Das schlimmste...




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Beitragvon Meer » 28.02.2008, 12:53

Jaaaaa, lieber Klaus,

so ist das mit einigen Menschen, aber sehe es nach, denn sie sind alle am wachsen und die Erfahrung zeigt sich auch immer wieder in diesem Sprichwort:
"Menschen in der Not, gehen auf ein Lot".
Ich kann dir aber versichern, dass alles was du selbst gemacht und erbracht hast, dir später zu einem inneren Reichtum wird und du dich wirklich auch bedankst für diese Erfahrungen.

herzlich Meer
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von Anzeige » 28.02.2008, 12:53

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Re: Fortsetzung

Beitragvon La Donna mobile » 28.02.2008, 13:54

Hallo Klaus,

die Unsicherheit und Reserviertheit vieler Menschen, wenn es um das Thema Krebs geht, rührt sicher daher, dass sie noch nie persönlich mit dieser Krankheit konfrontiert worden sind. Wenn man jedoch hört, wie verbreitet diese Krankheit ist, sollte man nicht glauben, dass es überhaupt jemanden gibt, der niemanden kennt, der wiederum einen nahestehenden Menschen oder Freund bzw. Bekannten hat, der an Krebs erkrankt ist.

Ich habe diese Kollegin, deren Mutter schon jahrelang krebskrank ist und bin am Sterbebett meiner Schwiegermutter gesessen, die vom Krebs regelrecht aufgefressen wurde, und wir beide streifen öfter dieses Thema. Sie weiß auch, dass die Zeit, die sie noch mit ihrer Mutter hat, begrenzt ist und ich denke oft an die letzten Jahre, die meine Schwester und ich mit unserer Mutter verbrachten, die allerdings nicht diese schreckliche Krankheit hatte. Wir tauschen auch hier Erfahrungen und Berichte über Mütter und Töchter usw. aus. Ich denke, dass Menschen, die damit offen umgehen, zwar nicht unbedingt mit dem bitteren Ende leichter zurechtkommen, aber doch diese schwere Zeit der Krankheit gemeinsam mit dem Erkrankten besser meistern.

Was nun die Anja anbetrifft, so kann ich sie immer schlechter einschätzen. Jugend ist nicht unbedingt der Freibrief sich nicht mit ernsten Themen auseinandersetzen zu müssen. Ich denke, - und da nimm mir bitte meine Direktheit nicht übel - dass sie ganz einfach etwas unreif ist, oder aber gefühlskalt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Sorry.

Dass du richtig handelst und die Wege einschlägst, die nötig und gut für deine Mutter und euch zwei Männer sind, davon bin ich überzeugt.

Viele Grüße und gute Wünsche -

mobile
La Donna mobile
 

Beitragvon Gast » 01.03.2008, 14:17

Hinzu kommt, dass vermutlich viele Leute einfach hilflos sind, wenn sie davon hören

lieber klaus,

ich denke nicht, dass
die Unsicherheit und Reserviertheit vieler Menschen, wenn es um das Thema Krebs geht, sicher daher rührt, dass sie noch nie persönlich mit dieser Krankheit konfrontiert worden sind.
, sondern dass sie das auf konkrete und unangenehme weise damit konfrontiert, dass der tod allgegenwärtig ist und sie sich nicht wirklich damit angefreundet haben.
aber um diese auseinandersetzung wird niemand herum kommen - früher oder später.
ich persönlich habe mich lieber frühzeitig damit befasst und - wie du bereits wissen dürftest - meinen frieden damit gemacht.
konkrete erfahrungen mit dieser lebenssituation habe ich - mit ausnahme meiner großeltern und meines schwiegervaters letzten sommer - noch nicht gemacht, aber ich denke, dass mein glaube oder besser meine überzeugung, die ich fast als "irgendwie wissen" bezeichnen möchte, einer solchen situation die schönheit und bedeutung geben wird, die sie verdient.
ich rede nicht vom glauben an gott, auferstehung, fegefeuer, paradies o.ä., mein gefühl ist wohl noch am ehesten zu vergleichen mit der buddhistischen auffassung, dass der tod unsere größte chance ist, das zu erfahren, was die christen "liebe" oder "gott" nennen.
ich weiß nicht, ob dich das tröstet, aber ich bin mir sicher, dass man auch als angehöriger, als nahestehender mensch dabei erfahrungen machen kann, die einem die angst, die verzweiflung nehmen und frieden für den eigenen weg (den wir alle irgendwann gehen werden) geben.

