Das schlimmste...




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Beitragvon La Donna mobile » 12.03.2008, 17:47

der narr hat geschrieben:[...]"es gibt kein richtiges leben im falschen!"

ich wünsche dir - von ganzem herzen - einen eingang, einen zugang zu finden.[...]


Ja prima! Dann weiß ich doch jetzt endlich, dass ich falsch lebe, dass mein ganzes Leben falsch ist, dass ich mit dem Leben den Tod betreffend nicht umgehen kann, dass ich noch viel bei und von Lebens- und Todesexperten lernen muss - Danke dafür! Aber mach dir keine Sorgen, ich komme zurecht!

Wer jedoch sein Wissen vertiefen und noch mehr Informationen diesbezüglich braucht - denn mittlerweile hat man ja den Eindruck, man selbst pendle wie der totale Nullpeiler und Looser durch dieses kostbare Leben, das andere wesentlich besser zu nutzen und zu interpretieren wissen - , dem sei der


[align=center]Thementag am 20.04.08 bei 3sat unter dem Motto Bruder Tod [/align]
[align=center]http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/97666[/align]

empfohlen.

mobile
Zuletzt geändert von La Donna mobile am 12.03.2008, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
La Donna mobile
 

von Anzeige » 12.03.2008, 17:47

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Re: Zwischenstand

Beitragvon La Donna mobile » 12.03.2008, 17:51

Klaus hat geschrieben:[...] Ich schreibe das jetzt einfach so, eigentlich ist es schrecklich, aber ich spüre erstaunlicherweise eine gewisse Gelassenheit, vielleicht, weil er vermutlich einen "schönen" Tod haben wird.
HERZliche Grüße
Klaus


Hallo Klaus,
ich finde es gut, ehrlich und vernünftig, wie du für dich mit diesem Thema umgehst. Du hast den für dich akzeptablen Weg gefunden - einen muss man ja schließlich gehen. Ich wünsche dir weiterhin von Herzen alles Gute, und deinen Eltern natürlich auch.

Viele Grüße,
mobile
La Donna mobile
 

Beitragvon Starlight » 12.03.2008, 18:34

Hallo Klaus,

ich finde das toll, wie Du das machst. Und ich kann mitfühlen, da es mit meinem Vater ähnlich ist. Aber lebt trotz krankem Herzen (und vieler anderer Krankheiten), zum Wunder aller Ärzte, schon lange damit. Aber auch ich habe mich gedanklich vorbereitet, wenn die Stunde X bei meinem Vater eintritt. Sie kommt, wenn sie kommt.

Und Deiner Mutter wünsche ich natürlich auch Gute Erholung in Ihrer Kur.

Lieben Gruß

Starlight :t291:
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Beitragvon der narr » 13.03.2008, 13:02

Dann weiß ich doch jetzt endlich, dass ich falsch lebe, dass mein ganzes Leben falsch ist, dass ich mit dem Leben den Tod betreffend nicht umgehen kann, dass ich noch viel bei und von Lebens- und Todesexperten lernen muss - Danke dafür!


liebe mobile,

hier geht es doch im grunde gar nicht um "richtig" oder "falsch".
jeder hat sein päckchen zu tragen und ich habe das sichere gefühl, dass deines schwerer ist als das meine z.b.
natürlich habe ich auch meine baustellen (über die du wahrscheinlich nur den kopf schütteln kannst, die du längst erledigt hast), nur in dieser, für mich nicht ganz unwesentlichen thematik habe ich halt einen, für mich sehr befriedigenden, weg gefunden.

alles liebe,

der narr
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Beitragvon Harlekin » 13.03.2008, 14:27

Hallo mobile,
danke für den Link :-)
Sehr interessant und bei dieser Vielfalt ist sicher für jeden etwas dabei.
Hoffentlich versemmel ich den Termin nicht wieder, denn ein, zwei Sachen würde ich mir gern anschauen.

