Guten,
... und schon kommt wieder die dumme Zeitumstellung.
Hoffentlich ist das bald vorbei.
(Demnächst kommt noch jemand auf die blöde Idee,
jährlich einmal die Erde in Polrichtung zu drehen. D.h.
der Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt. Warum sollte das sinnvoll
sein? Ganz einfach: Bei uns sind die Nordseiten immer die
feuchten, weil die Sonnenstrahlen nie dorthin kommen.
Und Sonnenaufgang im Westen ist doch auch eine
schöne Abwechslung...

)
Und Mrs. May will es noch ein viertes Mal wagen.
Ist doch logisch. Das Abstimmungsergebnis ist
von Mal zu Mal besser geworden. Als sie bei der
dritten Abstimmung ihren Rücktritt als Erfolgsprämie
auslobte, konnte sie sogar Meister Johnsen hinterm
Ofen vorlocken. Da bin ich jetzt gespannt, wie sie die
nordirischen Nationalisten überreden wird. Vielleicht
mit der Zusicherung, daß Nordirland über die gesamte
Insel erweitert wird, wenn es zukünftig nicht gut
laufen sollte?

.
(Nein das geht natürlich nicht! Da gäbe es großen Ärger, auch mit
der EU. )
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Der Herr Biermann...
jetzt hat er ein Anekdoten-Buch rausgebracht.
Ich habe es nicht gelesen.
Die Familie von Manfred Krug regt sich über die Darstellungen
des Schauspiers auf. Der Sohn Krugs hat einen offenen Brief
an Biermann geschrieben.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 60360.htmlKrug war okay.
Wozu die Allgemeinheit einen Biermann braucht ...?
Völlig sinnlos ist ein Mensch natürlich niemals.
Wer ihn braucht - von mir aus.
(Zu DDR-Zeiten mag er für die einheimischen
unzufriedenen Intellektuellen einigermaßen
anziehend gewesen sein mit seiner schnoddrigen
Rotzfrechheit und seinen Kontakten in die
Westberliner oppositionelle Szene.)
Ich wundere mich eigentlich nicht über den Eklat.
Biermann ist ein Mann, der mit fremden Augen
in die Welt schaut und dann oft lieblos-dumme
Ergüsse absondert. Daß diese mit dem lieblos-dummen
Handeln seiner Gegner zusammentrafen, war ein dummer Zufall, der
dem Herrn Biermann gewiß auch Leid gebracht hat
(er war nicht "am Drücker", er hatte keine Macht),
aber letztendlich hat er aus seiner Opferrolle erklecklich viel
Nutzen gezogen.
Krug war zurecht populärer. Auch im Westen.
Er hat sich nicht so übermäßig als Opfer dargestellt.
(Das Gerücht über die Party, auf der Krug seine Million
feierte, hatte ich auch gehört. Daß die Party satirisch
gemeint war, kann man auch im Nachhinein sehen.
Ich kann nichts finden, wo sich Krug als vermögend-überlegen
dargestellt hat. Diesen Ersatz hatte er nicht nötig mit
seinen Talenten und mit seiner Persönlichkeit.)
Und jetzt kommt mir noch ein völlig ketzerischer Gedanke.
Ist vielleicht ein wenig abwegig, weil es Parallelentwicklungen
gab, die wichtig und vielleicht auch wichtiger waren (in der Wirtschaft)
Wenn der Herr Biermann von sich aus in den Westen
gegangen wäre, hätte es weniger Ärger gegeben. Man muß sich doch fragen,
daß jemand 10 Jahre bespitzelt und behindert wird (Auftrittsverbot)
und der ursprünglich aus Hamburg kam, warum ein solcher Mann, der
immer noch seine Kontakte in den Westen hatte, warum der nicht von
sich aus sagte: "Jetzt ist genug - ich gehe!" Natürlich
hatten andere auch Schwierigkeiten und haben dann das Land verlassen.
Aber dieser Rauswurf war ein Politikum. Es erzeugte Angst.
Und mehr Angst, als notwendig war. Es kam zu einer Zuspitzung
auf beiden Seiten. Die Staatsmacht blockte stärker. Und
der Wunsch der Künstler, dem Land völlig den Rücken zu kehren, sozusagen
auch präventiv, nahm zu. Und das hatte wiederum Auswirkungen auf das gesamte
Klima im Land.