ich brauche dir wohl nicht zu sagen, dass du mein ganzes mitgefühl hast und wünsche dir viel kraft und frieden für die kommende zeit.

alles liebe,

der narr
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Atem holen

Beitragvon Klaus » 02.03.2008, 10:10

Liebe Meer, liebe Mobile, lieber Narr,
danke erst einmal für Eure Beiträge. Zu Meers und Narrs Beiträgen fällt mir ein, dass ich schon glaube, dass mich diese Krise reifer machen wird und mir neue Erkenntnisse, Einsichten und Einstellungen bringen wird. Ich habe immer aus Lebenskrisen viel gelernt und wollte sie nachträglich nicht mehr missen, obwohl man natürlich, wenn man mitten drin steckt, liebend gern auf sie verzichten würde.
Mobiles Einschätzung von Anja ("etwas unreif") ist vermutlich richtig, auch wenn es mir schwer fällt, das zuzugeben. Ich vermute, dass sie durch das frühe Kindkriegen in einigen Bereichen gewisse Entwicklungsschritte mangels Zeit nicht machen konnte. Hinzu kommt, dass sie m.E. jemand ist, der sich hinsichtlich persönlicher Aussagen extrem zurückhält und erwartet/gewohnt ist, dass sich andere ähnlich verhalten.

Meiner Mutter geht es erstaunlich gut. Sie ist trotz ihrer 86 Jahre schon wieder erstaunlich fit. Und sie hat eine erstaunlich gelassene, abgeklärte Einstellung zu ihrer Situation. Das macht es mir ein wenig leichter, weil ich nicht mit einem "heulenden Elend" konfrontiert werde. Im Momet ist ein wenig "Luftholen" angesagt und möglich.

HERZliche Grüße
Klaus
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Beitragvon Starlight » 02.03.2008, 12:20

Hallo Klaus,

das freut mich, dass sich Deine Mutter so gut erholt. Mit 86 ist das schon eine Leistung. Das mit Anja tut mir leid für Dich. Aber Du hast es wenigstens probiert. Aber da sie nun offensichtlich anderweitig gebunden ist liegt es an Dir, ob Du damit umgehen kannst, sie trotzdem noch zu sehen auf "neutraler" Basis. Da kann ich Dir schlecht was raten, weil ich für solche Situationen selber keinen Plan habe.

Lieben Gruß

Starlight :t291:
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Beitragvon Gast » 02.03.2008, 19:40

Hallo Klaus,

ich finde, der Tod und das Sterben sind, wie alles andere im Leben, vor allem eine Frage der Lebenserfahrung. Zu einigen dieser Erfahrungen wird man gezwungen, andere erfährt man durch eine freiwillige Erkenntnissuche. Wenn man eine ganze Weile gelebt hat, sollte man im allgemeinen keine Probleme mit dem eigenen, irgendwann bevorstehenden, Tod haben. Sicher, die Einbindung in ein Beziehungsgeflecht oder in bereits begonnene umfangreiche Vorhaben können es wünschenswert machen, eine aktive Beteiligung an diesen noch eine Weile fortführen zu können. Und so ist ja auch die Sichtweise auf die mit uns verbundenen Menschen.
Jedoch, unser Leben ist ein stetiger Fluß von Begrüßungen, von Aufenthalten und von Verabschiedungen. Es ist unvermeidlich.

Ich wünsche Dir, lieber Klaus, daß Du alles ernst nehmen kannst, aber es nicht zu schwer nehmen wirst und mußt. Zum Glück gibt es Menschen, die einem in solchen Situationen professionell helfen können, weil es ihre Profession ist, dies zu leisten (sicher muß man dennoch auch immer wieder genauer hinschauen, ob sich diese Menschen umfassend so verhalten, wie man es selbst machen wollte und würde).

Und was andere Menschen und deren Erfahrungen und Schlußfolgerungen daraus angeht... siehe oben - es ist hauptsächlich eine Frage der Lebenserfahrung. Einfach alles nachsehen. Nur wenn der Gegenüber ein völliger "Strudel" ist, der nicht nur nichts herausbringt, sondern auch noch alles in sich hineinsaugt, dann muß man sich in Sicherheit bringen.

