht doch - von Gerichten!? Die haben jede Menge Zeit...
Das ist allerdings nicht ihre eigene. Sie wird Klägern und Beklagten abgenommen.
Und veräußert wird sie wohl nicht.

Das Tauziehen um Assange ist vertagt (Text, ARD)

Der Anwalt Mark Stephens: "Das war heute wie Hamlet ohne Prinzessin..."
Gemeint ist das Fehlen der schwedischen Staatsanwältin Ny, die den Auslieferungsantrag gestellt hat und sich von einer britischen Staatsanwältin vertreten läßt.

Und jetzt hat sogar der schwedische Ministerpräsident gesagt, daß alles seine Ordnung hätte.
Was sagt denn der schwedische König dazu? Und was die britische Queen? Und Hamlet?

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Beitragvon miljas » 11.02.2011, 19:49

Hallo,

nun werden Bücher geschrieben und Filme gemacht...

Weltmacht WikiLeaks? - Krieg im Netz (Video, ARD)

Gute Reportage.
Am Ende zählen natürlich nur die Fakten.
Daß ein Vorhaben wie Wikileaks nicht reibungslos verläuft, ist leicht vorstellbar.
Und daß alle Menschen auch nur Menschen sind, ist ja auch nichts Besonderes.
Das, was Assange geleistet hat, wird nun leicht herabgemindert von seinen Kritikern.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß Assange überhaupt nicht zugänglich sein soll für notwendige Änderungen/Weiterentwicklungen des Gesamtkonzeptes.
Herr Domscheit-Berg (ehemals Wikileaks) behauptet, daß das Wikileaks-System nun nicht mehr funktioniert, nicht mehr sicher ist. Warum nicht? Wenn er dafür zuständig war und bei seinem Weggang etwas demontiert hat oder/und Software mitgenommen hat - was soll das? Dann hätte er doch sein eigenes neues Projekt beginnen, aber das Wikileaks-System so belassen können. Genauere Details sind nicht bekannt, allerdings war kürzlich zu lesen, daß Assange anwaltlich gegen die Daten- und Software-Entwendungen durch Domscheit-Berg vorgeht.

Man muß sehen, daß Bradley Manning (also der US-Soldat, von dem die Enthüllungsinformationen stammen sollen) nicht durch Wikileaks bekannt wurde, sondern daß er selbst Informationen über seine Aktivitäten weitergegeben hat.
Wie geht der Spruch?: Wissen es zwei - wissen es alle...

Ansonsten wird es am 24. Februar nun wohl endlich (oder vielleicht doch auch nicht - wir werden sehen...) Bescherung geben:
Entscheidung über Assange-Auslieferung Ende Februar (Text, ARD)

In dem Beitrag ist ein Foto des schwedischen Ministerpräsidenten zu besichtigen.
Sehr beeindruckend. Erinnert mich an einen Film mit Louis de Funes (welcher war das?). Das "Superhirn" hatte ein solch schweres Gehirn, daß ständig sein Kopf zur Seite knickte. Louis richtete den (eigenen) Kopf dann immer wieder mit der Hand auf. Und er versuchte dann auch, ihn in senkrechter Lage zu halten... :-)
Als Ersatz für diese köstlichen Szenen hier diese Begebenheit:
Louis de Funes spielt Billiard (Yt-Video)

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Cocos Antwort,24.15 Uhr

Beitragvon Coco » 12.02.2011, 01:23

Hallo Ihr Lieben alle,
der Film war sehr aufschlußreich, doch ich bin z.Z. überfordert.
Gute Nacht,Coco :t224:


PS: Auch den Louis De Funes habe ich noch mit Spaß angeschaut. |24.30Uhr, Gruß,Coco, :t224:
Coco
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