Ich denke, der Herr Biermann mußte mit dem Schlimmsten rechnen,
so gut wie er informiert war. Er hatte Kontakt zu Herrn Havemann,
der wohl seit den 1960er Jahren Repressionen ausgesetzt war
(Berufsverbot und eingeschränkte Bewegungsfreiheit, quasi Hausarrest).
Angeblich gab es noch besondere Kontakte zu Frau Honecker.
(Ah, hier habe ich etwas dazu gefunden, aus Biermanns
eigener Feder:
http://www.eva-maria-hagen.de/sites/Wol ... _S-68.htmlDamit wäre auch diese Frage geklärt - seit 1964 oder 1965
zumindest keine Begegnung mehr!)
Aber daß in diesem Politbüro die bekannten männlichen Masken
das Sagen hatten - das konnte doch jeder aus 100 km Entfernung sehen.
Wenn der Herr Biermann den Märtyrer spielen wollte,
dann ist es für ihn glimpflich ausgegangen. Den Hauptärger haben
viele andere bekommen. Unter anderen auch Krug.
Nun sind viele bereits nicht mehr unter uns. Und daß Biermann
nun seine, ach, so wichtigen, Erlebnisse aus jener Zeit zum Besten
gibt und damit den Weggefährten von damals noch übel nachredet
- das ist höchst unangenehm!
https://m.youtube.com/watch?v=7FCyEvuLTycNachtrag:
Ich hörte vor 20 oder 30 Jahren ein Gerücht, daß Krug mit
seinem Auto an einem Berganstieg einem schwächer motorisiertem
Fahrzeug hinterfahren mußte. Am Gipfelpunkt hielt der Fahrer und
Krug wäre ausgestiegen und gegenüber dem Fahrer ausfällig
geworden. Ich konnte mir vorstellen, daß es ein solches Ereignis
gegeben hat, weil Krug aufbrausend war, anders gesagt cholerisch.
Wie gesagt, nichts Genaues wußte ich darüber.
Jetzt machte der Sohn Krugs in seinem Brief an Biermann eine
Bemerkung, daß Biermann seinen Schwur an Havemann verletzte.
Biermann sollte nichts davon berichten, zu Havemanns Dingen
auf Landstraßen. ??? Jetzt habe ich das hier gelesen:
https://www.nordkurier.de/kultur-und-fr ... 18603.htmlAlso gab es bereits 1966 einen derartigen Vorfall in der DDR.
Aber wenn Havemann nicht wünschte, daß es publik wird...
Und zur "Millionärsfrage" hatte Krug bereits in einem Zeit-Interview
vom 1. Juli 1977 etwas gesagt:
https://www.zeit.de/1977/28/ich-bin-ein-unikat(Zunächst funktionierte der Link, so daß ich den Artikel
ohne Sperre lesen konnte. Von Google war ich dorthin
gelangt. Aber allgemein scheint er nicht kostenfrei
zugänglich zu sein.)
14 Tage nach seiner Übersiedlung nach West-Berlin
hatte Krug einen Auftritt im TV:
https://youtube.com/watch?v=wvAlyhXgHpEHier ein Auftritt seines Sohnes 2018 im mdr:
https://www.mdr.de/riverboat/danielkrug ... d-100.htmlDas war's. Krug bleibt Krug. Und was der Biermann aus seinem Restleben
macht...
(Und bitte das Buch nicht kaufen! In einer Biblio vielleicht mal ausleihen.
Für die Lektüre auf dem Örtchen...)
Gibt es eigentlich einen Titel "Ehrenwürger von Berlin" ?
Wäre ein toller Titel für Leute, die in der Stadt sich
an Dingen ausprobieren, die für sie viel zu groß sind,
also, an ihnen würgen.
Und dann Jahrzehnte später die "weltbewegenden"
Episödchen wieder hochwürgen, unverdaut.
Und noch etwas. Biermann behauptet, Kommunist gewesen zu sein.
Und nur deshalb hätte er so viel Gutes für den Kommunismus getan.
Und wie kam es, daß er plötzlich unkommunistisch wurde?