Alles Gute - ein Gast
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Beitragvon Klaus » 02.03.2008, 20:08

Liebe Starlight,
den Umgang mit Anja werde ich "spontan" gestalten. Wenn mir nach einem "neutralen" Treffen ist, dann maile ich ihr (sie ist damit einverstanden) wenn nicht, dann lasse ich es. Emotional bin ich nicht (mehr) so stark verwickelt, obwohl ich schon traurig bin, dass es mal wieder nicht "geklappt" hat.

Lieber Gast,
ich hoffe, dass ich irgendwann meinem Tod gelassen "ins Auge sehen" kann. Derzeit reicht meine Lebenserfahrung hierzu noch nicht aus. Interessant Dein Plädoyer für Nachsicht gegenüber anderen Menschen, allerdings Abgrenzung gegenüber "Strudel-Menschen".
Zur Not kann ich auf die von Dir angesproche professionelle Hilfe zurückgreifen. Aber auch auf einige wenige Menschen (Freunde, genauer gesagt platonische Freundinnen) mit viel Einfühlungsvermögen, Lebens- und zum Teil auch eigener Therapieerfahrung.

Danke Euch beiden und HERZliche Grüße
Klaus
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Beitragvon der narr » 03.03.2008, 09:14

Ich vermute, dass sie durch das frühe Kindkriegen in einigen Bereichen gewisse Entwicklungsschritte mangels Zeit nicht machen konnte

kinder machen einen aber eigentlich doch "reifer", sie zwingen einen geradezu dazu.
aber was heißt schon "reif"?
jeder steht irgendwo und muss sein päckchen tragen, egal, was drin ist. ich würde da nicht werten, was reif und was unreif ist. der/die eine ist "kompatibel", mit dem/der kann man sich verständigen und auf einer ebene treffen, mit den meisten eben nicht. aber immer gibt es was zu lernen - und sei es nur das loslassen von erwartungen und vorstellungen (sollte ich für mich selbst auch mal wieder einsehen... :-P

alles liebe,

der narr
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Kinder machen reifer

Beitragvon Gast » 03.03.2008, 10:03

Hallo Narr, hallo Ihr anderen Lieben,
Kinder machen reifer. Gut gesagt, aber dem kann ich für mich nur insoweit zustimmen als dass meine Kinder mich dadurch reifer machen, dass sie mir widersprechen und Schwierigkeiten machen.
Darauf könnte ich natürlich oft genug gerne verzichten, doch gerade dadurch lerne ich selbst.
Die Beziehung zu meiner alten Mutter, die inzwischen auch Darmkrebs hinter sich gebracht hat und auch die Beziehung zu meinem über alles geliebten Vater, der schon 96 plötzlich verstorben ist, werden für mich dadurch neu aufgelebt. Mir wird klar, dass ich selbst auch Kind gewesen bin.
Jetzt denke ich öfter, dass es ganz gut gewesen wäre, wenn ich diese Einsicht schon früher gehabt hätte,
doch solches Denken hilft mir jetzt auch nicht weiter.
Jetzt setze ich mich ans Malen und verschiebe das Thema Kinder.
Irgendwann sind sie sowieso aus dem Haus und gehen vollkommen ihre eigenen Wege. Inzwischen sollten sie vielleicht weltweit planen, doch ihr Gefühl macht da bisweilen nicht so recht mit.
Liebe Montagsgrüße,
Coco :t227:
Gast
 

Beitragvon Meer » 03.03.2008, 10:25

Zitat Gast:
Nur wenn der Gegenüber ein völliger "Strudel" ist, der nicht nur nichts herausbringt, sondern auch noch alles in sich hineinsaugt, dann muß man sich in Sicherheit bringen.


Zitat Klaus:
allerdings Abgrenzung gegenüber "Strudel-Menschen".


Hallo lieber Klaus,

das verhält sich ähnlich wie die "schwarzen Löcher" im Universum, die ja bekanntlich alles aus ihrer Umgebung in sich einsaugen. Auf Mitmenschen bezogen sind das dann Typen, die alles für sich behalten und nichts abgeben, allerdings ist die Erforschung bezüglich der schwarzen Löcher noch nicht beendet und mit unseren heutigen Mitteln noch gar nicht möglich und so entstehen oft auch die wildesten Theorien, denen man nicht unbedingt Glauben schenken muss.

Ansonsten schreibt Gast sehr schön, danke auch von mir,

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