Meine persönliche Meinung zum Thema ................ behalte ich doch lieber für mich!
Das ist meine innere Überzeugung und eher keine Diskussionsgrundlage für ein Forum denn ich weiche davon sowieso keinen cm ab. Tztztztztzzzz, soll doch jeder Sterben wie er will (oder sich vorstellen was er mag) - aber VORHER bitte erst ausgiebig LEBEN WIE ER WILL :-)
_________

Hallo Klaus,
nun doch noch einige Worte von mir:
Eigentlich ist es ja schön gemeinsam alt zu werden, aber damit dann
schon auch ein Elend, dass die Eltern (bei mir auch noch die Schwiegereltern) gleichzeitig alt (und unter Umständen gebrechlich und krank) werden und dass dann oft wirklich alles auf einmal zusammen kommt und einem fast die Luft zum Atmen nimmt.

Ich wünsch dir viel Kraft und versteck dich nicht - echte Gefühle sollten immer und überall erlaubt sein, also auch weinen, toben, trauern, schreien, Angst haben. Das ist "Leben" und nicht "einfach nur funktionieren".

Vielleicht kannst du ja einen kleinen Vorteil darin sehen dass du der Realität zeitig ins Auge blicken kannst und dadurch (also auch durch die Krankheiten deiner Eltern) die Zeit geboten bekommst dich langsam zu verabschieden. Oder meinst du es kommt dir dann trotzdem zu plötzlich vor wenn es soweit ist?

Auf alle Fälle solltest du nicht verunsichert auf den Tag X warten, sondern die Zeit genießen die dir mit ihnen zusammen noch bleibt bis dahin und ihnen jederzeit so gut es dir möglich ist ganz offen zeigen was sie dir bedeuten.
Wenn alles wichtige gefragt & gesagt ist, ist es für alle leichter loszulassen am Ende.

Alles Gute für dich
Harlekin
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Beitragvon toggle bis 12. Jan. 2012 » 13.03.2008, 15:45

Klaus hat geschrieben:Hallo,
ich kann und möchte zu der "Todesdiskussion" nichts sagen. Ich finde Sie spannend.
Ich möchte Euch kurz einen Zwischenstand geben:
Ich habe im Moment ein wenig Zeit zum Luft holen, meine Mutter ist in der Kur in Bad Wildungen und ihr geht es recht gut da. Sorgen bereitet mir eher mein Vater. Schwere Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler (Mitralklappe), lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen - so lautet kurzgefasst die Diagnose, wie ich heute nach einem Gespräch mit der Ärztin erfahren habe. Er nimmt ca. 12 Tabletten am Tag, ist aber noch im Krankenhaus. Er selbst scheint sich seines lebensbedrohlichen Zustandes nicht bewusst zu sein und ich werde mich hüten, ihm das zu sagen. Aber er wird - so vermute ich - noch vor meiner Mutter an plötzlichem Herztod sterben. Ich schreibe das jetzt einfach so, eigentlich ist es schrecklich, aber ich spüre erstaunlicherweise eine gewisse Gelassenheit, vielleicht, weil er vermutlich einen "schönen" Tod haben wird.
HERZliche Grüße
Klaus

Lieber Klaus,

eine ganz ähnliche Diagnose wie Dein Vater hatte auch meine Stiefgroßmutter im Januar gestellt bekommen, drei insuffizeinte Klappen, die gesamte vordere Herzspitze durch viele kleine Episoden völlig außer Funktion gesetzt, die Hinterwand duch einen "stillen" Infarkt gehandicapt, nur daß bei ihr die Arrhythmie weniger stark ausgeprägt war - das Vorhofflimmern trat nicht permanent auf -, wobei bei ihr aber außerdem ein schweres Lungenödem und zusätzlich eine Wasseransammlung im Pleuralraum/Pleuraerguß vorlag. Beim Absaugen von letzterem waren wir (meine Frau und ich) anwesend, es wurde etwas mehr als ein Liter Flüssigkeit abgesaugt, das Lungenödem wurde durch Entwässerung beseitigt. Und wenn es nicht gelungen wäre, die Arrhytmie aufzuheben, hätte sie wohl trotz ihrer 85 Jahre einen Schrittmacher erhalten. Ich habe gerade eine ergänzende Webseite dazu gefunden - vielleicht kennst Du sie schon: http://www.natur-heil-verfahren.de/absolute-arrhythmie/

Meine eine Schwester, die Ärztin, kommentierte sehr klar: Bei einer solchen Diagnose kann das Leben sehr schnell zu Ende gehen. Bei guter Pflege, gutem und vor allem richtigen Essen und null Streß und Anstrengung (körperlich und seelisch) können Patienten aber noch viele Jahre leben!