Das soll ja erst 1983 passiert sein.
https://www.unsere-zeit.de/de/4846/kult ... u-sein.htmInteressanter Artikel...
Hier, in diesem Interview schwafelt er nichts von einem
Franzosen :
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/ ... 47661.htmlNaja, Ideologie, Tautologie... wichtig sind die Logik,
das Faktische, das Praktische, das Taktische und
das Strategische. Ich glaube nicht, daß Biermann das
in der noch verbleibenden Zeit noch kapieren wird.
Und: Respekt ... habe ich vergessen.
Wenn es den bei ihm gäbe, hätte er jetzt auch nicht den Krug-Aufschrei bekommen.
Und Kommunismus... solch ein Schwachsinn, sich
darüber zu streiten, ob er kommen sollte, oder
wird und ob man selbst sich zum so wesentlichen Wegbereiter
dafür machen sollte, oder nicht.
Natürlich wird es irgendwann eine andere, freiere,
gerechtere Gesellschaft geben! Wenn es genug
materiellen Reichtum geben wird, daß er wie Wasser aus
dem Wasserhahn fließt (noch nicht überall auf der Welt
selbstverständlich: Wasser für jeden aus der Leitung),
Dann kann man sich auch noch einen schönen Namen
dafür ausdenken. Wie wär's denn mit "Laminoae" ?

(Aber bitte erst, wenn es eingetreten sein wird.)
Nachtrag
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Die Behörde "Der Beauftrage .... Staatsicherheitsdienst der DDR"
hat eine Schrift zum Biermann-Thema rausgebracht.
Man kann sie sich hier als PDF herunterladen:
https://www.bstu.de/informationen-zur-s ... -verletzt/In dieser Schrift werden Dokumente der Stasi
gezeigt, die belegen, wie Biermann überwacht wurde.
Es gibt auch Dokumente, die belegen, daß man seit 1973
darüber nachdachte, wie man ihn loswerden könnte.
Es gibt ein Dokument, daß Biermann 1974 (S. 24) ein Gespräch
mit einem Staatssekretär Löffler hatte, der ihm ganz
unverblümt den Vorschlag machte, dauerhaft in den Westen zu gehen.
Wenn das zutrifft, dann wußte Biermann ganz genau Bescheid,
wie es sich die DDR-Führung vorstellte.
Nein, er wollte nicht weg - er wollte weiter in der DDR, aus
der DDR, gegen die Oberen stänkern.
Insofern war alles, was er danach unternahm, fahrlässig.
Und alle Folgen, auch die Verfolgungen und die Haft von
Protestierenden gegen seine Ausbürgerung, haben mit ihm,
mit seiner Fahrlässigkeit, zu tun!
Krug hat seinen Ausreiseantrag erst nach den Schikanen
gestellt. Vielleicht hätte er anderenfalls Privilegien
erhalten und auch in den Westen reisen und dort
arbeiten können. Das wäre wahrscheinlich für alle Seiten
besser gewesen. Krug hätte noch weitere bessere Film gemacht
und für sein Publikum gesungen, in der DDR.
So, diese Bemerkungen sollen dafür stehen, daß
ich den Krug mit in Schutz nehme und Verständnis für
den Protest seiner Familie habe. Daß ich in diesem
Zusammenhang nochmals etwas zu der Biermann-Affäre
sagte, hängt damit zusammen, daß ich rückblickend
diesen gesamten Biermann-Auftritt und seine Folgen
für sehr unangenehm und unerfreulich halte. Es mag
sein, daß es auf die eine oder andere Art und Weise
früher oder später auch "geknallt" hätte. Aber daß
nun ausgerechnet der Herr Biermann..., und auch noch
40 Jahre danach...
Der Krug-Sohn spricht von "untergehendem Stern".
Hoffentlich. Ich habe auch nie jemanden gehört,
der ein Biermann-Lied nachgesungen hat (außer
seinen Damen).
https://mediathek.rbb-online.de/radio/L ... d=61151560Rundfunkbeitrag von rbb-Kulturradio.
Am 30.04. im Berliner Ensemble...
Na, hoffentlich kommen Brecht und Weigel vom
Dorotheenstädtischen und werfen den Kerl raus.
Aber ... so verkehrt ist es vielleicht auch nicht - Verfremdungseffekt!