Vielleicht noch ein Gedanke dazu, der den Deinen an "einen 'guten' Tod" ergänzt: Mein eigener Vater ist ja gerade vor wenigen Tagen "erst" 81 geworden. Als er davon hörte, daß bei der Oma evtl. ein Schrittmacher eingesetzt werden sollte, kommentierte er das sinngemäß so: Bei ihm selber würde er über eine solche künstliche Hilfe lang wohl gar nicht mehr lange nachdenken, nun, da er dieses Alter erreicht habe, neige er viel mehr dazu, der Natur ihren Lauf zu lassen. Und die Mutter eines Schwagers, die sich letztes Jahr kurz nach ihrem 85. Geburtstag mit dem Thema Darmkrebs auseinandersetzen mußte, hatte gemeint, sie sähe es eigentlich nicht ein, sich jetzt noch der ganzen Diagnostik zu unterziehen, denn selbst wenn ihr diese Diagnose gestellt würde, würde sie in keine chirurgische Therapie mehr einwilligen. Was empfinde ich bei solchen Äußerungen? Ich finde es beeindruckend, wenn ein Mensch bewußt und in Würde solche Entscheidungen treffen und damit letztlich über das eigene Sterben und den eigenen Tod bestimmen kann. Es hat etwas unvergängliches an sich, weil dieser Mensch durch das Annehmen seiner Sterblichkeit über selbige hinauswächst, so sehe ich das.

Wenn Dein Vater nun tatsächlich unvermittelt eines baldigen Herztodes sterben würde, dann sähe ich darin auch eine Art Gnade, die ihm widerführe (auch ohne damit irgendwelches religiöses Gedankengut bemühen zu müssen). Hätte das nicht auch etwas tröstliches an sich?

Lieber Klaus, wie es ist, wenn die eigenen Eltern weggehen, kann einer nur beurteilen, der diesen Verlust schon erlitten hat, sagt meine Frau, deren Vater schon vor über 20 Jahren gestorben war und deren Mutter letztes Jahr starb - für sie war es wichtig gewesen, daß es ihr wenigstens gelang, ihre Mutter in Ruhe und Frieden gehen lassen und vor allem auch noch rechtzeitig die Reste vieler jahrelang schwelender Konflikt aufarbeiten zu können. Ich wünsche Dir gute Regeneration, viel Kraft, viele gute Gespräche und den damit verbundenen Energiezuwachs und Deinen Eltern bei aller Krankheit dennoch Leichtigkeit und Angst- und Schmerzfreiheit!

Von ganzem Herzen alles Liebe
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Beitragvon Harlekin » 18.03.2008, 16:43

Hallo Klaus,
man hört, sieht und liest gar nichts mehr von dir seit mehreren Tagen.

Alles soweit im grünen Bereich, geht es dir gut?

Einen lieben, aufmunternden Gruß
von Harlekin
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Beitragvon Klaus » 19.03.2008, 14:04

Hallo Harlekin,
die Zeit bietet mir jetzt schon die Möglichkeit, Abschied von meinen Eltern zu nehmen. Natürlich werde ich traurig sein, wenn es soweit ist, aber ich glaube, es wird nicht so schlimm sein, wie ich immer befürchtet habe. Was ich allerdings nach wie vor fürchte, ist ein langer, anstrengender und (für alle "Beteiligten") quälender Todeskampf. Ich versuche nach wie vor, die Zeit zu genießen und auch meine Freizeit so gut es geht angenehm zu gestalten. Unter anderem auch deswegen habe ich einige Tage nichts geschrieben, weil ich am Wochenende (Sa./So.9 zwei Chorauftritte hatte. Hinzu kam, dass ich meine Mutter am Samstag besucht habe (2 Stunden Hinweg, 2 Stunden Aufenthalt, 2 Stunden zurück...).

Hallo Toggle,
bei Deiner Schwiegermutter scheint es noch "heftiger" als bei meinem Vater zu sein. Wenn man die Diagnose(n) hört,. wundert man sich, dass die Betreffenden noch leben. Aber der Mensch ist zäh und der Organismus kann einiges aushalten und ausgleichen!
Eine plötzlicher Herztod wäre natürlich – bei aller Trauer – eine Gnade. Mein Vater hat eine große Angst vor Krebs und dem damit verbundenen Leiden. Aber ich wünsche natürlich meinen Eltern noch ein paar Jahre Leben bei einigermaßen Gesundheit.
Ich HOFFE, dass ich meine Eltern in Ruhe und Frieden gehen lassen kann. Ich bin mir SICHER, dass ich das vor einigen Jahren noch nicht hätte sagen können.

Harlekin und Toggle, vielen Dank für Eure guten Wünsche.

Heute ist mein Vater zu meiner Mutter gefahren. Er wird als Gast in der Klinik der Anschlussheilbehandlung wohnen. So brauche ich mir bis nächste Woche Freitag, wenn beide nach Hause kommen, keine (großen) Sorgen zu machen.

HERZliche Grüße
Klaus
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Beitragvon Meer » 20.03.2008, 08:34

Klaus sagt:
Ich HOFFE, dass ich meine Eltern in Ruhe und Frieden gehen lassen kann. Ich bin mir SICHER, dass ich das vor einigen Jahren noch nicht hätte sagen können.


lieber Klaus,

ist es nicht schön, sowas von sich selbst sagen zu können und siehst du wie du gewachsen bist?

Nach dem endgültigen irdischen Loslassen, wenn es soweit ist, wird garantiert diese innere Ruhe und der innere Friede einkehren, wenn alle negativen Emotionen bereinigt sind, falls welche da sind und wenn du voller DANKBARKEIT zurück blickst, was du von deinen Eltern geschenkt bekamst.

Sie lieben dich und du liebst sie auch und deswegen währt euere Bindung ohne Ende und das ist etwas wunderbares :-)

lieben Gruß Meer
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Beitragvon Rosa » 23.03.2008, 22:40

Lieber Klaus,

es bleibt ja nicht aus das wir uns von unseren Eltern verabschieden müssen.
Wir versuchen die Zeit zwar immer hinauszuschieben, aber es wird irgendwann passieren.

Was ist nun schlimmer? Ein plötzlicher Tod oder ein schmerzarmes Abschiednehmen hin zum Tod, währenddessen man sich noch vieles sagen kann, etwas erledigen kann was einem am Herzen lag.

Jeder geht damit anders um.

Ein Freund von mir wird nur noch wenige Wochen leben, Gründonnerstag sprach der Arzt mit ihm, das es sich nicht mehr um Monate, sondern nur noch um wenige Wochen handelt. Morgen kommt er auf die Pallativstation. Er nimmt stündlich Morphium und wir reden und lachen und sprechen manchmal über seine Beerdigung und wie alles sein soll. Er ist noch nicht einmal 60 Jahre alt. Dienstag werde ich ihm mein Diktiergerät bringen, wenn er möchte kann er seinen Kindern noch etwas darauf sprechen. Sie bekommen es dann nach seinem Tod.

Mein Vater ist auch schon verstorben und es war so traurig, aber die Erkenntnis, das alles ein Ende hat,auch mit uns und das sie ja "nur vorgehen" ist mir ein tröstlicher Gedanke gewesen.

Ich weiß das auch du das überstehst, wir wachsen in solchen Situationen über uns hinaus.

Ich sammele schon seit vielen Jahren Sprüche die Leute in Todesanzeigen einstellen. (Schüttelt da jemand den Kopf?) Du weißt schon: " z.B. Wenn die Kraft zu Ende geht ist Erlösung Gnade"(schrecklich langweilig) Die Beerdigungsinstitute haben davon eine große Auswahl.
Aber manchmal sind richtige Kostbarkeiten dabei. Und die picke ich mir raus. Da haben ein paar Leute scheinbar nachgedacht.
Meine Tochter weiß auch schon welche Musik auf meiner Beerdigung gespielt werden soll und letztens war ich mit meiner Mutter ihre Urne aussuchen. Wir müssen den Tod nicht verteufeln, er gehört zu unserem Leben.

Nun ein schöner Spruch, den ich erst letztens fand: "Liebt Euch wie Reisegefährten mit dem Gedanken das Ihr Euch verlassen müßt und mit der Hoffnung Euch für immer wieder zu finden." A.Manzani

Ich wünsche Dir von Herzen die richtigen Worte und Gedanken in dieser schweren Zeit.

Rosa
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